New York 2010

New York... schon lange wollten wir diese Stadt besuchen. Geschafft hatten wir es irgendwie nie. Das sollte nun anders werden und so machen wir uns auf zu einem Kurztrip in die "Stadt die niemals schläft".

Reisezeit: 20.03.10 - 26.03.10
Übernachtung:Park Central Hotel

Fotos gibt es hier

Samstag, 20.03.2010

Wir flogen mit der LH von München nach New York JFK. Da die Maschine überbucht war, gab es 600 Euro für Umbuchungswillige. Kein schlechter Preis und es fanden sich wohl auch welche, so daß es mit einer A-330 300 die auf den Namen „Ingolstadt“ (unsere Heimatstadt) getauft war, endlich losging. Beim Anflug auf NY hatten wir einen schönen Ausblick auf Long Island.
Eine ewig lange Menschenschlange erwartete uns bei der Einreise, aber die Beamten waren sehr bemüht, die Warterei in Grenzen zu halten. Ich hatte versehentlich vergessen den unteren Abschnitt des Einreiseformulares auszufüllen, aber der Beamte war superfreundlich und wir konnten die fehlenden Abschnitte noch schnell nachtragen. Ich glaube, früher hätten wir uns noch mal in die Schlange ganz hinten einreihen können. Wir holten unser Gepäck und Ralf musste erst mal seinen Nikotinhaushalt auf Stand bringen. Wir nahmen uns dann ein Taxi zum Hotel. Wir wohnten im Park Central in der 7th Avenue unweit vom Central Park. Wir standen gleich mal im Stau und konnten so die ersten Eindrücke auf uns wirken lassen. Im Hotel bekamen wir ein anständiges Zimmer mit zwei Betten und waren ganz zufrieden damit. Uns trieb die Neugier auch gleich wieder raus und wir liefen zum Times Square. Ein riesiges Lichtermeer und noch mehr Leute erwarteten uns hier, das war schon sehr beeindruckend. In der Nähe vom Central Park fanden wir dann noch ein Plätzchen für ein kleines Abendessen. Es war relativ mild, so das wir draußen sitzen konnten. Das Bier ist sehr teuer, mussten wir feststellen.

Sonntag, 21.03.2010

Die erste Nacht verlief etwas unruhig, da ständig Geschrei und Gehupe von der Straße zu hören war. Ralf ist wie immer zuerst aufgestanden und hatte schon die ersten Fotos geschossen, da war es noch gar nicht richtig hell. Nun kannten wir auch den Grund für den Lärm der vergangenen Nacht, heute war Halbmarathon und es wurden Absperrgitter entlang der Straße aufgebaut. Traditionell gab es heute Morgen ein gutes amerikanisches Frühstück mit Eiern und Kartoffeln. Dann kamen schon die ersten Läufer durch den Central Park und wir schauten dem Treiben etwas zu. Bei Sonnenschein liefen wir durch den Park der wie eine große grüne Oase mitten in der Stadt liegt. Die ersten Frühlingsblumen spitzten schon heraus und einige Wasserschildkröten sonnten sich am Ufer. Ab und zu setzten wir uns auf eine Bank und beobachteten die Leute. Wir kamen am Museum of Natural History vorbei und am Dakotagebäude, vor dem John Lennon erschossen wurde. Weiter ging es Richtung Time Warner Center und dann in die 5th Ave. Aber hier fanden wir es nicht so interessant, bogen in die Park Ave ab und liefen weiter Richtung MetLife Gebäude, nicht ohne vorher noch einen Abstecher in das Waldorf Astoria Hotel zu machen. Da lief uns gleich das Wasser im Munde zusammen, es war nämlich ein leckeres Buffet aufgebaut.
So langsam spürten wir unsere Füße und hatten eine kleine Vorahnung was da noch auf uns zukommen wird an Lauferei. In der Grand Central Station bewunderten wir die beeindruckende Halle und Ralf suchte die richtige Einstellung zum Fotografieren. Die vielgepriesene Oyster Bar im Untergeschoss hatte Sonntags leider nicht geöffnet. Im Food Court ruhten wir uns bei Kaffee und Muffins aus. Nahebei ist auch sicher eines der schönsten, wenn nicht sogar das schönste Gebäude zu sehen, das Chrysler Building mit seinen silbernen Verzierungen. Dann ging es wieder zurück Richtung Plaza Hotel mit einem kleinen Bummel durch das Luxuskaufhaus Bergdorf & Godmann – alles was gut und teuer ist, findet man hier in dem 7stöckigen Shoppingtempel. Damit hielten wir uns aber nicht so lange auf und marschierten weiter zum Rockefeller Centre mit seiner Eislaufbahn, die von der goldenen Prometheus Statue bewacht wird. In den MOMA Museumsshop musste ich wenigstens einen Abstecher machen, wenn schon das Museum selbst nicht auf dem Programm steht, dank meines "kunstliebenden" Gatten. Bevor es zurück zum Hotel ging, zündeten wir noch eine Kerze für die Verstorbenen in der sehr schönen St. Patricks Kathedrale an.
Immer wieder sahen wir kirchenähnliche Gebäude zwischen den riesigen Häusern stehen, sie wirken manchmal wie fehl am Platz. Ein großer Kontrast. Zum Sonnenuntergang waren wir auf dem Top of the Rock und genossen die etwas diesige Aussicht auf NY und Umgebung. Schon ein grandioser Ausblick. Heute war es deutlich kühler als gestern Abend und ich war schon etwas durchgefroren als wir nach vielen Fotos die Höhe wieder verließen. Wir dachten, das wir zum Essen ins Hardrock Cafe gehen könnten, aber eine Stunde Wartezeit war uns dann doch zu viel. So verließen wir den trubeligen Ort, es war gefühlt noch viel, viel mehr los als gestern Abend. Wir gingen dann in das Ben Nash Restaurant nahe dem Hotel – Burger & Sandwich gab es in großen Portionen, wie immer.

