Reisebericht Namibia 2010 - der Norden
1. Tag
02.05./03.05.10
Gefahrene km: 263
Camping:
Ameib Ranch
Namibia als Reiseziel hat uns immer noch nicht losgelassen, deshalb planten wir unseren Urlaub, wenn auch relativ kurzfristig, wieder in diesem schönen Land. Mit Air Berlin hatten wir einen ereignislosen Nachtflug direkt nach Windhoek. Leider waren die XL-Sitze schon ausgebucht, so dass wir diesmal mit den Economy-Sitzen vorlieb nehmen mussten. Aber auch diese 9,5 Stunden waren irgendwann überstanden und so landeten wir bei schönem Wetter am Husea-Kutako Airport.
Der Fahrer von Africamper, bei denen wir einen Bushcamper gemietet hatten, wartete schon auf uns. Bis er aber seine Schäfchen beieinander hatte dauerte es noch etwas, und dann konnte es losgehen zur Vermietstation in Prosperitas/Wdh.
Wir nahmen unser Auto in Empfang und bekamen gleich die Einweisung. Ralf war nicht so ganz glücklich mit der Qualität der Ersatzreifen, aber daran ließ sich nichts ändern. Auch die Anzeige des 4x4 funktionierte nicht, aber nach diversen Testrunden im Hof, kam man doch zu der Erkenntnis, das alles in Ordnung ist. Zum Einkaufen fuhren wir in einen Spar-Supermarkt nahe der Maerua Mall. Fast wie zu Hause, die Angestellten sprachen sogar deutsch. Später erfuhren wir, dass das Personal sogar extra in deutscher Sprache ausgebildet wird. Wie immer kam eine große Menge an Artikeln zusammen, aber einen guter Vorrat kann beim Camping nicht schaden. Nachdem wir alles eingeladen hatten und auch alle Geldautomaten auf ihre Funktion getestet hatten (nicht jeder wollte die Visacard) konnte es mit ausreichend Bargeld in der Tasche endlich losgehen.
Über Karibib und Usakos nahmen wir Kurs auf die Ameib Ranch, dort hatten wir einen Campingplatz reserviert. Die Besitzerin, eine ältere Dame, hatte unzählige Katzen und dementsprechend roch es auch an der Rezeption. Manch kurzfristiger Besucher hat sich davon schon abschrecken lassen und fuhr zu nächsten Übernachtungsmöglichkeit. Wir fanden ein schönes Plätzchen für uns und richteten uns häuslich ein. Dass es so früh dunkel wird (18:30 Uhr), daran mussten wir uns erst wieder gewöhnen. Selber kochen wollten wir am ersten Abend nicht, deshalb aßen wir in der Ranch. Es gab solide Hausmannskost mit verschiedenen Gemüsen, Kartoffeln und natürlich Fleisch. Dann richteten wir unser Nachtlager her und fielen ins Bett, der Tag war lang genug.
2. Tag
04.05.10
Gefahrene km: 22
Camping:
Ameib Ranch
Die Nacht war sehr kühl, wir fröstelten etwas in unseren Schlafsäcken. Aber die Sonne wärmte schon und wir genossen unser erstes Frühstück im Freien. Alles hatte nun seinen Platz gefunden, so dass sich die Campingroutine langsam einstellte. Anschließend fuhren wir zu Bulls Party, einer Ansammlung riesiger Gesteinsbrocken. Am Elefantenkopf ging ein markierter Weg entlang, der dann über Stock und Stein langsam in die Höhe führte, was mit etwas Kletterei verbunden war. Im Ranch-Faltblatt stand zwar, dass der Weg nur mit einem Führer begangen werden sollte, aber so schlimm war es nun auch wieder nicht. Nur das letzte Stück, das über am Felsen eingelassenen Steige hoch ging, ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Runterwärts würde ich das jedenfalls auch nicht machen wollen. Oben angekommen hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Weite und die Spitzkoppe.
Viele Fotos später und nach dem wir wieder abgestiegen waren, ruhten wir uns noch unter einem riesigen Felsen im Schatten aus. Keine Menschenseele war unterwegs, nur die Vögel und die Klippspringer, die hier zu Hause sind, hörte man kreischen. Wir fuhren zum Campingplatz zurück, machten Mittagspause, Lesestunde und plantschten etwas im Pool. Gegen Abend fuhren wir nochmals zu Bulls Party um das Licht vor dem Sonnenuntergang für einige Fotos zu nutzen. Ein kräftiger Wind blies auf einmal, hoffentlich bringt der kein schlechtes Wetter. Im Laufe des Urlaubs lernten wir jedoch, dass der Wind oft am Nachmittag kräftig auffrischte, sich aber nach einiger Zeit wieder legte. Auf der Rückfahrt kamen zwei Zebras im wilden Galopp kurz vor unserem Auto über die Straße geschossen, Gott sei Dank hatte ich sie rechtzeitig gesehen. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können. Abends schmissen wir den Grill an, es gab Oryx und Salat, dazu Wein aus der 3-Liter-Box. Da fällt die Kontrolle über den aktuellen Verbrauch etwas schwerer, als bei einer Flasche. Wir saßen noch eine ganze Weile unter dem wie immer grandiosen Sternenzelt.
3. Tag
05.05.10
Gefahrene km: 199
Camping:
Brandberg White Lady Lodge
Ein paar Wolken verzierten heute Morgen den Himmel, aber es war genauso schönes Wetter wie gestern. Nichts anderes wollen wir für die nächsten drei Wochen haben. Nach dem Frühstück brachen wir zur Phillipscave auf. Ca. eine halbe Stunde lang ging der Weg durchs Gebüsch zu einem Felsüberhang. Hier gibt es einige Felszeichnungen, darunter auch den weißen Elefanten. Es war mittlerweile richtig heiß geworden, die Sonne meinte es sehr gut mit uns. Auf dem Rückweg machte ich noch Bekanntschaft mit einem Dornenbusch, aber nichts schlimmes. Auch Klippschliefer konnten wir beobachten, die waren aber sehr scheu. Auf der Ranch bezahlten wir unsere Rechnung und fuhren dann weiter nach Uis. Ralf hatte bemerkt, das vorne der Bullenfänger an der Halterung gebrochen war, bzw. es war vorher schon dort geschweißt worden, aber nicht sehr ordentlich. Vielleicht finden wir dort eine Werkstatt.
