Reisebericht Nam/Bots 2009
1. Tag
24.04./25.04.09
Gefahrene km: 305
Camping: Kalahari Bush Breaks
Die lange Zeit des Wartens und der Vorfreude hatte nun endlich ein Ende, heute starteten wir unsere Reise nach Namibia/Botswana. Wir flogen wieder mit der LTU nach Windhoek und durften es uns zumindest auf der Hinreise in der Business Class bequem machen. Aufgrund technischer Probleme starteten wir erst mit 2 Stunden Verspätung. Nach relativ angenehmen 9 Stunden erreichten wir morgens um 6.00 Uhr Namibia. Unsere Einreise war problemlos und die Koffer hatten wir auch bald wieder. Der Geldautomat funktionierte nicht, deshalb musste Ralf sich an der Wechselstube anstellen um etwas einheimisches Geld zu bekommen, auch botswanische Pula gab es, allerdings nicht zum besten Wechselkurs. Mit einem weiteren Paar wurden wir dann zur KEA Vermietstation gefahren. Inständig hatten wir gehofft, das unser Fahrzeug diesmal einigermaßen fertig war und es nicht so unendlich lange dauern würde wie letztes Jahr. Aber wir hatten Glück und der Trax war fertig und nur der noch bemängelte Reifen wurde noch getauscht. Im Supermarkt gegenüber schlugen wir noch mit einem Großeinkauf zu – mit allem was man so braucht für die nächsten 3 Wochen. Nach der Einweisung konnten wir zur Mittagszeit losdüsen. Einziges Manko, der CD Spieler mag unsere CDs einfach nicht abspielen – immerhin waren es diesmal 3 Exemplare die er akzeptierte und dann auch nur nach Lust und Laune. Aber es gibt schlimmeres. Wir fuhren auf der D6 Richtung botswanische Grenze und erreichten am Nachmittag die noch auf namibischer Seite gelegene Kalahari Bush Breaks Lodge. Hier hatten wir eine Campsite gebucht. Die Lodge war sehr schön eingerichtet, auch die Außenanlagen und der Pool gefielen uns sehr gut. Der Campingplatz selbst war auch in Ordnung nur leider liegt der sehr nahe an der Straße und man hörte die Laster vorbeidonnern. Wir richteten unseren Trax etwas wohnlich her und verstauten unsere Sachen in die Fächer. Es ist erstaunlich was doch alles auf so engem Raum Platz hat. Nach einer erfrischenden Dusche fuhren wir zur Lodge zum Abendessen, das wir in sehr netter Runde genossen. Die Sonne ging schon sehr früh unter. Um kurz nach 18.00 Uhr war es dunkel, aber der Sonnenuntergang bot schon ein tolles Farbspektakel. Bald fielen wir in unser ungewohntes Bett – es war doch ein langer Tag.
2. Tag
26.04.09
Gefahrene km: 566
Lodge:
Motsentsela Tree Lodge
Nach einer kühlen Nacht und den brummenden Geräuschen unseres Kühlschranks starteten wir in einen neuen Tag. Wir kochten Kaffee und genossen die warmen Sonnenstrahlen, wir hätten noch lange so sitzen bleiben können. Noch etwas unkoordiniert im Zusammenräumen und –klappen unseres Gefährtes machten wir uns auf zur botswanischen Grenze. Kurz vorher tankten wir noch einmal auf, reisten aus NAM aus und in BOTS ein, dafür ist jedesmal ein Formular auszufüllen und in BOTS 60 Pula für die Straßenbenutzung zu löhnen. Ereignislos verlief unsere Reise über Ghanzi weiter nach Maun. Eine Veterinärkontrolle passierten wir ohne Beanstandung – die Fleischeinfuhr von Süden kommend stellt in der Regel kein Problem dar – umgekehrt allerdings schon, da auf alle Fälle ein Ausbrechen der Rinderseuche verhindert werden soll. Unterwegs begegneten wir immer wieder mal den Gästen aus der Lodge von gestern Abend. Alle hatten wie wir das gleiche Ziel – Maun. Je mehr wir uns unserem Tagesziel näherten, desto häufiger waren Esel, Ziegen und Rinder auf der Straße – Ralf war schon am fluchen, weil die Tiere ihn ständig zum Abbremsen zwangen. Zuerst steuerten wir dann eine Tankstelle an um den Durst unseres Gefährtes zu stillen, das bei einer Geschwindigkeit von ca. 120km/Std. nämlich ganz schön schluckt. Dank unseres Navis fanden wir leicht den Weg zu unserer gebuchten Montsetsela Lodge. Wir überquerten die einspurige Brücke über den Thamalakane Fluss und legten den Rest des Weges auf einer Sandpiste zurück – das war gleich eine gute Übung für die kommenden Tage. Wir passierten traditionelle Ansiedlungen mit den typischen Einfriedungen für das Vieh. In der Lodge wurden wir sehr herzlich empfangen, wir waren die einzigen Selbstfahrer-Gäste, das konnten wir gleich an den geparkten Fahrzeugen erkennen. Zu unserem Häuschen "Hornbill" mussten wir einen kleinen Fußmarsch zurücklegen. Wir bekamen ein wunderhübsch eingerichtetes Haus mit Außendusche und großer Badewanne, wir waren begeistert und testeten gleich mal Dusche und Wanne. Abendessen gab es an zwei großen Tischen und die Gäste waren durch die Bank Amerikaner. Wir hatten nette Gesellschaft von einer Fotosafari-Gruppe – Gesprächsstoff war jedenfalls schnell gefunden. Abends bekamen wir Besuch von einer Ginsterkatze, ein ganz putziges Kerlchen, es kommt gewöhnlich jeden Abend angelockt von etwas Hühnerfleisch. Wir saßen bei angenehmen Temperaturen und einem Gläschen Wein bis um 22.00 Uhr und verzogen uns dann in unsere Luxusunterkunft.
3. Tag
27.04.09
Gefahrene km: 28
Lodge:
Motsentsela Tree Lodge
Wir haben wunderbar geschlafen und wurden morgens von Vogelgezwitscher geweckt. Beim Frühstück hatten wir eine nette Unterhaltung mit einem Ehepaar das in Maun eine Schule und die Mission unterstützt. Vor kurzem wurde hier auch ein neues Krankenhaus eröffnet, das Problem ist aber, das zu wenig ausgebildete Ärzte angestellt werden konnten und der Betrieb daher nicht reibungslos läuft. Nachdem wir uns gestärkt hatten, erkundeten wir das Gelände zu Fuß und fanden Giraffen, Zebras, Impalas und Kudus. Mittags sahen wir uns dann in Maun etwas um und aßen im Bon Arrive Restaurant am Flughafen eine Kleinigkeit. Für 16:00 Uhr hatten wir bei Kavango Air einen 1-stündigen Flug über das Okavangodelta gebucht. Etwas aufgeregt waren wir schon, sind wir doch noch nie in so einer kleinen Maschine geflogen. Alberto, unser Pilot machte aber einen vertrauenserweckenden Eindruck und dann konnte das Abenteuer beginnen. Wir flogen in ca. 150 m Höhe über das Delta. Viele Wasserstraßen durchzogen das Gebiet, schön anzusehen von oben. Oftmals mussten wir aber auch genauer hinsehen um das Wasser überhaupt zu erkennen im dichtgewachsenen Gras. Wir entdeckten Giraffen, Büffel und Elefanten. Den höchsten Wasserstand erreicht das Delta erst im Juni/Juli. Von oben konnten wir auch gut erkennen, wie zersiedelt das Städtchen Maun mit seinen 30.000 Einwohnern ist. Schön anzusehen waren auch die traditionellen Behausungen weit vor Maun. Alles in allem waren wir sehr zufrieden mit dem Flug. Das können wir nur weiterempfehlen. Wir fuhren zurück in die Lodge, wo bereits wieder neue Gäste eingetroffen waren. Wieder eine ganze Gruppe Amis. Wir bekamen heute einen Tisch für uns beide allein draußen auf dem Deck. Wir waren der Beobachtungsposten für die Ginsterkatze. Die ließ sich allerdings erst blicken als das Abendessen schon längst vorbei und die doch etwas laute Gruppe schon in den Federn war. Wir waren mittlerweile alleine mit der Managerin und als alles ruhig war, kam auch das Kätzchen. Ralf konnte einige schöne Fotos von dem hübschen Tier machen. Zufrieden mit dem schönen, erlebnisreichen Tag gingen wir schlafen.
