Reisebericht NW Kanada 2001
1. Tag
15.06.01
Unser Flug mit Canada 3000 nach Calgary sollte um 11:55 Uhr gehen - denkste!! Pünktlich, das wäre auch zu schön gewesen. Die Wartezeit wurde uns mit einem Essensgutschein versüßt und dann um 14:00 Uhr flogen wir endlich los. Der Flug war angenehm (ruhig und das Flugzeug nicht voll), Essen annehmbar und über Grönland hatten wir eine schöne Aussicht auf schneebedeckte Berge und ewiges Eis.
Um 15:00 Uhr landeten wir bei bewölkten und windigen 12° C in Calgary. Die Einreiseformalitäten waren schnell hinter uns gebracht - außer das wir in der langsamsten Reihe (wie immer) standen. Mit dem Taxi fuhren wir zum Travelodge Airport Hotel - das Zimmer war etwas klein und es war ihm anzumerken das es ein "Raucherzimmer" war. Nachdem wir uns ausgeruht und geduscht hatten, machten wir einen kleinen Spaziergang und fanden ein nettes Steakrestaurant. Dort ließen wir es uns zur Einstimmung auf den Urlaub gut gehen bei Steaks und Wein. Das letztere tat dann auch seine Wirkung und wir schliefen schon bald gegen 20.00 Uhr ein.
2. Tag
16.06.01
Geschlafen haben wir bis um 06.00 Uhr - dann ging's nicht mehr. Im Hotel frühstückten wir dann typisch kanadisch mit Ei, Kartoffeln, Schinken und Toast. So gestärkt, wurden wir und ein weiteres Paar gegen 09.15 Uhr mit einem Bus von Fraserway RV abgeholt. Es wurden gleich Reiseerinnerungen und Erfahrungen ausgetauscht und jeder freute sich auf das Kommende. Die Formalitäten und die Fahrzeugeinweisung bei Fraserway ging, wie auch schon vor 2 Jahren, zügig von statten.
Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir beide als erste vom Hof. Das erste Ziel war Safeway, der große Supermarkt. Hier deckten wir uns mit Lebensmitteln und was der Mensch sonst noch so braucht für 180 Can$ ein. Zweites Ziel (wichtig) war der Liquore Store: hier erstanden wir zwei Flaschen Wein und was sonst? Bier natürlich - Canadian Molson (machte zusammen schlappe 36 Can$). Dann ging es endlich los nach Lake Louise. Die noch sehr schneebedeckten Berge näherten sich rasch aber der Himmel trübte sich ein und es fing an zu regnen. Das letzte Stück fuhren wir die 1A - eine kleinere und weniger befahrene Straße im Gegensatz zum Highway 1. Dort sahen wir auch gleich die ersten Elks. Erst einen Hirschen mit stattlichem Geweih und später dann so 5 - 6 jüngere Tiere direkt am Straßenrand. Das waren aber auch die einzigsten Tiere für heute. Lake Louise Trailer (21 Can$) war unser Campingplatz für diese Nacht. Wieder fing es an zu regnen und es war sehr kühl - da hatte die Heizung gleich ihren ersten Einsatz. Nach dem Abendessen und einem Spaziergang war unser erster Tag zu Ende.
3. Tag
17.06.01
Dank einer zusätzlichen Decke und der Heizung verbrachten wir eine gute Nacht. Ralf war schon um 06.30 Uhr auf den Beinen und machte Frühstück. Leider hatte unsere mitgebrachte Bodum-Kaffeekanne einen Sprung und so mussten wir filtern. Die Wolken verzogen sich etwas und gaben schneebedeckte Berge im Morgenlicht frei - ein wunderbarer Anblick. Schon um 08:00 Uhr waren wir startklar und fuhren zum Lake Louise. Erstaunlicherweise waren die Parkplätze bis auf wenige Autos leer. Sehr wenig Betrieb auch am See - wir konnten Berge und Gletscher noch wolkenfrei genießen, denn kurze Zeit später waren sie wolkenverhangen. Die ersten Busladungen mit Japanern kamen an und die Leute hetzten (im Laufschritt) kurz zum See dann ins Hotel und zurück in den Bus. Wer's mag. Wir machten uns mit einem Capuccino wieder auf den weiteren Weg - zum Peyto Lake. Es lag noch einiges an Schnee hier oben - aber die ersten Blümchen blühten schon. Der See hatte eine sagenhafte blau- bzw. smaragdgrüne Farbe - wenn nur nicht diese vielen Japaner gewesen wären.
Am Columbia Icefield liefen wir bis zum Gletscheranfang. Dort kann man anhand der Jahreszahlen am Wegesrand gut sehen wie sich der Gletscher Jahr für Jahr zurückzieht. Im Visitor Center aßen wir einen Burger und dann fuhren wir weiter nach Jasper. Unterwegs sah ich einen Koyoten - aber sonst ließ sich nichts blicken. Auf dem Whistlers Campingplatz (21 Can$) angekommen haben wir erst den Stellplatz in Augenschein genommen und fuhren dann anschließend in den Ort um noch etwas einzukaufen. Hühnerbrust gibt es heute Abend. Wieder zurück duschten wir und saßen dann noch draußen in der Sonne. Ein freches Eichhörnchen untersuchte unseren Tisch nach etwas Fressbarem - fand aber nichts. Ralf probiert, ob er ein Feuer hinbekommt, denn das Holz war etwas feucht. Aber letztendlich hat es doch geklappt.