Vorbei an den Ausläufern des Erongogebirges auf der einen und der Spitzkoppe auf der anderen Seite, kamen wir um die Mittagszeit in Uis an. An der Tankstelle fragte Ralf nach einer Werkstatt und traf dabei auf einen sehr hilfsbereiten weißen Namibier, der uns anbot die Halterung zu schweißen, obwohl das "Problem" aus seiner Sicht zu vernachlässigen wäre. Wir sollten ihm in sein Chateau folgen. In der Tat lag auf einer Anhöhe ein Gebäude, das wie ein Schlösschen aussah. Es war ein zum Wohnhaus umgebauter alter runder Wassertank. Wir wurden von der Ehefrau und zwei kleinen Terriern begrüßt. Während ich mich mit der Dame des Hauses unterhielt, half Ralf beim Reparieren. Dann mussten wir unbedingt sein Haus besichtigen, in dem sich sehr nett mit zwei Leuten wohnen ließ. Auch der Blick auf den Brandberg war unschlagbar. Man merkte ihm seinen Stolz auf sein Zuhause an. Wir verabschiedeten uns und bedankten uns herzlich für die freundliche Hilfe.
Im Ort kehrten wir im Cafe Königstein ein. Der Supermarkt gegenüber gab nicht viel her und Holz hatten wir immer noch keines. Aber da wurden wir im Cafe von vorhin fündig. Jetzt wurde es aber Zeit für den Campingplatz, wir wollten zur White Lady Lodge, die direkt am Brandberg liegt und einen großen Campingplatz hat. Das Massiv ist mit ca. 2500 m die höchste Erhebung Namibias. Es ist ein Paradies für Felszeichnungen der San und hier ist auch die bekannte White Lady zu finden, die aber nach neuesten Erkenntnissen wohl keine Frau ist. Darüber sind sich die Experten aber nicht einig. In dieser Gegend sind normalerweise um diese Zeit auch Wüstenelefanten entlang des Ugabs zu finden. Durch die starken Regenfälle im Norden des Landes, hat sich ihre Ankunft bis dato verzögert, sprich es sind noch keine gesichtet worden. Wir bezogen dann den Stellplatz Nr. 13 auf dem großen Gelände, das ausgestattet ist mit Freiluft-Sanitäreinrichtungen. Bei tiefstehender Sonne bot besonders das Brandbergmassiv einen schönen Anblick. Abends wurde es längst nicht so frisch, wie die Abende zuvor und wir genossen das erste Lagerfeuer des Urlaubs. Salat und Käsegriller verspeisten wir zu Abend.
4. Tag
06.05.10
Gefahrene km: 42
Camping:
Brandberg White Lady Lodge
Der Morgen begann mit einem gemütlichen Frühstück. Wir wollten heute mal den Ugab erkunden und folgten dem Verlauf des trockenen Flussbettes. Sozusagen als erste Teststrecke für das Palmwag-Konzessionsgebiet. Der sandige Untergrund ließ sich gut befahren. Eine kleine Quelle sorgte kurz für einige kleine Wasserdurchfahrten, aber nicht weiter problematisch. Kein Mensch, kein Tier begegnete uns.
Zurück in der Lodge gönnten wir uns ein kleines Mittagessen und meldeten uns fürs Frühstück morgen an, Ralf hat Geburtstag. Wir hielten ein Schwätzchen mit der Hotelmanagerin und erkundigten uns nach dem Nachfolger von Carlos, dem zahmen Erdmännchen, welches durch einen unvorsichtigen Gast leider das Zeitliche gesegnet hat. Es gibt zwei Jungtiere, aber die waren beim Nachmittagsschlaf. Morgen findet hier ein großer Event mit dem deutschen Botschafter und politischer Prominenz aus Namibia statt, der Biodiversity Day. Das Brandberggebiet soll zukünftig als Schutzgebiet ausgewiesen werden. Sogar das ZDF hat sich angesagt, großer Bahnhof also – aber da sind wir schon wieder weg. Wir besorgten noch Holznachschub und relaxten den restlichen Nachmittag in der Hängematte. Dass sich der Tag so langsam dem Ende zuneigt, merkt man wenn die Donkeys für die Duschen angeheizt werden und der Duft von Rauch über den Platz zieht. Zeit um dann auch unters Wasser zu springen und sich zu erfrischen. Abends gab es gegrillten Oryx mit Kürbis und dann noch ein schönes Feuer.
5. Tag
07.05.10
Gefahrene km: 257
Camping:
Palmwag Lodge
Heute war Ralfs Geburtstag. Zur Feier des Tages nahmen wir unser Frühstück in der Lodge ein. Alle Angestellten liefen geschäftig umher, denn nachmittags sollte die Veranstaltung beginnen. Kurz sahen wir auch eines der zahmen Erdmännchen, ganz putzige Kerlchen. Wir verließen den Brandberg und fuhren nach Palmwag. Unterwegs kamen wir an den Verkaufsständen der Herero Frauen vorbei, wie schon vor zwei Jahren. Zwei Ketten und ein Mobile haben wir erstanden. Im Camp am Aba Huab kauften wir uns eine Cola und erstanden abermals ein Mobile, dieses war mit aus Ziegenhaut gefertigten kleinen Geparden, da konnte ich nicht widerstehen.
Am Nachmittag erreichten wir dann Palmwag. Ralf hatte in weiser Voraussicht hier einen CP schon vorab gebucht. Es war alles belegt. In der Lodge besorgten wir das Permit für die morgige Fahrt durch das Konzessionsgebiet, das kostete uns 360 Nam$. Der Campingplatz hatte einen kleinen Pool und eine nette Bar, hier ließen wir uns auch mal gleich nieder für einen kleinen Snack. Wir hatten den Platz Nr. 4 mit einer schönen Aussicht und den Waschraum für die Damen praktischerweise gleich um die Ecke. Wir hatten heute nicht vor zu kochen und aßen auch zu Abend an der Poolbar. Ein Glas Wein machte mich schon um 20:00 Uhr so müde, das wir bald ins Bett gingen.
6. Tag
08.05.10
Gefahrene km: 162
Camping: Hoanib River
Wir waren fast wieder mal die letzten, die den Campingplatz verließen. Und das obwohl wir mittlerweile kurz nach 6.00 Uhr aufstehen. Aber wir sind ja im Urlaub und nicht auf der Flucht. Kurz nach der Palmwag Lodge befindet sich die Einfahrt zum Konzessionsgebiet und das Permit wurde kontrolliert. Sportliche 160 km bei nicht gerade einfacher Strecke lagen vor uns. Wir querten im Laufe des Tages unzählige trockene Flussbetten, fuhren durch öde Mondlandschaften und grasbewachsene Täler, die Landschaft veränderte sich stetig. Wir sahen zwei Elefanten in einem Flussbett wandern, das freute uns besonders, da wir schon am Brandberg auf Elefantensichtungen gehofft hatten. Wir trafen auf große Springbockherden, superängstliche Zebras und Oryxantilopen. Die Luft war so heiß, das sich am Horizont Fata Morganas auftaten, es sah aus als würden wir bald auf Wasser treffen. Insgesamt begegneten uns 3 Fahrzeuge und ein Tierforscher, der eine große Antenne auf dem Autodach hatte, vermutlich um Löwen zu orten.
