Reisebericht USA Red Rock 2006
1. Tag
01.06.06
Gefahrene km: 11
Hotel: Stratosphere Tower 55 $
Endlich wieder Urlaub. Wir flohen aus dem kalten regnerischen Deutschland zu unserer Red Rock Tour in Amerikas Suedwesten. Fast puenktlich hob die Condor-Maschine um 12:45 Uhr nach Las Vegas ab. Der Flug verlief ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Fast schon laecherlich, die Durchsagen des Bordpersonals, dass sich aufgrund der amerikanischen Sicherheitsbestimmungen keine Menschenansammlungen zu bilden haetten. Es blieb aber bei dem Aufruf. Wir hatten einen freien Blick auf Groenlands Eis und nachher auch auf Bryce Canyon und Zion Natl. Park. Die Vorfreude wuchs. Die Einreise ging rasch von statten, Fragen wurden uns keine gestellt. Bei Alamo hatten wir einen SUV mit Vierrad-Antrieb gebucht. Sicherheitshalber, denn wer weiss was uns auf den "Dirtroads" alles so passiert. Wir hatten uns schon auf einen Chevrolet Trailblazer eingeschossen, aber in der Choice Line standen nur andere Modelle. Zwei nette Mitarbeiterinnen sahen uns etwas ratlos und auf unsere Frage hin, machten sie sich sofort auf den Weg um das gewuenschte Modell zu besorgen. Das war ein perfekter Service. In einem goldfarbenen Wagen brausten wir dann zum Stratosphere Hotel. Im Premium Tower hatten wir ueber Internet ein Zimmer gebucht. Die Dame an der Rezeption wollte uns in den anderen Turm einbuchen, gut das Ralf das noch rechtzeitig bemerkte. Die Raeume dort sollen schon etwas aelter sein, deshalb hatten wir eben den Premium Tower gebucht. Vielleicht aus Rache hat sie uns dann ein Zimmer neben der Eismaschine gegeben. Wir waren aber trotzdem zufrieden und fuer eine Nacht war es voellig in Ordnung. Wir inspizierten den Pool, da gibt es sicher schoenere – bisschen viel Betoncharme. Anschliessend testeten wir das Buffet. Dank Ralf sassen wir im "VIP-Raum" fuer Raucher, das konnte ich aber aushalten. Einmal sollte ihm das vergoennt sein.
Das Essen war auch in Ordnung. Dann aber lockte uns doch das Casino. Wir hatten Glueck und gewannen beim 25 Cent Gluecksrad-Automaten ein nettes kleines Suemmchen. Wir holten uns eine Players Card, die bei einer bestimmten Punktezahl kleine Geschenke versprach. Nochmals strapazierten wir den Automaten und wieder hatten wir Glueck. Zwei T-Shirts und einen Drink bei Starbucks haben wir bekommen. Nun genug der Zockerei, weiter ging es zum Tower. Den Blick auf das Lichtermeer von LV wollten wir uns nicht entgehen lassen. Nachdem wir die Taschenkontrollen bei einem ganz wichtigen Security Officer hinter uns hatten, entschwebten wir in Null Komma Nix auf den 300 m hohen Turm. Wir genossen den tollen Anblick auf die vielen, vielen Lichter. In die Fahrgeschaefte hier oben wuerden uns aber keine zehn Pferde bringen. Nun siegte aber die Muedigkeit und wir fielen in die Betten.
2. Tag
02.06.06
Gefahrene km: 156
Campground: Atlatl CG 8,00 $
Fruehmorgens um 06.00 Uhr hatte Ralf schon die erste Runde im Pool gedreht, aber dann war es an der Zeit fuer ein "richtiges" Fruehstueck. In einem netten Cafe liessen wir uns die obligatorischen scrambled eggs schmecken. Dann haben wir noch ein kleines Spielchen gewagt, aber nichts mehr gewonnen. So loesten wir noch den Drink bei Starbucks ein und checkten dann aus. Valet Parking ist eine feine Sache, bald wurde unser Auto vorgefahren. Wir luden unsere Siebensachen ein und liessen uns von "Betty",dem Navi, zum Wal Mart leiten. Einige Dinge standen auf unserem Einkaufszettel, da wir dieses mal auch zelten wollten. Bepackt mit Cooler Box, Gaskocher und vielen anderen Kleinigkeiten verliessen wir den Laden, aber nicht ohne vorher noch bei der Kassiererin fuer Heiterkeit angesichts unseres Einkaufs zu sorgen – warum auch immer. Die erste Zeltstation war das Valley of Fire, was in Anbetracht der grossen Hitze von uns doch eher mit gemischten Gefuehlen betrachtet wurde. Aber der einmal gefasste Plan sollte auch in die Tat umgesetzt werden. Auf dem Atlatl Rock CG suchten wir uns ein huebsches Plaetzchen aus. Natuerlich lagen alle in der prallen Sonne. Ich haette das Zelt erst spaeter aufgebaut, aber Ralf wollte nicht auf mich hoeren. Als alles gerichtet war, statteten wir dem herrlich klimagekuehlten Visitor Center einen laengeren Besuch ab. Wir machten anschliessend noch Fotos vom Elephant Rock und den Beehives. Danach wurde es Zeit fuer ein kleines Abendessen und wir erprobten unser neu erworbenes Equipment.
Zum Sonnenuntergang fuhren wir zu den White Domes. Im hinteren Teil des Parks bot die Rainbow Vista schon einen farbenpraechtigen Ausblick. Etwas spaeter versperrte ein Polizeifahrzeug die Strasse. Hier wurde ein Film mit Motorraedern gedreht. Nach kurzer Zeit wurde die Strasse freigegeben und wir konnten weiter fahren. Auf dem Parkplatz bei den White Domes waren wir die einzigen Besucher, aber hier stand auch ein Polizeifahrzeug. Wir erkundeten kurz den Trail, den wir morgen laufen wollen und als wir wieder aufbrechen wollten, schaltete der Polizist seinen Christbaum ein – Mist, dass hiess wieder warten. Bis es dann weitergehen konnte, hatten sich Wolken vor die Sonne geschoben und nichts wars mehr mit praechtigen roten Farben. Am CG nahmen wir noch eine abendliche Dusche, wir lechzten nach Erfrischung, aber richtig kuehl wurde das Wasser auch nicht. Im Zelt waren tropische Temperaturen und trotz offener Luke und Verzicht auf fast alle Textilien konnte ich lange nicht einschlafen. Ralf schien das wenig zu stoeren, er schlief gleich ein und ich schwitzte vor mich hin.
3. Tag
03.06.06
Gefahrene km: 263
Hotel: Flaningans Inn 129,00 $
Um 05.00 Uhr war die Nacht zu Ende, ein paar Stunden Schlaf waren dann auch mir noch vergoennt. Dann gab es Fruehstueck und auch der kleine Spatz, der aus dem Nest gefallen war, wurde von Mama versorgt. Wir bauten unser Zelt ab und bis alles verstaut war, kamen wir schon wieder ganz schoen ins Schwitzen. Wiederum war Duschen angesagt. Fast ein Wunder, das es nichts kostete. Nochmals fuhren wir zu den White Domes um den 1,25 mi langen Trail zu laufen. Ein schoener Morgenspaziergang war das. Naechster Halt war Mouses Tank. Das Versteck eines seinerzeit gesuchten Indianers konnte uns nicht wirklich begeistern, die Felszeichnungen die am Weg entlang zu sehen waren dagegen schon. Nun hatten wir alles gesehen, unser naechstes Ziel war der Zion Nationalpark.