Zur Erinnerung: Vor 2 Jahren verbrannte sich hier jemand die Finger und anschließend kam der Bär.
4. Tag
18.06.01
So um 09.00 Uhr waren wir heute startklar, aber erst mussten wir noch dumpen (Abwassertanks entleeren) und Diesel auffüllen. Die Wolken verzogen sich und so erreichten wir unser erstes Ziel den Mt. Robson bei strahlendem Sonnenschein. Der höchste Punkt der kanadischen Rockies bot einen imposanten Anblick - und vor allem war der Gipfel bis auf eine kleine weiße Wolke frei. Dies ist längst nicht immer der Fall.
Wir legten eine Mittagspause ein und ließen uns von der Sonne wärmen. Ab jetzt begann Neuland für uns - wir bogen Richtung Prince George ab. Außer einem größeren Ort, Mc Bride, gab es nur noch ein paar vereinzelte Käffer - sonst nur Wald und Berge. Einen Bären sahen wir am Straßenrand - leider auf der falschen Seite. Kurz vor Prince George sah ich einen Bären über die Straße laufen (eine Fata Morgana??). Aber wir waren zu weit weg und er war im Gebüsch verschwunden. Gegen 15.30 Uhr hatten wir unser Ziel, Prince George, erreicht. Wir riefen Barbara an (unsere Internet-Bekanntschaft) und sie holte uns vom Visitor Center ab. Zur Begrüßung gab es bei ihr zu Hause Kaffee und Kuchen. Heidi ihre Pudeldame war ganz aufgeregt und hüpfte wie ein 'Gummiball' durch das Wohnzimmer. Auf einer ausführlichen Stadtrundfahrt zeigte Barbara uns was P.G. alles zu bieten hat. Abends gab es eine leckere home made Pizza und einer ihrer Söhne kam zum Essen. Später saßen wir auf Ihrer Terrasse und unterhielten uns über alles mögliche. Für uns war es ein langer Tag, denn wir hatten eine Stunden dazu gewonnen. In unserem Mobil, welches in der Auffahrt stand, tranken wir noch ein Bier und ab gings in die Falle. Ach ja, hier gibt es sogar Kolibris - wir sahen einen als wir auf Barbaras Terrasse saßen. Passt eigentlich gar nicht zu Kanada, oder?

5. Tag
19.06.01
Bei Barbara gab es morgens ein opulentes kanadisches Frühstück mit Pancakes, Ahornsirup, Speck und Würstchen (noch mal ein herzliches Dankeschön für alles an dieser Stelle). Dann nahmen wir Abschied und fuhren nach Fort St. James. Das dortige Freilichtmuseum zeigt den 1806 gegründeten Pelzhandelsposten der "Hudsons Bay Company" wie er 1896 ausgesehen hat. In den Häusern warteten immer "Bewohner" die erzählten (auch in deutsch) wie es hier früher zugegangen ist. So erfuhren wir einiges über den Pelzhandel mit den Indianern.
Da wir beschlossen hatten, heute nicht mehr weit zu fahren, steuerten wir den Paarens Beach Provincial Park (9 Can$) - schön am See gelegen - an. Wir bekamen einen sonnigen Platz am See - was will man mehr. Nachmittags lasen wir, sonnten uns und ließen den Herrgott einen guten Mann sein. Abends grillten wir Steaks überm Feuer, dazu gab es Folienkartoffeln und geröstetes Knoblauchbrot. Ein wunderschöner Sonnenuntergang war der Abschluß des Tages. So lassen wir uns gerne verwöhnen.
6. Tag
20.06.01
Heute morgen war das schöne Wetter verschwunden, beim Frühstück fing es an zu regnen. Unser Weg führte uns über Smithers nach Hazelton. Zwischen den Hazeltons, es gibt drei davon, nämlich South Hazelton, New Hazelton und Old Hazelton übernachteten wir im Seeley Lake Provincial Park (12,50 Can$). Der Platz liegt an einem See an dem diverse Vögel beobachtet werden können - auch Angeln ist möglich. Ursprünglich wollten wir schon kurz vor Smithers übernachten, aber da es erst früher Nachmittag war, wurde entschieden noch ein Stück weiterzufahren. Tier des Tages war ein Koyote. Obwohl wir kilometerweit durch Elchland gefahren sind - es war wie immer - kein einziger ließ sich blicken. Gegen Abend wechselten sich Sonne und Regen ab, so dass ein wunderschöner doppelter Regenbogen entstand.

7. Tag
21.06.01
'Ksan Indian Village stand heute auf unserem Programm. Das ist ein rekonstruiertes Gitxan ("Das Volk vom Fluss im Dunst") Dorf, hier befinden sich Gebäude (Longhouses) in überliefertem Stil und eine Kunstschule. Vor den Häusern standen einige Totempfähle, deren Bedeutung trotz einer Beschreibung gar nicht so einfach zu verstehen ist (es wird von oben nach unten gelesen). Im Souvenir-Laden konnte man Indianerkunst kaufen, aber nicht billig. Wir erstanden einen Elch (die Sammlung wächst) und für Ralf eine Baseballkappe.