Die Fahrt zog sich und es war mittlerweile schon anstrengend, ständig auf der Hut zu sein, um das Auto nicht in jede Kuhle fallen zu lassen. Am späten Nachmittag erreichten wir das Flussbett des Hoanib. Hier suchten wir uns ein nettes Nachtlager am Ufer zwischen großen Bäumen. Ganz allein waren wir nicht, in einiger Entfernung standen 3 Autos mit Südafrikanern. War auch nicht so schlecht, noch andere Leute in der Nähe zu wissen. Sobald wird die Stühle draußen hatten und uns mit Bier und Savanna erfrischten, tauchte ein Schakal auf um mal die Lage zu sondieren. Als es dann dunkel war, leuchteten uns bis zu vier Augenpaare an, die Tiere kamen aber nicht näher. Wir saßen noch einige Zeit an unserem Feuer, das heute in einer Sandkuhle brannte und genossen die einzigartige Stille
7. Tag
09.05.10
Gefahrene km: 88
Camping:
Puros
Wir hatten eine ruhige Nacht am Hoanib verbracht und bei Sonnenaufgang standen wir auf. Wir folgten dem sandigen Verlauf des Tsuxab Rivers Richtung Norden. Bald stießen wir auf eine Giraffe mit Jungem, die nicht die geringste Scheu vor uns hatten. Das Kleine posierte fürs Foto. Auch Oryx Antilopen waren in stattlicher Anzahl vertreten. Besonders nett waren die kleinen Löffelhunde, die dann aber ganz schnell das Weite suchten, als Ralf die Kamera rausholte. Nachdem wir ein ganz übles Stück Waschbrettpiste überstanden hatten, bogen wir nach rechts in ein weiteres Flusstal ein um dann kurz vor Puros auf die D3707 Pad zu gelangen. Unser Navi hatte uns gut geführt.
Das Dorf besteht aus einigen Häusern in der öden Wüstenlandschaft, aber wo der Fluss entlangläuft ist alles schön grün. Hier lag auch die Community Campsite.Wir bekam Platz Nr. 6, sehr idyllisch unter einem weit verzweigten Baum gelegen. Gegenüber befanden sich unsere eigene Dusche und Toilette, ebenso in einem verästelten Baum „eingepasst“. Es gefiel uns gleich richtig gut hier. Auf die Frage ob es hier Elefanten gibt, meinte der junge Mann, ja ca. 100m weiter. Aha. Wir sahen zwar keine, aber Fußabdrücke und andere Hinterlassenschaften deuteten auf einen Besuch hin. Wir machten es uns bequem, holten die Hängematte raus und hatten einen schönen faulen Nachmittag. Bevor es dunkel wurde, genossen wir unsere Urwalddusche und trafen dann langsam die Vorbereitungen für unser Abendessen. Es gab Gamesteak und Gemüse. Heute war ein wirklich lauer Abend, wir konnten lange ohne Jacke draußen sitzen.
8. Tag
10.05.10
Gefahrene km: 47
Camping:
Puros
Wir hatten schon gestern beschlossen, noch eine weitere Nacht hierzubleiben. Für heute Morgen hatten wir einen Führer gemietet, der uns zum Traditional Village der Himbas begleiteten sollte. Zwar waren wir in unserem Auto etwas beengt, da wir keinen Rücksitz hatten, aber für die kurze Strecke platzierten wir den jungen Mann auf die Mittelkonsole. Im Kral selbst war eine junge Mutter mit zwei Kinder und eine ältere Frau, die uns z.B. das Zerreiben und Vermischen des roten Steins vorführten, das die Himbafrauen zur Körperpflege benutzen. Oder wie die Kleidung der Frauen ausgeräuchert wird, da das Leder nicht gewaschen wird. An dem unvermeidbaren Souvenirstand zum Abschluss des Besuches kamen wir nicht ins Geschäft. Zwei Behältnisse aus Horn gefielen uns, aber der Preis war nun wirklich nicht akzeptabel und verhandelbar war er auch nicht. Na, dann nicht. Insgesamt konnten wir einen kleinen Einblick gewinnen wie die Himbas leben. Für uns ist das schlichtweg unvorstellbar. Wir hätten uns nur ein etwas "lebendigeres" Dorf gewünscht.
Währenddessen waren zwei Elefanten unten am Flussbett aufgetaucht, diese Chance liessen wir uns nicht entgehen und fuhren dorthin. Drei Tiere waren es, die sich am Grün der Bäume und Büsche gütlich taten. Wir setzten unseren Guide Robbin wieder am Campingplatz ab und fuhren in den Hoarusib River Richtung Puros Canyon. Das wäre auch eine Möglichkeit für unsere gestrige Route gewesen. Da es aber hieß, hier würde immer Wasser stehen, nahmen wir den Weg nicht. Es stand noch Wasser drin und das Flussbett war noch nicht überall ausgetrocknet. Das Risiko war uns doch zu groß hier evtl. im Schlamm stecken zu bleiben, daher kehrten wir um. Von einem Hügel hatten wir einen schönen Überblick auf die Gegend und auf 5 Elefanten im Fluß.
Mittlerweile war es Mittag geworden und wir kehrten zur Campsite zurück um etwas zu essen. Eine kleine Manguste leistete uns kurz Gesellschaft und trank aus der Wasserpfütze vom Wasserhahn. Auch eine große Maus wohnt im Baum, geradezu idyllisch ist es hier inclusive der unterschiedlichen Vogelarten, die sich hier auch ab und an niederlassen. Wir lagen abwechselnd in der Hängematte, lasen und faulenzten. Später wollten wir noch mal los um nach Elefanten Ausschau zu halten. Plötzlich ein Geräusch und Ralf rief "Elefanten". Fünf Tiere marschierten durch den Campingplatz, naschten einige Blätter und zogen dann friedlich von dannen. So hatte sich unsere geplante Ausfahrt auch erledigt, näher konnten wir den Tieren nicht sein. Abends verheizten wir die letzte Grillkohle und das übrige Holz. Zum ersten Mal versuchten wir uns auch im Brotbacken, was in der Pfanne ganz gut gelang. Wird Zeit, das wir mal wieder zum Einkaufen kommen.
9. Tag
11.05.10
Gefahrene km: 263
Lodge:
Opuwo Country Lodge
Heute Morgen verließen wir Puros. Ralf freute sich schon, wieder einmal länger auf Pad zu sein. An der Rezeption fragten wir nach Holz, es war aber keines mehr vorrätig. Dabei stellte sich heraus, das wir unserem Guide von gestern eine Gebühr nicht bezahlt hatten. Nun war uns auch klar, warum er so bedröppelt dreingeschaut hatte, als Ralf ihm das Trinkgeld gegeben hatte – es war nicht genug. Gesagt hatte er aber auch nichts. Wir fuhren nach Sesfontein, die Straße war oftmals sehr holprig und steinig sobald ein Flussbett zu queren war. Das Fort von Sesfontein, seinerzeit von den Deutschen errichtet, beherbergt heute ein Hotel. Uns empfing eine schöne grüne Oase, sehr gegensätzlich zu der heißen staubigen Umgebung. Hier machten wir Kaffeepause. Wo wir heute Abend landen würden, wollten wir erst entscheiden – es standen Camp Aussicht oder das Country Hotel in Opuwo zur Auswahl. Da es noch früh am Tag war, entschieden wir uns für letzteres.