In Overton hielten wir kurz um unsere Maegen und die Kuehlbox zu befuellen. Danach machten wir einen kleinen Umweg ueber Crafton, ein verlassener Ort von dem nicht mehr viel uebrig geblieben ist. Der Weg dorthin fuehrte ueber eine rote Staubstrasse, ein erster Vorgeschmack was uns da abseits der geteerten Strassen erwartete. Wir besuchten den Friedhof und die zwei uebrigen Haeuser bevor wir dann nach Springdale fuhren. Hier hatten wir das Flanigans Inn per Internet vorgebucht. Nicht ganz billig, denn je naeher am Park desto teurer wird es. Nachmittags verbrachten wir ein Stuendchen am Pool bevor es im angrenzenden "Spotted Dog Cafe" ein leckeres Abendessen gab. Anschliessend fuhren wir mit dem Shuttle Bus eine Station weit und bummelten noch durch das Oertchen. Ein Besuch in der Fatali Galerie und ein grosses Eis rundeten den schoenen Tag ab.
4. Tag
04.06.06
Gefahrene km: 0
Hotel: Flaningans Inn 129,00 $
Heute war Wandertag. Doch bevor wir zur Tat schritten, nahmen wir ein opulentes Fruehstueck im benachbarten Cafe ein. Mit dem Shuttle Bus fuhren wir dann zum Visitorcenter, hier stiegen wir in den Parkbus um und an "The Grotto" war fuer uns Endstation. Von hier aus startete der Weg zu Angels Landing. Leichte Zweifel hegte ich schon, ob der Weg bis dahin schaffbar ist, denn der letzte Teil der Wanderung ist nur was fuer Schwindelfreie. Aber wir werden sehen. Das erste Stueck des Weges fuehrte wunderschoen am Fluss entlang, lag noch im Schatten und der Ausblick war einmalig. Steile Serpentinen schlaengelten sich am Berg entlang und weiter gings durch den Refrigerator Canyon. Das letzte Stueck zum Scout Lookout erreichten wir nach nochmaligen steilen Serpentinen. Nach einer Stunde war der erste Teil geschafft. Der Ausblick auf das Tal war grandios.
Eng am Fels aber mit Ketten zum Festhalten - so gings dann weiter. Als ich den steilen Anstieg auf dem schmalen Bergruecken sah, war aber auch Schluss fuer mich. Ralf wollte unbedingt hinauf und folgte deutschen Wanderern – Vater und Sohn. Die dazugehoerige Ehefrau blieb mit mir unten und wir tauschten derweil Reiseerlebnisse aus. Begeistert wurde uns danach erzaehlt was wir alles versaeumt haetten. Nach einer laengeren Pause machten wir uns wieder an den Abstieg. Ein grosser Teil des Weges lag nun in der Sonne und es war sehr heiss. Froh waren wir, als wir in der Zion Lodge angekommen waren, dort gab es eine kuehle Erfrischung. Im Schatten eines grossen Baumes ruhten wir uns etwas aus. Wieder erholt machten wir noch einen Abstecher in Visitor Center, wo Ralf einen Hut erstand. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir am Pool. Nach einem chinesischen Abendessen liessen wir den Tag mit einer Flasche Bier ausklingen.
5. Tag
05.06.06
Gefahrene km: 144
Hotel: Holiday Inn Express - Kanab 89,00 $
Fruehstueck gab es heute vor unserem Zimmer, wir holten Kaffee vom Hotel und dazu gab es ein paar Muffins. Angesichts unseres Muskelkaters von gestern haben wir beschlossen, heute nur den Spaziergang zu den Narrows zu machen und uns nicht weiter anzustrengen. An den Narrows planschten wir bisschen im Wasser rum und bereuten es fast, keine anstaendigen Stecken und Schuhe dabeizuhaben, sonst haetten wir uns doch etwas weiter in die Schlucht vorgewagt. Wieder ein Grund um mal wieder herzukommen. Bevor wir den Park verliessen, machten wir noch die kurze Tour zum Canyon Overlook mit einem schoenen Ausblick ueber das Tal. Lange hielten wir es aber nicht aus, denn es war mittlerweile bestimmt an die 40° C. Dann machten wir uns auf den Weg nach Kanab.
Aufgrund der Hitze zerschlugen wir unseren Plan, heute in den Coral Pink Sand Dunes zu zelten. Heute ist ein Tag an dem nichts nach Plan geht, aber Plaene muessen vor allem im Urlaub nicht eingehalten werden, wir wollen uns ja schliesslich erholen. Im Holiday Inn Express in Kanab kamen wir fuer diese Nacht unter. Abends liessen wir uns mexikanisches Essen schmecken. Zum Sonnenuntergang fuhren wir in den Sand Dunes SP. Eine schoene Landschaft, die leider komplett fuer die Offroader freigegeben ist. Der nahe Campingplatz lag sehr schoen, wir haetten hier ruhig naechtigen koennen, denn der Park lag einige Meter hoeher – genauer gesagt auf 1900 m - und deshalb war es auch nicht so warm wie im Zion. Wir warteten bis die Sonne langsam unterging und Ralf machte einige Fotos. Woher der Park allerdings seinen Namen bezieht, bleibt sein Geheimnis. Die Duenen waren sehr schoen, aber pink waren sie weiss Gott nicht. Vielleicht mit etwas mehr Fantasie. Auf der Heimfahrt musste Ralf aufpassen, das er nicht eines der zahlreichen Haeschen, die ueber die Strasse schossen, zusammenfuhr. Ohne Zwischenfall erreichten wir sicher wieder unser Hotel.
6. Tag
06.06.06
Gefahrene km: 200
Hotel: Courtyard Marriott - Page 98,90 $
Wieder erwachten wir bei Sonnenschein, so kann es immer sein. Morgens liessen wir uns erstmal ein kleines Fruehstueck schmecken, das im Zimmerpreis enthalten war. Wir fuhren heute weiter auf der 89 Richtung Page. Nach einigen Meilen fuehrte auf der linken Seite eine ungeteerte Strasse zum Old Paria Movie Set. Bis 1976 wurden in der schoenen Bergkulisse Filme gedreht. 1998 wurden die Haeuser - zwei Saloons und das Postoffice - durch eine Flashflood zerstoert, aber danach wieder aufgebaut (leider ist der Paria Movie Set Ende August 2006 abgebrannt). Anschliessend besuchten wir noch den Friedhof um uns dann noch etwas ins Gelaende zu wagen auf der Suche nach dem alten Oertchen Paria. Davon soll nicht mehr viel uebrig sein, nur noch einige wenige Ruinen. Nach mehrmaligem Kreuzen des Flusses, der nicht viel Wasser fuehrte, machten wir uns wieder auf den Rueckweg. Gefunden haben wir nichts, wahrscheinlich sind wir zu weit nach links abgekommen. Aber das war weiter nicht schlimm, so hatten wir ein kleines Abenteuer abseits der normalen Wege. Unser naechster Stopp war anschliessend das Visitor Center in Big Water. Hier erkundigten wir uns nach dem Strassenzustand der House Rock Valley Road, denn morgen war unser zweiter Besuch in der Wave geplant. Mit der Strasse war alles ok, der Wetterbericht sagte eine 20%ige Chance auf Gewitter vorher, die aber lt. dem Ranger als wenig tragisch zu sehen war.