Dann ging es "North to Alaska" - wir bogen auf den Cassiar-Highway ab. In Meziadin Junction (einem "Ort" mit Tankstelle, Cafe und sonst nix) machten wir Rast bei Kaffee und frischem Apple- und Blueberry Pie. Autos waren bisher nicht sehr viele unterwegs und wir bogen nun ab auf den Glacier Highway nach Stewart. Nahe dem Bear Glacier, der seine blaue Eiszung nahe an die Straße schiebt, sahen wir ein Filmteam mit einem Riesenaufgebot an Fahrzeugen usw. Der Streifen heißt "Insomnia", für welchen sogar kurz die Straße gesperrt wurde.
Dann kamen wir nach Stewart. Zuerst suchten wir die Visitor Information auf. Die Dame dort meinte, auf unsere Frage nach Bären, es gäbe hier jetzt nicht so viele, die würden erst zur Lachszeit ab Mitte Juli kommen. Hmm. Wir kauften uns eine Beschreibung für die "Self guided Auto Tour" zum Salmon Glacier, die wir uns für morgen vorgenommen haben. Am Rainey Creek Municipal Campground (18 Can$) inspizierten wir erst mal die Duschgelegenheiten (für mich jedenfalls bitter nötig) und fuhren anschliessend nach Hyder/Alaska. Das ist ein kleiner Ort auch "The friendliest Ghosttown in Alaska" genannt.Im Glacier Inn, einer verräucherten Kneipe, besahen wir uns die mit Geldscheinen tapezierten Wände. Der Brauch stammte von den Minenarbeitern, die ihr Geld hier mit Namen versehen hinterließen, um später nicht auf dem Trockenen zu sitzen. Auf dem Rückweg an der Grenze zu Kanada wollte ein Zollbeamter unsere Pässe sehen, fragte ob wir Waffen gekauft hätten und wo wir denn noch so hinwollten (tja, wo werden wir schon hinwollen? Kanada vielleicht?) Aber wir sind ja anständige Leute und er ließ uns durch. Tier des Tages heute: Ein Weißkopfseeadler.
8. Tag
22.06.01
Heute war Bärentag.....
Wir schlafen jetzt jeden Tag ein bisschen länger - heute war es schon 08.15 Uhr als wir aufgestanden sind. Kurz vor 10 Uhr starteten wir dann zum Salmon Glacier. Ein Stück der holperigen Straße hatten wir schon gestern kennen gelernt. Erst nach einer ganzen Weile am Fluss entlang wand sich die Straße in die Höhe. Viele Touristen waren hier nicht unterwegs - nur ein paar unentwegte, so wie wir. Unterwegs sahen wir altes Gerümpel von verlassenen Minen, Teile einer alten Brücke - aber gearbeitet wird hier oben auch heute noch. Dann sahen wir endlich den Salmon Glacier - wunderbar der Anblick. Die Straße führte zwar noch weiter, war aber durch Schnee blockiert. Wir waren ganz alleine hier oben, und ein zutrauliches Murmeltier kam ganz nahe heran und ließ sich filmen und fotografieren.
Dann machten wir uns auf den Weg zurück. Die Straße machte eine Biegung und da lief ein Schwarzbär schnell zur anderen Seite ins Gebüsch. Aber ich war auch schnell mit der Kamera und konnte ihn noch auf Film bannen. Endlich unser erster Bär, den wir auch aufnehmen konnten. Wir waren richtig glücklich. Auf dem Weg nach unten fragte uns ein Tourist ob wir denn den Gletscher gesehen hätten? Na klar. Der Weg kam ihm wohl schon sehr weit vor - es waren bestimmt 20 km einfach (und sehr holperig). Wieder zurück in Stewart genehmigten wir uns einen Lunch im Bitter Creek Cafe. Ein sehr nettes und schön eingerichtetes Lokal. Nachdem wir getankt (Diesel gabs im Hinterhof) gedumpt und eingekauft hatten, verließen wir Stewart so gegen 14.00 Uhr. Kurz bevor wir wieder zur Meziadin Junction kamen, sah ich auf der linken Seite einen Bären. Wir waren viel zu schnell vorbei, also drehten wir um, in der Hoffnung das er dann noch da sein würde. Er war, und diesmal konnte ich auch ein Foto machen. Wir fuhren nun wieder auf dem Cassiar Highway und die schneebedeckten Coast Mountains begleiteten uns noch ein ganzes Stück des Weges. Sonnenschein, ringsrum Wälder und nach kurzer Zeit der dritte und der vierte Schwarzbär - Herz was willst du mehr? Die Straße hatte nun keinen Mittelstreifen mehr und vermittelte den Eindruck enger zu sein. Auf diesem Highway gibt es noch drei Teilstücke die nicht geteert sind, aber trotzdem gut befahrbar sind. Auf kleine rote Zeichen am Straßenrand sollte man aber acht geben - denn dann wird's meistens holprig und löchrig. Mittlerweile war es schon nach 17.00 Uhr als wir unseren fünften Bären sahen und auch endlich der Hinweis auf den Kinaskan Provincial Park (12 Can$) kam. Wir stehen schön am See hier. Zum Abendessen gibt es Rührei à la Ralf - mit allem was der Kühlschrank so hergab. Es ist nun 20.30 Uhr und wir warten auf den 'Gebühreneintreiber'. Danach drehen wir noch eine Runde um den Platz. Sonnenuntergang: 23.00 Uhr.