Einen spektakulären Anblick bot der Joubert Pass, der einen sehr steilen Anstieg hatte. Diese Passagen waren aber geteert. Wir wanden uns durch Berg und Tal und das es langsam Herbst wurde, davon zeugten die gelbgefärbten Büsche an den Hügelketten. Rege Bautätigkeiten wiesen auf einen Ausbau der Straße hin. Am Nachmittag gelangten wir nach Opuwo, das Versorgungszentrum der Kunene Region. Hier tummelte sich alles, von den Himbas im spärlichen Gewand bis zur Hererofrau mit ihrem matronenhaften Auftreten. Es war ein buntes Bild. Vor dem OK- Supermarkt sahen wir uns mit einer Horde Aufpassern konfrontiert, das konnte ja heiter werden. Im Supermarkt war es schon ein grotesker Anblick, wenn die Himbafrauen neben den westlich gekleideten Kunden ihre Einkäufe tätigten. Nachdem wir unsere Besorgungen erledigt hatten, im übrigens sehr gut gefüllten Markt, hatten wir dann alle Hände voll zu tun um die richtigen „Aufpasser“ zu entlohnen. Ebenso fanden wir für unsere leeren Wasserkanister Abnehmer. Wir sahen zu, das wir hier wegkamen.
Im Country Hotel, das mit einem der größten freitragenden Dächer aufwarten konnte, leisteten wir uns ein nettes Häuschen. Da die Maschine für die Kreditkartenab-rechnung streikte und morgen auch keine Aussicht auf Besserung bestand, bekamen wir sogar Rabatt. Von der Terrasse genossen wir bei einem Rock Shandy die wunderbare Aussicht und erledigten auch gleich das Postkartenschreiben. Wir machten uns frisch und nahmen danach einen Aperitif an der Bar. Ralf probierte die Mopanewürmer in Chili, die da so als Snack rumstanden, ich konnte es mir verkneifen. Abendessen gab es als Buffet und war nicht spektakulär aber sehr lecker. Heute genossen wir es, nach über einer Woche mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen.
10. Tag
12.05.10
Gefahrene km: 183
Camping:
Omarungo Camp (Epupa Falls)
Wir waren wie gewohnt früh wach und gingen bald zum Frühstücken. Wir nahmen unseren Platz von gestern Abend ein, der schon von der Sonne beschienen wurde, es war nämlich noch etwas kühl. Wir lauschten etwas der Reisegruppe hinter uns am Tisch und waren wieder einmal froh, allein zu zweit unterwegs zu sein. Rotwein zum Frühstück ist dann doch nicht jedermanns Sache. Nach dem Auschecken mussten wir noch mal zum Bankautomat, weil unsere gesamten Barvorräte für das Hotelzimmer draufgingen. Oh Wunder, es tauchten heute keine Aufpasser auf, die waren hoffentlich alle in der Schule. Wir holten noch zwei Wasserkanister im Supermarkt. Interessant ist hier, dass bei Verlassen des Marktes jeder, aber auch wirklich jeder den Kassenbon vorzeigen muss, egal was man gekauft hat. Dieser wird dann von einer amtlich aussehenden Person abgezeichnet. Ist eine Vorsichtsmaßnahme gegen Diebstähle. Wir tankten noch auf, dann konnte die Fahrt weitergehen und zwar nach Epupa Falls.
Vorbei an den Zebrabergen und vielen Himbasiedlungen erreichten wir um die Mittagszeit die Fälle. Unterwegs hatten wir einmal Zigarettenpause gemacht, und wie wir dachten so ziemlich allein in der Pampa. Plötzlich kamen einige Mädels aus dem Busch. Stellten sich hin, schauten, sagten nichts und schauten uns an. Wir machten uns wieder fahrbereit. „Sweets“ kam es dann doch, aber wir hatten nichts zu verteilen. Im Omarunga Camp direkt am Fluss gelegen, bezogen wir unseren Platz. Im Bau sind gerade neue Sanitäreinrichtungen und ein Pool wurde neu angelegt. Der Fluss hatte ordentlich viel Wasser und donnerte in Kaskaden in die Tiefe. Ralf musste einige Rinder verscheuchen um die richtige Fotoposition zu finden. Es war sehr heiß hier, fast 33°C im Schatten – so das man es auch nur im selbigen aushalten konnte.
Ein ständiges Übel ist der Staub, der sich im hinteren Teil unseres Gefährtes breitmacht. Jeden Tag mussten halbe Sanddünen rausgekehrt und die Oberfläche von den Schränken und der Bank feucht abgewischt werden. Frauensache. Auf dem Weg hierher kamen wir auch durch zwei Polizeikontrollen, die wollten nur den Führerschein sehen und waren aber sehr an unserem Navi und dem Reifendruckmesser interessiert. Die Frage wo wir denn hinwollten, fanden wir so kurz vor dem Ziel ganz nett – bestimmt nicht nach Angola. Der Kunenefluss bildet hier die natürliche Grenze zwischen den beiden Ländern. Nahe dem Campingplatz hatten Himbas ihren Verkaufsstand aufgebaut, Ralf kaufte ihnen einige Kleinigkeiten ab. Ihn behandelten sie sehr zuvorkommend, ich hingegen wurde vorher nicht beachtet. Die Sachen wurden aber gleich weggepackt, die rote Farbe ist sonst überall. Wir nahmen einen kleinen Sundowner in der Bar, bevor wir mit den Essensvorbereitung starteten. Dann kam ein starker Wind auf und wir wurden von unserem eigenen Feuer geräuchert. Ich hatte noch ganz vergessen, die Südafrikaner neben uns zu erwähnen. Es ist ein wahrer Quell der Freude, denen beim Aufbau ihres ganzen Krempels zuzusehen. Hänger incl. Dachzelt und Küche plus Schattenspender plus Teppich und, und, und. Bis alles in Reih und Glied war, sind bestimmt zwei Stunden vergangen – was für ein Aufwand.