Weiter ging's zu Cottonwood Canyon Road. Hier fuhren wir ein Stueck und bogen dann nach rechts in die BLM431 ab. Diese ungeteerte Strasse fuehrt zu den Wahweap Hoodoos und wir wollten kurz mal antesten, wie denn der Strassenzustand war. Etwas rau und mit einigen Washes durchzogen, dies sollte aber fuer unseren Goldie kein Problem darstellen. Also steht einem Besuch der Hoodoos uebermorgen nichts im Wege. Nun erreichten wir Page. Im Days Inn fragten wir nach einem Zimmer fuer die naechsten drei Tage, haetten wir auch bekommen, nur sollten wir nach einer Nacht in ein Raucherzimmer umziehen. Nein Danke. Wir hatten auch mit dem Courtyard Marriott geliebaeugelt, also wurden wir dort vorstellig. Die hatten ein Zimmer fuer uns, zwar ist kein Fruehstueck im Preis enthalten, dafuer gibt’s einen schoenen Pool. Nach einem Burger bei Jack in the Box (Premiere fuer uns, aber fuer gut befunden) fuhren wir zum Horseshoe Bend. Ueber Page hingen schon seit einiger Zeit dunkle Wolken, darum beeilten wir uns etwas. Der Ausblick ueber das Hufeisen des Colorado River war wirklich einmalig. Die dunklen Wolken kamen immer naeher und wir machten uns zuegig auf den Rueckweg. Beim Wal Mart kauften wir etwas Verpflegung fuer den morgigen Tag ein. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir am Pool. Abends besuchten wir das Dam Bar & Grill, es gab sehr leckere, zarte Ribs (die Besten, wie sich im laufe des Urlaubs rausstellen sollte). Nebenan am Parkplatz stand ein Hausboot zur Besichtigung, das nutzten wir gleich mal aus. Das Innenleben erinnert etwas an ein Wohnmobil nur groesser. Ralf gefiel die Rutsche am besten. Durchaus vorstellbar in so einem Boot eine Zeitlang rumzuschippern, es ist aber ein sehr kostspieliges Vergnuegen. Mit einem Bierchen liessen wir den Tag ausklingen.
7. Tag
07.06.06
Gefahrene km: 120
Hotel: Courtyard Marriott - Page 98,90 $
Heute war Wave-Tag. Der Wecker schmiss uns um 05:30 Uhr raus. Der erste Blick aus dem Fenster war nicht berauschend – keine Sonne, nur Wolken. Wir fruehstueckten im Hotel, liessen uns aber Zeit und waren um 07:15 Uhr abfahrbereit. Kurz vor 09:00 Uhr waren wir im BLM-Office, wir ernteten ein paar muerrische Blicke von den Anwesenden. Ach ja, es stand ja jetzt gleich die Verlosung fuer die Permits fuer morgen an. Aber keine Angst, wir fragten nur noch mal nach dem Strassenzustand, da gestern Abend ein Gewitter heraufzog. Aber es war alles in Ordnung. Die Houserock Valley Road liess sich gut befahren und bald erreichten wird den Parkplatz. Hier standen schon einige Fahrzeuge, aber nicht alle Leute wollen zwangsweise zur Wave. Es war immer noch sehr wolkig und ab und zu fielen ein paar Tropfen vom Himmel. Wir machten uns auf den Weg und nach kurzer Zeit kam die Sonne wieder durch. Es ist schon wieder zwei Jahre her, aber der Weg war uns gleich wieder wohlbekannt.
Nach einigen Kilometern trafen wir auf Anneliese und Verena aus Bayern. Gemeinsam machten wir uns an das letzte Wegstueck zur Wave. Es war wieder ein einmaliger Anblick als wir den Eingang erreichten. Unsere Wegbegleiter waren ganz aus dem Haeuschen und wir freuten uns mit ihnen. Jeder Winkel wurde erkundet und fotografiert. Mittlerweile traf ein amerikanisches Ehepaar ein und zu uns gesellten sich noch Heiko und Chris. Wenn 6 wave-begeisterte Deutsche aufeinander treffen, gibt es natuerlich viel zu erzaehlen. Wir liefen dann noch zur Second Wave und zum Burger. Es kam nun ein starker Wind auf und blies uns die Sandkoerner mit aller Schaerfe um die Ohren. Die letzten Fotos wurden gemacht und langsam wurde es Zeit fuer den Rueckweg, den wir gemeinsam antraten. Es war ein toller Tag, gutes Wanderwetter, trotzdem Sonne zum Fotografieren und sehr nette Leute – einfach perfekt. Ralf und ich verbrachten den Nachmittag am Pool. Abends trafen wir uns mit Anneliese und Verena zum Abendessen, sie wohnten praktischerweise auch hier im Courtyard. Es gab viel zu erzaehlen und wir verlebten einen sehr netten Abend zusammen.
8. Tag
08.06.06
Gefahrene km: 175
Hotel: Courtyard Marriott - Page 98,90 $
Schon wieder machte sich der Wecker um 05.30 Uhr bemerkbar, aber aufstehen wollte keiner. Etwas spaeter krochen wir aus unseren Betten und fruehstueckten dann am Buffett. Heute sah das Wetter besser aus als gestern morgen und so machten wir uns auf den Weg zu den Wahweap Hoodoos oder auch Valley of the white Ghosts genannt. Von Page aus mussten wir erst mal ein Stueck fahren bis endlich der Abzweig zur Cottonwood Canyon Rd erreicht war. Das erste Stueck war uns ja schon bekannt, wir bogen auf die BLM431 ab durch die Pampa. Drei Gatter sind zu durchqueren, die aber allesamt offen standen. 17 km waren es bis zum Parkplatz an einem trockenen Flussbett. Wir schnuerten die Wanderschuhe und stiefelten noch 1 Meile bis zum Ziel. Dann hatten wir sie erreicht, die weissen Tuerme mit und ohne Stein-Hut. Wir haben schon einige Fotos davon gesehen, aber wenn man mit eigenen Augen den Anblick geniessen kann, ist das schon was anderes. Die Sonne kam heraus und der Himmel zeigte auch einige blaue Flecken. Nach einer Stunde hatten wir genug Fotos im Kasten und machten uns auf den Rueckweg. Bisher waren wir ganz allein auf weiter Flur, ploetzlich hoerten wir lautes Motorengeraeusch. Ein Pick-up Truck bahnte sich seinen Weg durchs Flussbett und durch die kleinen Buesche bis direkt vor die Hoodoos, das konnten nur Amerikaner sein. Die Leute kamen von der anderen Flussseite, das ist der offizielle Weg, der im Visitor Center genannt wird. Allerdings betraegt der Wanderweg dann 3 Meilen und den haben sie sich mit der Aktion allerdings eingespart.
Wir fuhren wieder ein Stueck zurueck, bogen nach links ab und erreichten nach ca. 2 km ruppiger Fahrt einen schoenen Canyon, den Lala aus Lalas-Reisen das "Rainbow Valley" genannt hat. Ein schoenes Fotomotiv mit zarten Farbtoenen in rosa, gelb und gruen. Den Sidestep Canyon, der wohl ganz in der Naehe liegt, haben wir aber nicht gefunden. Nun machten wir uns endgueltig auf den Rueckweg, denn dunkle Gewitterwolken drohten in der Ferne. Bei Regen wollten wir diese Strasse hoechst ungern befahren. Als wir wieder auf der Cottonwood waren, fuhren wir diese noch einige Meilen um einen im Buch "Hiking and Exploring the Paria River v. M. R. Kelsey" beschriebenen Parkplatz mit anschl. Trailhead zu einer Aussicht auf Hoodoos zu suchen, waren aber erfolglos. Wir fuhren zurueck nach Page und nahmen leider auch das schlechte Wetter mit, es fing an zu regnen. Nach einer Mittagspause war es noch nicht besser geworden. Schade, wir wollten doch noch zum Lower Antelope Canyon. Stattdessen machten wir uns einen faulen Nachmittag im Hotel. Abends fuhren wir zum Lake Powell um einen dramatisch schoenen Sonnenuntergang zu erleben. Steak & Shrimps plus Hefeweizen rundeten den Tag ab.
9. Tag
09.06.06
Gefahrene km: 156
Campground: Kodachrom SP 9,00 $
Das schlechte Wetter hat sich wieder verzogen, so dass wir nach dem Fruehstueck den Lower Antelope Canyon besuchen konnten. Der Stand des Sonnenlichtes ist hier nicht ganz so wichtig wie im Upper, wo die beste Besuchszeit Mittags ist. Nach Entrichtung des opulenten Eintrittspreises von 21,00 $ pro Person wurden wir zum Eingang gefuehrt. Durch einen schmalen Spalt und einige Stufen ging es hinunter. Der Lower ist viel enger als der Upper und es fuehrten noch einige Stufen mehr in die Tiefe. Ralf war gut ausgeruestet mit Stativ und schoss ein Foto nach dem anderen. Es war angenehm hier unten, ganze 6 Leute begegneten uns. Die Farben waren einfach unglaublich und es machte uns auch viel Spass hinter den Windungen die naechsten schoenen Motive zu entdecken. Beim Ausstieg trafen wir noch Elke und Maik aus Deutschland und tauschten Urlaubserlebnisse aus. Fuer einen kleinen Einkauf hielten wir noch bei Wal Mart, bevor es weiter zu einem kurzen Hoodoo-Hike ging. Der Parkplatz ist direkt am Hwy 89. Von dort sind wir ca. ½ Stunde gelaufen, bis wir auf die Toadstool Hoodoos trafen. Kurzer Fotostopp, dann liefen wir wieder zurueck.