9. Tag
23.06.01
Regen, Regen und nichts als Regen war heute unser ständiger Begleiter. Nach einer kühlen Nacht fuhren wir gegen 10.00 Uhr los - nach Watson Lake/Yukon. Die Strecke war lang nicht so schön wie gestern, was aber sicher daran lag, dass die Wolken sehr tief hingen. Kurz vor Watson Lake bogen wir vom Cassiar- auf den berühmten Alaska Highway ab. Gateway to the Yukon (16 Can$) heißt unser Campingplatz und ist nicht so schön gelegen wie sonst (mit "toller" Aussicht auf einen Schuppen). Aber immerhin noch besser als der zweite Platz hier im Ort - wo alles dicht gedrängt steht - wie auf einem Parkplatz. Zur Ortschaft selbst - na ja, viel geboten ist hier nicht, es ist ein Treff- und Versorgungspunkt für diejenigen die nach Alaska wollen. Dementsprechend gut belegt waren auch die Campingplätze. Im Visitor Centre sahen wir einen Film über den Bau des Alaska Highways und eine kleine Ausstellung - sehr informativ. Anschließend wanderten wir durch den Sign Post Forest - hier hängen eine Unmenge von Ortsschildern und sonstigen Tafeln aus der ganzen Welt. Wir fanden auch zwei von unserem Heimatort Ingolstadt.
Danach hatten wir ein frühes Abendessen (Burger) und sahen uns dann einen Film über das Nordlicht im Northern Lights Centre an. Der Film bestand aus zwei Teilen, wobei uns der Zweite, über die Tierwelt Kanadas, besser gefallen hat als die 'mystische' Darstellung des Polarlichts im ersten Teil. Zurück im Camper musste die Heizung wieder mal volle Leistung bringen - denn es ist sehr kalt. Mittlerweile ist es schon 22.00 Uhr aber es ist noch sehr hell und an Schlafen war noch nicht zu denken.

10. Tag
24.06.01
Der neue Tag begann wie der alte aufgehört hatte - mit Regen. Wir fuhren auf dem Alaska Highway zum Liard River Hot Springs Provincial Park. Auf einigen Teilstrecken wird die Straße verbreitert und beidseitig mit hohen Erdwällen versehen - hatte irgendwie Autobahncharakter - das hat uns nicht so gefallen. Aber nach einer Weile wurde sie wieder schmaler und ursprünglicher. Auf unserem Weg lagen die Smith River Falls - eine kleine Seitenstraße führte dort hin (entgegen kommen darf keiner). Bei mittlerweile wieder besserem Wetter machten wir einen kleinen Spaziergang durch den Wald. Auf einer steilen Holztreppe kam ich ins Rutschen und landete auf dem Allerwertesten - Autsch. Gut das Ralf vor mir ging - er diente mir als Bremse. Nach diesem kleinen Erlebnis fuhren wir weiter und sahen am Straßenrand drei Bisons im Gras - wir dachten schon die Hinweisschilder darauf wären ein Witz.Kurz danach wartete der achte Schwarzbär auf uns - der sich nicht stören ließ und wir konnten mal wieder filmen. Auf dem Campingplatz (Liard River Hot Springs Provincial Park, 15 Can$) angekommen, suchten wir uns erst einen Platz und erkundeten dann die Gegend. Die Liard River Hot Springs (der Name sagt es schon: Heiße Quellen) sind schön im Wald gelegen und durch einen hölzernen Gehweg zu erreichen. Aufgrund des tropischen Klimas wachsen hier viele Blumen und Farne.
Es gibt zwei Pools - Alpha (Wasser ca. 1 m tief) und Beta (Wasser ca. 3 m) - und es kostet keinen Eintritt. Bei diesen eher kühlen Temperaturen ist einem nicht unbedingt nach Baden zumute, aber gegen Abend packten wir unsere Badesachen ein und zogen los. Wir wählten den flacheren Pool und ich dachte mir: "Da komme ich niemals hinein". Das Wasser war heiß, aber wie. Ralf schaffte es als erster und nach langem Zögern war ich auch drin. Wie wir erst jetzt feststellten, floss das heiße Wasser genau auf der Seite nach an der wir eingestiegen sind - etwas weiter links war das Wasser wesentlich angenehmer. Aber wenn man erst mal drin ist - ist es aushaltbar. Es war sehr schön hier - wenig Leute und viel Sonnenschein. Nach dem Bad fühlten wir uns angenehm erwärmt. Der Besuch der heißen Quellen ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert. Zum Abschluss dieses schönen Tages gab es Nudeln, Wein und der Nachtisch bestand aus den unvermeidlichen M + M's.
