Reisebericht Namibia 2008


1. Tag
28./29.03.08

Gefahrene km: 284
Zelt: Kalahari Anib Lodge

Nach dem Urlaub in Südafrika 2007 hat uns das Afrikavirus befallen. Schnell war klar, das nächste Mal wollen wir nach Namibia. Nun war es endlich soweit, wir flogen mit LTU direkt nach Windhoek. Wir hatten die Plätze am Notausgang reserviert, ein kleiner Luxus vor allem für Ralf. Leider war es gelinde gesagt saukalt, auch eine Jacke plus Decke halfen da nicht mehr. Windhoeks Flughafen „International Hosea Kutako „ liegt 40 km ausserhalb der Stadt, umgeben von grünen Hügelketten und hatte so gar nichts von Internationalität. Alle Schalter wurden für uns geöffnet und so ging die Einreise rasch von statten.
Ein freundlicher Mensch von der KEA Autovermietung wartete schon auf uns. Wir waren aber noch nicht komplett, noch 2 Paare und 2 Kinder wollten mit. Nach längerer Wartezeit bedingt durch Geldwechsel ging es endlich los. Ralf durfte ein Kundenauto zurückfahren und bekam gleich Übung im linksfahren. Unser gemieteter Nissan 4x4 war noch nicht fertig, so beschlossen wir zuerst zum Supermarkt zu gehen. Praktischerweise lag der gleich gegenüber der Mietstation. Man spricht Deutsch war hier die Devise zumindest bei der Kundschaft, fast glaubten wir in der Heimat zu sein. Als vom Kudufleisch bis zum Holz alles eingeladen war schoben wir unsere Vorräte rüber zur Vermietstation. Es stellte sich heraus, dass wir ein Doublecab statt des gebuchten Kingcab bekommen würden.
Mittlerweile waren noch Reparaturen erledigt worden, jetzt wurde die Karre erstmal gewaschen. Ruhig bleiben, wir sind in Afrika. Es zog sich in die Länge, eigentlich wollten wir gegen Mittag vom Hof sein. Nach einer gründlichen Einweisung fuhren wir um 15.00 Uhr endlich los. Kleine Kritik am Rande: Professionell ist was anderes, wenn es nur wir gewesen wären, aber die zwei anderen Paare kamen auch sehr spät weg weil noch das ein oder andere zu richten war.
Nun gut, wir waren unterwegs zu unserem ersten Ziel, die Kalahari Anib Lodge. Zu unserem Entsetzen funktionierte auch der CD Spieler nicht, aber wir wollten nicht noch einmal zurück. Relativ unspannende 250 km legten wir zurück als wir kurz vorm Ziel ein Wasserloch passierten an dem sich einige Oryxantilopen aufhielten. Das Wetter war schön und angenehme Temperaturen herrschten auch. Aufgrund der ausgiebigen Regenfälle bisher war die ansonsten karge Landschaft sehr grün.
In der Lodge wurden wir sehr freundlich, mit einem Drink, empfangen. Wir machten einen kleinen Rundgang und belegten dann die Campsite No. 1. Das Dachzelt war gleich aufgeklappt und nach einer wohlverdienten Dusche gingen wir bewaffnet mit unseren Stirnlampen zum Abendessen. Bei Kerzenschein im Freien liessen wir uns ein sehr gutes 4-Gänge Menü mit einem Fläschchen Wein schmecken. Das Menü wurde in Englisch, Deutsch und Nama vorgestellt wobei die hauptsächlich deutschen Gäste von den Klicklauten des afrikanischen Dialektes fasziniert waren, uns erging es ähnlich. Wir gingen unter einem tollen Sternenhimmel zurück zu unserem Stellplatz und verschwanden auch sehr bald im Zelt.

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2. Tag
30.03.08

Gefahrene km: 319
Hotel: Mesosaurus Chalet

Die erste Nacht fiel sehr kurz aus, denn wir wollten gerne die Morgenfahrt durchs Gelände mitmachen, nachdem wir gestern schon die Sundowner-Tour wegen unserer verspäteten Ankunft verpasst haben. Kaum waren wir um 05.30 Uhr aus unserem Zelt gekrabbelt, kam ein Wind auf und es fielen ab und an ein paar Tropfen. Na das kann ja heiter werden. Da wir nun schon auf waren, gingen wir in die Lodge auf einen Kaffee. Der Fahrer schien nicht so begeistert und machte die Fahrt davon abhängig ob die Gäste wollten. Es wurde immer windiger und es war komplett bewölkt so das die Chancen auf einen Sonnenaufgang gleich Null waren. Wir verzichteten. Wir sassen noch ein Weilchen und beobachteten das Treiben einer Busgruppe beim Frühstück. Mittlerweile hat es angefangen zu regnen, bis wir an unserem Platz angelangt waren, schüttete es wie aus Eimern. Nichts war es mit Zeltabbau und noch etwas ein- und umräumen. Wir standen an dem einzigen trockenen Ort – vor der WC-Tür. Es dauerte eine ganze Weile bis wir eine Regenpause nutzen konnten um das Bettzeug auszuräumen, dann mussten wir wieder warten um das Zelt einzuklappen. Danach gingen wir noch zum Frühstücksbuffet bevor wir unsere nächste Tagesetappe in Angriff nahmen. Leider liess uns der Wettergott komplett im Stich und die langweiligen Kilometer bis zum Abzweig zum Köcherbaumwald wurden noch öder. Die Schauer verfolgten uns auf dem ganzen Weg, auf dem sich auch nichts Sehenswertes befand. Das Schlussstück legten wir auf ungeteerter Strasse der sogenannten Pad zurück. Wir fuhren vorbei am offiziellen „Quivertree Forest“ und gelangten dann zum Mesosaurus Park & Camp. Wir fragten nach einem Häuschen für die Nacht und bekamen auch eines. Der Hausherr hatte wohl nicht mit Besuch gerechnet und musste erst noch die Betten beziehen. Wir hatten uns gegen das Zelt wegen der unsicheren Wetterlage entschieden.
Bis unser „Chalet“ bezugsfertig war, fuhren wir derweil zu den Köcherbäumen und nutzten die regenfreie Zeit fürs Fotografieren. Bei Sonnenschein wäre es natürlich schöner gewesen. Wir fanden einen idyllisch gelegenen Campingplatz unter Bäumen mit riesigen Webervogelnestern vor, sehr schön - vielleicht beim nächsten Mal. Wir beobachteten die Tierchen bei ihrem Nestbau, es ist schon erstaunlich wie das alles beisammen hält. Vor unserem Haus haben wir einen schönen Grillplatz den wir heute Abend, hoffentlich regenfrei, ausprobieren wollen. Nach einer kleinen Brotzeit ist nun Siesta angesagt und ich nutze die Zeit, während Ralf mir etwas vorschnarcht, für die ersten Zeilen unseres Reiseberichtes. Wider Erwarten erlebten wir noch einen superschönen Sonnenuntergang im Köcherbaumwald. Danach kamen Kudu und Oryx auf den Grill bzw. in die Pfanne, denn der Grillmeister hatte leichte Probleme mit dem Holz. Geschmeckt hat es trotzdem. Lange hielten wir es nicht aus und gingen bald zu Bett.
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3. Tag
31.03.08