Auch dieser Punkt war fuer gestern geplant und das es hier einiges an Regen hatte, sahen wir am teilweise schlammigen Weg. Nun konnten wir endlich aufbrechen zum abermaligen Befahren der Cottonwood Canyon Rd. Dieses mal aber fuhren wir sie ganz bis zum Kodachrome State Park. Wunderbar schlaengelt sich die Strasse durch wunderschoene Landschaft. Nur ein mal bekam ich einen riesigen Schreck als unmittelbar hinter einer Kurve eine tote Kuh mitten auf der Strasse lag. Nachdem wir einiges an Wegstrecke zurueckgelegt hatten, bogen wir nach rechts auf auf die Brigham Plain Road ab. Nun durfte ich endlich mal ein Gatter oeffnen, aber beim Schliessen waren schon ein paar Muskeln gefragt. Die unbefestigte Strasse ging steil auf einen Berg hinauf, von hier hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf den Yellow Rock und auf den Castle Rock. Der Ausblick war einfach grandios. Die Cottonwood Road bot noch einige schoene Ausblicke, deswegen hielten wir noch oft an um zu fotografieren. Bevor wir den Kodachrome SP erreichten machten wir noch einen Fotohalt am Grosvenor Arch. Im Statepark wollten wir auf dem Campingplatz uebernachten. Wir fanden gerade noch ein nettes Plaetzchen, viel war nicht mehr frei – es war Wochenende. Der Park ist nicht sehr gross, hat aber einige Wanderwege – die wir nicht ausprobiert haben und natuerlich den schoenen Campingplatz (mit Duschen). Wir schlugen unser Zuhause auf und richteten uns gemuetlich ein. Zu Abend gab es Ravioli aus der Dose, hm sehr lecker – aber hier draussen schmeckts. Ein schoenes Feuer sorgte dafuer, das uns nicht zu kalt wurde. Witzig waren die Chukas, eine Art Laufvogel, die mit ihren Jungen im Sauseschritt ueber unseren Platz liefen. Ein schoener, erlebnisreicher Tag ging zu Ende.
10. Tag
10.06.06
Gefahrene km: 162
Campground: Calf Creek 7,00 $
Die Nacht war kuehl und wir haben gut geschlafen. Als die Sonne dann unseren Fruehstueckstisch beschien, wurde es angenehm warm. Das schoene Wetter scheint uns treu zu bleiben, vom dem kleinen Ausrutscher in Page mal abgesehen. Bis wir endlich abreisebereit waren verging einige Zeit. Es war schon 10.30 Uhr bis wir loskamen. Im Park fuhren wir nur noch zum Chimney Rock um uns dann auf den Weg Richtung Escalante zu machen. Die Strasse fuehrte wunderschoen durch kaum besiedelte Landschaft, ab und an mal ein Farmer, aber das war schon alles. Wir passierten Escalante, ein kleines Oertchen mit ein paar Motels und Tankstellen. Wir werden wohl zurueckkommen um im Prospectors Inn zwei Naechte abzusteigen. Die Gegend bot ja einiges an Backroads, die wir noch erkunden wollen. Wir fuhren bis Calf Creek. Hier war die Hoelle los. Der Parkplatz war voll. Alles Wanderer, die sich auf den Weg zu den Wasserfaellen gemacht haben. Das hatten wir eigentlich auch vor. Wir checkten die Lage am CG und da war tatsaechlich gerade eine Site fuer uns frei, das war optimal. Wir parkten ein und machten uns wanderfertig.
Ca. 1 Stunde benoetigten wir fuer die Strecke zu den Calf Creek Falls. Grosse Hoehen sind nicht zu ueberwinden, dafuer liegt der groesste Teile des Weges in der Sonne. Der Wasserfall bot einen sehr schoenen Anblick auch wenn er schon im Schatten lag. Die meisten Badegaeste hatten sich bereits auf den Rueckweg gemacht, viel war nicht mehr los. Wir genossen die Kuehle und traten nach einem Stuendchen den Rueckweg an. Wir beschlossen, nach Escalante zurueckzufahren. Erstens hatten wir heute noch nicht viel gegessen und wir brauchten Eis fuer die Kuehlbox und andere Kleinigkeiten. Wir reservierten im Prospectors Inn fuer 2 Naechte ab morgen und assen im Lokal nebenan einen Burger. Wir hatten immer noch nicht genug und fuhren bis zum Petrified Wood SP, der schoen an einem Stausee liegt. Der Rundkurs um versteinertes Holz zu sehen, hat sich aber nicht gelohnt. Wir waren etwas enttaeuscht. Zurueck am Calf Creek, stellten wir unser Zelt auf und sassen dann noch gemuetlich am Lagerfeuer mit ein, zwei Bierchen.
11. Tag
11.06.06
Gefahrene km: 146
Hotel: Prospector Inn 63,27 $
Mittlerweile haben wir schon Uebung im Auf- und Abbau unseres Zeltes und so war heute morgen schnell wieder alles im Auto verstaut. Sanitaere Einrichtungen waren hier am CG Mangelware – unsere Katzenwaesche erledigten wir im Waschhaus am Besucherparkplatz. Fruehstueck gab es im Kiva-Koffeehouse, das liegt wieder in Fahrtrichtung Escalante. Gut gestaerkt machten wir uns auf den Weg die Moki Marbles zu finden. Durch diverse Reiseberichte und Fotos im USA Reiseforum wuchs auch bei uns der Wunsch, die geheimnisvollen Kugeln zu finden. Sie sind im Raum Escalante zu suchen. Die genaue Wegbeschreibung werden wir nicht veroeffentlichen, wer aber intensiv recherchiert findet die ungefaehre Lage heraus. Wir machten uns auf den Weg und nach einem Fehlversuch bei dem wir zwar auch Kugeln fanden, aber nur ganz kleine, fanden wir den sogenannten Moki Hill. Auf hellem Felsen lagen ueberall, mal mehr mal weniger die schwarzen Kugeln. Wie sind die wohl hier hergekommen? Darueber gibt es einige Theorien und auch ueber das Alter wird viel spekuliert, da gehen die Annahmen von ca. 20 Millionen Jahren bis zu 120 Millionen Jahren auseinander. Aber das war uns egal, sie sind schoen anzuschauen. Da gibt es die linsenfoermigen, maennlichen Kugeln und die runden, weiblichen. In Esoterikkreisen werden sie als heilkraeftig gepriesen.