11. Tag
25.06.01
Heute sind wir ohne Frühstück losgefahren - zu den Mineral Licks. Dort, so beschreibt es unser Reiseführer, decken z.B. Elche, Karibous usw. ihren Salzbedarf. Nur als wir dort ankamen, war kein einziges Tier zu sehen. Der Besuch hat sich nicht gelohnt. Unser Frühstück holten wir dann in einer Lodge nahe dem schönen Muncho Lake nach. Auf dem Weg nach Fort Nelson, unserem heutigen Ziel, lagen nur ganz wenige menschliche Siedlungen. Im Stone Mountain Park, einer kargen Gebirgslandschaft, sahen wir dann einige Karibous an der Straße entlang spazieren. Die Gegend wird hier jetzt wieder flacher, und ab und zu boten sich schöne Ausblicke auf weite Täler und entfernte schneebedeckte Berge. In Fort Nelson gingen wir Einkaufen und besuchten anschließend das Heritage Museum - eine Ansammlung alter Gebrauchsgegenstände - war aber ganz nett anzusehen. Westend R.V. heißt die heutige Übernachtungsstätte (Can$ 19,86) - mit Full Hook up, dafür mit schlammigen Wegen und schäbigen Bänken. Landschaftlich und auch sonst gefällt es uns in den Provincial Parks wesentlich besser. Aber wir nutzen heute Strom und Dusche - und stehen morgen wieder in der Natur.
12. Tag
26.06.01
Morgens haben wir heute erst mal zu Hause angerufen - dort ist es bedeutend wärmer als hier (macht aber nix). Auf unserem Weg nach Fort St. John passierten wir Mini-Orte mit den schönen Namen Wonowon (Mile 101) und Pink Mountain (warum auch immer) - in letzterem Ort machten wir Mittagspause. Nach einem ausgiebigen Mahl - bestehend aus Sandwich mit Ham & Cheese + Fries (immer dieses "kalorienbewusste Essen" - das muss anders werden) fuhren wir weiter. Eine Bärin mit ihrem Jungen sahen wir unterwegs - leider war es auch diesmal unmöglich zu halten (Bär 9 + 10). In Fort St. John besuchten wir das North Peace Museum, das sehr eindrucksvoll Auskunft gab über die Zeit der frühen Pioniere in dieser Gegend - darunter auch einige Frauen. Wir stehen heute im kaum bevölkerten Charlie Lake Provincial Park (12 Can$) - von Birkenwald umgeben. Abends machten wir Feuer und unter zu Hilfenahme jeder Menge "Firestarters" klappte es dann auch sehr gut mit dem feuchten Holz. Lagerfeuerromantik pur.

13. Tag
27.06.01
Unseren zweiten Frühstückskaffe konnten wir mal wieder draußen trinken, es war nicht zu kalt und geregnet hat es auch nicht. Wir verließen den Wald Richtung Dawson Creek. Unterwegs verließen wir die Straße um einen 10 km Loop Trail des alten Alaska Highways zu befahren. Am Kiskatinaw River führte eine gebogene Brücke (sprich: sie machte eine Kurve) über den Fluss. Das ist die einzige noch befahrbare Brücke von vielen aus der Anfangszeit des Alaska Highways. Die Holzkonstruktion sah auch sehr beeindruckend aus.In Dawson Creek - mit der "berühmten" Mile '0' - die den Beginn des Alaska Highways markiert - angekommen, informierten wir uns im Dawson Creek Station Museum, einem renovierten Bahnhof. Dort wurde auch (schon wieder) ein Film (dauert eine Stunde ist aber sicherlich der ausführlichste) über den Bau der Straße gezeigt. Danach gab's ein gutes Mittagessen im Alaska Cafe (Bison-Burger und Shrimp Pita) - übrigens ein sehr hübsches Restaurant.
Weiter ging's über plattes Land mit vielen Weiden und Farmen und auch den ersten Ölpumpen nach Peace River. Unterwegs hielten wir noch kurz am Fort Dunvegan - schön angelegter Park mit einer alten Kirche und Campingplatz. Über die auffällige rot-gelbe Brücke die über den Peace River führt, verlor mein Ehegatte nur die abfällige Bemerkung: "Golden Gate Bridge für Arme". Wir sind jetzt wieder in Alberta und haben eine Stunde verloren. Heute übernachten wir auf dem Lions Campground (14 Can$) mit Duschen und Strom. Das mit dem Strom gestaltete sich nicht so einfach - nach einigem herumrangieren fanden wir ein Plätzchen für das auch die Länge des Stromkabels ausreichend war. Mein fleißiger Hausmann befindet sich schon bei der Vorbereitung des Abendessens.
14. Tag
28.06.01
Gemäß dem Namen unseres heutigen Weges "Northern Woods and Water Route" kam das Wasser heute morgen auch von oben. Die Wolken hingen tief und so verpassten wir auch die Aussicht auf den Zusammenfluss der drei Flüsse in Peace River (ohnehin hatten wir darauf keinen Hinweis gefunden!). Entlang einer schnurgeraden Strecke - teilweise an der Bahnlinie - sahen wir nur Wiesen und Felder. An einem Bahnübergang mussten wir warten bis ein Zug mit über 70 Waggons an uns vorbeigezuckelt war. Dann machten wir einen Abstecher nach Grouard (das ist der Name eines damaligen Missionars) ins "Native Arts and Craft Museum", welches eine schöne Sammlung von Indianerbekleidung und Kunsthandwerk beherbergt. Der Ort wirkte ansonsten sehr leblos und die Häuser sahen auch nicht gerade einladend aus. Bis wir dann unser heutiges Ziel - den Lesser Slave Lake (immerhin 108 km lang) erreichten, dauerte es noch eine ganze Weile. Das letzte Stück zum Campingplatz - Marten Beach (17 Can$) zog sich ganz schön in die Länge. Wir bekamen den Eindruck am Meer zu sein - denn die Wellen rauschten und einen langen Sandstrand gibt es hier auch. Wir sitzen draußen - es regnet nämlich nicht und während ich unser Tagebuch schreibe übt sich Ralf in naiver Schnitzerei in Form von Elchen oder so. Abends saßen wir am Feuer bis nichts mehr zum Verheizen da war.