Gefahrene km: 254
Zelt: Canon Roadhouse

Es war kühl und windig heute morgen, da nahmen wir unser Frühstück lieber im Zimmer ein. Nach dem Abspülen und Packen bezahlten wir bei dem netten Besitzer unseren Obolus. Er erzählte uns von einem Tiefdruckgebiet das den Süden erreicht hätte, hoffentlich heisst das nichts schlechtes für uns. In Keetmanshop kauften wir im Supermarkt noch einige Kleinigkeiten ein. Unsere zwei kleinen „Parkplatzwächter“ hatten ganz konkrete Wünsche wie ihre Entlohnung auszusehen hätte – 2 Grape Fanta und 10 Bucks. Eigentlich zu viel, aber sie bekamen es trotzdem. Im Anschluss tankten wir den Wagen auf und fuhren weiter zum Naute Dam, dem zweitgrössten Damm Namibias. Mittlerweile schien die Sonne kräftig vom Himmel und uns wurde endlich richtig warm. Hier oben war es sehr ruhig und einsam. Nach einer kurzen Pause fuhren wir die Staubstrasse bis zum heutigen Tagesziel dem Canon Roadhouse am Fish River Canyon. Unterwegs begegneten uns nur Strausse, Zebras und Springböcke. Wir nahmen unseren Stellplatz für die heutige Nacht in Augenschein und fuhren dann weiter zum Canyon. Nach einigen km mussten wir Eintritt bezahlen.
Der Fish River Canyon ist so etwas wie eine Miniaturausgabe des Grand Canyon in USA, sehr schön anzuschauen. Wir klapperten einige Aussichtspunkte ab und kehrten dann zu unserem Campingplatz zurück. Wir bauten das Zelt auf, gingen duschen und erwehrten uns allerlei Krabbelzeugs sogar eine kleine Schlange sprang erschrocken weg als wir ihr zu nahe kamen. Wir hatten uns schon vorher gegen das Grillen und für einen Platz im Restaurant entschieden. Wir verspeisten Springbock und Oryx in grosszügigen Mengen, es hat uns sehr gut geschmeckt. In der Bar gab es dann noch einen Amarula zum Abschluss des Tages und eine sehr nette Unterhaltung mit den Angestellten.
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4. Tag
01.04.08

Gefahrene km: 275
Lodge: Klein Aus Vista (Eagles Nest)

Leider war die Nach mehr als bescheiden, mein superempfindlicher Magen meldete sich mal wieder und machte mir das Leben nicht gerade leicht. Frühstück fiel erst mal aus, bis auf einen Tee im Roadhouse. Kaum waren wir unterwegs, sahen wir einen Waran über die Strasse laufen, Ralf konnte ihn gerade noch ablichten bevor er im Gebüsch verschwand. Wir fuhren die C12 zurück bis wir in Seeheim wieder auf eine Teerstrasse stiessen. Leider war dies auch der Weg geradewegs in das schlechte Wetter hinein, das wir schon von weitem gesehen hatten. In Anbetracht meines nicht so guten Zustandes und des drohenden Regenwetters hofften wir darauf in Klein-Aus Vista ein festes Dach über dem Kopf zu bekommen. Eigentlich haben wir dort zwei Zeltnächte gebucht.
Wir hatten Glück und bekamen erst mal für eine Nacht ein Felsenhäuschen im Eagles Nest. Preislich war das natürlich mit einem Campingplatz nicht zu vergleichen, aber egal. Das „Nest“ liegt 8 km von der Farm entfernt. An einer Granitwand stehen verteilt 8 kleine Häuser, wir bekamen „The Wall“. Sehr rustikal mit Kamin und kleiner Küchenzeile – wirklich urig, wir waren ganz angetan. Ich freute mich auf ein Bett und Ralf versuchte derweil unseren CD Spieler im Auto in Gang zu bekommen. Dann zog ein Gewitter auf und es regnete und stürmte ein paar Stunden lang ordentlich. Man, was waren wir froh nicht im Zelt zu sein. Abendessen fiel aus, zumindest für mich und Ralf machte sich eine Dose Ravioli warm. Gut das wir immer etwas Dosenfutter für alle Fälle dabeihaben. Mittlerweile hat sich das Wetter gelegt und einer der Angestellten kam um nach uns zu sehen, netter Service. Wir sassen da aber ganz gemütlich bei Kerzenschein und sparsamer 12 Volt Beleuchtung. Die Strasse hat es wohl an einigen Stellen etwas weggespült, aber das werden wir morgen sehen, wenn wir zum Frühstück fahren.
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5. Tag
02.04.08

Gefahrene km: 298
Restcamp: Klein Aus Vista (Eagles Nest)

In der Stille hatten wir sehr gut geschlafen. Die Sonne zeigte sich auch und dieser Tag versprach auf alle Fälle ein schöner zu werden. Endlich konnten wir auch mal die schöne Aussicht von unserem Zimmer geniessen. Wir fuhren in die Lodge zum Frühstück, die Strasse war gut befahrbar bis auf ein paar Wasserlöcher. Wir bekamen unser Haus auch noch für die nächste Nacht, es hat uns einfach zu gut gefallen. Unsere heutige Tour startete zuerst mit einem Abstecher zu den Namib-Wildpferden in Garub. Die Herkunft der Tiere ist nicht genau erforscht, vermutet wird, das sie Nachfahren von Schutztruppenpferden aus dem 1. Weltkrieg sind. Wir waren da, aber die Pferde nicht. Aber wir kommen heute Nachmittag wieder zurück und versuchen es noch einmal. Die Landschaft wurde nun wüst und öde, wir näherten uns der Geisterstadt Kolmanskuppe. Hier wurden 1908 Diamanten entdeckt und mit viel Geld und guten Handwerkern wurde das Örtchen erbaut. Nach dem Diamantenfieber verfiel der Ort und heute werden einige Häuser wieder hergerichtet, wie z.B. das Casino. Viele schöne Fotomotive warteten auf Ralf mit den immer weiterwachsenden Sanddünen in den Häusern. Es war unglaublich warm hier, kein Vergleich zu gestern. Nach einer kurzen Pause fuhren wir weiter nach Lüderitz. Viel gibt es hier nicht zu sehen. Nach einem kurzen Spaziergang am Hafen, Auffrischung der Bargeldvorräte besichtigten wir dann noch die Felsenkirche.
Bevor wir uns dann wieder auf den Rückweg machen wollten, fiel Ralf auf, dass der rechte Hinterreifen innen total abgefahren war. Wir suchten eine Werkstatt auf und liessen einen neuen aufziehen. Entweder ist uns das bei der Abfahrt nicht aufgefallen oder der Sturz ist verstellt, was aber angeblich vorher schon behoben worden ist, müssen wir mal beobachten. Auf dem „Heimweg“ hielten wir noch einmal an der Wasserstelle der Wildpferde. Nun konnten wir sie sehen, allerdings nur mit dem Fernglas. Abends sassen wir auf einem Felsen und genossen den Sonnenuntergang bevor wir zum Abendessen fuhren. Ein ganzer Reisebus war angekommen und Gott sei Dank hatten wir einen Tisch etwas abseits. Viel konnte ich immer noch nicht essen, aber der Appetit kam langsam wieder. Später sassen wir noch draussen und bewunderten den schönen Sternenhimmel.
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6. Tag
03.04.08

Gefahrene km: 164
Zelt: Koiimasis

Wieder hatten wir eine gute Nacht gehabt, in unserem „Nest“. Nun mussten wir aber endgültig zusammenpacken, denn heute ging es weiter zur Farm Koiimasis. Zuerst frühstückten wir in aller Ruhe und um 10.00 Uhr verliessen wir diesen wirklich schönen Flecken Erde. In Aus tankten wir noch mal voll bevor wir auf die C13 und anschliessend auf die landschaftlich sehr schöne D707, die an den Tirasbergen entlang führt, bogen. Wir fuhren durch menschenleere Gegend, kaum Autos, nur Natur – einfach faszinierend. Wir versuchten eine Oryxantilope zu fotografieren. Die Tiere sind aber so scheu, dass Ralf einige Versuche benötigte bis ihm ein Foto gelang.
Nach einigen Fotostopps kamen wir zum Abzweig der Farm. Von hier an waren noch mal 20 km zurückzulegen. Die Dame des Hauses empfing uns freundlich, wir kauften bei ihr auch gleich noch Steaks für unser heutiges Abendessen ein. Wir bekamen die schöne Campsite Nummer 1 mit Grillgelegenheit. Wir machten eine Ruhepause, bis wir dann am späten Nachmittag das Gelände erkundeten. Besonders hatten es uns die Strausse angetan, von denen wenigstens einer Modell stand. Auch die Erdmännchen waren willkommene Fotomotive. Als wir auf dem Rückweg waren, trafen wir noch Uschi und Karl-Heinz aus dem Namibia-Forum. Abends schmissen wir den Grill an für das Oryx Filet , das wir uns mit einem Glas Wein schmecken liessen. Nicht allzu spät verschwanden wir in unserem Zelt.
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7. Tag
04.04.08