Nach diesem schoenen Erlebnis machten uns dann wieder auf die Reise, zur Hole-in-the-Rock-Road, einer weiteren ungeteerten Strasse. Nach einer Weile kamen wir am Devils Garden an, einem Gebiet mit Steinmaennchen und Boegen – sehr schoen zum herumlaufen und natuerlich fotografieren. Weiter fuhren wir auf HITRR, die nun zunehmend ruppiger wurde, unangenehme Waschbrettrillen machten die Fahrt nicht so angenehm. Nach insgesamt 40 km bogen wir links ab zum Peek-A-Boo Slotcanyon. Wir haben die Wanderschuhe geschnuert und folgten dem Weg bergab durch einen Wash und schon standen wir vor dem Slotcanyon. Erstmal galt es in den Eingang hineinzukommen. Ueber einen Baumstamm kletterten wir hoch, danach wartete gleich noch mal ein Hindernis auf uns. Mit einiger Anstrengung ueberwanden wir auch diese Mauer. Der Canyon war sehr eng, meinen Rucksack liess ich am Eingang liegen. Ralfs Fotoausruestung musste natuerlich mit, erwies sich aber als sehr hinderlich. Wir kletterten und wanden uns einige Zeit durch die Enge, dann reichte es uns aber und wir machten kehrt. Wir sind halt keine 20 mehr. Am besten nimmt man so wenig wie moeglich mit und hat nicht die neueste Kleidung an, dann machts auf alle Faelle noch mehr Spass. Wir ruhten uns noch etwas im Schatten aus und traten dann den Rueckweg an. Spooky Canyon waere auch noch in der Naehe gewesen, ein weiterer Slotcanyon, aber der eine reichte uns. Wir fuhren zurueck nach Escalante ins Prospectors Inn. In dem beschaulichen Oertchen gibt es nicht die riesige Auswahl an Lokalen. Wir begnuegten uns mit Escalante Outfitters, hier sassen wir nett auf der Terrasse bei Pizza und Sandwich und kamen noch mit einem deutschen Paar ins Gespraech.
12. Tag
12.06.06
Gefahrene km: 122
Hotel: Prospector Inn 63,27 $
Heute wollten wir nicht wandern, wir liessen es etwas ruhiger angehen. Aufgestanden sind wir erst um 08:00 Uhr, anschliessend fruehstueckten wir im benachbarten Lokal. Die naechste "unpaved Road" stand auf dem Programm – die Hells Backbone Road. Die Strasse diente in der frueheren Zeit hauptsaechlich dem Briefverkehr von Escalante nach Boulder. Wir fuhren durch den Dixie Ntl. Forest bis zum Posey Lake. Der See stand im absoluten Kontrast zu dem was wir bisher so gesehen hatten, schoen gruen war es hier und aufgrund der Hoehe war es auch nicht so warm. Neben einer Anglerfamilie waren wir die einzigen Besucher. Wir sassen am Bootssteg und sahen den Enten zu. Die Strasse fuehrte dann in eine Hoehe von ca. 2800 Meter. An der Bruecke machten wir die naechste Pause. Von hier hatten wir einen schoenen Blick ins Tal. In der Naehe von Boulder endete die Strasse.
Wir fuhren in den Ort und besuchten das Anasazi Museum. Der Star war ein 19 Tage altes Falkenbaby, das sich die Seele aus dem Leib schrie – ein putziger Geselle. Wir informierten uns ueber das Leben der "Natives" und sahen uns die angrenzende Ausgrabungsstaette an. Mittlerweile war es Nachmittag geworden, Zeit fuer einen Kaffee im Escalante Outfitters. Wir durften umsonst das Internet benutzen und checkten, was es zu Hause Neues gab. Abends kamen wir noch mal her, um uns die 16" Pizza zu goennen, ein Riesending. Aussergewoehnlich fuer uns ist es auch, dass die unter 21 Jahre alte Bedienung kein Bier servieren darf, die Bestellung darf sie aber schon entgegen nehmen. Als Ralf noch ein zweites Bier bestellte, musste er das erste ausgetrunken haben, sonst wurde das zweite nicht serviert. So ist das Gesetz in Utah!!
13. Tag
13.06.06
Gefahrene km: 340
Campground: Fruita CG 10,00 $
Morgens gab es nur ein schmales Fruehstueck: Kaffee aus dem Hotel (eher schwarzes Wasser) und Kekse. In Sachen Supermarkt ist Escalante nicht gerade ueppig ausgestattet. Im kleinen Market ist die Auswahl nicht gerade riesig, aber fuer Joghurt, Bananen und Eis fuer die Kuehlbox langt es. Mit einem zweiten Kaffee und Donut starteten wir dann endlich in den Tag. Wir fuhren nach Boulder, denn hier zweigt der Burr Trail ab. Der erste Teil des Weges fuehrte uns sehr schoen zwischen roten Steinen hindurch, sehr beeindruckend. Dann wurde es etwas langweiliger, nur niedrige Baeume saeumten die Strasse bis es dann wieder interessanter wurde. Ueber steile Serpentinen gings bergauf, wo wir eine schoene Aussicht auf das Water-pocket Fold hatten. Der Burr Trail war nun zu Ende; weiter ging es auf der Notom-Bullfrog Road in den Capitol Reef Ntl. Park. Dort machten wir eine Pause um uns dann in das naechste Off-road Abenteuer zu stuerzen. Das Cathedral Valley stand nun auf dem Programm. Die Fahrt beginnt mit einer Flussquerung des Fremont Rivers. Ralf stieg aus um die Wassertiefe zu pruefen und wurde sofort von einer Horde Stechmuecken ueberfallen. Sein Gehuepfe sah sehr lustig aus und ich konnte mich vor Lachen kaum halten, jedenfalls fluechtete er sofort wieder ins Auto. Dafuer wurde ich dann auf die andere Seite des Flusses geschickt – zum Filmen und Fotografieren. Ich blieb aber verschont, die Biester taten mir nichts.
Nachdem diese Huerde genommen war, ging es durch eine oede Wuestenlandschaft und ganz selten begegnete uns ein anderes Fahrzeug. Einzig die Bentonite Hills brachten etwas Farbe in die oednis. Die Strasse wurde immer schlechter und fuehrte uns durch viele trockene Washes. Bis wir endlich den Aussichtspunkt auf das schoene Cathedral Valley erreichten, verging geraume Zeit. Der Weg zog sich ganz schoen in die Laenge, das hatten wir etwas unterschaetzt. Ziemlich durchgeschuettelt erreichten wir nach Abstechern zum Sun & Temple of the Moon den Hwy 24 bei Caineville. Endlich wieder Teer unter den Reifen. Zum Uebernachten hatten wir den Fruita Campground im Capitol Reef NP ausgewaehlt. Mittlerweile hatte es sich bewoelkt, die Temperaturen waren genau richtig zum Zelten. Nach dem Zeltaufbau trieb uns der Hunger nach Torrey, viel gegessen hatten wir heute noch nicht. Das Oertchen ist immer noch ziemlich unscheinbar, aber die Anzahl der Hotels und Tankstellen ist seit unserem letzten Besuch ziemlich angewachsen. Schon vor 8 Jahren hatten wir hier gut und nicht ganz billig zu Abend gegessen. Tatsaechlich gab es das Lokal noch, das Cafe Diablo. Die Speisekarte weicht erfreulicherweise ab von ueblichen Gerichten wie Burger, Pasta, Pizza und Co. Fuer Ralf gab es so eine Art Schweinemedaillons und fuer mich Huehnchen in Pecansosse, sehr lecker. Im Preis inbegriffen waren Antipasti zur Vorspeise. Danach wurde der Dessertteller praesentiert, verschiedene Kuchen standen zur Auswahl. Wir konnten nicht umhin und wurden bei Pinacolada Kuchen mit dem passenden Eis dazu, schwach. Sehr zufrieden verliessen wir das Lokal und fuhren zurueck zum CG. Wir drehten noch eine Runde ueber den Platz und beobachteten die Deers. Ein Bier beschloss den Tag und wir krabbelten in unser Zelt.
14. Tag
14.06.06
Gefahrene km: 360
Hotel: La Quinta Inn - Moab 96,98 $
Gestern hatten wir uns schon gewundert, warum wir keinerlei Zeltnachbarn auf unserer Seite hatten. Jetzt waren wir schlauer, der Rasen wird hier bis zum Erbrechen gesprengt und waehrend der Nachts wurde es immer mehr Wasser und wir standen komplett im Wasser. Somit hat unser Zelt die Dichtigkeitspruefung gleich bestanden, es kam nichts durch. Wir raeumten alles zusammen und fuhren anschliessend den 10 Meilen Scenic Drive. Das Wetter war heute nicht ganz so schoen, viele Wolken verdeckten die Sonne. Kaffee von der Tankstelle und ein Muffin, mehr gab es nicht zum Fruehstueck, wir waren noch satt von gestern. Bevor wir den Park verliessen, sahen wir uns noch im Gifford House um. Bei selbstgemachten Erdnuss-Karamell konnte ich nicht widerstehen. Die naechste Station war das Goblin Valley. Fuer nachmittags waren Gewitter angesagt, es blies ein starker Wind und am Himmel waren viele dunkle Wolken. Lange beratschlagten wir, ob wir in den Little Wild Horse Canyon wandern sollten. Schweren Herzens verzichteten wir wg. des Wetters darauf.