11. Tag
13.05.10
Gefahrene km: 161
Camping:
Kunene River Lodge
Das Rauschen des Wasserfalls ist so gleichmäßig, dass wir es irgend wann gar nicht mehr wahrgenommen hatten. Für heute 08:00 Uhr hatten wir eine Himbatour gebucht, da wir fanden, dass das Dorf in Puros nicht alles gewesen sein konnte. Wir packten zusammen und gingen in der Lodge frühstücken. Noch ein Paar kam mit uns auf die Tour. Es waren Schweizer, die sich ein kleines Flugzeug in Südafrika gemietet hatten und nun von Lodge zu Lodge flogen. Nicht schlecht, wobei der logistische Aufwand bzgl. Kraftstoff nicht zu unterschätzen ist.
Wir fuhren nicht weit in ein Dorf nahe der Straße. Zuerst wurden die Geschenke wie Maismehl und Zündhölzer in den Kral zum Chef gebracht, dann durften wir auch hinein. Dieses Dorf war ein lebendes, nicht so steril wie das in Puros,. Natürlich wurden auch hier die Souvenirs zum Kauf angeboten, allerdings um das doppelte teurer als am Camp. Aber man konnte immerhin handeln. Nach vielen Erklärungen und noch mehr Fotos sind wir anschließend noch zum Friedhof gefahren und besuchten die Gräber der Himbas. Insgesamt fanden wir die Führung hier wesentlich interessanter und informativer, das Traditional Village in Puros kann man getrost weglassen. Nach einer netten Unterhaltung mit unseren Mitfahrern incl. kühlem Rock Shandy verließen wir dann Epupa und fuhren gegen Mittag zur Kunene River Lodge. Die Strecke ist gut zu befahren, mal abgesehen von den letzten 4 km zur Lodge – 4x4 ist da dringend angeraten. Wir bekamen einen schönen schattigen Stellplatz, auch insgesamt machte der Platz einen sehr gepflegten Eindruck. Wir hatten keine Lust mehr auf die angebotene Sundowner Bootsfahrt, stattdessen planten wir unsere nächsten Stationen. Auch kochen wollten wir heute nicht und bestellten in der Lodge Abendessen. Das genossen wir dann auf der Terrasse mit einem Glas Rotwein, der es aber echt in sich hatte.
12. Tag
14.05.10
Gefahrene km: 433
Camping:
Otjitotongwe
So ganz klar wo wir heute Abend landen würden, war das heute Morgen noch nicht. Wir werden sehen. Die Strecke auf der C 35 war auf unsere Karte noch als nicht geteert eingezeichnet, aber auf dem Navi schon asphaltiert. Das bedeutete in jedem Fall schnelleres Vorwärtskommen. Wir hatten versucht, in der Hobatere Lodge ein Zimmer zu bekommen, aber die waren „fully booked“. In Opuwo tankten wir noch einmal auf. Auf den Straßen bot sich uns ein schönes Bild mit all den bunt gekleideten Menschen. Dann hatten wir tatsächlich eine geteerte Strecke und es ging relativ zügig, aber langweilig dahin.
Die Langeweile endete abrupt, als wir bei einer Pause unseren linken hinteren Reifen betrachteten – hier fehlte ein Stück vom Profil, nicht riesig, aber immerhin sah man schon das Gewebe. Nicht gut. Der nächste Ort war Kamanjab und noch gut 100 km entfernt. Definitiv würden wir einen neuen Reifen brauchen, evtl. werden wir dort fündig. Wir kannten die Falkenberggarage von unserem Urlaub vor zwei Jahren. Aber sie hatte schon zu. Stattdessen kümmerten wir uns um eine Übernachtung. In Otjitotongwe gab es eine Cheetahfarm, die auch einen Campingplatz hatte. Und große Katzen waren immer ein Argument, dort mal einen Besuch abzustatten. Im Guesthouse mussten wir erst mal nach der richtigen Telefonnummer fragen, denn die im Reiseführer als auch im Navi waren falsch. Ich fiel mal gleich auf den Trick der Makalaninussverkäufer herein und verriet meinen Namen und Ralfs gleich mit – ups, und schon hatten wir zwei Nüsse, die wir gar nicht unbedingt wollten. Wir wollten aber sowieso eine Großbestellung aufgeben, damit Verwandtschaft und Freunde mit einem Mitbringsel bedacht werden konnten. Wir kamen dann ins Geschäft und hatten jede Menge zu lachen mit den Jungs. Wahrscheinlich darf man nur die Hälfte ihrer Geschichten Glauben schenken. Nachdem auf der Gepardenfarm Platz für uns war, wollten wir doch die Fütterung der Tiere nicht verpassen, wir mussten los.
Wir erreichten eine Farm auf deren umzäunten Hof zwei Geparden wie Wachhunde am Zaun saßen. Dann kam auch schon der Besitzer. Er bat uns herein, mit dem Hinweis die Sonnenbrillen abzunehmen, das mögen die Tiere nicht. Die beiden Geparden, neun und elf Jahre alt, kannten keinerlei Scheu und ließen sich von uns streicheln. Wir schienen auch gut zu schmecken, denn die rauen Zungen schleckten beständig unsere Arme ab, was für ein komisches Gefühl. Wir waren schlichtweg begeistert, die schönen Tiere so hautnah erleben zu können. Der Campingplatz lag noch ein Stück entfernt und nur ein Platz war belegt, das versprach ein ruhiger Abend zu werden. Die Bar war der Startpunkt zur Gepardenfütterung. Dann tauchte ein großer gelber Bus auf, oh Gott, das waren Overlander. Es stand zu befürchten, das die Nacht doch nicht so ruhig werden würde. Die Fütterungstour konnte dann beginnen, als die Zelte für die 22 jungen Leute aufgebaut waren. Wir fuhren ein Stück auf einem Pick-up in das Gepardengelände. Die wissen natürlich auch was geboten ist, wenn Autos kommen. Es gab Esel zu Abend und für alle fiel ein Stück ab. Erstaunlich was sie für Laute von sich gaben, gar nicht so passend für große Katzen. In einem extra umzäunten Gebiet lebten 6 Jungtiere im Alter von 6 Monaten und als Höhepunkt warteten noch 4 Babies im Alter von 2 ½ Wochen. Ganz knuddelige kleine Fellbündel, die schon versuchten zu fauchen. Bis hier jeder sein Foto gemacht hatte, das dauerte – leider war das Licht schon sehr schlecht für gute Bilder. Abends gab es nur schnell Küche – Ravioli waren noch auf Lager. Wir saßen noch am Lagerfeuer und der Lärm von den Overlandern hielt sich in Grenzen.
13. Tag
15.05.10
Gefahrene km: 199
Lodge:
Vingerklip Lodge
Der Campnachbar erzählte uns heute Morgen, das die Overlander doch noch richtig Remmidemmi gemacht haben. Wir haben nichts gehört, waren wahrscheinlich zu erschöpft vom Cheetahstreicheln. Wir fuhren noch mal nach Kamanjab um zu sehen, ob die Falkenberg-Garage doch geöffnet hatte. Sie hatte. Es war zwar kein ganz neuer Reifen mehr da, aber ein akzeptabler. Hoffentlich ist unser Vermieter einverstanden, denn einen neuen müssen wir so oder so bezahlen. Unterdessen reservierten wir uns ein Zimmer in der Vingerklip Lodge für die nächsten beiden Nächte. Wohlgemerkt es war das Letzte für heute.