Gefahrene km: 241
Lodge: Sossusvlei Lodge

Wieder bei schönem Wetter und nach einer guten Nacht im Zelt, starteten wir in einen neuen Tag. Bis wir gefrühstückt, abgespült und das Zelt zusammengeklappt hatten, war es fast 10:00 Uhr – Zeit, endlich loszukommen. Ziel war heute die Sossusvlei Lodge in Sesriem, die wir bereits über das Reisebüro gebucht hatten. 3 für 2 zu zahlende Nächte, das Angebot mussten wir einfach annehmen. Die „Pad“ führte uns durch die Berge, wiederum begegneten uns kaum Autos und menschliche Ansiedlungen gab es genau gesagt nur eine einzige. Wir fuhren genau in eine dicke Regenwolke die in den Bergen hing. Es fing heftig an zu regnen, die Folge davon war, das das Wasser nur so über die Strasse schoss und deren ohnehin nicht so guter Zustand wurde davon nicht grade besser. Es war jedenfalls sehr abenteuerlich durch die gerade entstandenen Flüsschen zu fahren. Aber mit unserem Auto war das alles kein Problem.
Springböcke standen entlang der Strasse und auch einige Zebras standen im Gras. Langsam näherten wir uns der Lodge, nur noch eine weggespülte Passage mussten wir bewältigen. Wir wurden sehr freundlich mit einem Drink empfangen und bekamen ein „Zelt“ in Aussenposition mit Blick in die Natur. Es waren sehr viele Wolken am Himmel aber es regnete nicht mehr und so konnten wir es uns bei einem Rock Shandy gut gehen lassen. Abendessen gab es in Buffetform, Fleisch von allen erdenklichen Tieren wurde am Grill frisch zubereitet, sehr lecker. Da es immer wieder etwas regnete zogen wir kurzzeitig nach drinnen um, aber bald hörte es auf und wir sassen wieder draussen. Die Flasche Wein bescherte uns einen frühen Schlaf.
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8. Tag
05.04.08

Gefahrene km: 137
Lodge: Sossusvlei Lodge

Früh aufstehen, hiess es heute morgen, um 6.00 Uhr klingelte der Wecker. Wir wollten früh los um die Morgensonne in den Dünen zu geniessen. Frühstück musste erst mal ausfallen, aber wir hatten einen Frühstückskorb bestellt und staunten nicht schlecht als ein riesen Picknick-Koffer gebracht wurde. Mit dem Inhalt hätten doppelt so viele Personen versorgt werden können. Ein toller Service, der nichts extra kostete. Das Tor zum Park öffnet erst um 07:00 Uhr, da ist die Sonne schon aufgegangen. Chancen auf einen Sonnenaufgang in den Dünen hat nur der, der auf dem Campingplatz übernachtet, denn diese Gäste dürfen schon um 06.00 Uhr losfahren und können auch abends eine Stunde länger im Park bleiben. Aber wie es auch sei, wir standen kurz vor 07.00 am Tor und warteten auf Einlass. Kurz nach der Einfahrt befindet sich die Station, in der der Eintritt entrichtet werden muss, 170 Nam$ waren das für uns. Leider war die Sonne nicht ganz frei von Wolken, es war aber trotzdem schön anzusehen, wie die Dünen langsam rot wurden. Nach den ersten Fotostopps fuhren wir zu Düne 45. Eigentlich wollten wir gar nicht hochlaufen, nur ein bisschen „gucken“. Aber da wir nun schon mal unterwegs waren, gingen wir doch ganz rauf. War ein toller Anblick von oben, hat sich also gelohnt. Dann fuhren wir noch die restlichen 15 km bis zum Parkplatz für die „normalen“ Autos ohne 4x4. Hier packten wir unseren opulenten Frühstückskorb aus und stärkten uns erst einmal, bevor wie die nur für 4x4 Fahrzeuge 5 km lange Strecke ins Sossusvlei in Angriff nahmen.
Auf den ersten zwei km Piste stand eine Menge Wasser, die sich aber wie auch die drauf folgende Sandpiste gut bewältigen liess. Im Sossusvlei stand kein Wasser, wie evtl. nach den starken Regenfällen zuvor zu vermuten gewesen wäre. Wir fanden nur einige Tierknochen vor. Um die grösste Mittagshitze abzuwarten, holten wir unsere Stühle raus und setzten uns unter einen Schatten spendenden Baum mit unserem restlichen Frühstück. Dann ging es weiter zum Deadvlei. Der Parkplatz war nicht weit weg, dafür mussten wir aber 1,1 km laufen. In der Hitze war das ganz schön anstrengend. Dafür entschädigte das menschenleere Vlei mit den toten Bäumen, die wunderbare Fotomotive abgaben. Trotzdem war ich heilfroh, als wir zurück am Parkplatz waren, die Hitze hatte mir ganz schön zu schaffen gemacht. Es war mittlerweile 15.00 Uhr geworden und kein Mensch war mehr zu sehen. Wir fuhren zurück zur Lodge und über dem Naukluft Gebirge regnete es schon wieder, aber das scheint für die Jahreszeit ganz normal zu sein. Wir machten einen kleinen Umweg über die Bar, wo wir uns ein kühles Rock Shandy schmecken liessen. Abends gab es wieder gute Sachen vom Grill. Heute regnete es auch nicht und wir konnten entspannt sitzen bleiben. Da wir morgen wieder früh aufstehen wollten, gings bald ins Bett.
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9. Tag
06.04.08

Gefahrene km: 95
Lodge: Sosusvlei Lodge

Um 05.30 Uhr klingelte der Wecker. Für heute morgen hatten wir eine Ballonfahrt gebucht. Bevor wir abgeholt wurden, blieb noch Zeit für einen Kaffee an der Rezeption. Wir hatten einen guten Tag ausgesucht, kein Wölkchen war am Himmel zu sehen und es waren so viele Leute angemeldet, das wir mit 3 Ballons starten konnten. Zuerst wurden wir aber auf das Gelände der „Kulala Lodge“ gebracht, ungefähr 45 min. Fahrtzeit. Die Ballons waren nach kurzer Zeit startklar und wir konnten einsteigen. Für uns war es das erste Mal und bei mir kam kurzzeitig ein flaues Gefühl in den Beinen auf, was sich aber gleich wieder legte. Sanft gingen wir in die Höhe, vor uns lagen die Dünen in der aufgehenden Sonne, einfach schön. Wir waren mit dem kleinsten Ballon (8 Personen) unterwegs. Unwahrscheinlich heiss ist der Brenner und laut, aber sonst ist es ein ganz tolles Gefühl so zu „fahren“. Wir haben die Stunde, wenn sie auch nicht ganz billig war, jedenfalls sehr genossen. Wir schwebten über dem Sesriem Canyon ein und nach einer „sports landing“ setzten wir punktgenau auf dem Anhänger für den Korb auf. Nun konnten wir ein wohlverdientes Sektfrühstück in der Prärie geniessen. Wir waren ja nicht allzu weit von unserer Lodge runtergegangen, daher war der Rücktransport sehr kurz.
Namibia hat von gestern auf heute auf Winterzeit umgestellt, d.h. wir haben eine Stunde dazugewonnen, leider wird es aber auch schon um 18.00 Uhr dunkel. Wir relaxten etwas am Pool, assen eine Kleinigkeit am Mittagsbuffet bevor wir uns am Nachmittag noch mal in die Dünenlandschaft begaben. Faszinierend mit welch unglaublicher „Motivation“ die Dame in dem Office das Permit für uns ausstellte. Die Dünen waren bei tieferstehender Sonne sehr schön anzusehen. An Düne 45 zeigte sich keine einzige Fussspur mehr von den Touris, die sie heute Morgen erklommen haben – der Wind hatte alles wieder geglättet. Wir sahen viele Springböcke entlang der Strasse, Familie Strauss ging mit ihrem Nachwuchs spazieren und auch ein Oryx zeigte sich. Wir mussten uns beeilen, denn zum Sonnenuntergang schliesst das Parktor. Beim Abendessen war es erstaunlich frisch und ohne Jacke war es fast ungemütlich, aber der Wein wärmte ja von innen.
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10. Tag
07.04.08