Eigentlich wollten wir im Goblin SP uebernachten, hatten uns aber entschlossen, heute schon bis Moab weiterzufahren. Da wir aber nicht aus dem San Rafael Swell wegfahren wollten, ohne irgendwas zu sehen, wanderten wir zum Wild Horse Window. Die Beschreibung hatten wir aus dem Internet. Wir fuhren eine kurze Dirt Road und wanderten von dort bergab durch einen Wash und dann steil bergan auf Felsen. Von der Strasse aus ist das grosse Loch im Felsen gut zu sehen, wir verloren es aber schon bald aus den Augen. Wir kamen viel zu hoch hinaus, aber Dank GPS wussten wir in welche Richtung es gehen soll. Dann befanden wir uns auf dem richtigen Weg und standen nach ca. 35 min. unter einem grossen Felsalkoven mit einem Loch in der Decke. Wir waren ganz allein und genossen die Stille. Der Rueckweg war dann einfach und bald hatten wir wieder unser Auto erreicht. Ganz in der Naehe gab es noch einige teilweise zerstoerte Felsenmalereien von Indianern zu bewundern. Seltsame Leutchen campierten dort in ihren Wohnwagen, so dass wir uns da nicht lange aufhielten. Nun machten wir uns auf den Weg nach Moab. Im Holiday Inn Express war nur noch ein Raucherzimmer frei, das wollten wir aber nicht. Naechster Anlaufpunkt war das La Quinta Inn, hier bekamen wir ein Zimmer mit Fruehstueck fuer eine Nacht. Zum Abendessen testeten wir das Pizzabuffet bei ZAKs, zum sattessen war es vollkommen in Ordnung. Anschliessend bummelten wir noch durch die Laeden. Ralf erstand das Buch "Photography in the Southwest" von Laurent Martres . Ein Eis rundete den Tag ab.
15. Tag
15.06.06
Gefahrene km: 208
Campground: Devils Garden, Arches NP 24,00 $
Das Fruehstuecksbuffet im La Quinta beinhaltete alle "lebenswichtigen" Sachen, sogar ein Waffeleisen war vorhanden. Heute liess sich die Sonne ueberhaupt nicht blicken, dicke graue Wolken verhuellten den Himmel, aber es regnete nicht. Wir fuellten zuerst unsere Vorraete auf im Village Market, einem ganz gut sortierten Supermarkt. Bei diesem Wetter wollten wir noch nicht in den Arches NP, Ralf wollte bei Sonnenschein fotografieren. Also starteten wir das Ausweichprogramm und fuhren den La Sal Loop durch die Berge. Die Aussicht auf die roten Felsen im Tal ist sehr schoen, bei Sonne aber noch viel schoener. Der Rundkurs endet auf der 128, die am Colorado River entlangfuehrt. Viele Raftingboote hatten an einer Sandbank pausiert und wir beobachteten das Treiben und die Weiterfahrt. Schoen am Fluss liegt auch die Red Cliff Lodge, eine teure Uebernachtungsmoeglichkeit in der Abgeschiedenheit. In der angeschlossenen Kellerei gibt es die Moeglichkeit, Wein aus eigenem Anbau zu testen. Da konnten wir nicht widerstehen und zwei Flaschen wechselten in unseren Besitz ueber.
Nun wurde es langsam Zeit unsere Campsite im Devils Garden in Augenschein zu nehmen. Zuerst jedoch schauten wir uns im Visitor Center des Arches NP, das vergangenen Herbst neu eroeffnet hat, um. Schoen gestaltete Displays informierten ueber die Entstehung der Boegen und die Tierwelt des Parkes. Zum Abschluss sahen wir uns noch den 15-minuetigen Film an. Der CG im Park ist sehr, sehr beliebt und ohne Reservierung oder fruehes Anstehen fuer die nichtreservierbaren Plaetze besteht kaum eine Chance auf einen solchen. Vorsorglich hatten wir die Reservierung schon vor Wochen per Internet getaetigt. Bei der freundlichen Campground "Horstin" wurde unser Name in der Liste abgehakt. Versorgt mit weiteren Parkinfos in Deutsch konnten wir dann unseren Platz belegen. Wir machten uns gleich an den Zeltaufbau, wir sind jetzt schon so routiniert, das alles ruck zuck an Ort und Stelle ist. Wir fuhren noch mal raus nach Moab um bei Eddi Mc Stiff Ribs zu essen. Die waren zwar gut, aber die in Page waren viel besser. Abends spitzte die Sonne dann doch noch etwas raus, und wir konnten noch eine Fotografierrunde drehen. Zum Abschluss des Tages gab es den neu erstandenen Wein aus "Stratosphere" Plastikbechern, also nicht ganz stilecht. Gemundet hat er trotzdem. Das ganze kroente noch ein waermendes Lagerfeuer. Einziger Wermutstropfen in der ganzen Idylle waren unsere Nachbarn, 8 Jugendliche und 2 Erwachsene. Das sagt alles, oder?
16. Tag
16.06.06
Gefahrene km: 221
Hotel: La Quinta Inn - Moab 96,98 $
Der Wein liess uns gut schlafen und der neue Tag weckte uns mit blauem Himmel und Sonnenschein. Bis ich aus meinem Schlafsack krabbelte, hatte Ralf schon Kaffee gekocht. Der Tag konnte beginnen. Wir starten mit kleinen Wanderungen zum Skyline Arch, Sand Dune Arch und Broken Arch. Mittlerweile waren auch die Parkbesucher auf dem Weg und die Parkplaetze fuellten sich. Am Double Arch legten wir noch einen Stopp ein, bevor wir aus dem Park rausfuhren. Jeden Tag ein bisschen Backroad fahren, das muss einfach sein und so bot sich der Onion Creek, wieder mal ein Tipp aus dem USA-Forum, an. Wir fuhren ca. 30 km auf der 128 bevor es rechts wegging zum Onion Creek. Die Besonderheit an dieser Strecke ist, dass der wasserfuehrende Creek 27 mal durchquert werden muss. Wobei unsere Zaehlung bei 22 aufgehoert hat. Der Weg geht durch einen schoenen engen Canyon, gesaeumt von dunkelroten Felsen. Spaeter aenderte sich das Landschaftsbild, es wurde gruener bis wir dann in einem Hochtal ankamen. Die Strasse endet an einer grossen Farm und wir machten wieder kehrt, unterbrochen von einigen Film- und Fotostopps.
Weiter ging es noch zu den Fishertowers, die Strasse zum Parkplatz war fast schlimmer als die durch den Onion Creek, so wurden wir durchgeschuettelt. Wir beliessen es aber bei einigen Fotos, wandern wollten wir nicht, da heute Abend noch der Delicate Arch auf dem Programm stand. Wir checkten wieder ins La Quinta ein, das uns ganz gut gefallen hatte. Kurz unter die Dusche gehuepft, Abendessen beim Mexikaner eingenommen und schon konnte der Marsch zum Delicate Arch losgehen. Viele Autos standen schon auf dem Parkplatz an der Wolfe Ranch. Ohne laengere Pause waren wir in 45 min. oben, noch die letzte Biegung und da war er wieder, der Delicate Arch – ein wunderschoener Anblick wie er da so alleine steht. Jeder bekam die Chance auf "sein" Foto und die untergehende Sonne liess die umliegenden Felsen schoen rot erleuchten. Wir kamen noch mit einer Hollaenderin ins Gespraech, die schon seit zwei Jahren in den USA unterwegs ist. Als die Sonne dann weg war machten auch wir uns auf den Rueckweg.