4. Tag
28.04.09
Gefahrene km: 161
Camping:
Moremi "Third Bridge"
Heute verließen wir den Luxus in der Tree Lodge, Zeit fürs Camping die nächsten 7 Nächte in Moremi und Chobe NP. Nach dem Frühstück kauften wir in Maun noch ein paar Lebensmittel und tankten noch mal auf, ebenso die Reservekanister. Fleisch kauften wir auf Empfehlung aus dem Namibia-Forum bei Ron’s Fresh Produce - lecker Eland- und Kudusteaks. In Shorobe, dort wo die Teerstraße endet, hielten wir auf Rat unseres Reiseführers um die Korbflechtarbeiten einer Frauenkooperative zu sehen. Wegen Renovierungsarbeiten war der Laden leer – aber eine Frau brachte gleich eine Auswahl an flachen Schalen. Zwei haben wir dann mitgenommen und als die Geldscheine den Besitzer wechselten, war die Freude sichtlich groß. Am Straßenrand wird auch Holz verkauft, da mussten auch noch zwei Bündel mit, gut dass unser Auto so viel Platz hat. Auf holperiger Piste fuhren wir dahin, bis ein Vet-Zaun den Weg unterbrach. Wir wurden gleich gefragt, ob wir auch ein Permit für den Park hätten, ansonsten müssten wir zurück nach Maun. Anscheinend werden die verschärften Einlass- und Reservierungsregelungen jetzt auch eingehalten. Aber wir hatten ja alles. Über das South Gate fuhren wir in den Park hinein. Der Ranger machte nicht gerade den interessiertesten Eindruck und ließ uns passieren. Der Zustand der Pisten ist schon etwas gewöhnungsbedürftig am Anfang – eine schöne, gerade Piste darf man sich nicht vorstellen. Sand, auch tieferer Sand und tiefe eingetrocknete Fahrspuren wechselten sich ab. Es war jedenfalls ein schönes Geschaukel. Zuerst sahen wir einige Zebras und Pukus auf einer weiten Fläche grasen. Durch das dichte Grün wurde die Tierbeobachtung aber erheblich erschwert. Dann trafen wir auf eine größere Elefantengruppe die friedlich die Blätter abrupften – auf der gegenüberliegenden Straßenseite kam ebenfalls eine Herde in Sicht, die unseren Weg queren wollte. Wir hielten etwas Abstand, da wir im Sand nicht unbedingt den Rückzug antreten wollten. Bevor wir am späten Nachmittag Third Bridge erreichten, sahen wir kurz vorher noch ein übermütiges Giraffenkind, das sich nicht zwischen Mama auf der einen Wegesseite und Papa auf der anderen, entscheiden konnte – zu nett wie es im Galopp über die Wiese stürmte. Entweder hatten die Campingplätze keine Nummern oder wir sahen sie nicht, jedenfalls musste uns ein Ranger den Weg weisen. Wir standen etwas unübersichtlich für unseren Geschmack zwischen Gebüsch und hohem Gras, aber wir gewöhnten uns doch im Laufe des Abends an unseren Platz – Anfänger halt. Die Paviane, von denen wir ja schon einiges gehört hatten, zeigten sich sehr friedlich. Sie guckten zwar mal neugierig, kamen aber nicht nahe ran. Ralf zeigte ihnen mal die Steinschleuder, dann war alles klar. Wir grillten unser Kudu und saßen dann noch am Lagerfeuer. Um 19.00 wird es dunkel und dann saßen wir nicht mehr ganz so entspannt da – denn es könnte jederzeit alles mögliche Getier ins Camp kommen. Ralf leuchtete ab und an herum, aber es war ganz ruhig. Das einzige Getier was uns besucht hatte, war ein kleiner Käfer dessen Hinterteil immer grün blinkte – hatten wir auch noch nie. Bald verschwanden wir in unseren Trax um noch etwas zu lesen.
5. Tag
29.04.09
Gefahrene km: 43
Camping:
Moremi "Xakanaxa"
Etwas unruhig haben wir heute Nacht schon geschlafen, aber nicht unbedingt wegen der unbekannten Geräusche, von denen wir gedacht hätten es wären mehr. Um 05:30 Uhr standen wir auf, da war es noch dunkel. Löwengebrüll konnten wir hören, aber das war ganz weit entfernt. Wir kochten erst mal einen Kaffee bevor es dann losging. Viele Tiere waren nicht zu sehen, bis auf die allgegenwärtigen Impalas. Bis dato waren uns auch kaum Fahrzeuge begegnet. Nachdem wir ausgiebig die Hippos in ihrem Pool beguckt hatten und mal einen Vergleich mit meiner Hand und einem Elefanten-Fußabdruck gemacht hatten – fuhren wir durch ein Waldstück mit sehr schlechtem Straßenzustand. Ein entgegenkommendes Auto wies uns auf Löwen hin – prima nix wie hin. Am Wegesrand lag der Pascha in bester Fotopose. Dahinter verdeckt im Busch die Mädels mit älterem Nachwuchs. Es waren an die 10 Löwen insgesamt, die sich nach ausgiebigen Räkeln aber dann doch von uns gestört fühlten und sich ein anderes Plätzchen suchten. Wir waren mit dieser Tiersichtung jedoch sehr zufrieden. Gegen Mittag erreichten wir Xakanaxa, hier hatten wir die Site MX5. Es war nicht weit zum Waschhaus und auch der Platz war übersichtlicher als der gestern. Wir machten es uns bequem und nahmen ein zweites Frühstück ein. Ralf holte die Hängematte raus und hielt Siesta, ich las. Wir waren ganz allein, nur am Anfang und am Ende des Platzes waren noch Leute und das sollte auch so bleiben. Unser Auto stand ein Stück vor uns und versperrte etwas die Sicht. Plötzlich hörte ich einen Ast knacken, was eigentlich nichts ungewöhnliches war, aber ich sah nach was da war. Und ob da was war, ein einsamer Elefant stand am Marulabaum und sammelte die herabgefallenen Früchte ein. Ralf wurde noch nie so unsanft geweckt wie heute, aber ich hatte schon einen kleinen Schreck bekommen. Ich sammelte unsere 7-Sachen ein und setzte mich ins Auto, mein Gatte blieb draußen. Der Eli war ein friedlicher Zeitgenosse und beachtete uns nicht weiter. Allerdings schmeckte es ihm hier wohl sehr gut, denn es dauerte eine kleine Ewigkeit bis er wieder weiterging. Nach diesem für uns außergewöhnlichen Ereignis konnten wir nun endlich zum Duschen gehen. Die alten, in die Jahre gekommenen Waschbehausungen wurden durch neue ersetzt und sind in Ordnung. Wir unternahmen dann noch einen Gamedrive, konnten aber nichts mehr Außergewöhnliches sehen. Am nahegelegenen Busch-Flugplatz konnten wir sehen wie gerade Schichtwechsel der Angestellten aus einer der Luxuslodgen war – die einen wurden eingeflogen und mit der gleichen Maschine ging es für die anderen zurück. Wir machten uns nun auch wieder auf den Rückweg, das Eland wollte gegrillt werden. Wir genossen die abendliche Stille bei Bier und Savanna Dry am Lagerfeuer.