15. Tag
29.06.01
Über den Grizzly-Trail (ohne natürlich einen gesehen zu haben!) ging es heute weiter nach Edmonton. Am späten Nachmittag erreichten wir unseren auserwählten Campingplatz Klondyke Valley (25 Can$/Tag). Wir hatten wohl Glück das wir ohne Reservierung noch einen Platz bekamen (immerhin wollten wir hier drei Nächte bleiben). Dann machten wir uns auch gleich auf den Weg in die West Edmonton Mall - das angeblich größte Einkaufszentrum der Welt. Es bietet ein Hallenbad mit diversen Rutschen, eine Eislauffläche - auch für Eishockey geeignet, ein Vergnügungsviertel mit großer Achterbahn, eine Kartbahn, Minigolf und vieles mehr. Nicht zu vergessen sind die über 800 Einkaufsmöglichkeiten und für das leibliche Wohl ist natürlich auch bestens gesorgt. Irgendwann waren die Füße platt und die Mägen leer - darum suchten wir einen Mexikaner auf (nicht wegen den Füssen sondern wegen der Mägen). Frisch gestärkt nach dem Essen und einer Margherita sahen wir noch etwas beim Eishockeytraining zu und fuhren dann zurück zum Campingplatz. Unser einziger Einkauf war ein Stoffelch.

16. Tag
30.06.01
Sonnenschein und blauer Himmel erwartete uns heute morgen. Wir ließen uns Zeit und kauften eine Edmontoner Zeitung - die erste nach langer Zeit - und lasen nach, was denn der morgige "Canada Day" alles zu bieten hat. Dann fuhren wir raus aus der Stadt zum "Ukrainian Cultural Heritage Village". Dies ist ein schönes Museumsdorf mit einigen Häusern aus der Zeit der Besiedelung. Dieses Dorf wirkte lebendiger als die anderen die wir bisher sahen - denn die "Bewohner" kochten, backten Brot und pflegten die Beete. Alle erzählten aus ihrem "damaligen Leben" und bei einigen war deutlich ein Dialekt herauszuhören. Schwer zu beschreiben aber nett anzuhören. Wir verbrachten eine ganze Weile in dem Dorf bis sich dann der Hunger meldete. Wir nahmen dann auch ein ukrainisches Essen ein - bestehend aus geräucherter Wurst, Reis eingewickelt in Weißkohl und kleine Teigtaschen mit Füllung - das war mal was anderes und sehr lecker. Das nächste Ziel war der Elk Island Nationalpark - Kanadas ältestem Wildtierreservat. Hier kann man einiges unternehmen - es gibt über 10 Wanderwege von kurz bis lang, Boot fahren, picknicken usw. Außerdem gibt es Elche, Elks, Bisons und Biber. Wir unternahmen einen kleinen Spaziergang zum "Living Waters Boardwalk" und einen längeren am Beaver Pond Trail.
Wir liefen durch den Wald an einem kleinen See mit Biberburg vorbei - und dann, dann entdeckte Ralf einen Elch. Ich dachte mir er will mich veräppeln, denn die Dame in der Visitor Info schmälerte unsere Hoffnungen auf eine Elchbegegnung beträchtlich. Er war ein großes Stück entfernt von uns und verschwand dann gleich wieder in den Wald - keine Chance für Foto und Videokamera. Aber nichts desto trotz - wir haben einen Elch gesehen!!!! Endlich. Drei Wanderer kamen uns entgegen und berichteten, es wäre eine Mutter mit Kalb gewesen. Hmm!! Wir guckten uns die Augen aus, aber sie kam nicht wieder zum Vorschein. Danach befuhren wir noch den Bison Loop Trail - aber hier waren die Tiere nicht zu sehen. Sie hatten sich in einen anderen Teil des Parks verzogen wo wir sie, bei der Rückfahrt nach Edmonton, vom Highway aus sehen konnten. Das waren heute zwei empfehlenswerte Ausflugsziele (Dank unseres Reiseführers) wenn man länger in Edmonton bleibt - vor allem bei so schönem Wetter. Anschließend wollten wir noch Brot in einer Mall kaufen - kamen aber mit allerlei nicht eingeplanten Lebensmitteln wieder raus. So gab es heute Abend frische Tortellini mit "Alfredo-Sauce" und Erdbeeren. Jetzt ist es schon nach 22.00 Uhr und noch nicht richtig dunkel. Wir sitzen noch eine Weile hier draußen bis es zu frisch wird.
17. Tag
01.07.01
Regentropfen, die an mein Fenster klopfen....