Von Kamanjab aus waren es noch ca. 180 km zu fahren – also nicht mehr so weit. Wenn unsere Straßen daheim auch so leer wären wie hier, ein Traum. Ab und zu nur begegnete uns ein Auto. Das letzte Stück war dann Pad und bald tauchten die Ugab Terrassen auf. Ein Anblick, der uns stark an das Monument Valley erinnerte, nur das Gestein war nicht so rot. Die Lodge lag nicht weit entfernt von ihrem namensgebenden Felsen, der wie ein Finger in die Landschaft ragte. Wir wurden sehr freundlich mit einem Begrüßungsdrink empfangen und bezogen ein hübsches Zimmer. Warum es das letzte Zimmer war, war dann auch schnell klar. Die stattliche Anzahl von 36 Herrschaften aus dem Rheinischen belegte nahezu die ganze Lodge. Die entschwanden dann aber zu einem Ausflug und wir hatten den Pool mit Ausblick auf das Wasserloch ganz für uns allein.
Kudus tauchten immer wieder auf und löschten ihren Durst. Hübsche bunte Vögel aller Art nutzten den Pool als Tränke und Badewanne und Ralf hatte immer willkommene Fotomotive. Desöfteren haben wir schon Reisende mit dem Buch "Hummeldumm" von Tommy Jaud angetroffen, scheint so, als würde es sich zum Standardwerk für Namibiareisende entwickeln. Wir hatten es natürlich auch dabei. Ein guter Spruch der auch in das Buch passen würde, kam von einem Hotelgast: "Amarula, ist das auch eine Antilope"? Es war einfach zu schön. Abends an der Bar genehmigten wir uns einen Springbok bevor das Abendessen serviert wurde. Es gab Buffet und war sehr gut. Den restlichen Abend verbrachten wir mit dem verbliebenen Wein in "Ingrids Blick" einem Aussichtspavillon bei angenehmen Temperaturen.
14. Tag
16.05.10
Gefahrene km: 0
Lodge:
Vingerklip Lodge
Ab und zu ein Bett statt Bushcamper ist nicht so schlecht. Wir haben gut geschlafen, sind aber trotzdem mit dem Sonnenaufgang aufgewacht. Um 07:00 sind wir schon zum Frühstücken gegangen und die Reisegruppe war auch schon da. Hatte aber auch einen Vorteil, wir erfuhren die aktuellen Fußball- und Eishockeyergebnisse. Vormittags liefen wir zur Vingerklippe und genossen oben im Schatten die schöne Aussicht. Das Hotel bot die Möglichkeit, das Abendessen in Eagles Nest einzunehmen. Dazu musste man aber den nahen Tafelberg erklimmen, Essen mit Aussicht sozusagen. Wir waren neugierig und erklommen auch den Berg. Oben wartete auf die Abendgäste ein netter Pavillon mit schön gedeckten Tischen und grandioser Aussicht. Etwas entfernt kann man allein zu zweit in Heavens Gate übernachten, einem hübsch gestylten kleinen Häuschen mit eigenem kleinen Pool. Nachmittags war für uns nur Entspannung am Pool angesagt, der übrigens gelinde gesagt saukalt war.
Es kamen neue Gäste, darunter eine Kleingruppe mit 5 Personen. Vorteil vom Hotel ist, man kommt mit den Gästen leichter ins Gespräch als auf dem Campingplatz, finden wir zumindest. Ein Reisender machte uns auf eine Herde Elanantilopen am anderen Wasserloch aufmerksam, die sind sonst sehr scheu und man bekommt sie selten zu Gesicht. So konnten wir gleich mal sehen was heute Abend auf den Teller kam. Das Essen war heute auch wieder sehr gut und sehr angenehm aufgrund der deutlich reduzierten Gästeanzahl.
15. Tag
17.05.10
Gefahrene km: 358
Camping:
Etosha Namutoni
Das Lotterleben war wieder vorbei, heute fuhren wir für die nächsten 4 Nächte in den Etosha Nationalpark. Da mussten wir unbedingt noch einmal hin, denn vor zwei Jahren hatten wir nur zwei magere Elefanten in großer Entfernung und überhaupt keine Löwen gesehen. Das konnte nur besser werden. In Outjo machten wir noch einen kleinen Einkauf im Supermarkt. Die allgegenwärtigen Makalaninussverkäufer waren leicht abzuweisen, aufgrund der bereits vorhandenen großen Anzahl in unserem Auto.
In der Bäckerei tranken wir Kaffee und stöberten anschließend noch durch den Curio-Shop. Eine große Giraffe fand unseren Gefallen, haben sie aber noch nicht gekauft. Wir werden ja auf dem Rückweg noch mal hier vorbeikommen. Die letzten Kilometer waren auch bald geschafft und wir erreichten Mittags Okaukuejo. Allerdings hatten wir die ersten beiden Übernachtungen in Namutoni gebucht, das hieß: wir mussten einmal durch den ganzen Park fahren.
Bereits die ersten Wasserlöcher wiesen eine beachtliche Anzahl von Tieren auf. Besonders die Zebras waren sehr zahlreich vertreten. Teilweise war die Straße nur Wellblech, sehr unangenehm zu fahren. Im Tourist Office legten wir unser Reservierung für den Campingplatz vor, den Platz durften wir selbst wählen. Aber allzu viel Auswahl gab es nicht mehr. Wir sahen uns noch etwas um bis es dann Zeit wurde, die Holzkohle für unser Abendessen anzuheizen. Ein Schakal lief durchs Camp auf der Suche nach etwas Verwertbarem. Wir gingen später noch zum Wasserloch, aber es ließ sich kein Tier blicken.
16. Tag
18.05.10
Gefahrene km: 163
Camping:
Etosha Namutoni
Heute standen wir sehr früh auf, um schon zur Toröffnung bei Sonnenaufgang auf Morgenpirsch zu gehen. Angeblich sind früh morgens die Chancen auf Tierbeobachtungen am größten. Wir umkreisten die Fisher Pan, fuhren hoch bis zu Andoni aber Tiere ließen sich fast gar keine blicken, das war sehr enttäuschend. Am Tsumcor Wasserloch standen wir eine ganze Weile und hörten einen Löwen brüllen, aber gesehen haben wir keinen. Das frühe Aufstehen hatte sich nicht gelohnt.