Gefahrene km: 379
B&B: Secret Garden

Endlich konnten wir heute unser Frühstück in der Lodge geniessen, das war ja in den vergangenen Tagen nicht möglich. Bevor wir uns wieder auf die Strasse begaben, musste erst noch das Auto aufgetankt werden und dann ging es los nach Swakopmund. Unterwegs waren keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen bis auf ein im Sand steckengebliebenes Fahrzeug, aber mit vereinten Kräften wurde es wieder herausgezogen. Sonst stehen oft Warnschilder, die auf den schlechten Strassenzustand hinweisen, aber hier nicht. Die meisten Reisenden trifft man dann wieder in Solitaire, dem lt. Reiseführer einzigen Diamanten in der Wüste. Bestehend aus Tankstelle und Rasthaus, nebenan gibt es noch ein Hotel, das wars dann aber auch schon. Wir legten eine Pause ein und gönnten uns ein Stück von dem vielgerühmten Apfelkuchen. Auch zu Hause meldeten wir uns wieder und vernahmen, das es dort sehr kalt wäre. Ach haben wir es gut.
Weiter ging es über den Kuisebpass und dann kam über 120 km nur noch Ödnis bis Walvis Bay. Aber auch das hatten wir irgendwann überstanden. In der Stadt fanden wir einen Nissan Händler, der für uns unser kleines Problem mit dem Autoradio löste. Länger hielten wir uns hier auch nicht auf und fuhren die letzten Kilometer nach Swakopmund. Dort gingen wir zuerst in die Tourist-Info und buchten eine Wüstentour für morgen und eine Bootstour für übermorgen. Nachdem das alles geregelt war, konnten wir im Secret Garden unser Zimmer beziehen. Für das Abendessen hatten wir einen Tisch im „The Tug“ reserviert. Das Lokal war von unserer Pension leicht zu Fuss zu erreichen. Guter Fisch und natürlich Wein rundeten den Tag ab.
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11. Tag
08.04.08

Gefahrene km: 0
Hotel: Secret Garden

Heute stand die Tour „Living Desert“ auf dem Programm. Da wir schon um 08.00 Uhr abgeholt werden sollten, durften wir auch schon um 07:30 zum Frühstück erscheinen, welches es sonst erst um 08.00 gibt. Pünktlich kam Chris unser Guide uns abholen und im Auto waren natürlich lauter Deutsche, ebenso im zweiten Fahrzeug. Wir fuhren nicht allzu weit in die Dünen und bekamen allerlei Wissenswertes über das Leben in der Wüste in netter und witziger Art und Weise vermittelt. Chris mühte sich um uns alles mögliche Getier zu zeigen wie z.B. den Palmatogecko, Chamäleons, Puffotter, Eidechsen usw. Es war eine kurzweilige Fahrt und bis wir uns versahen war es 13.00 Uhr und wir waren wieder zurück an der Pension. Es hat uns sehr viel Spass gemacht und können die Tour mit den „little Five“ nur jedem empfehlen.
Wir machten uns dann „stadtfein“ und zogen zu Fuss los um etwas das Städtchen zu erkunden. Vorbei am Cafe Anton zum Holzschnitzermarkt. Hier war nicht viel los uns als wir bei einem Händler zwei Holztiere erstanden hatten, preisten die anderen Verkäufer ihre Waren nur umso mehr an, aber wir blieben standhaft. Im Park hielten sich zwei Himbafrauen mit einem kleinen Kind auf, die wirkten hier völlig deplatziert. Im Museumscafe am Strand gönnten wir uns einen Cappuccino und nach dem Besuch einiger Curio-Shops und Safariläden wurde es Zeit wieder zurück zu laufen. Abendessen hatten wir im Kückis Pub. Fischplatte für Zwei, aber das war soviel das wir es nicht alles essen konnten. Aber der Preis im Vergleich zu gestern war sehr günstig, aber es war trotzdem eher Masse statt Klasse.
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12. Tag
09.04.08

Gefahrene km: 78
B&B: Secret Garden

Wieder waren wir früh beim Frühstück, wir mussten um 08:30 in Walvis Bay sein. Bei Catamaran Charters hatten wir eine Tour gebucht. Knapp 40 Minuten brauchten wir für die Strecke und dann ging es auch schon bald los. Erst mal kamen Seelöwen an Bord um sich den Extrafisch abzuholen, natürlich lassen sich die dann auch mal anfassen. Wir fuhren dann zu den Austern-Zuchtstationen raus und bekamen allerlei Informationen zur Pflege und Ernte der teuren Delikatessen. Weiter ging es zur Seelöwenkolonie, hier tobte das Leben, auch Delphine liessen sich blicken. Leider hing der Nebel wie festgewachsen über der See und die ausgeteilten Decken waren sehr willkommen und ein Schnaps wärmte uns von innen. Dann gab es Mittagessen, natürlich allerlei fischiges wie Austern natur und überbacken und sonstige Leckereien aus dem Meer, das Gläschen Schampus nicht zu vergessen. Hier konnten wir es gut aushalten. Auch die Pelikane wurden mit einem Fisch gelockt, ein schönes Fotomotiv. Gegen 13:00 Uhr waren wir wieder im Hafen und wir freuten uns über die Sonne, die heute ausschliesslich nur hier schien.
Wir machten auf der Rückfahrt kurz vor Swakopmund noch Halt am vor zwei Jahren gestrandeten Schiff, der Kapitän hatte damals wohl einen in der Krone. In Swakopmund war es leider wieder bewölkt. Wir besichtigten dann den alten Bahnhof, heute ein Hotel und bummelten noch etwas durch den Ort, erstanden noch einige Kleinigkeiten und dann ging es wieder zurück ins Secret Garden. Wir plauschten etwas mit dem Besitzer und spielten mit den Hunden. Abends waren wir im Grapevine, sehr schönes Ambiente und eine grosse Weinauswahl mit Verkostung, sehr nette Bedienung. Hier hat es uns sehr gut gefallen und das Essen war auch prima.
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13. Tag
10.04.08