6. Tag
30.04.09
Gefahrene km: 72
Camping:
Moremi "North Gate"
Wiederum verbrachten wir eine sehr ruhige Nach in unserem Auto. Die Spuren am Feuerplatz zeugten von nächtlichen Besuch einer Katze – für Löwenspuren waren die Pfotenabdrücke allerdings zu klein. Ein Hippo störte kurz unser morgendliches Kaffeetrinken, machte sich aber sofort wieder auf den Weg ins Gebüsch. Die Tiere hielten sich heute gut vor uns versteckt, nur ein giftgrünes Chamäleon saß am Straßenrand, aber unsere Anwesenheit gefiel ihm wohl nicht so, denn es wechselt seine Farbe in einen hellen Gelbton. Die einzige was für kurzfristig größere Aufregung bei uns sorgte, war ein Wasserloch mitten im Wald, das sich nicht umfahren ließ, denn ein weiteres versperrte auch hier den Weg. Wir stiegen erst mal aus und begutachteten den Weg. Wir hatten uns schon für eine Durchfahrt entschieden, da kam von der anderen Seite ein südafrikanisches Fahrzeug mit Anhänger und fuhr ohne groß anzuhalten durch. Das beruhigte uns doch etwas, zumal der Fahrer abwartete bis wir unsererseits die Querung geschafft hatten. Puh, da klopfte uns das Herz schon bis zum Hals, aber alles ging gut. Für einen Kenner der Gegend wahrscheinlich kleine Fische, aber für uns Newbies doch etwas besonderes. Am Dombo Hippo Pool gibt es einen schönen erhöhten Aussichtsstand und hier sammelten sich auf einmal einige Touristenfahrzeuge, obwohl ansonsten den ganzen Tag kaum Autos zu sehen waren. Wir machten hier eine Pause und sahen den Tieren beim Baden zu. Als wir dann North Bridge erreichten, gab es wieder ein zweites Frühstück und Ralf entspannte in der Hängematte. Heute Nachmittag allerdings ohne tierischen Besuch. Später sahen wir dann noch auf einer Fahrt Elefanten in reichlicher Anzahl und drei ängstliche Tssessebes. Abends saßen wir gemütlich am Lagerfeuer und hörten fasziniert den Geräuschen der Impalas zu, die sich ein ums andere Mal jagten. Wenn Ralf mal die Gegend ableuchtete, sahen uns viele leuchtende Augen an. Ein Fläschchen Wein zum Abendessen rundete den schönen Tag ab.
7. Tag
01.05.09
Gefahrene km: 81
Camping:
Moremi "North Gate"
Der 01.05. – der Tag der Arbeit – wird uns in unserem Leben sicher unvergessen bleiben. Heute sollte es wie geplant weiter in den Chobe NP nach Savuti gehen. Wir hatten uns im Vorfeld mehrmals bei den Rangern und im Büro in Maun nach dem Straßenzustand erkundigt, der ja aufgrund des vielen Wassers evtl. kritisch sein könnte. Die Antwort war jedesmal "you can make it", kein Problem. Ok, dann ist ja alles bestens dachten wir und starteten gegen 08:00 Uhr. Zuerst mussten wir uns aber am Gate austragen – was auch immer wieder zur Verwirrung führte, da wir keinen Originalzahlungsbeleg vorweisen konnten weil die ganzen Parkbuchungen über Carsten Möhle gebucht wurden. Nach kurzer Fahrt erreichten wir das Khwai Village und erstanden im Shop ein paar Dosen Bier, mangels Cola, und eine Kette. Unser Navi leitete uns des weiteren Weges, allerdings mussten wir öfters eine Umfahrung nehmen als uns lieb war, denn Wasser versperrte uns immer wieder den Weg. Wasserlöcher die uns ungefährlich schienen (Ralf musste vorher die Tiefe "messen") durchfuhren wir aber schon. Der Weg war langweilig und führte auf schmaler Fahrspur durch dichtes Mopanegestrüpp. Die ein oder andere tiefsandige Passage war auch dabei, aber das war alles kein Problem. Eine von diesen Passagen wurde uns dann zum Verhängnis und wir saßen fest – weder vor – noch zurück – ging irgend etwas, die Reifen drehten durch und das Auto saß auf. Schönes Schlamassel. Es blieb nichts anderes übrig als zu graben, die Sandbleche unterzulegen und versuchen rauszukommen – einige Meter konnte Ralf rausfahren, blieb dann wieder stecken. Nochmal graben, wieder Fehlanzeige. Den ganzen Tag hatten wir kein anderes Fahrzeug gesehen, die Sonne brannte auf uns herab und meine Stimmung war teilweise im Keller. Im Geiste richtete ich mich schon auf eine Übernachtung hier draußen ein. Mittlerweile sahen wir beide aus wie zwei Erdferkel. Wir gruben das Auto nun zum drittenmal aus, aber diesmal buddelten wir jeden Sand weg, so gut es eben ging, was bei der schmalen Fahrspur nicht so einfach war. Dann ließen wir Luft aus den Reifen, die Sandbleche wurden wieder daruntergelegt und dann Gott sei Dank schafften wir es raus. Vor Freude kamen mir die Tränen, 4 Stunden hatten wir geschuftet. Aber dann bekamen wir noch einmal einen riesen Schrecken – wir hatten uns verfahren und waren völlig falsch. Wir hatten einen falschen Abzweig genommen und sind weiter der Maintrack-Anzeige des Navis gefolgt, ohne zu merken, das wir in die falsche Richtung unterwegs waren. Wir waren also in der totalen Pampa und wer weiß wann wieder jemand vorbeigekommen wäre. Wir kehrten um und fuhren zurück, aber vorsichtig, da die Reifen noch nicht wieder aufgepumpt waren. Um hier aber keinen Reifenschaden zu bekommen, hielten wir nach einer Weile und pumpten mittels Kompressor wieder auf. Wir gelangten an den falschen Abzweig und fuhren dann in die richtige Richtung, aber wieder und wieder versperrten uns teilweise sehr lang und undurchsichtige Wasserdurchfahrten den Weg. Langsam verließ uns aber auch jeglicher Mut, bald wurde es dunkel – wir beschlossen zur North Bridge zurückzufahren, es hatte keinen Sinn mehr. Auch der Rückweg war nicht so easy und es dauerte bis wir die richtige Spur hatten – für die schöne Umgebung mit Giraffen und Zebras hatten wir einfach kein Auge mehr, wir wollten nur noch Duschen und was Essen. Wir erreichten das Gate und baten um eine weitere Nacht. Nach gründlicher Diskussion ob wir die nicht genutzte Nacht von Savute hier tauschen konnten, wurden wir dann wohlwollend eingelassen, nicht aber ohne die Nachfrage nach unserem Originalzahlbeleg. Wir durften uns einen freien Platz aussuchen – nur so am Rande: der Platz war gestern kaum belegt gewesen es ist Nebensaison – aber die Herrschaften am Gate müssen ja auch ihr Gesicht wahren. Aber wir hatten einen Platz und eine Dusche – das war das allerwichtigste. Noch nie war eine Dusche so schön, hat ein Erbseneintopf so gut geschmeckt. Außerdem war die Erleichterung bei uns beiden riesengroß, das alles so gut ausgegangen war. Wir waren wieder um eine Erfahrung reicher.
8. Tag
02.05.09
Gefahrene km: 453
Camping:
Nata Bird Sanctuary
Mit einem Muskelkater erwachten wir heute morgen, sämtliche Knochen taten weh nach der ungewohnten sportlichen Betätigung von gestern. Unser Entschluss auf alle Fälle in den Chobe zu fahren, fiel schon gestern Abend. Die zwei Übernachtungen in Savute und Linyanti mussten wir wohl oder übel streichen, aber unsere zwei Nächste in Ihaha wollten wir doch unbedingt wahrnehmen. Dies bedeutete aber eine große Umfahrung via Gweta, Nata nach Kasane. Nach dem Frühstück nahmen wir die Strecke in Angriff und fuhren den direkten Weg nach South Gate um den Park zu verlassen. Hier sahen wir noch ein Rudel Wildhunde, das freute uns besonders (erst auf den Fotos sahen wir, das einige Tiere mit einem Halsband versehen waren). Wir verließen den Moremi und fuhren nach Maun direkt in ein Gewitter. Im Bon Arrive gönnten wir uns nochmal ein Frühstück nachdem wir mit dem letzten Tropfen Benzin in die Tankstelle gefahren sind. Ralf erstand noch eine Telefonkarte für unser Handy weil unser Provider keinen Dienst in BOT unterstützt. Dann ging es weiter nach Nata, Ralf schimpfte wieder über diverses Vieh, was ihn immer wieder zum anhalten und ausweichen zwang. Eine Vet-Kontrolle passierten wir, kamen aber unbeanstandet raus, da unsere Frischmilch, die eigentlich mittlerweile schon Butter war, nicht konfisziert wurde – die der nachfolgenden Deutschen allerdings schon. Unsere Wanderschuhe fanden allergrößten Gefallen bei dem Kontrolleur, die durften wir dann noch in eine undefinierbare Desinfektionsbrühe tunken. Wir passierten die Nationalparks Makgadikgadi und Nxai Pans, hielten uns kurz bei dem Abzweig zu Planet Baobab auf und erreichten dann Nata. Leider gab es ja die Nata Lodge nicht mehr, sie ist letztes Jahr abgebrannt – war aber schon wieder im Aufbau. Wir quartierten uns auf dem Campingplatz der Nata Bird Sanctuary ein, leider ohne Dusche mangels heißem Wasser. Allerdings sahen die sanitären Einrichtungen nicht gerade besonders einladend aus. Dafür waren die Plätze schön gelegen, mit dem Manko das die naheliegende Straße doch sehr deutlich zu hören war. Mittlerweile hatte sich das Wetter verschlechtert, es ging ein starker Wind und ein paar Tropfen fielen. Zu allem Überfluss hatte das Türschloss vom Trax seinen Geist aufgegeben, aber nachdem Ralf es aus- und wiedereingebaut hatte, funktionierte es besser als je zuvor. Abends kam noch ein Wächter vorbei und wies uns darauf hin, das alle Wertsachen in der Kabine verstaut werden sollten. Sicher ist sicher.