Montag, 22.03.2010

Die Wettervorhersage für heute war schlecht, leider war sie auch noch zutreffend – es regnete. Also stand Shoppen auf dem Programm. Zuerst aber war Frühstück angesagt, die Idee hatten auch viele andere, dementsprechend "busy" war der Laden. Wir nahmen dann ein Taxi zum Bus Terminal, ehrlich gesagt zu Fuß oder mit der U-Bahn wären wir wohl schneller gewesen. Wir hatten gar nicht mehr auf die Abfahrtszeit des Busses zum Woodbury Outlet geachtet und so wurde die Zeit arg knapp. Wir mussten erst den Ticketschalter suchen und waren natürlich zuerst im falschen Gebäude. Aber wir hatten Glück und der Bus war nicht ganz pünktlich, kaum saßen wir drin ging es auch schon los. Ca. eine Stunde braucht der Bus bis zum Outlet. Sehenswertes gab es auf der Fahrt dorthin nicht. Manch Shoppingwütiger hatte gleich einen Rollkoffer zum Verstauen der Beute mitgebracht, gar keine so schlechte Idee. Um einige neue Teile reicher, stiegen wir bei strömenden Regen gegen 17:40 wieder in den Bus.
Der Ausflug hatte sich auf alle Fälle gelohnt, obwohl wir manche Stücke in anderen amerikanischen Outlets schon mal etwas billiger gesehen hatten, meinten wir zumindest. Abends wollten und konnten wir nicht mehr weit laufen, die Füße schmerzten ja ohnehin schon von gestern. Also gingen wir zum berühmten Carnegie Deli. Riesige Sandwichs mit Bergen von dünn geschnittenem Fleisch, sog. Pastrami gab es hier. Ralf bestellte sich eines und ich wollte nur Salat, aber der war ebenso in Übergröße. Es gab einige für uns komplett unbekannte Gerichte aus der jüdischen Küche, die die anderen Gäste bestellten. So hatten wir einiges zu beobachten.

Dienstag, 23.03.2010

Heute morgen war es immer noch bewölkt und kühl aber es regnete nicht mehr. Nach dem Frühstück, getoastetes Bagel mit Creamcheese und Marmelade entwickelt sich zu meinem absoluten Favoriten, kauften wir uns ein 48 Stunden-Ticket für den Grayline Bus. Hier konnten wir auf 3 verschiedenen Routen an festen Punkten ein- und auch wieder aussteigen. Wir ließen uns über den Times Square, Chinatown und Little Italy chauffieren und stiegen dann beim Madison Square Garden aus. Wir machten einen Bummel durch Macys, das angeblich größte Kaufhaus der Welt – das Angebot  ist riesig. Das Empire State Building war halb in den tiefen Wolken verschwunden, sodass wir weiterliefen bis zum markanten Flat Iron Building. Nächster Halt mit dem Bus war dann die City Hall.
Im Starbucks mussten wir uns erst mal mit einem Kaffee aufwärmen, denn es war wirklich frisch. In der kleinen St. Pauls Kapelle gegenüber Ground Zero wurde eine Ausstellung vom Einsatz der freiwilligen Helfer und Feuerwehrmänner nach dem Attentat am 11. September gezeigt. Eine Orgel spielte, das war schon eine ergreifende Stimmung. Die Bautätigkeiten für die neuen Türme waren in vollem Gange und wie es einmal aussehen wird, zeigte eine andere Ausstellung mit kleinem Laden unweit der Kapelle. Nahebei findet sich das Century 21, ein Paradies für Schnäppchenjäger, Shopping Madness pur. Wir liefen weiter bis zur Trinity Church und Wall Street. Durch die tiefen Wolken und hohen Gebäude ringsum, hatte man den Eindruck in einem Schwarz-weiß Film zu stehen. Dann machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Battery Park, wo die Abfahrt des Schiffes  für die Statue of Liberty ist. Hoffentlich ist morgen das Wetter besser, aber der Wetterbericht hat ja Sonnenschein versprochen. Da es wieder etwas regnete, setzten wir uns in den Bus und ließen uns zurück zum Hotel kutschieren.
Abends waren wir im Hard Rock Cafe und konnten auch dem schon fast obligatorischen T-Shirt nicht widerstehen. Zum Nachtisch gab es im Ben Nash Restaurant einen super leckeren Käsekuchen mit Erdbeeren, der auch super teuer war. Der Ober erkannte uns wieder und wir unterhielten uns noch etwas.