Gefahrene km: 185
Zelt: Spitzkoppe Camp

Wir verabschiedeten uns heute von Swakopmund, hier hat es uns gut gefallen. Bevor es losging besorgten wir noch Bier- und Holznachschub für unser Camp heute Abend an der Spitzkoppe. Allzu weit war es heut nicht, ca. 170 km. Kaum hatten wir einige Kilometer zurückgelegt, schien auch wieder die Sonne und es wurde wieder sehr warm. Wir kamen heute ins Damaraland, die Leute hier leben in kleinen Ansiedlungen mit Wellblechbehausungen. Das Gebiet der Spitzkoppe ist noch kein Nationalpark aber schon geschütztes Gebiet, daher ist auch eine kleine Eintrittsgebühr zu entrichten, aber inklusive Campingplatz waren es 100,00 Nam$. Wir versuchten uns an dem etwas kryptischen Plan zu orientieren und fuhren zu Bushmans Paradise.
An einer Stahlkette zieht man sich hier ca. 150 m den Berg hinauf, da Hinweise fehlten, liefen wir noch etwas weiter und fanden eine kleine grüne Oase und unter einem Felsüberhang waren auch Malereien von frühen Bewohnern zu entdecken. Viele Wolken zogen auf und am Horizont schien es zu regnen. Etwas Schatten tat uns aber gut, da die Sonne sehr heiss runter brannte. Wir stiegen wieder ab und fuhren die verschiedenen Campsites an um unser Nachtlager auszusuchen. Alle Wege sind nicht für die Öffentlichkeit freigegeben, sondern können nur mittels Führer besucht werden. Wir fanden dann die Swakop-Campsite ideal für uns, vom Weg aus nicht einsehbar. Sogar eine Freilufttoilette war vorhanden, sonst war es eher spartanisch, aber sehr schön. Wir richteten uns häuslich ein, zündeten das Lagerfeuer an, denn um 18.00 ging die Sonne unter. Wir konnten auch hier wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang erhöht von einem Felsen beobachten. Zu Abend gab es lecker Spaghetti aus der Dose, mal wieder etwas Einfaches nach den Tagen der Völlerei.
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14. Tag
11.04.08

Gefahrene km: 253
Zelt: Camp Xaragu

Nach einer wirklich ruhigen Nacht, genossen wir unser Campingfrühstück im Freien. Bevor wir aus dem Park raus fuhren, machten wir noch ein paar Fotos und hielten dann noch in dem kleinen Laden am Eingang. Eine Halskette wechselte in meinen Besitz über. Hier hatte ich auch mal Gelegenheit meine Gummibärchen an die Kinder zu verteilen. Dann ging es wieder auf die "Pad" nach Uis. Wir waren ca. 2 Stunden unterwegs und es kam uns kein einziges Fahrzeug entgegen, ist schon faszinierend, ausser ein paar Schafen und Ziegen war nichts und niemand zu sehen. Durch die vorangegangenen Regenfälle waren immer wieder die Strassen weggespült worden und kurz vor Uis war ein langes, sandiges Flussbett zu durchqueren. Froh sind wir um unser 4x4 Gefährt, das uns gut durch solche Passagen bringt. In dem ehemaligen Bergwerksstädtchen Uis machten wir eine Kaffeepause. Wir unterhielten uns mit einem deutschen Ehepaar das sich auf einer Busrundreise befand. Wir stellten wieder mal fest, das diese Art zu reisen nicht die unsere wäre.
Am Strassenrand tauchten immer mehr Verkaufsstände mit Kunsthandwerk und anderen Sachen auf. Wir hielten bei den Hererofrauen die Ihre Tracht und die speziell geformte Kopfbedeckung trugen. Wir erstanden zwei Hereropüppchen und durften die Damen auch fotografieren. Weiter ging es durch grün gesprenkelte hügelige Landschaft dem Camp Xaragu entgegen. Twyfelfontein liessen wir erst mal links liegen, das steht morgen auf dem Programm. Im Camp wurden wir sehr freundlich empfangen und wurden zu unserem Stellplatz geleitet. An der Bar gönnten wir uns dann erst mal ein kühles Bier, es war brütend heiss. Auch hier gibt es einen kleinen Zoo, angefangen vom Hund der uns gleich adoptiert hat über Katzen, Ziegen, Pfauen, einen Affen und ein kleines Springböckchen das wirklich allerliebst war. Abendessen gab es ab 19:00 Uhr für alle Gäste gemeinsam an wirklich hübsch dekorierten Tischen in der Lapa. Es gab 3 Gänge und das Hauptgericht konnten wir uns selbst am Buffet holen.
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15. Tag
12.04.08

Gefahrene km: 70
Zelt: Camp Xaragu

Leider war die Nacht nicht ganz so ruhig wie wir es gewohnt waren, der Generator lief noch eine ganze Zeit lang und das ziemlich laut. Irgendwas schien kaputt zu sein, da gestern die ganze Zeit dran gearbeitet wurde. Wir stellten fest, das unser Kühlschrank nicht mehr kühlte, die Milch hatte schon eine feste Konsistenz angenommen. Hm, mal sehen ob sich das wieder gibt. Wir waren die letzten auf dem Platz, alle anderen sind Frühaufsteher bzw. –fahrer. Wir hatten es nicht so eilig, da wir noch eine Nacht blieben. Wir fuhren nach Twyfelfontein, das berühmt ist für seine Felsgravuren. Am Parkplatz trafen wir zwei Paare aus Bayern wieder die wir schon auf dem Bootsausflug kennengelernt hatten; sie hatten die Besichtigung schon erledigt. Die Gravuren dürfen nur mit Führung besichtigt werden. Wir buchten die 45 min. Tour zum Lionsman. Eine junge Schwarze erklärte uns an den jeweiligen Stationen das Wissenswerte über die Zeichnungen. Im Shop konnte ich bei einem Mobile nicht widerstehen, Ralf musste zahlen. Im Reiseführer hatten wir über die Twyfelfontein Country Lodge gelesen, das war ein schöner Fleck für eine Mittagspause. Unter einer riesigen Lapa gab es etwas kühles zu trinken und ein leckeres Buffet von dem wir uns etwas Salat nahmen. Hier war es sehr angenehm zu sitzen bei 33° C im Schatten.
Als wir gestärkt waren, fuhren wir noch zu den Orgelpfeifen, ein uraltes Gestein, das nun durch die Erosion abgetragen wird und eben Gebilde wie Orgelpfeifen entstehen lässt. Letzte Station war der "verbrannte Berg", der seinen Namen von der schwarzen Schlacke hat. Wieder zurück im Camp versuchte Ralf Kontakt zu KEA aufzunehmen wegen dem defekten Kühlschrank. Sie werden einen neuen bringen, war die Aussage. Na da sind wir aber mal gespannt. Den Nachmittag verbrachten wir am Pool, das Wasser sah zwar leicht trüb aus, aber es war herrlich erfrischend. Langweilig wurde es bei all dem Getier, das hier herumsprang auch nicht. Das Abendessen mit Oryx und Gemsquash (Kürbisart) war sehr gut.
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16. Tag
13.04.08