17. Tag
17.06.06
Gefahrene km: 215
Hotel: La Quinta Inn Moab 96,98 $
Der Wecker klingelte heute zu nachtschlafender Stunde, naemlich um 3.45 Uhr. Der erste Gedanke war, neiiiiiiiiin ich stehe nicht auf, der zweite Gedanke: schoene Fotos erfordern besonderen Einsatz. Was uns so frueh raustrieb, war der Mesa Arch im Canyonlands NP. Viele schoene Bilder hatten wir schon gesehen, von dem von der Morgensonne angeleuchteten Bogen. Da es noch keinen Kaffee gab, bemuehten wir unsere Kaffeemaschine im Zimmer. Was da aber rauskam, war wirklich nur braunes heisses Wasser. Ca. 1 Stunde Fahrtzeit hatten wir einkalkuliert bis zum Parkplatz. Tatsaechlich standen schon zwei Autos hier. Bisher war unsere einzige Begegnung heute morgen eher tierischer Art, drei Muledeers standen am Strassenrand. Wir machten uns auf den kurzen Fussmarsch, es war windig und sehr frisch. Ein Besucher hatte schon sein Stativ aufgebaut, die anderen waren Amis, in Decken eingehuellt standen sie da. Die Sonne blinzelte heraus und tatsaechlich erstrahlte der untere Teil des Bogens in roten Toenen. Viele Fotos und einige Filmminuten spaeter, verliessen wir den Ort und fuhren weiter zum Grand View Overlook.
Hier gabs erstmal Fruehstueck in Form eines Muffins. Am Visitor Center fanden wir ein Telefon und hoerten was es Neues in der Heimat gab. Vor zwei Jahren sind wir den Shafer Trail schon einmal gefahren, allerdings mit einem extra angemieteten Jeep von Farabees. Nun wollten wir es mal mit unserem Trail Blazer probieren. Die Serpentinen waren ehrlich gesagt ein einem grauenhaften Zustand, so schlimm hatten wir das gar nicht in Erinnerung. Froh waren wir, als wir unten angekommen waren. Der weitere Weg, die Potash Road war einigermassen gut zu befahren. Nach diesem kleinen Ausflug fuhren wir nach Moab zurueck, Zeit fuer ein verspaetetes Fruehstueck im Slick Rock Cafe. Nun waren wir wieder etwas munterer, das fruehe Aufstehen machte sich doch bemerkbar. Im angrenzenden Giftshop erstanden wir dann noch T-Shirts als Mitbringsel. Nachmittags betrieben wir etwas Augenpflege und das Tagebuch musste auch mal wieder auf Stand gebracht werden. Am fruehen Abend waren wir ein allerletztes Mal im Arches NP – schossen ein paar Fotos – bevor es zum Abendessen in die Micro Brewery ging. Hier tobte das Leben und wir liessen und Margaritas, Pasta und Steak schmecken.
18. Tag
18.06.06
Gefahrene km: 183
Campground: Squaw Flat- Needles District Canyonlands 15,00 $
Nach dem Fruehstueck verliessen wir heute Moab. Unser Ziel war der Needles District des Canyonlands NP. Nach kurzer Fahrt machten wir einen Zwischenstopp am Hole'n the Rock. Einer Ansammlung von Kuriositaeten an einer in der frueheren Zeit in den Berg gesprengten Behausung. Drinnen waren wir aber nicht. Der Weg in die Needles fuehrt durch schoene und einsame Landschaft. Wir wollten hier zelten, daher beaeugten wir erstmal ausgiebig alle Sites im A und B-Loop. Der Platz ist schoen gelegen zwischen Felsen, Duschen gibt es keine. Die sind auf einem benachbarten privaten CG vorhanden, allerdings fuer 7$??!! Das geht dann auch mal ohne. Endlich hatten wir ein geeignetes Plaetzchen fuer uns gefunden auf dem wir uns haeuslich nieder liessen. Da wir kein Kleingeld passend hatten, kauften wir auf dem privaten CG Feuerholz fuer heute Abend.
Wir erkundeten anschliessend den Park und liefen einige kuerzere Trails. Es war sehr warm um nicht zusagen heiss, deswegen verausgabten wir uns auch nicht allzu sehr. Wieder zurueck am CG, legten wir ein Lesestuendchen ein. Es war unheimlich still, keine Leute – keine Autos, sodass die Haeschen und Squirrels uns aus naechster Naehe beaeugten. So ab und an zu zelten gefiel uns ganz gut, allerdings ohne grosses Kochen und so weiter, das war uns dann doch laestig. Hier gabs aber keinerlei Service ringsrum, also mussten wir uns doch vorher Gedanken machen, was es denn abends zu Essen geben sollte. Mit einer 3 Minuten-Terrine und einigen Kleinigkeiten sind wir dann auch satt geworden. Einen schoenen Sonnenuntergang konnten wir von einem Felsen aus beobachten und diese Ruhe hier war einfach unglaublich. Dann zuendeten wir unser letztes Campfire an und tranken noch ein Bier dazu. Den naechsten geplanten Zeltaufenthalt morgen im Monument Valley hatten wir innerlich schon gestrichen, es war einfach viel zu heiss.
19. Tag
19.06.06
Gefahrene km: 344
Hotel: Goldings Lodge - Monument Valley 153,00 $
Nach einer sehr ruhigen Nacht erwachten wir, als die Sonne auf unsere Behausung schien. Kaffeekochen ging nur noch eingeschraenkt, da durch unsanfte Behandlung wieder mal unsere Bodrum Kanne kaputtgegangen war. Wir verstauten unseren Krempel, entsorgten so einige Sachen und verliessen dann den Park. Einen Zwischenstopp legten wir noch am Newspaper Rock ein. Einem Felsen, an dem sich schon vor vielen, vielen Jahrhunderten die Jaeger und Sammler und spaeter die Natives verewigten. In Blanding frischten wir nochmals die Vorraete auf, bevor wir Richtung Monument Valley fuhren. Davor bogen wir aber noch ab in das Valley of Gods, das in etwa aehnliche Felsgebilde hat wie das MV, nur nicht so spektakulaer. Dafuer bot die geschotterte Strasse viel Abwechslung, wie in einer Achterbahn ging es rauf und runter. Ralf machte es sichtlich Spass und mir wurde uebel. Wir verliessen das Tal um eine ebenso geschotterte Strasse, die sich in Serpentinen einen Berg hochwand, unter die Raeder zu nehmen – den so genannten Moki Dugway. Von oben hatten wir eine unglaubliche Aussicht auf das weite Tal. Noch ein etwas besserer Aussichtspunkt ist der Muley Point. Die Dirtroad dorthin biegt sofort links ab wenn man oben angekommen ist. Ca. 5 Meilen lang ist die Strasse zu besagtem Punkt. Hier blickten wir schoen auf die Goosenecks des San Juan River und in der Ferne war schon das Monument Valley zu sehen. Naechster Halt war im Goosenecks SP, aber das war nur ein kurzer Fotostopp am einzigen Aussichtspunkt.