9. Tag
03.05.09
Gefahrene km: 383
Camping:
Chobe "Ihaha"
Viele dunkle Wolken bedeckten heute morgen den Himmel, aber mit der hervorlugenden Sonne und dem gelb gefärbten Gras gab es ein besonders schönes Bild ab. Die Pans in der Sanctuary waren schon ausgetrocknet, aber wenn sie mit Wasser gefüllt sind ist es wohl ein einziges Vogelparadies. Wir flüchteten dann vor den dunklen Wolken Richtung Kasane. Wieder einmal mussten wir durch eine Kontrolle. Die Torwächterin ging zum Tor und es hatte den Anschein, das wir durchfahren dürfen. Dachten aber auch nur wir. Ralf wurde angewiesen, wieder ein Stück zurückzufahren, dann kam ein Polizist und klärte uns auf, das wir das Stopp-Schild überfahren hätten und 100 Pula Strafe zahlen müssten. Aha. Ein schöner Zettel mit dem Vergehen wurde angefertigt und eine Quittung ausgehändigt. Wir löhnten die Mindeststrafe – die aber durchaus noch viel höher ausfallen könnte, wenn der Ordnungshüter evtl. schlechte Laune gehabt hätte. Ich hätte platzen können, weil das wirklich Abzocke war und der übernächste Touri in die gleiche Falle getappt ist. Wieder um eine Erfahrung reicher fuhren wir weiter. Insgesamt waren ca. 300 km zurückzulegen und das sollte eigentlich kein Problem darstellen. Aber die Strecke war gelinde gesagt eine einzige Sauerei. Teilweise war die Piste ein einziges Schlagloch – sprich gar nicht mehr vorhanden – so etwas hatten wir noch nie gesehen. Noch dazu kam, das es schüttete wie aus Eimern. Wir hielten an um das schlimmste Wetter abzuwarten. Ein Laster hatte seine Ladung verloren, der Anhänger war neben der Straße im Gebüsch gelandet und die Lebensmittel wurden gerade umgeladen. Dann kam die Sonne wieder raus und wir fuhren an langen Feldern mit Ackerbau vorbei, was schon eine Seltenheit für die Gegend und auch für das Land ist. Heilfroh waren wir, als endlich Kasane in Sicht war. Wir fuhren in den Chobe NP und sahen gleich eine Menge Elefanten und dafür ist der Park ja auch berühmt. Das die Anzahl der Dickhäuter aber schon längst nicht mehr unbedingt verträglich für die Natur ist, ist ein ganz anderes Thema. Wir freuten uns über zahlreiche Tierbegegnungen, denn auch Giraffen, Büffel, Kudus und Wasserböcke ließen sich in großer Anzahl blicken. In Ihaha bekamen wir die Site 9, mit schönem freien Blick auf den Fluss. Wieder kam ein Gewitter auf und zwang uns unser Abendessen im Auto einzunehmen – auch eine Premiere, aber Wind und Regen ließen uns keine andere Wahl. Vorteil für den Trax zum Dachzelt. Wir verbrachten einen gemütlichen Leseabend. Gott sei Dank blieb innen alles trocken, denn es schüttete heftig.
10. Tag
04.05.09
Gefahrene km: 99
Camping:
Chobe "Ihaha"
Das Gewitter wollte heute Nacht einfach keine Ruhe geben, es kam noch zweimal wieder. Dementsprechend unruhig haben wir geschlafen. In der früh hörte es dann auf zu regnen und wir konnten draußen frühstücken. Bei einigermaßen schönem Wetter brachen wir auf zum morgendlichen Gamedrive, aber das Gewitter heute Nacht hatte wohl alle Tiere vertrieben, es war nichts zu sehen. Wieder gewitterte und regnete es, so fuhren wir bis Ngoma Bridge und kehrten dann wieder um und erreichten bei Sonnenschein wieder Ihaha. Zeit um draußen zu sitzen und das Tagebuch zu vervollständigen. Bei so viel idyllischer Ruhe spazierte auch ein Waran über unseren Platz, bis Ralf ihn mit seinen Fotografierambitionen verscheuchte. Der Sonnenschein animierte uns nochmal auf Tierbeobachtung zu gehen. Aber besonders erfolgreich waren wir nicht. Abends grillten wir Würstchen, tranken ein Fläschchen Wein und genossen einen wirklich wunderhübschen, romantischen Sonnenuntergang über dem Chobe River.
11. Tag
05.05.09
Gefahrene km: 65
Lodge:
The Garden Lodge
Endgültig hatte sich die Schlechtwetterfront nun verzogen und es versprach wieder ein schöner Tag zu werden. Ralf hatte morgens eine unliebsame Tierbegegnung und wäre beinahe von erschreckten Büffeln über den Haufen gerannt worden. Heute freuten wir uns auf die Garden Lodge und wieder auf ein ordentliches Bett und eine richtige Dusche. Hier in Ihaha war das Waschhaus so dunkel, das wir fast eine Taschenlampe zum Duschen gebraucht hätten, das Licht ging natürlich auch nicht. Wir machten uns auf die Suche nach den Elis, aber die machten sich auch weiterhin rar. Einem begegneten wir, der kam in rasantem Tempo runter zum Fluss marschiert um seinen Durst zu stillen. Später sahen wir noch Mutter Eli mit Baby, aber das war es dann schon mit den großen Grauen. Dafür sahen wir Nilpferde beim Fressen, Krokodile die sich gegenseitig angegriffen haben und einen Waran gut getarnt auf einem Ast im Baum liegen. Viele Geier stritten sich um den besten Platz auf einem toten Tier, wir konnten aber nicht erkennen um was es sich handelte, da die Vogelschar so riesig war. Wir verließen den Park so gegen 13.00 Uhr was aber viel zu spät war, denn bis um 11.00 hätten wir draußen sein sollen – aber irgendwie hatten wir das nicht so richtig registriert. In der Chobe Safari Lodge saßen wir unter schattigen Bäumen mit Blick auf den Fluss und aßen eine Kleinigkeit zu Mittag. Ursprünglich wollten wir hier absteigen, aber es war kein Zimmer mehr frei. In der Garden Lodge wurden wir sehr herzlich von Kristin, Florian und einer ganzen Hundeschar empfangen. Es gab Kaffee und Kuchen und wir lernten gleich die anderen Gäste kennen. Wir sprangen dann aber erst mal unter die Dusche, machten uns wieder salonfähig und ruhten uns auf unserer Miniterrasse im Gartenhäuschen aus. Vor dem Abendessen trafen sich alle Gäste zu einem Sundowner und wir erfuhren so einiges über die neue Lodge die im Juni eröffnet werden soll. Das Dinner war sehr lecker, es gab Impala als Hauptgericht. Dann saßen wir noch lange bei Wein und netter Unterhaltung. Auch Margareth, das Haushippo ließ sich noch auf der Wiese vor dem Haus blicken und naschte von dem Gras.