.... ließen uns heute bis um 10.00 Uhr im Bett verbringen. Warum aufstehen? Dann bequemten wir uns doch aus der Falle und fuhren zur Parade in die Stadt - die es anlässlich des Canada Day's gab. Der Umzug stand unter dem Motto "Silly Summer Parade". Und so standen wir in Strathcona (Stadtteil von Edmonton mit kleinen Geschäften, Cafes und alten Wohn- und Geschäftshäusern) an der 82. Straße (Whyte Avenue) unter kanadischem Volk und sahen zu, was da alles so vorbeizog. Nach der Nationalhymne kam da ein bunter Gaudiwurm hauptsächlich bestehend aus Sportklubs, Schulen und Werbung für Autohändler, Waschstraßen und Politik. Das ist ein bisschen wie Fasching bei uns. Die Zuschauer hatten sich entsprechend ausstaffiert mit Kanada-Fähnchen, Tatoos, T-Shirts und Jacken mit Maple Leaf. Nach einer dreiviertel Stunde war der Umzug vorbei und wir fuhren zum Fort Edmonton Park. Schon am Eingang gab es Flaggen und kleine Anstecknadeln - ganz im Zeichen des Feiertages. Herzstück des Parks ist eine originalgetreue Kopie des Fort Edmonton aus der Zeit von 1846. Außerdem konnten wir in drei Straßenzügen den Wandel der Zeit erleben - 1885 - 1905 und 1920. Die Sonne kam heraus und es wurde sehr warm. Vom vielen Herumlaufen waren wir ziemlich kaputt - und für ein kühles Eis mussten wir lange anstehen. Wieder zurück am Campingplatz sonnten wir uns und kochten anschließend ein feines Abendessen. Feierlichkeiten fanden ansonsten keine mehr auf dem Campingplatz statt. Naja, wir tranken noch ein, zwei Bier auf Kanada. Prost!!!
18. Tag
02.07.01
Heute trübte wirklich kein Wölkchen den blauen Himmel. Um 10.00 Uhr verließen wir Edmonton, die wir als sympathische Stadt in Erinnerung behalten werden, und fuhren nach Drumheller. Kurz zuvor machten wir noch einen Abstecher nach Rowley (auch Rowleywood genannt). Dies ist ein fast verlassenes Präriedörfchen mit angeblich 17 Einwohnern und einem Hund. Es erwacht nur zum Leben wenn am Wochenende ein Zug mit Ausflüglern hält oder es als Filmkulisse dient. Kurz vor Drumheller war das Farmland plötzlich zu Ende und wir fuhren in ein Tal umrahmt von braunen, kargen Hügeln. Wir besuchten erst mal die Visitorinformation - mit einem riesigen Tyrannosaurus Rex davor - und besorgten eine Karte von der Umgebung. Downtown, das wie ausgestorben wirkte, gingen wir eine Kleinigkeit essen und anschließend noch zum Einkaufen. Denn für die restlichen Abendessen dieses Urlaubs muss ja gesorgt sein. Das Royal Tyrrel Museum of Paleontology stand als nächstes auf unserem Programm.
Dieses Museum präsentiert die international größte Sammlung von Saurierskeletten und anderen Fossilien. Besonders schön ist die große Saurierhalle mit Skeletten und lebensgroßen Dinosauriern. Die Gegend hier - besonders der Dinosaur Provincial Park, den wir morgen besuchen - gilt als eine der reichsten Fossilienfundstellen der Welt. Nachdem wir uns ausreichend gebildet hatten, fuhren wir zum Campingplatz Dinosaur Trail RV Resort (27 Can$) - übrigens der teuerste unserer ganzen Reise. Dafür war er auch schön angelegt mit einer großen gepflegten Rasenfläche und einem Swimmingpool. Den Rest des Tages verbrachten wir gemütlich in unseren Campingstühlen und ließen uns vom schönen Wetter verwöhnen.
19. Tag
03.07.01
Heute gings zu unserem letzten Ziel - dem Dinosaur Provincial Park. Aber zuerst besuchten wir die Hoodoos nahe Rosedale im Tal des Red Deer River. Hoodoos sind Säulen mit einem "Hut" aus hartem Gestein. Nachdem wir diese ausführlich erkundet hatten, verließen wir das Tal und fuhren durch Dörfer wie Dorothy und Patricia. Die Gegend hier ist sehr dünn besiedelt und wir sahen nur das übliche: Rinder und Weiden. Eine andere Welt tat sich auf als wir in den Dinosaur Provincial Park kamen. Die Badlands - ein weites Tal mit bizarren Hügeln und Schluchten in grau, braun, grün und rot. Es ist hier sehr heiß und die Landschaft passt so gar nicht zu Kanada. Wir besichtigten erst den Campingplatz (18 Can$) und gingen dann zur Field Station wo wir uns Karten für die zweistündige Bustour durch die Badlands kaufen wollten. Der größte Teil des Parks ist nämlich für Besucher gesperrt (wegen der Fossilienfundstellen) und einen kleinen Überblick bekommt man nur mit der geführten Tour. Da es heute Nacht geregnet hatte (durch die Nässe weicht der Boden auf und wird zu Schmierseife) fand die Bustour nur auf der sowieso für Normalbürger zu befahrenden Strecke statt. Wir verzichteten und reservierten für die morgige 10.00 Uhr Tour. Wir befuhren dann den sogenannten Public Loop Trail selbst und machten eine kleine Wanderung durch die Badlands wobei wir unter anderem an zwei nachgebildeten Fundstellen von Dinosauriern vorbeikamen. Die Sonne brannte erbarmungslos auf uns hernieder und man tut gut daran eine Kopfbedeckung und etwas zum Trinken mitzunehmen. Auf dem Campingplatz wieder zurück suchten wir ein schattiges Plätzchen neben unserem Mobil auf - denn sonst war es kaum auszuhalten. Nachdem endlich die Sonne hinter den Hügeln verschwunden war ging ein laues Lüftchen - angenehm. Wir sitzen an unserem Lagerfeuer und beobachten den schönen Abendhimmel bei untergehender Sonne - schade, der Urlaub ist fast zu Ende.