Nach einer kurzen Pause im Fort wollten wir unser Glück am Wasserloch in Klein Namutoni versuchen. Ein einsames Gnu, einige Geier und Kudus waren dort zu sehen. Wir beschlossen, den Dik-Dik Drive zu fahren. Wir waren noch nicht weit gekommen, da sahen wir eine Herde Elefanten im Busch, die mit etwas Glück das Wasserloch ansteuern würden. Besseres konnte uns gar nicht passieren. Ralf fuhr noch ein kleines Stück um besser wenden zu können und sagte plötzlich: "Da kommt eine Löwin aus dem Gebüsch". Da ich das Tier nicht sofort entdeckte, glaubte ich es kaum. Sie spazierte gemächlich auf der Straße entlang, auch in Richtung Wasserloch. Ab und zu drehte sie sich um, weil mittlerweile noch ein Auto die Verfolgung aufgenommen hatte. Wir postierten uns am Wasserloch und sahen den Tieren beim Eintreffen zu. Zuerst kam die Löwin und löschte ihren Durst. Sie entfernte sich etwas als die Elefanten dazukamen und suchte sich schließlich ein schattiges Plätzchen unter einem Busch, wo sie alles gut im Blick hatte. Eine weitere Gruppe Elefanten traf ein, Trinken und Baden, alles lief ganz geregelt ab. Mittlerweile kam eine Gruppe Giraffen und Zebras. Die einen sicherten ab, derweil konnten andere trinken, es war interessant, wie sich die Tiere immer in der Nähe der Löwin positionierten. Wir standen bestimmt fast 2,5 Stunden da, ständig war etwas los, da hatten wir echt Glück gehabt.
Dann wurde es Zeit für einen kleinen Imbiss und ein kühles Rock Shandy im Innenhof des Forts. Auf unserem Campingplatz angekommen, zogen wir erst einmal auf den Nachbarplatz um, der war schön schattig und hatte auch Bäume um die Hängematte zu befestigen. Wir hielten Siesta und fuhren um 16:00 Uhr noch mal los. Es war natürlich verlockend, noch mal nach Klein Namutoni zu fahren, aber wir entschieden uns für das Wasserloch Tsumcor mit dem Löwengebrüll von heute Morgen. Auch in dem Gästebuch, in dem die Tiersichtungen berichtet werden, haben wir dort von Begegnungen mit Löwen gelesen. Kurz nach Abfahrt deuteten mehrere stehende Autos auf etwas besonderes hin, einige Elefanten standen hier im Gebüsch. Wir fuhren weiter Richtung Tsumcor als ich am Straßenrand ein Tier laufen sah, es war ein männlicher Löwe. Mensch hatten wir ein Glück. Er legte sich an den Straßenrand und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Ein zweiter Löwe kam aus dem Gebüsch, verschwand aber im hohen Gras. Wir konnten nur noch seinen Kopf sehen und er brüllte, immer wieder. Das war schon sehr beeindruckend. Der Kollege lag immer noch auf der Straße, nur mal kurz aufgescheucht von Arbeitern, die mit ihrem Lastwagen an ihm vorbei mussten. Langsam wurde es auch für uns Zeit den Rückweg anzutreten, das Tor schloss um 17:39 Uhr. Noch schnell einige Fotos, aber das Licht wurde nun auch schlecht, da die Sonne weg war. Ganz happy fuhren wir zum Camp zurück. Es gab Nudeln zum Abendessen. Die Vorräte mussten aufgebraucht werden, da wir nur noch zwei Campingnächte vor uns hatten. Wir begossen den erfolgreichen Tag mit dem restlichen Wein aus dem Karton und verfeuerten das letzte Holz. Morgen in Okaukuejo werden wir kein Feuer mehr machen, da müssen wir das Wasserloch beobachten.
17. Tag
19.05.10
Gefahrene km: 170
Camping:
Etosha Okaukuejo
Heute standen wir wieder zur normalen Zeit, sprich Sonnenaufgang auf. Es wehte ein kühler Wind, da wird das Frühstücken gleich etwas ungemütlicher. Wir packten alles zusammen, warfen noch einen Blick nach Klein Namutoni, ohne Glück allerdings, und fuhren dann Richtung Okaukuejo. Das einzig Besondere an Tiersichtungen waren zwei Nashörner. Leider aber standen sie mitten im Gebüsch, so dass keine Fotos möglich waren.
Mittags machten wir in Halali Pause. Die Bedienung war noch sehr jung und verstand/sprach auch kaum Englisch. Letztendlich bekamen wir aber doch was wir wollten. Als dann eine große Reisegruppe eintraf, natürlich Deutsche, machten wir uns startklar für die letzte Strecke. In Okaukuejo bekamen wir einen Campingplatz, der uns überhaupt nicht zusagte. Aber wir konnten tauschen, trotzdem dass der Platz sehr voll war. Abends kochten wir die Camping Henkersmahlzeit Eintopf mit Würstchen. Dann gingen wir zum Wasserloch, etwas dicker angezogen als sonst. Es war sehr kalt geworden. Ans Wasserloch kamen Nashörner um zu trinken und dann noch zwei Giraffen. Denen beim Trinken zuzusehen finde ich sehr interessant, da sie sehr vorsichtig sind. Dann waren alle Tiere verschwunden und wir verschwanden auch in unseren Camper um noch etwas zu lesen.
18. Tag
20.05.10
Gefahrene km: 163
Camping:
Etosha Okaukuejo
Es war sehr erfrischend heute Nacht. Ein Magenproblem hatte ich mir auch zugezogen, gut dass das Waschhaus so nah war. Unser Morningdrive war nicht sehr erfolgreich. Was uns auch noch auffiel, die Rastanlagen im Park werden nicht mehr richtig gepflegt, sie sind teilweise zerstört und runtergekommen. Nachmittags räumten wir unseren Camper auf, die nächsten und leider letzten drei Nächte werden wir im Hotel verbringen. Der Aufwand hielt sich aber in Grenzen. Wir beobachteten einen Campingnachbarn, der eiligen Schrittes vom Wasserloch kam und dann mit Begleitung wieder entschwand. Hatte das etwas zu bedeuten? Ralf packte seine Fototasche und machte sich auch auf den Weg.
Als er nicht zurückkam, ging ich auch los. Drei Elefantenbullen standen am Wasserloch und hatten es überhaupt nicht eilig mit irgendwelchen Aktivitäten. Es dauerte eine halbe Ewigkeit bis mal einer im Wasser war. Als die drei fertig waren, kamen die nächsten Bullen. Einer davon hatte ein Sendehalsband um. Zum Abendessen gingen wir heute in das Restaurant, es gab Buffett. Das Personal war sehr freundlich, vor allem der Koch, der die Gäste fast überschwänglich willkommen hieß. Es gab unter anderem Eland und das schmeckte sehr gut. Später stand am Wasserloch ein einsamer Elefant und 4 Nashörner planschten im Wasser herum, zwei weitere kamen dann noch dazu. Sehr zuverlässig die Rhinos. Im Camp waren wieder Schakale unterwegs auf der Suche nach etwas Fressbarem. Sie verschleppen auch gerne Schuhe, die die unachtsamen Camper draußen liegen ließen. Am nächsten Morgen laufen dann die Wärter herum und suchen die Besitzer.