12. Tag
06.05.09
Gefahrene km: 0
Hotel:
Victoria Falls Hotel
Für heute hatten wir einen Trip mit Übernachtung nach Victoria Falls gebucht. So nahe werden wir den Wasserfällen wohl so schnell nicht mehr kommen und wollten die Gelegenheit dazu unbedingt nutzen. Den Fahrdienst nach Zimbabwe hatte die Garden Lodge für uns organisiert. Mit leichter afrikanischer Verspätung und noch 4 weiteren Personen ging es dann los. Zur botswanischen Grenze nach Kazungula war es nicht sehr weit. Zur Ausreise mussten wir den kleinen Zettel ausfüllen, den wir ja nun schon kennen. Bei der Einreise in Simbabwe mussten wir pro Person 30 US $ zahlen und schon bekamen wir ein Visum. Alles ging unproblematisch von statten und wir konnten unsere Fahrt auf schnurgerader Strecke, die im Gegensatz zu BOTS in sehr gutem Zustand war, fortsetzen. In Vic Falls buchten wir bei Shearwater unseren Hubschrauberflug und eine Elefantentour, zahlbar alles in US $. Das ist nun auch das offizielle Zahlungsmittel, nachdem die ZIM $ mit den vielen Nullen drauf, wertlos geworden sind. Wir wurden im Vic Falls Hotel abgesetzt, während die anderen Gäste nur zu einer Tagestour hergekommen waren, die von dem Fahrer auch ständig begleitet wurde. Im altehrwürdigen, englischen Hotel wurden wir mit Erfrischungstuch und Drink sehr freundlich empfangen und unser Zimmer war auch schon bezugsfertig. Dort hielten wir uns gar nicht lange auf – von der gepflegten Gartenanlage hatten wir einen Blick auf den Wasserdampf der von den Fällen aufstieg und auch auf die Brücke, die nach Sambia führt. Rauch der donnert, so wurden die Fälle von den Einheimischen genannt. Vom Hotel aus führt ein Weg direkt zu den Fällen, zuerst wurden wir von fliegenden Händlern geradezu überfallen, aber die hatten keinen Erfolg bei uns. Im Ort gibt es nun eine Tourismuspolizei und die sorgt dafür, dass die Touristen nicht belästigt werden und begleiten auch bei Bedarf. Eben eine solche Dame tauchte auf und begleitete uns ein Stück des Weges und machte uns auch auf den Elefanten aufmerksam, der im Gebüsch stand, den wir aber niemals bemerkt hätten. Vor dem Eingang zu dem Park konnten wir an verschiedenen Ständen Souvenirs kaufen und Regenmäntel und –schirme ausleihen. Nach harten Verhandlungen hatten wir unsere Preisvorstellung durchgesetzt (der Fahrer hatte etwas von 30 Pula gesagt) aber die Jungs versuche ja mit allen Mitteln einen höheren Preis zu erzielen. Wir liefen die verschiedenen Aussichtspunkte ab und der Anblick war wirklich fantastisch. Trotz des vielen Wassers, das der Sambesi führte, war die Aussicht von den ersten Punkten super. Die hinteren Aussichtspunkte boten aufgrund der vielen Gischt fast keine Aussicht, dafür aber eine Dusche. Unter der Brücke zwischen Sambia und Simbabwe hatte sich ein toller, doppelter Regenbogen gebildet. Hier stürzten sich auch Bungeespringer in die Tiefe, allein bei dem Anblick wurde es mir mulmig. Die Fälle sind ein wirklich einzigartiges Erlebnis, wir waren schon sehr beeindruckt. Langsam gingen wir durch den Regenwald wieder zurück zum Ausgang. Am Souvenirstand wollten wir noch Postkarten erwerben, aber das Konterfei des Präsidenten dieses Landes wollte ich nicht verschicken und ein anderes Motiv war für Europa „angeblich“ nicht verfügbar. Auf der Hotelterrasse tranken wir noch etwas, leider blieb uns zum High Tea keine Zeit mehr, denn um 15:30 wurden wir zur Sunset Cruise auf dem Sambesi River abgeholt. Die Tour wollten wir eigentlich gar nicht machen, aber sie war im Preis mit drin, ebenso wie Getränke und Snacks. „Drink as much as you can“ war der Ratschlag bei der Buchung, so so. Manche Gäste nahmen den Ausspruch auch wirklich wörtlich und hielten sich gut ran. Wir schipperten auf dem Fluss mit einem schönen Ausblick auf die Gischtfontänen der Wasserfälle. Einen Elefanten konnten wir beobachten und Krokodile. Der Sonnenuntergang war wirklich wunderschön. Ein Löwe brüllte - der war allerdings nicht freilebend, wie wir erfuhren. Im Hotel gab es dann noch ein überraschend gutes Abendessen mit einem Glas Wein dazu.
13. Tag
07.05.09
Gefahrene km: 0
Lodge:
The Garden Lodge
Der Wecker klingelte früh, die Elefantentour wartete auf uns. Ralf hatte heute Geburtstag und wurde von mir mit einem kleinen Präsent und einer Kerze überrascht. Für einen frühen Kaffee auf der Terrasse und einen wunderschönen Blick auf die Gischt der Fälle mit der dahinter aufgehenden Sonne, reichte die Zeit gerade noch, bis uns der Fahrer um 06:45 Uhr abholte. Im Ort wurden wir umgeladen auf ein offenes Safarifahrzeug und die Fahrt ging durch das morgendlich geschäftige Umgebung von Vic Falls in ein privates Game Reserve. Nach einem Kaffee und einigen erklärenden Worten durften wir dann endlich auf unseren Elefanten „Lundi“, eine 29jährige Elefantendame. Samuel unser Guide saß vor uns und los ging die Tour mit noch einem weiteren Eli durch den Busch. Gar kein so schlechtes Gefühl mit so einem grauen Riesen durch den Busch zu wandern. Da das Gebiet die Big Five beheimatet, wurden wir noch von einem weitern Guide, der bewaffnet war, begleitet. Wir erfuhren allerlei über die Natur, natürlich die Elefanten und sahen auch einige Tiere wie Giraffen, Zebras, Kudus und Wasserböcke. Nach einer Stunde war es dann vorbei und wir durften Lundi füttern und streicheln, das war wirklich toll, die Leckerlis wurden wie mit einem Staubsauger von ihrem Rüssel aufgesaugt. Wir hatten jedenfalls viel Spaß. Im Anschluss bekamen wir noch ein ordentliches Frühstück, was auch sehr willkommen war, denn wir hatten ja noch nichts gehabt. Dann ging es weiter zum Heliport, denn die Fälle wollten wir doch auch noch gerne von oben sehen. 12 Minuten dauerte der Rundflug und es war wirklich beeindruckend und ich durfte vorne neben dem Piloten sitzen, das war natürlich noch besser. Zurück im Hotel nahmen wir dann noch ein kleines Mittagessen auf der Terrasse ein. Hier kann man wirklich schön entspannt sitzen. Ein kleiner Bummel über den Holzmarkt durfte natürlich auch nicht fehlen, aber die Verkäufer nervten uns schon nach kurzer Zeit, sodass wir bald wieder in das Hotel zurückkehrten. Um 16:00 Uhr wurden wir wieder abgeholt und nach Kasane in die Garden Lodge gebracht. Hier fühlen wir uns nun wirklich wohl, nette Gäste, nette Gastgeber und wir verlebten einen sehr schönen Abend. Ronny hatte für Ralf extra einen Geburtstagskuchen gebacken, was gar nicht so einfach war mangels Backform und den Zutaten, die er sich vorgestellt hatte – aber mit Improvisation geht in Afrika so manches.
14. Tag
08.05.09
Gefahrene km: 0
Lodge:
The Garden Lodge
Der letzte Tag in Kasane war angebrochen und wir hatten beschlossen, bis heute Nachmittag nichts zu tun – nur relaxen war angesagt. Wir haben ausgeschlafen, gemütlich mit Kristin gefrühstückt, gelesen und mal wieder das Tagebuch vervollständigt. Am Nachmittag bevor die Bootstour losging, gab es im Garten noch Kaffee und Kuchen. Dann ging es aufs Wasser, mit der Hoffnung viele Elefanten und Hippos zu sehen. Die Hoffnung wurde im Überfluss erfüllt – wir sahen jede Menge Elefanten am Fluss beim Trinken, Baden und im Schlamm suhlen. Auch die Hippos bekam wir zahlreich zu Gesicht, ebenso Krokodile, Warane, Kudus und von den Vögeln waren Kingfischer, Fischadler und Bienenfresser zahlreich vertreten. Zum Sundowner gab es ein Bier und dann wurde es schon wieder Zeit zurück zu düsen. Zum Abendessen gab es heute Kudu mit Gemüse und Süßkartoffeln und natürlich etwas Wein dazu. Wir saßen noch lange mit den anderen Gästen zusammen und unterhielten uns. Nur das Haushippo kam nicht zu Besuch.