Mittwoch, 24.03.2010

Die Sonne schien heute, aber es blies ein sehr kalter Wind. Nach dem Frühstück sind wir mit der Subway zum Battery Park gefahren, wir hatten uns eine Metro Card gekauft und das funktionierte alles wunderbar. Wir waren gar nicht so spät dran, aber an die erste Fähre um 09:30 Uhr war nicht zu denken. Alle haben auf schöneres Wetter gewartet und den Besuch zur Freiheitsstatue geschoben, wenn es nur irgendwie ging.
Wir mussten Schlange stehen und es wehte ein eisiger Wind, wir waren heilfroh um unsere Winterjacken. Zuerst mussten wir durch eine Kontrolle wie am Flughafen und um 10:30 konnte es dann endlich losgehen. Ich mag mir gar nicht ausmalen wie es hier bei richtig schönem Wetter zugeht. Crown-Tickets zum Besuch der Krone der Freiheitsstatue hatte es für heute keine mehr gegeben aber wir fanden es auch so toll, die grüne Dame aus der Nähe zu sehen. Nachdem wir sie ausgiebig fotografiert hatten, haben wir im Souvenirshop noch eine Kleinigkeit erstanden. Den Weg auf die Plattform der Freiheitsstatue ersparten wir uns, denn dazu musste jegliches Gepäck, sprich Rucksack, in Schließfächer eingesperrt werden. Wir tranken noch einen Kaffee und nahmen dann die nächste Fähre nach Ellis Island. Hier mussten die Auswanderungswilligen die Einreiseformaliäten und –prozeduren über sich ergehen lassen und davon berichtet das Museum sehr informativ und umfassend. Am Computer konnten wir prüfen ob auch von unserer Familie jemand ausgewandert war. Zumindest der Name tauchte im Register auf, ob es aber tatsächlich jemand aus der Familie war…wer weiß.
Kurz nach Mittag fuhren wir zurück und machten noch mal Fotos bei besserem Wetter in der Wall Street und Umgebung und besuchten auch den Charging Bull. Wir nahmen noch mal den Grayline Bus, dieses mal saßen wir oben und konnten die Gegend besser betrachten, als gestern bei Nieselwetter. Der Bus hielt praktischerweise ganz nah bei unserem Hotel. Wir machten uns kurz frisch und dann ging es schon wieder weiter zur Subway, denn heute Abend besuchten wir das Eishockeyspiel New York Rangers gegen die NY Islanders im Madison Square Garden. Dazu habe ich mir extra ein Trikot unseres Heimatvereins vom Neffen ausgeliehen, darauf wurden wir auch gleich von einem deutschen Besucher angesprochen. In die Halle passen ca. 18000 Zuschauer, ist schon etwas größer als bei uns in Ingolstadt. Dafür können die Fans hier stimmungsmäßig bei weitem nicht mit der DEL mithalten. Trotz fast voller Halle kommt hier keine Stimmung auf. Die Zuschauer singen maximal bei einem Tor und davon bekamen sie auch reichlich zusehen, denn die Rangers gewannen 5:0. Schön, einmal ein NHL Spiel gesehen zu haben. Das Bier war auch hier teuer und es gab eine große Auswahl an Fast Food. Mit der Subway fuhren wir wieder zurück und meine Befürchtung von einer übervollen U-Bahnstation erfüllte sich Gott sei Dank nicht, die Menschenmengen verstreuten sich rasch in alle Himmelsrichtungen.