Nach einigen Meilen waren wir im MV angekommen. Das Campen hatten wir ja innerlich schon gestrichen, also wurden wir in der Gouldings Lodge vorstellig und fragten nach der Rate fuer eine Nacht. Zuerst wird immer der normale Zimmerpreis genannt, erst auf Nachfrage unsererseits nach einer AAA-Rate rueckte die Dame damit heraus. Die Zimmer sind etwas kleiner als wir es bisher gewoehnt waren und auch das Bad war winzig. Dafuer haben alle Raeume einen kleinen Balkon bzw. Terrasse mit Aussicht auf das Valley. Wir ruhten uns kurz aus und gingen dann ins angrenzende Restaurant fuer ein Abendessen. Das Essen war gut, aber wir hatten irgendwie das Gefuehl nicht willkommen zu sein. Die Bedienung hatte nicht gerade ihren freundlichsten Tag. Im Anschluss fuhren wir im Monument den fuer die oeffentlichkeit freigegebenen Teil. Pro Person kostet das 5,00 $ um ueberhaupt auf den Parkplatz des Visitorcenters zu kommen. Im schon milden Abendlicht machten wir einige schoene Fotos. Die Strasse hat einige Schlagloecher zu bieten, vorsichtige Fahrweise ist hier angesagt. Zwei Wohnmobile waren auch unterwegs, die hatten bestimmt ihren Spass. Wir sassen dann noch am Visitorcenter und sahen der blutroten Sonne beim Untergehen zu. Zum Abschluss des Tages sassen wir auf unserer Terasse und genehmigten uns die zweite Flasche Wein (und das im Gebiet der Natives, das absolut alkoholfrei ist). Der Merlot war aber sehr stark, so dass wir bald aufgaben.
20. Tag
20.06.06
Gefahrene km: 376
Hotel: Prospector Inn 63,27 $
Der Wecker machte sich um kurz vor sechs Uhr bemerkbar. Wir hatten beschlossen fuer den Sonnenaufgang nicht ins MV zu fahren. Fuer was hatten wir schliesslich ein Zimmer mit Aussicht? Die gleiche Idee hatten andere Gaeste auch, was an der Geraeuschkulisse zu merken war. Genauso rot wie die Sonne gestern untergegangen war so ging sie heute morgen auch wieder auf. Ganz langsam machten wir uns dann fruehstuecksfertig, denn um 08:00 Uhr begann das Fussballspiel der Deutschen gegen Ecuador. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Nach unserem 3:0 Sieg checkten wir dann aus und fuhren los. Da wir am Donnerstag wieder in Las Vegas sein mussten, ueberlegten wir wie der Rueckweg aussehen sollte. Wir haben uns fuer den Weg ueber den Bryce Canyon entschieden.
Also mussten wir heute noch ein gutes Stueck Wegstrecke zuruecklegen um morgen noch ausreichend Zeit dafuer zu haben. Auf dem Weg zurueck machten wir einen kleinen Abstecher zum Natural Bridges Monument. Irgendwie konnten uns die Steinbruecken nicht mehr so ganz vom Hocker reissen, wir haben einfach schon zu viel gesehen. Durch einsame Landschaft naeherten wir uns langsam Halls Crossing. Hier ueberquerten wir mit der Faehre den Lake Powell um nach ca. ½ Stunde in Bullfrog anzulanden. Hauptsaechlich dem Wassersport haben sich die zwei Oertchen verschrieben – ein Hotel und Haefen fuer die Hausboote gab es hier, recht viel mehr war nicht. Wir befanden uns nun wieder auf der Notom-Bullfrog Rd, die nach einiger Zeit wieder in den schon bekannten Burr Trail ueberging. Es fiel uns nicht weiter schwer noch mal in Escalante zu naechtigen, den Ort fanden wir ganz sympathisch auch wenn er wirklich nicht viel zu bieten hat. Wir sahen uns die Cabins bei Escalante Outfitters an, konnten uns aber nicht dafuer entscheiden. Also doch wieder Prospector Inn. Zu Abend gab es dann die schon wohlbekannte Pizza im Outfitters.
21. Tag
21.06.06
Gefahrene km: 176
Hotel: Rubys Inn 136,00 $
So langsam naehert sich unser Urlaub unweigerlich mal wieder seinem Ende. Eine landschaftlich schoene Strecke fuehrte uns morgens in den Bryce Canyon. Etwas ausserhalb des Parks liefen wir den schoenen Mossy Cave Trail, der zu einem kleinen Wasserfall fuehrte. Ein schoener Spaziergang entlang des Flusses. Naechster Halt war dann das Visitor Center im Park, hier sahen wir uns etwas um. Leider war die Wallstreet wegen Felssturz gesperrt, schade. Wir waren zwar schon zweimal unten, aber der Weg ist einfach schoen. Es waren viele Besucher unterwegs, deshalb beschlossen wir gleich mal im Rubys Inn nach einem Zimmer zu fragen. Es gab noch eines, aber nicht gerade billig. Wir nahmen es trotzdem und machten uns auf den Weg die Aussichtspunkte des Canyons abzufahren. Abends assen wir im Hotel, aber dort herrschte ein solches Leuteaufkommen, welches wir die letzten drei Wochen nicht gesehen hatten. Wir fuhren noch mal los zum Sonnenuntergang. Fuer schoene Fotos waren wir aber schon zu spaet dran. Auf dem Rueckweg sahen wir noch einige Deers und Pronghorns. Zum Abschluss des Tages gab es noch ein Eis.
22. - 25. Tag
22.06. - 25.06.06
Gefahrene km: 456
Hotel: Bellagio, teuer (aber jeden Cent wert)
Zum Abschluss unseres Urlaubes verbrachten wir noch erholsame Tage in Las Vegas. Shoppen in der Outlet Mall, Besuch der Cirque de Soleil Show „O“, erholsame Stunden am Pool, Hard Rock Cafe und Hofbraeuhaus, Las Vegas Down Town und vor allem Testen der Buffets im Aladdin, Bellagio und Wynn – sehr, sehr lecker. Wobei das im Wynn sicher das stilvollste war, die Auswahl aber im Aladdin die beste. Bellagio war auch ok, aber irgendwie kuehl. Die Aussicht von unserem Zimmer im Bellagio mit Blick auf die „Dancing fountains“ war grandios und ich war vom Fenster nicht mehr wegzubringen. Pool war auch schoen, die Drinks lecker – allerdings war Wochenende und das war an der Besucherzahl deutlich zu merken, es war voll, sehr voll. Leider ist von unserer Hochzeitskapelle nicht mehr viel uebrig, das gesamte Areal wurde abgerissen. Unser Glueck im Spiel versuchten wir auch noch, aber es war uns nicht mehr hold. Einen Blick von oben auf Las Vegas' Lichtermeer riskierten wir auf einem kurzen Hubschrauberrundflug, einfach toll. Mit uns flog ein junges amerikanisches Ehepaar. Er war in Schweinfurt stationiert, nun leben sie in Californiens Wueste und vermissen das gruene Deutschland.
Insgesamt war die Zeit in LV wie immer viel zu kurz. Aber das war sicher nicht unser letzter Besuch.
Abreise
Die letzten Sachen wurden in die Koffer gequetscht, wir waren abreisefertig. Wir verliessen unser schoenes Zimmer im Bellagio und warteten bis unser Auto vorgefahren wurde. Das kurze Stueck bis zur Fahrzeugrueckgabe war gleich zurueckgelegt. Koffer ausgeladen und rein in den Shuttle zum Flughafen. Unseren Rueckflug hatten wir auf die Comfort Class upgegradet, somit hatten wir auch Zugang zur Business Lounge. Die Zeit bis zum Abflug verbrachten wir entspannt bei Drinks und Knabbereien vor dem Fernseher, es lief natuerlich Fussball. Wir hatten die Plaetze ganz vorne im Flugzeug und der Service war schon um Klassen besser als sonst. Auch das Essen war ueberzeugend. Eine DVD und etwas Schlaf verkuerzte uns die Zeit bis zum Fruehstueck. Wohlbehalten landeten wir in Frankfurt und warteten noch etwas auf den Flug nach Muenchen. Am Flughafen wurden wir schon erwartet und dann gings nach Hause.
Ein wunderschoener Urlaub geht wieder einmal zu Ende.
Es war sicherlich nicht unser letzter Urlaub in den USA. Aber 2007 bereisen wir doch mal ein anderes
Land. Aber wir schmieden schon wieder Plaene für weitere USA Aufenthalte, denn nach dem Urlaub ist ja bekanntlich vor dem Urlaub.