Gefahrene km: 120
Lodge: Grootberg Lodge

Die letzte Nacht war Gott sei Dank wieder ruhig. Die anderen Gäste waren alle wieder schneller als wir. Um 09:15 Uhr fuhren wir nach einem letzten Foto mit dem süssen Springböckchen los. Auf der Strasse nach Palmwag hatte der Regen ganz schöne Spuren hinterlassen, weggespülte Strassen, Umleitungen durch die Pampa, hier war wohl einiges los während der Regenzeit. Wir passierten kleine Ansiedlungen, keine davon war aber in unserer Karte verzeichnet. Viele Esel und Mulis, auch mal eine Herde Springböcke sahen wir unterwegs – ansonsten fuhren wir durch eine liebliche grünhügelige Landschaft. In der Palmwag Lodge machten wir kurz Station, alles war wie ausgestorben und zu trinken gab es auch nichts. Vorher mussten wir ein Disease Control Gatter passieren, das aber nur für die Reisenden von Norden kommend gilt – für uns also erst mal nicht. Der geschäftstüchtige Namibier am Zaun machte uns ein völlig überteuertes Angebot für zwei Makalani-Nüsse mit eingeschnitztem Namen. Ralf handelte ihn auf einen erträglicheren Preis herunter und in Null komma nix wechselten die Nüsse in unseren Besitz über. Wir hatten ja schon viel davon gehört, aber das die Jungs so fix mit dem Schnitzen sind, überraschte uns doch. Für den Support des Namibianischen Fussballteams wollten wir dann aber doch nichts geben.
Wir passierten den Grootbergpass und in dieser grüngetupften Gegend kam uns das Elefanten-Strassenschild etwas fehl am Platze vor. Normalerweise ist es hier auch nicht so grün, aber Dank der ausgiebigen Regenfälle in jüngster Vergangenheit ist alles aufgeblüht. Die Wüstenelefanten, eine spezielle Art, die sich dem Leben in der Wüste angepasst hat, gibt es hier aber tatsächlich. Wir werden morgen auf einer Tour versuchen sie zu finden. Wir nächtigen in der Grootberg-Lodge die mit einer abenteuerlichen 4x4 Auffahrt und mit noch einem atemberaubenderen Blick in das Tal aufwartet. Wir wurden sehr freundlich mit einem Begrüssungsdrink empfangen. Bevor es in unser Häuschen ging bekamen wir alles Wichtige erklärt und dann nahmen wir erst mal ein kleines Mittagessen zu uns. Die Chalets, 12 an der Zahl, sind an den Rand der Schlucht gebaut und der Blick in das Tal ist wunderschön. Nachmittags wird der "Donkey" geschürt, das ist der Ofen für die abendlich warme Dusche. Nachmittags sassen wir auf unserer Mini-Veranda und lasen, schrieben und genossen die Aussicht. Ab und zu unterbrachen die Schreie der Affen die Stille, aber sonst war es himmlisch ruhig. Abends wurde ein gutes Abendessen serviert, dabei hatten wir eine nette Unterhaltung mit einem Paar aus Heidelberg.
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17. Tag
14.04.08

Gefahrene km: 0
Lodge: Grootberg Lodge

Heute hiess es mal wieder etwas früher aufstehen. Die Tour zu den Wüstenelefanten sollte um 07:30 Uhr starten. Nach einem opulenten Frühstück war es dann doch fast 08:00 Uhr bis wir mit zwei Fahrzeugen endlich loskamen. Unsere Guides hatten Augen wie die Luchse, schon nach kurzer Zeit entdeckten sie zwei Klippspringer hoch auf den Felsen. Wir fuhren querfeldein, eine Wunder das es hier noch Wege gab und nach geraumer Zeit hatten wir eine Elefantenfamilie mit 12 Mitgliedern gefunden. Um sie nicht zu verschrecken umfuhren wir sie dann grosszügig bis sie wieder in unser Blickfeld kamen. Mittag machten wir an einer sehr idyllisch gelegenen Quelle mit einem kleinen Wasserfall.
Später waren wir einer anderen Familie auf der Spur, diesmal gingen wir aber zu Fuss und konnten die Tiere aus ca. 200 m Entfernung beobachten. Das Gefühl ist schon ein anderes, als die Beobachtung vom Auto aus. Die Tiere bemerkten uns aber nicht und alles blieb ruhig. Wir erfuhren noch einiges über nützliche Pflanzen und komisches Getier, wie z.B. den Mopanewurm. Seine Innereien werden ausgequetscht, anschliessend wir er gekocht und wird dann von den Einheimischen gegessen – eine eklige Vorstellung. Gegen 15:30 waren wir wieder zurück in der Lodge. Ralf nahm noch einmal Kontakt mit KEA auf, was denn nun mit unserem Kühlschrank sei. Der Mitarbeiter mit dem er am Samstag sprach, hatte natürlich nichts veranlasst. Wir wurden an eine Garage in Kamanjab verwiesen. Der Ort liegt praktischerweise auf unserer morgigen Fahrstrecke. Abends gönnten wir uns wieder eine Flasche Wein zum Abendessen – wieder mit netter Unterhaltung und kleiner Gesangseinlage von den Einheimischen.
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18. Tag
15.04.08

Gefahrene km: 375
Zelt: Etosha Okaukujeo

Wir haben den Aufenthalt auf der Grootberg Lodge und die freundlichen Menschen sehr genossen. Leider geht es heute wieder weiter, der Etosha NP ist das Ziel für die nächsten drei Tage. Wir haben schon von anderen Reisenden gehört, das es aufgrund der starken Niederschläge während der Regenzeit wohl schwierig sein wird, alle Tiere zu Gesicht zu bekommen. Lassen wir uns überraschen. Unser Autoradio funktioniert ja seit geraumer Zeit wieder, nur der CD Spieler mag einfach unsere Scheiben nicht lesen – bis auf eine einzige - "Snowpatrol". Also fuhren wir mit der uns bestens vertrauten Musik im Ohr los. Die Strecke bis Kamanjab war landschaftlich ganz hübsch. Im Ort suchten wir zu erst die Werkstatt auf. Durch irgendwelche Magie funktionierte auf einmal der Kühlschrank wieder, na so was das war der berühmte Vorführeffekt. Dafür hatten wir ein nettes Gespräch mit den Besitzern, er kommt aus Hamburg und hat eine weisse Afrikanerin zur Frau. Wirklich nette Leute, die uns ihre Hilfe anboten, sollte mit dem Auto noch mal etwas sein. Nachdem die Frau mich mit Desinfektionsspray versorgt hatte, da mich der Kater gekratzt hat, konnte es wieder weiter gehen. Nächste Station war Outjo, dies ist der letzte grössere Ort vor dem Etosha Park, in dem wir unsere Vorräte auffüllen konnten. Auf dem Weg dahin überfuhr Ralf einen Waran, der auf der Strasse lag. Leider konnte er wegen Gegenverkehr nicht ausweichen, das tat ihm noch lange sehr leid. In der Bäckerei nahmen wir Brot mit, das war fast wie zu Hause. Im Curio Shop erstand ich einen kleinen Elefanten und dann legten wir die letzten Kilometer auf der seit Kamanjab geteerten, aber todlangweiligen Strecke zurück.
Am Nachmittag erreichten wir dann über das Anderson Gate den Park. Die Eintrittsgebühr mussten wir erst im Camp Okaukujeo entrichten. Auf dem Weg dahin wurden wir von Zebras und Giraffen begrüsst. Wir bekamen die Campsite Nr. 24 zugewiesen, etwas abseits der Lager der organisierten Reisegruppen. Hier trafen wir wieder auf die zwei Paare aus Bayern, die uns gleich auf Kaffee und Bier einluden. Wir tauschten Reiseerlebnisse aus, bis es dann aber Zeit wurde unser Zelt aufzuklappen und noch Duschen zu gehen. Um 19:00 Uhr hatten wir im Restaurant einen Tisch reserviert. Langsam kamen auch vereinzelt die ersten Mücken, aber wir hatten mit Spray und langen Hosen gut vorgesorgt. Wir machten noch einen Abstecher zum beleuchteten Wasserloch, leider verzogen sich die Zebras gerade wieder. Im Restaurant gab es Buffet, nichts besonderes aber geniessbar. Nach dem Essen begaben wir uns bewaffnet mit Stativ wieder zum Wasserloch. Die Stimmung war gespannt ruhig und jedes lautere Geräusch der Gäste wurde mit hochgezogenen Augenbrauen quittiert. Ein Schakal sondierte die Lage und plötzlich kam etwas Graues aus dem Gebüsch – eine Nashornfamilie mit Baby kam zum Trinken. Ralf machte viele, viele Fotos. Leider waren das die einzigen Gäste des Abends, denn der laut brüllende Löwe, bei dem man meinte, er läge gleich um die Ecke, liess sich leider nicht blicken. Gegen 22:30 kletterten wir in unser Zelt, morgen wollten wir ja wieder früh raus. Das Löwengebrüll begleitete uns noch die ganze Nacht.
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19. Tag
16.04.08