15. Tag
09.05.09
Gefahrene km: 276
Camping:
Camp Kwando
Heute hieß es Abschied nehmen von der Garden Lodge – ein bisschen traurig waren wir schon, aber irgendwann musste es ja wieder weitergehen. Wir packten unsere Siebensachen wieder ein, bekamen noch ein Abschiedsfoto und sagten dann Good-bye. Im Ort stockten wir unsere Vorräte auf und verließen Botswana via Ngoma Bridge. Wiedermal ein Formular ausfüllen, Stempel in den Pass und wir waren wieder in Namibia. Auch hier durften wir vor der Einreise unsere Schuhe desinfizieren, allerdings nur die, die wir anhatten. Etwas später kam dann eine Straßensperre, hier wurden dann die Reifen vom Auto besprüht – ob das alles wirklich hilft? Kurz darauf, gleich nach dem Elefantenhinweisschild kamen tatsächlich einige Dickhäuter aus dem Gebüsch und überquerten die Straße. Wir befanden uns nun im sogenannten Caprivi-Strip, den Bewohnern dieser Region hatte das Hochwasser dieses Jahr arg zugesetzt – ab und an sahen wir kleine Zeltstädte von verschiedenen Hilfsorganisationen. Auf schnurgerader Strecke passierten wir traditionelle, kleine Orte und auch das Vieh war wieder öfter auf der Straße anzutreffen. Wir erreichten Katima Mulilo, hier waren wir echt überrascht wie viele Geschäfte und Banken es hier gab – das Versorgungszentrum des östlichen Caprivis. Wir frischten die Barvorräte auf und erstanden im Supermarkt noch Bier. Wir sahen uns dann noch auf dem Markt um, das war sehr interessant, es gab vom Trockenfisch bis zum Tabak alles mögliche. Weiße waren hier gar nicht anzutreffen. Im Craft Center erstanden wir zu wirklich sehr günstigen Preisen noch einige Mitbringsel. Weiter ging die Fahrt zum Camp Kwando, am gleichnamigen Fluss gelegen – zwei Nächte wollten wir hier auf dem Campingplatz verbringen. Am Straßenrand versorgten wir uns noch mit Feuerholz, damit die restlichen Campingabende nicht dunkel bleiben müssen. Das Camp ist schön am Fluss gelegen, mit einigen Häuschen direkt am Ufer und einer schönen schattigen Wiese zum Campen. Wir mussten leider feststellen, das unser Kühlschrank seinen Dienst versagt hatte. Letztes Jahr hatten wir das ja auch schon, nur dieses mal war die Sicherung der zweiten Batterie durchgebrannt. Im Camp war leider keine solche Sicherung aufzutreiben. Die nette Besitzerin telefonierte mit der nahen Namushasha Lodge, evtl. können die helfen. Da werden wir morgen vorbeifahren. Der worst case wäre allerdings, wenn wir zurück nach Katima fahren müssten, denn in der nächsten Zeit werden wir in keinen größeren Ort kommen. Abends ließen wir uns in der hübschen Lapa von einem sehr guten 3-Gänge Menü verwöhnen. Da waren wir ganz begeistert. Bald fielen wir in unser Bett. Leider übertönte der nahe Generator noch eine Weile das Klicken der Frösche.
16. Tag
10.05.09
Gefahrene km: 97
Camping:
Camp Kwando
Heute machten wir mal wieder selbst das Frühstück und genossen unseren Kaffee samt Nutellabrot im Freien. Wir fuhren dann zur Namushasha Lodge, in der Hoffnung das uns da geholfen würde. Leider war auch hier kein Ersatz für die Sicherung vorhanden, aber das Personal war sehr freundlich und hilfsbereit. Wir hatten Paulo, den Mechaniker von KEA angerufen und der Rat war, mit einem Kabel zu überbrücken. So geschah es dann auch, aber zur Nachahmung ist das eigentlich nicht zu empfehlen. Es funktionierte jedenfalls und der Kühlschrank kühlte sich im Laufe des Tages von Saunatemperatur wieder auf Normal. Wir waren heilfroh und alles was die Jungs wollten, war ein Eintrag in das Gästebuch. Das haben wir natürlich sehr gerne gemacht. Im Busch hilft man sich jedenfalls gegenseitig. Wir fuhren dann weiter in den Mudumu Park. Permits sollte es an der Rangerstation geben, die war aber nicht besetzt. Nächster Versuch war in der Lianshulu-Lodge, die ja schon mitten im Park liegt. Hier war aber kein normaler Gästebetrieb sondern eine Veranstaltung für Waisenkinder. Wir fuhren dann halt ohne Eintritt zu zahlen in den Park. Dann kamen wir doch noch an der Rangerstation Nakatwa vorbei und bezahlten. Der junge Mann war sehr nett und erklärte uns den Weg, viel Strecke gab es hier aber sowieso nicht zu befahren. Wir fuhren am Fluss entlang und sahen ein paar Zebras und Warthogs. Schöne, am Wasser gelegene Stellplätze ohne alles gab es auch. Angeblich waren hier gestern Löwen in der Nähe. Nachmittags ruhten wir uns etwas aus, bevor wir eine Bootstour auf dem Kwando machten. Gott sei Dank fuhren die zwei älteren deutschen Ehepaare, die hier auch zu Gast waren, nicht mit. Die waren so laut, das alle anderen Gäste unweigerlich die Gespräche mithörten, ob sie wollten oder nicht. Viele Vögel haben wir gesehen, vor allem die bunten Bienenfresser gaben ein schönes Fotomotiv ab. Als wir zurückkamen wurde es schon fast dunkel, deshalb gab es schnelle Küche, d.h. Spaghetti mit Soße aus der Dose, traf aber nicht so unseren Geschmack. Wir saßen noch gemütlich am Feuer bei Grillenzirpen und Froschklicken.