Donnerstag, 25.03.2010

Langsam wird’s anstrengend, die Füße tun mir weh. Schon Morgens. Heute stand die Brooklyn Bridge auf dem Programm. Wir nahmen wieder die Subway zur City Hall und von dort aus fanden wir gleich den Weg zur Brücke. Ich war überrascht wie viele Fußgänger und Radfahrer, nicht nur Touris, hier unterwegs waren. Wir gingen bis zum Ende und dann in den kleinen Empire-Fulton Ferry Park von dem aus wir gute Sicht auf die Hochhäuser mit der Brücke im Vordergrund hatten. Der Wetterbericht hatte schon wieder recht und es zog sich in null Komma nix zu und es sah nicht so gut aus. Wir nahmen den gleichen Weg wieder zurück, ich musste jetzt langsam tun – mein Bein war echt überlastet. Einem Zeichner auf der Brücke kauften wir ein Tuschebild ab. Wir liefen dann weiter Richtung Chinatown, und legten eine Pause bei Starbucks ein. Meine absoluten Favoriten sind hier die Cupcakes (kleine Muffins mit Creme obendrauf), hmmm lecker. Wir beobachteten das Leben draußen auf der Strasse bevor wir uns wieder aufmachten. Die Läden mit frischem Fisch, Gemüse und frischen lebenden Kröten, das geht mir bis jetzt nicht aus dem Kopf, die armen Viecher, fanden wir schon faszinierend. Vieles davon kennen wir gar nicht.
Unversehens gelangten wir auch nach Little Italy, wo wir uns ein Eis schmecken ließen und die Ober von diversen Ristorantes uns zum Einkehren bewegen wollten. Langsam wurde die Füße platt und wir gelangten nach Soho. Wir sahen das Little Singer Building und besuchten Dean&Deluca, ein sehr gut ausgestattetes  Delikatessengeschäft mit großer Auswahl. Eine sehr lebendige Gegend, mit vielen Leuten und netten Läden. Weiter zum Union Square wo Mitglieder der Jüdische Partei oder Kirche mit lauter Musik aus Wohnmobilen auf sich aufmerksam machten. Kurze Pause bei einem führenden Fastfood-Anbieter. Und weiter so weit die Füße trugen, bis hin zum Empire State Building. Die Sonne kam wieder raus und wir entschlossen uns schon jetzt zum Besuch des ESB. Wer weiß wie morgen das Wetter wird. Nach der obligatorischen Kontrolle ging es ruckzuck in den 86 Stock mit einmal Umsteigen. Tolle Sicht auf die Hochhäuser, jedoch sehr diesig. Nach einer kurzen Pause im Hotel haben wir uns wieder aufgerappelt und sind mit der Subway zum Times Square gefahren. Ribs essen bei BBQ Dallas, die waren sehr gut. Im Hello Kitty Laden war leider Fotografierverbot, die Sachen sind einfach zu süß. Dann haben wir uns noch einen Kaffee geholt und sassen an einem der zahlreichen Tische am Times Square und haben die Leute beobachtet und genossen unseren letzten Abend. Dann sind wir nach Hause gelaufen und völlig erledigt ins Bett gefallen.

Freitag, 26.03.2010

Heute war leider schon der letzte Tag angebrochen. Morgens blieben wir ein bisschen länger liegen als die vergangenen Tage und dann mussten wieder alle Utensilien im Koffer verstaut werden. Der Platz wurde schon etwas knapp, da Ralf so viel eingekauft hatte J Wir ließen uns noch einmal ein Frühstück in unserem "Stammlokal" schmecken und checkten aus dem Hotel aus. Wir konnten unser Gepäck unterstellen und reservierten auch gleich einen Fahrdienst für heute Abend zurück zum Flughafen. Endlich hatten sich meine Füße an das Asphalttreten gewöhnt, heute tat nichts mehr weh, aber nun war es zu spät. Wir brachen zu einer letzten Runde auf Richtung 5th Ave. Heute stellten wir uns doch mal in die Schlange bei Abercrombie & Fitch an, nachdem wir uns letztens schon gefragt hatten – warum überhaupt anstellen? Ist doch nur ein normaler Klamottenladen. Nach kurzer Zeit wurden wir eingelassen in einen düsteren Shop dominiert von lauter Musik und einem aufdringlichen Parfümduft. Eine Bluse wechselte dann doch in meinen Besitz über. Geschickte Werbung bzw. Verkaufsstrategie macht es möglich, den Laden so interessant wie möglich zu gestalten. So ein richtiges Ziel hatten wir nicht mehr, also liefen wir noch etwas durch den Central Park, und gingen später noch Kaffeetrinken. Dann wurde es langsam Zeit zum Flughafen zu fahren, dieses mal nach Newark. Der Taxifahrer kämpfte sich tapfer durch den dichten Feierabendverkehr. Wir hatten Glück und konnten Ralfs Meilen verschwenderisch für die Business Class einsetzen. Die Wartezeit  bis zum Abflug überbrückten wir in der Lounge. Der Flug nach Hause war sehr angenehm aufgrund des doch viel großzügigeren Ambientes als in Eco. Eine tolle, aber auch anstrengende Woche in New York ging zu Ende.