20. Tag
04.07.01
Wir frühstückten heute morgen draußen - aber im Schatten, denn in der Sonne war es schon um 08.30 Uhr zu warm. Wir waren pünktlich in der Field Station um unsere reservierten Tickets für die Bustour um 10.00 Uhr abzuholen. Gut das wie vorbestellt hatten, denn die Plätze waren ausgebucht. Es ging mitten durch die Badlands - über Straßen die für normale Touristen sonst gesperrt sind. An einigen Stellen hielten wir an und konnten z.B. Knochenreste von allerlei Getier finden - die größeren Stücke sahen aus wie Holz. Man kann mit einem einfachen Test herausfinden ob Stein oder Knochen. Man befeuchte einen Finger und lege ihn auf das Unbekannte, bleibt er kleben ist es ein Knochen. Weiterhin sahen wir Hoodoos und ein Skelett von einem Saurier mit Entenkopf. Es war auf alle Fälle eine interessante Tour, die fast zwei Stunden dauerte. Einige der mitfahrenden Kids waren wenig begeistert, als sie hörten das wir aus dem Bus auch ab und zu aussteigen sollten - meistens waren sie als erste auch wieder drin. Wir verließen das "schwierige, raue Land" und fuhren Richtung Calgary. Kurz vor Strahtmore lag unser letzter Campingplatz - Eagle Lake Resort (23 Can$). Es herrschte immer noch eine unglaubliche Hitze und wir verzogen uns in den Schatten - Siesta halten. Gegen Abend kam dann das Unvermeidliche: Reisetaschen packen, Wohnmobil putzen - ja leider, es ist wieder soweit - morgen geht's ab nach Hause.

21. Tag
05.07.01
Nach letzten Aufräum- und Reinigungsarbeiten brachen wir zu unserer definitiv letzten Fahrt mit dem Wohnmobil nach Calgary auf. Ungefähr 50 km betrug die Entfernung - und da nicht allzu viel Verkehr war, erreichten wir die Fraserway Vermietstation so gegen 10.30 Uhr. Wie auch schon vor zwei Jahren ging die Abnahme des Mobils problemlos von statten - nur Schäden hatten wir diesmal keine zu vermelden. Wir ließen uns dann zum Flughafen fahren um unser Gepäck in der Aufbewahrungsstelle abzugeben. Wir hatten nämlich einen Stadttag eingeplant, da das Flugzeug erst um 20.00 Uhr fliegen sollte. Da wir zu faul waren mit dem Bus nach Downtown zu fahren nahmen wir uns ein Taxi. Ganz so billig ist das nicht - ca. 25 Can$ muss man schon einplanen - aber Faulheit wird ja bekanntlich auch bestraft. Wir ließen uns beim Calgary Tower absetzen und fuhren mit dem Lift nach oben zur Aussichtsplattform. Hier hatten wir einen schönen Ausblick auf die Stadt und sogar die Berge konnten wir weit entfernt sehen. Da unser Frühstück recht sparsam ausgefallen war, gönnten wir uns hier oben ein kleines Mittagessen. Anschließend machten wir einen Bummel durch die Fußgängerzone und besuchten diverse Einkaufsmöglichkeiten - Ralf kaufte eine Jeans und einen Gürtel. Danach tranken wir einen Capuccino (Behältnis so groß wie Suppentassen) und bei flotter Musik von Straßenmusikanten ließ es sich hier gut aushalten. Auch "Leute betrachten" konnten wir hier sehr gut, denn anlässlich der morgen beginnenden Stampede liefen viele "Pseudo-Cowboys" herum.
Dann wurde es Zeit zurück zum Flughafen zu fahren - wieder mit dem Taxi. Wir holten unsere Koffer ab und checkten dann am Schalter ein. Und oh Wunder, keine Menschenmassen - wir waren die einzigen. Wir besorgten noch ein paar Mitbringsel für die Familie und bestellten in einem Restaurant noch opulente mexikanische Fajitas (war auch gut so, denn das Essen später im Flugzeug sollte sich als nicht so toll herausstellen). Das Flugzeug startete pünktlich und diesmal vollbesetzt um 20.00 Uhr. Nach einem etwas ruckeligen Flug sind wir dann auch tags darauf um 13.30 Uhr wieder wohlbehalten in München angekommen.
Wir können nur sagen - tschüß Kanada, wir kommen bestimmt wieder!!