17. Tag
11.05.09
Gefahrene km: 254
Lodge:
Ngepi Camp
Bei bewölktem Himmel brachen wir heute morgen auf. Der restliche Caprivistreifen wollte bezwungen werden. In Kongola, bestehend aus einer einzigen Tankstelle, tankten wir noch mal auf und erweiterten meinen Halskettenbestand um zwei weitere Exemplare. Einige Elefanten sahen wir auf der ansonsten unspannenden, schnurgeraden Straße. Ab und an kam ein Auto, mal Fußgänger aber sonst gab es nichts bemerkenswertes zu sehen. Als wir uns den Popa Falls näherten, hatten wir auch die Wolken hinter uns gelassen, die Sonne schien wieder herab. Die Popa Fälle sind nichts weiter als ein paar Stromschnellen des Kavango. Wir fuhren zum Restcamp und zahlten 40 Nam$ Eintritt. Der Campingplatz und die sanitären Einrichtungen waren in sehr gutem Zustand und idyllisch am Fluss gelegen, hier hätten wir auch schön übernachten können. Wir machten einen kleinen Spaziergang am Wasser entlang und fuhren danach weiter zum Ngepi Camp. Nach 4 km Rüttelpiste waren wir dann angekommen und bezogen Baumhaus Nr. 8. Schön am Fluss gelegen war unser Häuschen, das mit Blick zum Wasser offen war und eine Dusche im Freien hatte. Ganz nach meinem Geschmack, ich war begeistert. Ich nutzte gleich mal die Hängematte und genoss die Stille, ab und zu hörte ich mal ein Nilpferd brummen, aber das war es auch schon – es war herrlich ruhig. Hinsichtlich der Nutzung der Außendusche, fragte ich mich, ob hier wohl Boote auf dem Fluss vorbeikommen? Es kamen aber keine und draußen Duschen finde ich toll. Abendessen ist hier ein bisschen wie in der Kantine – am Tresen bekamen wir unsere Portion auf den Teller. Aber geschmacklich konnten wir nicht meckern und ließen uns Fleisch, Gemüse und Kartoffeln schmecken – Nachtisch gab es auch. Wir saßen dann noch in der Bar und hörten der langsamen Musik von Jack Johnson zu bis sich noch ein Südafrikaner dazusetzte. Mit der Taschenlampe bewaffnet kehrten wir zu unserem Baumhaus zurück. Und kaum lagen wir im Bett, fing es unter uns an zu rascheln und zu rupfen. Ralf leuchtete mal ins Wasser, aber das was da war, wartete bis er wieder im Bett war und raschelte noch ein bisschen weiter. Plötzlich hörten wir ein leises Getrappel unsere Rampe hinauf kommen, wir waren echt erschrocken - was wird denn jetzt passieren? Aber es war nur der Hund, der um die Ecke sah – wahrscheinlich liegt er sonst nachts in diesem Bett :-)
18. Tag
12.05.09
Gefahrene km: 120
Camping:
Tsodilo Hills
Von der aufgehenden Sonne wurden wir heute geweckt, das war mal ganz etwas anderes in so einem halboffenen Haus zu schlafen. Nur das Bett war vielleicht etwas schmal für uns zwei. Wir ließen uns dann noch das Frühstück schmecken, denn Toast und Eier waren im Zimmerpreis enthalten. Dann holperten wir wieder zurück zur Hauptstraße – kurz danach wird die Straße dann zur Pad und führt durch den Mahango Park. Bei Transit mussten wir nicht bezahlen, nur unsere Daten in ein Buch eintragen. Hier sahen wir heute zum ersten Mals Gnus in unserem Urlaub. Dann passierten wir die Grenze nach Botswana – wieder einmal. Und wie immer war alles problemlos, eine Kühlschrankkontrolle mussten wir auch noch überstehen – aber keine Beanstandung. Bevor wir zu den Tsodilo Hill abbogen, kam schon wieder eine Vet-Kontrolle, wir wurden aber durchgewunken. Dann bogen wir in die lt. Reiseführer mittlere und beste der drei Zufahrtswege zu den Hills ein. 40 km waren noch zurückzulegen, durchschütteln inklusive. Eintritt kostete es keinen und auch für die Übernachtung wurde nichts verlangt. Drei Sanfrauen verkauften ihren Schmuck am Eingang, da konnte ich natürlich nicht wiederstehen und zu sehr günstigen Preisen wechselten mal wieder zwei Ketten den Besitzer. Wir suchten uns einen Stellplatz für die Nacht aus, der war heute ohne alles, aber dafür sehr schön gelegen. Wir machten etwas Brotzeit in Gesellschaft von zwei Eseln. Am Nachmittag wollten wir uns die Felszeichnungen ansehen, für die diese Region berühmt geworden ist. Am Museum nahmen wir uns einen Führer, denn ohne wäre der Rhino-Trail wohl etwas schwierig zu finden. Der Weg führte erst mal steil bergan über Stock und Stein. Wir kamen ganz schön aus der Puste, bis wir den Hügel erklommen hatten. Die Führung dauerte 2 Stunden und wir bekamen Felszeichnungen von Giraffen, Rhinos, Elands und so „berühmte“ Darstellungen wie die tanzenden Penisse zu sehen. Wir liefen auf dem Female-Hill, der mit den meisten dieser über 3000 Jahre alten San-Zeichnungen gesegnet ist. Unser Guide hatte sichtlich Angst vor Schlangen, vor allem weil in den vergangenen Tagen immer wieder „Black Mambas“ gesehen wurden, die als eine der gefährlichsten Schlangen Afrikas gilt. Er zuckte jedenfalls schon beim geringsten Geräusch zusammen. Und tatsächlich sahen wir ein Exemplar im Gebüsch hängen, die wäre uns niemals aufgefallen. Sie gab ein gutes Fotomotiv ab wie sie so ihr Maul aufsperrte. Vielleicht wollte sie uns warnen, unser Guide jedenfalls hielt schon einen sehr großen Abstand. Die Tour hatte uns gut gefallen und wer in der Gegend ist, sollte mal vorbeischauen. Und der Preis für die Tour ist mit 50 Pula auch nicht die Welt. Wieder auf unserer Campsite zündeten wir ein Feuer an, für unsere neu entdeckte Lieblingsspeise – die Käsegriller. Ein starker Wind kam auf und fachte unser Feuer kräftig an und wir wurden gleich mit geräuchert.
19. Tag
13.05.09
Gefahrene km: 432
Camping:
El Fari Campsite
Heute war ein Fahrtag eingeplant – so langsam kommen wir wieder an unser Urlaubsende auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen. Leider waren die Sanfrauen heute morgen noch nicht am Tor, sonst hätten wir noch mal ins Geschäft kommen können. Wir ruckelten die 40 km wieder zurück bis zur Hauptstraße vor, wobei es mir heute nicht so schlimm vorkam wie gestern. Viel Gegend, immer wieder mal Rinder und Esel am Wegesrand, ab und zu eine Ortschaft, mehr haben wir heute nicht gesehen. Durch Etsha 6 fuhren wir kurz durch – so ein typisches Palisadendorf der hier ansässigen Hambukushus, aber die Straße dorthin ist so gut wie nicht mehr vorhanden – so das selbst das kurze Stück zu einer Tortur wurde. Am Straßenrand lag ein toter Esel von dem sich gerade ein Hund bediente, ein grässlicher Anblick. Eine aufstrebende, nette Siedlung ist auch Gumare, wo wir auftankten. Nur die Hinweise auf die Baskets, die hier in der Region hergestellt werden, vermissten wir. Heute passierten wir zwei Vet-Kontrollen, eine in Ikoga und dann wieder in Kuke. Während wir bei der ersten durchgewunken wurden (der Zuständige machte gerade Brotzeit) wurden wir bei der zweiten unsere Milch los – dies aber auch nur weil sie schon angebrochen war. Machte uns aber nichts aus. Der Vorgang wurde sorgsam in ein Buch eingetragen – Ordnung muss sein. Der Polizist erzählte mir das er Fan von Lukas Podolski und Ballack ist. Dann erreichten wir endlich die El Fari Campsite. Wir nahmen gleich den ersten Platz weil er nahe am Waschhaus lag – außerdem waren wir die einzigen Gäste. Noch eine kurze Bemerkung zu den sanitären Einrichtungen: die waren wirklich super gepflegt und sehr sauber. Der Besitzer, ein Rinderfarmer, versorgte uns für 10 Pula mit einem Schubkarren voll Holz, das wirklich gut brannte. Am Abend gab es Nudeln mit einer guten Sauce, die eigentlich als Tomatensuppe gedacht war, aber noch Thunfisch mit rein und schon hatten wir ein gutes Essen. Als es dunkel wurde, hallten die Rufe der Schakale durch die Nacht, das hat sich wirklich unheimlich angehört.
20. Tag
14.05.09
Gefahrene km: 217
Camping:
Kalahari Passarge Valley
Die Kalahari, auf die freute ich mich schon besonders, vor allem seit ich das Buch „Cry of the Kalahari“ gelesen hatte. Mark und Delia Owens hatten im Deception Valley des CKGR einige Jahre gelebt und geforscht. Von der El Fari Campsite waren es zur Einfahrt ca. 50 km Richtung Kuke Fence. Wir fuhren durch ein Gatter und dann 45 km immer am Zaun entlang auf einer sandigen, teils ausgefahrenen Piste mit Steinen und Ästen gespickt, teilweise sogar mal Tiefsand – eben alles was das Herz begehrt. Die letzten 10 km waren aber in gutem Zustand. Dann hatten wir das Tsau Gate erreicht und von hier aus waren dann noch mal etwa 30 km – wieder am Zaun entlang – zurückzulegen bis wir Richtung Süden abzweigen konnten. Hier war der Pistenzustand ok, aufpassen muss man allerdings auf die kleinen Buschböckchen die ab und an aus dem Busch geschossen kamen und auf Löcher in der Piste, die von den unterirdischen Bewohnern stammen und durchaus etwas größer ausfallen können. Wie wir schon geahnt hatten stand das Gras sehr hoch und Tiersichtungen waren so gut wie unmöglich. Nur in den Pans bzw. Wasserlöchern, wenn die dann in Betrieb waren, hat man eine Chance auf Tiere. Am Motopi Wasserloch waren einige Oryxantilopen und Schakale, die sich aber schnell entfernten als wir ankamen. Die Fahrerei durch den Busch nervte uns zunehmend. Wir hatten zwei Nächte gebucht, einmal Passarge Valley und Sunday Pan. Kilometertechnisch liegen die allerding einiges von einander entfernt und übermorgen müssten wir dann von Sunday Pan die komplette Strecke wieder bis zum Tsau Gate und dann bis zur namibischen Grenze zurücklegen, aber das wäre gelinde gesagt ein Alptraum und eigentlich auch nicht machbar – da waren wir wohl etwas zu optimistisch bei der Planung. Wir erreichten unseren Campingplatz immerhin mit Buschklo und Dusche, die aus einem Eimer mit Duschkopf bestand, das Wasser hatte man allerdings selbst mitzubringen. Wir machten Brotzeit und ruhten uns etwas aus. Gegen späten Nachmittag fuhren wir noch etwas umher, sahen aber nichts nennenswertes mehr. Zu Abend gab es Würstchen und ein schönes Lagerfeuer. Wir hatten heute keine Menschenseele bis auf den Ranger am Gate getroffen und kein einziges Auto gesehen. Auch Tierlaute waren nicht zu hören, es war still, sehr still.