Gefahrene km: 245
Zelt: Etosha Halali

Trotz der vielen Reisegruppen war es eine ruhige Nacht. Das Handy weckte uns um 05:00 Uhr. Auf dem Platz war aber schon Leben, da viele die frühen Morgenstunden für die Tierbeobachtung nutzen wollten. Wir kochten nur Kaffee und fuhren dann los. Gerne wären wir dem Löwen, den wir auch Nachts noch ein paar mal hörten, auf die Spur gekommen. Dieses Glück hatten wir aber leider nicht. Wir sahen die üblichen "verdächtigen" Giraffen, Zebras, Impalas usw. und auch eine Hyäne. An einem der raren umzäunten Picknickplätze gab es dann erst mal Frühstück. Auf dem weiteren Weg nach Halali ereignete sich nichts mehr besonderes. Im Camp bekamen wir unseren Stellplatz zugeteilt und machten ein bisschen Siesta und erledigten auch gleich das obligatorische Postkartenschreiben. Am späteren Nachmittag fuhren wir noch mal los und sahen gleich darauf Kuhantilopen, die hatten wir noch nicht gesehen.
Die Etoshapfanne ist voll Wasser, Wasser so weit wie das Auge reicht. Ein Gefühl wie am See. Für abends hatten wir einen Tisch im Restaurant reserviert, sicher ist sicher. Nach dem Duschen gingen wir zum Wasserloch um zu sehen, ob sich was tut. Kurz nach dem wir uns hingesetzt hatten, kam auch schon das erste Nashorn aus dem Gebüsch. Die Viecher sind eine sichere Bank für uns. Kurz danach kam noch eines und dann noch Mutter und Kind, es war nicht langweilig. Wir verliessen dann das Wasserloch und gingen zum Abendessen. Es gab ein erstaunlich gutes Gamesteak mit Gemüse und Reis, da konnten wir nicht meckern. Dann waren wir noch kurz am Wasserloch, aber da tat sich nichts mehr und uns fielen auch schon die Augen zu.
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20. Tag
17.04.08

Gefahrene km: 211
Zelt: Etosha Namutoni

Wieder war früh aufstehen angesagt, aber bis wir unseren Kaffee gekocht hatten und endlich in die Puschen kamen, war die Sonne schon längst aufgegangen. Wir fuhren den Elandsdrive, den ich dann in "Elendsdrive" umgetauft hatte, weil in dem Dickicht einfach kein einziges Tier auszumachen war. Kurz vor dem Ende hatten wir dann doch Glück und sahen drei Nashörner. Auf dem Panedge Drive sahen wir zwei Elefanten, aber in sehr grosser Entfernung, aber wenigsten etwas. Je näher wir Namutoni kamen, desto zahlreicher wurden Impalas, Zebras und Gnus, wir freuten uns über alles. Wir durften unseren Campingplatz heute selbst aussuchen und fanden auch noch ein schattiges Plätzchen. Wir erkundeten das Camp, das Fort, das strahlendweiss aus der Mittagshitze herausstach wirkte irgendwie deplatziert, aber doch schön. Hier konnten wir schön im Schatten sitzen und assen einen Salat und genossen ein kühles Rock Shandy. Das Camp insgesamt macht einen sehr gepflegten Eindruck, ist ja auch erst zum 100jährigen Bestehen letztes Jahr renoviert worden.
Am späten Nachmittag fuhren wir in die Fishers Pan, sehr viele Giraffen auf einmal waren hier unterwegs, ein schönes Bild. Abends kochten wir unsere eiserne Reserve, Ravioli und Gemüse, dazu gab es eine Flasche Rotwein und wir verfeuerten das letzte Holz. Die zwei Schakale, die durchs Lager streiften, zeigten kaum Furcht, plötzlich stand der eine 2 Meter neben uns. Das war insgesamt der ruhigste Campingplatz, es gab hier kaum grössere Gruppen. Im Zelt lasen wir noch etwas bis uns bald die Augen zufielen.
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21. Tag
18.04.08

Gefahrene km: 344
Lodge: Frans Indongo Lodge

Eigentlich hatte sich das frühe Aufstehen bisher kaum gelohnt, aber so ganz konnten wir es dann doch nicht lassen, in der Hoffnung auf Tiersichtungen. Wir frühstückten gemütlich und verschenkten dann unsere noch brauchbaren Sachen an einen Campingplatz-Mitarbeiter. Das war unsere letzte Zeltnacht und auch der unvermeidliche Abreisetag am kommenden Dienstag rückt in greifbare Nähe. Wir umrundeten nochmals die Fishers Pan, aber ohne grossartige Sichtungen. Am Dik-Dik Drive sahen wir 14 Giraffen, das ist schon ein imposanter Anblick. Ansonsten war der Drive nicht von Erfolg gekrönt. Bei der Ausfahrt aus dem Park Richtung Lindequist Gate konnten wir noch schöne Fotos von einem Damara Dik-Dik Pärchen machen. Ganz putzige Gesellen, diese kleine Antilopenart.
Eine schnurgerade Strasse, links Zäune, rechts Zäune führte uns dann nach Tsumeb, einem hübschen Minenstädtchen. Wir hatten den zweiten Frühstückshunger und gingen ins Etosha Cafe. Ein hübscher Garten verbirgt sich im Innenhof, eine richtige Oase. Wir bestellten Ei + Toast und liessen es uns schmecken. Die freundliche Besitzerin lieh uns ihre AZ, so das wir die neuesten Infos von Namibia erhielten. Nebenan gibt es das Craft Center, da mussten wir natürlich auch hinein. Ein paar hübsche Kleinigkeiten waren schnell gefunden und auch eine grössere Giraffe wechselte in unseren Besitz. Ein netter Laden mit günstigen Preisen. Nun waren es noch ca. 160 km auf der B1 zurückzulegen bis zum Abzweig auf die Pad, die zur Frans Indongo Lodge führte. Hier bekamen wir ein grosszügiges Häuschen, das erste Mal in diesem Urlaub mit Telefon und Fernseher, der aber ausgeschaltet blieb. Die Lodge hat eine sehr schöne Terrasse mit Sitzgelegenheiten und Blick auf das Farmgelände mit allerlei Antilopenarten und auch zwei Dromedaren. Und es herrschte eine herrliche Ruhe. Wir lasen, tranken Kaffee und vertrödelten den restlichen Nachmittag. Das Abendessen wurde in der offenen Lapa serviert. Da der Abend schon frisch wurde, waren die Seitenrollos runter gerollt und es gab Decken. Das Essen war superlecker, als Hauptgang wurde Kudu gegrillt mit Feta und Paprika serviert. Wir genossen noch unseren restlichen Wein auf dem Deck und waren die letzten die dann ins Zimmer verschwanden.
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22. Tag
19.04.08