19. Tag
21.05.20
Gefahrene km: 333
Lodge:
Erongo Wilderness Lodge
Nachdem letzte Aufräumarbeiten erledigt waren, haben wir heute Morgen im Restaurant gefrühstückt. Vor unserer Abfahrt sahen wir noch mal zum Wasserloch, eine Herde Gnus stand im Wasser und viele Zebras kamen gerade um auch ihren Durst zu löschen. Nun verließen wir Etosha und fuhren nach Outjo. Es wurden noch einige Mitbringsel gekauft und auch die große Giraffe wird mit uns die Heimreise antreten. In der Bäckerei tranken wir noch Kaffee und lasen die Neuigkeiten der Welt in der AZ.
Kurz nach Omaruru erreichten wir die Erongo Wilderness Lodge, die vorletzte Station unserer Reise. Wir wurden sehr freundlich mit einem Drink empfangen und dann zu unserem Zelt gebracht. Wir bekamen die Nummer 6 mit einem kleinen Privatpool incl. Liegen und Sonnenschirm. Es war die Honeymoon Suite. Das Zelt steht auf einem überdachten Holzpodest und ist mit einem Bett, Ablagemöglichkeit und einem Schrank eingerichtet. Das Bad dahinter ist nicht ganz zugemauert, so dass etwas open-air Gefühl aufkommt. Das umliegende Erongo Gebirge bot viele Wandermöglichkeiten und wenn die zahlreichen Klippschliefer nicht ihre lauten Schreie hören ließen, war es paradiesisch still. Nachmittags gab es Kaffee und Kuchen im Restaurant, der Weg dorthin führt über Holzstege und einige Treppen, nichts für Fußkranke. Die Guides wollten uns zu Aktivitäten wie Sundownerwalk bewegen, aber wir wollten viel lieber faulenzen.
Zu Abend gab es Rind mit Reis und Gemüse, zur Vorspeise Salat und geräuchertes Wildfleisch mit Melone. Pannacotta und eine Flasche Wein rundeten das ganze ab. Sehr, sehr lecker. Ab und zu besuchen Stachelschweine und eine Ginsterkatze die Lodge. Wir hatten aber kein Glück, es ließ sich niemand blicken. Ein guter Geist hatte uns zwei Wärmflaschen in unser Bett gelegt. Es wehte zwar ein frischer Wind, aber es war nicht so kalt wie im Etosha die Nacht zu vor.
20. Tag
22.05.10
Gefahrene km: 0
Lodge:
Erongo Wilderness Lodge
Wir verbrachten eine gute Nacht im Zelt und wachten erst um 7.00 Uhr auf. Es gab ein gutes Frühstück und danach verzogen wir uns wieder in unseren Privatbereich. Das Tagebuch wurde mal wieder auf den neuesten Stand gebracht, die letzten Seiten in den mitgebrachten Büchern gelesen. Ralf ließ Wasser in unseren Pool, damit die Sonne es etwas anwärmen konnte. Wir gaben uns ganz dem Müßiggang hin und ich war froh darum, denn mein Magen war noch immer nicht wieder ganz in Ordnung.
Den Nachmittagssnack ließen wir uns aber nicht entgehen, dafür konnten wir uns dann doch aufraffen. Viele Klippschliefer waren auf den Felsen unterwegs und auch diverse Agamen und Eidechsen gaben gute Fotomotive ab. Einen wunderschönen farbigen Sonnenuntergang verfolgten wir von einem Felsen aus bevor es bald wieder Zeit wurde das Abendessen einzunehmen. Auch heute wurden wir wieder sehr gut bekocht und die Besitzer kümmerten sich sehr nett um die Gäste. Das Stachelschwein ließ sich blicken, es hatte einen Stachel im Gesicht, wohl von einem Kampf mit einem Kontrahenten.
21. Tag
23.05.10
Gefahrene km: 227
Lodge:
Ondekaremba
Wir genossen noch einmal das Frühstück und den schönen Ausblick von der Terrasse. Wir beglichen unsere Rechnung und dann wurde es langsam Zeit nach Windhoek zu fahren. Gleich zweimal hatten wir Schlangenbegegnungen, die Erste war richtig lang, bestimmt über 2 Meter, sie verschwand aber sehr schnell im Gebüsch. Die Zweite war eine Puffotter. In Okahandja besuchten wir den Holzmarkt um die wirklich letzten Geschenke zu erstehen und machten Pause im Brauhaus.
Gegen Mittag kamen wir in Windhoek an, etwas früher als zur vereinbarten Zeit für die Rückgabe unseres Autos. Es gab nichts zu beanstanden, die letzten Formalitäten wurden erledigt und dann kam auch schon der Fahrer, der uns nach Ondekaremba brachte. Die Fahrt wurde begleitet von lauter, afrikanischer Musik und uns wurde es so richtig bewusst, dass wir morgen wieder nach Hause müssen. Auf Ondekaremba bekamen wir eine kleine Wohnung mit Küche und Wohnzimmer. Auch hier gibt es nachmittags Kaffee und Kuchen und wir tauschten mit anderen Reisenden unsere Erlebnisse aus. Nach dem Abendessen hielt es niemand mehr lange aus, da alle morgen sehr früh raus mussten.
22. Tag
24.05.10
Windhoek-München
Der Wecker klingelte um 4:30 Uhr. Im Gegensatz zum letzten Jahr gab es dieses mal richtiges Frühstück statt Frühstück auf dem Zimmer. Es sah alles sehr appetitlich aus und wir mussten doch zugreifen, obwohl sich der Hunger in Grenzen hielt. Dann wurden wir in den VW Bus eingeladen incl. unserer Giraffe und es konnte losgehen zum nahegelegenen Flughafen.
Da wir Business zurückflogen, konnten wir noch in Ruhe einen Kaffee in der Lounge trinken bevor es dann endgültig Abschied nehmen hieß. Der Service war sehr aufmerksam, der Flug dagegen verlief teilweise sehr unruhig. Dafür hatten wir einen super Blick über die Etoshapfanne, der war wirklich grandios. Auch der Anflug über die noch schneebedeckten Alpen kurz vor München war wirklich wunderschön. Wir waren wieder daheim und auch unser Holztier hatte die Reise gut überstanden.
Fazit:
Eine wunderschöne Reise in den Norden Namibias ist wieder mal zu Ende. Land, Leute, und letztendlich auch unser "Jagdglück" im Etosha, bleiben uns auch diesmal wieder unvergesslich in Erinnerung.
Wo die nächste Reise hingeht??.... AFRIKA

Letzte Aussicht auf die Etosha Pfanne