21. Tag
15.05.09
Gefahrene km: 340
Camping:
El Fari Campsite
Wir standen noch vor Sonnenaufgang auf. Mittlerweile waren wir entschlossen, heute die zweite Nacht nicht in der Sunday Pan zu verbringen sondern zurückzufahren bis Motopi oder wieder zu El Fari. Das nahe Passarge Pan eingezeichnete Wasserloch war vertrocknet, das hatten wir gestern schon gesehen. Die Tau Pan allerdings war sehr schön, viele Oryx standen in der weiten Ebene verstreut, ein schönes Bild in der Morgensonne. Sollten wir jemals wieder herkommen, möchten wir hier übernachten. Die Sunday Pan erreichten wir über die Cutline Piste, die im Reiseführer als sehr sandig beschrieben wird. Sand ja, aber zum großen Teil gut zu befahren bis auf Wellblech an den Hängen – hier muss man etwas langsamer fahren. Auf einer Campsite in der Pan legten wir eine Pause ein. Auch hier viele Oryx und einige Springböcke. Wir nahmen den gleichen Weg zurück, wobei die Strecke ab dem Abzweig zur Tau Pan eine einzige Zumutung war, 18 km fast nur Wellblech, echt übel. Ein paar Kuhantilopen sahen wir noch und kurz vor dem Motopi Wasserloch schreckten wir eine große Giraffenfamilie hoch – auch am Wasserloch standen zwei, aber trinken wollten sie nicht. Die Campingplätze von Motopi sind sehr wohl angeschrieben, aber es führte kein Weg dorthin, da war nur hohes Gras. Na dann nicht, somit war klar, das wir heute wieder bei El Fari übernachten werden. Wie wir dann vom Ranger erfuhren, gibt es die Plätze sehr wohl nur der Weg ist halt gerade nicht gegradet. Dieser Zustand schien uns aber schon etwas länger anzudauern. Auch seine Frage, ob am Wasserloch Motopi Wasser drin ist, warf bei uns schon die Frage auf, ob die Jungs hier eine Ahnung vom Park haben oder ob sie den ganzen Tag nur telefonierten. Heilfroh waren wir am späten Nachmittag, das wir wieder auf El Fari waren, Der Besitzer heizte gleich den Ofen für eine heiße Dusche an. Zu Abend gab es nur Dosenfutter, welches aber nicht so besonders schmeckte, auch Bier und Savannah Dry waren aufgebraucht.
22. Tag
16.05.09
Gefahrene km: 315
Lodge:
Kalahari Bush Breaks
Heute morgen blieben wir ein bisschen länger liegen, frühstückten gemütlich und packten schon mal unsere Siebensachen zusammen. Wir hatten zwar für heute in Kalahari Bush Breaks einen Campingplatz gebucht, hofften aber auf ein Zimmer. Bevor es aber richtig losging, wollte Ralf seine Offroad Qualitäten beweisen und fuhr über die betonierte Grillstelle – Gott sei Dank ist der Reifen heil geblieben. Der Besitzer sah das Ganze nicht so tragisch und war mehr um die Reifen des Autos besorgt. Das kommt wohl öfter vor, denn die Feuerstelle hatte er erst vor 2 Monaten repariert. Nach diesem kleinen Intermezzo fuhren wir bis Ganzhi und legten einen Stopp ein um zu tanken. Am Spar Markt war eine Demo - hier war echt viel los. Aber uns zog es in den San Craft Shop, ein paar Kleinigkeiten erstanden wir dort noch. An der Grenze noch ein letztes Mal diese Formulare ausfüllen und einen Stempel in den Pass bekommen von den etwas muffigen Grenzbeamten. Auch die Straßengebühr für nicht namibische Fahrzeuge von 180 Nam$ durften wir löhnen. Ein kurzer Anruf bei unserer Unterkunft bestätigte die Verfügbarkeit eines Zimmers für uns. Und auch Zuhause meldeten wir uns kurz mal wieder. Unser Zimmer in Kalahari Bush Breaks war wirklich wunderschön und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, wir waren sehr angetan. Den Nachmittag verbrachten wir mit relaxen und abends grillte der Hausherr ein leckeres Steak. Wir saßen in gemütlicher Runde und einer Flasche Wein beim Abendessen, das hervorragend schmeckte. Nach Sonnenuntergang wurde es schon arg kühl, so das wir uns am Lagerfeuer wärmten und den Geschichten des Besitzers lauschten.
23. Tag
17.05.09
Gefahrene km: 297
Lodge:
Ondekaremba
Frühstück gab es erst um 8.00 Uhr, aber wir waren schon früh wach. So lange zu schlafen, waren wir gar nicht mehr gewohnt. Wir ließen uns ein großes Omelett schmecken und düsten kurz nach halb 9 Uhr Richtung Windhoek los. Viel Verkehr war nicht auf der Strecke, nur einige Laster mussten überholt werden bis wir kurz nach halb 12 Uhr bei der KEA Vermietstation eintrafen. Am Auto war nichts weiter zu beanstanden, nur für unser verlorenes Nummernschild, das jetzt wahrscheinlich im CKGR liegt, mussten wir 110 Nam$ berappen. Anschließend wurden wir bei der Farm Ondekaremba, die nahe dem Flughafen liegt, abgeliefert. Wir wurden sehr freundlich empfangen. Es ist alles sehr deutsch hier, die Besitzer sprechen auch deutsch. Letzter Nachmittag in unserem Urlaub, bisschen Wehmut kommt auf, aber das ist ja immer so, bevor es wieder nach Hause geht. Wegen Wartungsarbeiten gab es keinen Strom bis abends kurz vor dem Essen. Als die Sonne weg war, wurde es wirklich kalt, ich saß da mit T-Shirt und zwei Jacken. Der Chef des Hauses heizte den Kamin ein und die Gäste trafen sich zu einer netten Runde um den Sundowner einzunehmen. Die Sonne war aber schon längst untergegangen. Beim Abendessen, bestehend aus Warzenschwein mit Gemüse und Reis, mussten wir feststellen, das unsere Tischnachbarn aus der gleichen Stadt wie wir stammen – die Welt ist doch ein Dorf.
24. Tag
18.05.09
Windhoek-München
Da der Transport zum Flughafen schon um 05.30 Uhr losging, gab es das Frühstück schon am Vorabend auf das Zimmer. Aber so früh morgens hatte keiner von uns Hunger, so dass ich uns ein paar Brote einpackte, die gab es dann am Flughafen. Heute Nacht war es bitter kalt, sogar die Autoscheiben waren gefroren. Zum Flughafen war es wirklich nicht weit, daher ist Ondekaremba wirklich prima für die letzte Nacht. Kurz nach 8.00 Uhr hoben wir Richtung München ab und um 18.45 Uhr hatte uns Deutschland wieder.
Fazit:
Es war wirklich eine tolle Reise. Auch wenn wir nicht alles wie geplant sehen bzw. fahren konnten. Aber das gehört nun mal zu einem Urlaub in Afrika dazu. Wunderschöne Landschaften, nette Leute, die Weite und die Stille des Landes und nicht zu vergessen die zahlreichen Tiere machen das südliche Afrika, und vielleicht auch speziell Botswana, so liebenswert. Das südliche Afrika hat für uns einen hohen Suchtfaktor.
Wir kommen wieder. Ganz sicher