Gefahrene km: 231
Lodge: Waterberg Plateau Lodge

Für heute Vormittag hatten wir eine Cheetah Safari beim Cheetah Conservation Fund gebucht. Wir frühstückten früh um 07.00 Uhr und um 08:00 fuhren wir dann los. Ca. 1 ½ Stunden Fahrtzeit soll der Weg in Anspruch nehmen hatte man uns gesagt. Wir waren aber schon nach etwas über 1 Stunde am Ziel. Einige Gäste der Lodge waren zum Cheetah Run um 08:00 gekommen, der nur 2x die Woche stattfinden, aber die Geparden hatten wohl nicht die rechte Lust, wie wir gehört hatten. Unser Fahrer war Steven, ein Namibianer, der ausgezeichnet Deutsch sprach. Wir sahen uns einen Film und eine Ausstellung über die Arbeit der Stiftung an, die unter amerikanischer Leitung steht. Mit noch 3 anderen Mitfahrern ging es dann noch einige Kilometer weit in das Gelände bis zum Bellebeno Camp. Die 15 Gepardinnen die hier lebten, können nicht mehr ausgewildert werden, weil sie meist ohne ihre Mütter aufgewachsen sind und daher das Jagen nie gelernt haben. Wir konnten einige schöne Fotos von den grossen Katzen machen. Als Katzenliebhaber waren wir schon sehr angetan von den hübschen Tieren. Die Stiftung betreibt Aufklärung und Schulung unter den Farmern und züchtet anatolische Hütehunde, die dann zu einem geringen Preis (für uns) an die Farmer abgegeben werden. Der Hund beschützt die kleinen Tiere des Farmers, wie Ziegen und Schafe vor den Geparden – wohl auch mit gutem Erfolg. So ein Projekt kannten wir auch schon von Südafrika. Es war schon halb zwei Uhr durch, Zeit das wir endlich weiterkamen zum Waterberg.
In Otjwarongo, dem nächstgelegenen Ort waren schon die Bürgersteige hochgeklappt und die Geschäfte waren geschlossen. Wir näherten uns dem Waterberg Plateau, das schon von weitem sichtbar ist. Ralf hatte mit den Warzenschweinen zu kämpfen, die dem Auto ab und an gefährlich nahe kamen. Endlich hatten wir unsere Lodge für die nächsten zwei Nächte erreicht. Die Waterberg Plateau Lodge liegt mit 7 Chalets unterhalb des Plateaus und einem tollen Blick auf die sehr grüne Kalahari. Unter Wüste stellen wir uns gemeinhin etwas anderes vor, aber wir haben mittlerweile dazugelernt was die verschiedenen Wüstenarten betrifft. Wir wurden wieder superfreundlich empfangen und bekamen ein wirklich tolles Häuschen mit eigenem Tauchbecken, wirklich wunderschön. Wir waren die einzigen Gäste hier oben für heute und morgen, vorgestern war noch alles ausgebucht. Wir hatten nichts dagegen. Wir wurden schon erwartet, Kaffee und Kuchen standen schon bereit. Wir ruhten uns etwas aus bis das Abendessen serviert wurde. Nur für uns allein wurde ein kleines Buffet hergerichtet und zwei Angestellte versorgten uns. Kaminfeuer und Kerzenschein, wirklich sehr romantisch. Das Essen war sehr gut, wir gaben den zweien dann "frei" und sassen noch am Lagerfeuer und freuten uns über die einzigartige Atmosphäre.
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23. Tag
20.04.08

Gefahrene km: 34
Lodge: Waterberg Plateau Lodge

Die vergangene Nacht war sehr stürmisch, viele unbekannte Geräusche weckten uns ab und zu. Zum Frühstück mussten wir in die ca. 3 Km entfernte Wilderness Lodge fahren, die ebenfalls unter der Leitung der Familie Rust ist. Wir wollten heute die Wanderung zum Plateau mitmachen, die im Preis enthalten ist. Nach dem reichlichen Essen, kann es uns nicht schaden, wenn wir uns mal wieder länger bewegen. Um 08:00 Uhr zogen wir mit einem englischen Ehepaar und dem Guide Wesley los. Wir stiegen hoch zum Plateau, von hier hatten wir einen tollen Ausblick auf die unendliche Weite. Auch lernten wir viel über diverse Pflanzen und Bäume und auch einen Teil der Herero-Traditionen versuchte uns Wesley näher zu bringen. Insgesamt waren wir 4 Stunden unterwegs, ein schöner, empfehlenswerter Ausflug.
Mittags bekamen wir noch eine Kleinigkeit zu essen. Danach fuhren wir noch in den angrenzenden Park. Aber das Mittagessen hatte uns träge gemacht, wandern wollten wir nicht mehr und das ist das einzig sinnige was man hier tun kann. Also entschieden wir, nur den Friedhof zu besuchen auf dem Angehörige der deutschen Schutztruppen beerdigt sind, die bei dem Aufstand der Hereros 1904 ums Leben gekommen sind. Für die gefallenen Hereros dagegen gibt es nur eine kleine Erinnerungstafel. Wir begaben uns dann für den Rest des Nachmittags der Erholung hin und planten die morgige Rückfahrt nach Windhoek. Das Abendessen genossen wir wieder allein zu zweit. Schade das bald alles wieder vorbei ist.
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24. Tag
21.04.08

Gefahrene km: 316
Hotel: Olive Grove

Heute morgen war es zum ersten Mal richtig frisch, trotz strahlendem Sonnenschein. Vielleicht die ersten Herbstvorboten? Wir bezahlten zuerst unsere Rechnung und hielten einen kleinen Plausch mit den Besitzern, danach fuhren wir zum Frühstück. Leider gab es wohl einige Unstimmigkeiten mit dem englischen Ehepaar, weshalb uns die Bediensteten heute morgen einen extra Tisch zuwiesen. Wir fuhren dann bis Okahandja, das sehr bekannt ist für seine Holzschnitzermärkte. Wir hielten für einen zweiten Kaffee und bummelten dann durch die Auslagen. Ralf ist da nicht immer so begeistert und hält sich dem ganzen fern. Wir tätigten die letzten Einkäufe, hauptsächlich Mitbringsel für zu Hause. Dann waren es noch ca. 70 km nach Windhoek. In der Stadt sahen wir uns noch beim Tintenpalast und der Christuskirche um und machten noch einige Fotos.
Dann tankten wir noch mal auf und gaben dann unseren treuen Begleiter wieder in der Vermietstation ab. Beanstandungen gab es keine, ob wir den Betrag für den neuen Reifen zurückerstattet bekommen muss erst noch vom Chef entschieden werden, wir sind da aber guter Hoffnung (Betrag wurde tatsächlich erstattet). Wir wurden dann zu unserer letzten Unterkunft, dem Olive Grove Guesthouse gefahren. Wir lasen noch etwas am Pool, tranken Kaffee und beobachteten eine ankommende Reisegruppe. Abends fuhren wir mit dem Taxi zu Joes Beerhouse. In dem riesigen Lokal mit Biergarten gab es zum Abschied noch mal Game und Wein, war sehr lecker. Mit dem Taxi liessen wir uns auch wieder zurückchauffieren. Weit ist es nicht, allerdings ist es auch nicht ratsam nachts zu Fuss durch die Gegend zu laufen. Unsere Sachen hatten wir schon gepackt – morgen müssen wir ja wieder früh raus.
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25. Tag
22.04.08

Um kurz vor halb 5 klingelte der Wecker, eine sehr unchristliche Zeit zum Aufstehen. Ein Lunchpaket gab es auch schon für uns, aber eins davon traten wir dem Wachmann ab. Pünktlich um 5.00 Uhr holte uns der Fahrservice ab. Wir hatten Glück und kamen vor dem grossen Ansturm und hatten die Eincheckprozedur bei LTU rasch hinter uns gebracht. Um 08:15 hoben wir dann ab Richtung Düsseldorf. Und um 22.00 Uhr hatte uns die bayerische Heimat wieder, die Schwiegereltern holten uns vom Flughafen ab.

Fazit:
Namibia war zwar grüner als wir es erwartet hatten (lag aber auch an der Reisezeit) aber die Weite, die Ruhe und die Landschaft ist einfach unbeschreiblich. Das alles kombiniert mit der Freundlichkeit der Menschen und der für uns idealen Kombination aus Hotel- und Zeltübernachtungen lässt für uns nur eine Beschreibung zu: Traumurlaub!

Der Afrika-Virus lässt uns nicht mehr los ;-)
   
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Etosha Pfanne (voller Wasser)
Etosha Pfanne (voller Wasser)