Reisebericht USA Südwesten 2004
1. Tag
09.06.04
Dieses Jahr ist der Suedwesten der USA unser Ziel. Mit einer Besonderheit fuer uns – wir sind naemlich zu Viert, Ralfs Eltern fuhren mit uns. Wir hatten die Lufthansa gewaehlt, da uns diese direkt von Frankfurt nach Denver brachte. Auf dem Flug verhinderte eine zickige Stewardess jegliche „Rudelbildung„ vor den Toiletten – ja, ja die neuen „Sicherheitsbestimmungen„. Ansonsten verging die Zeit buchstaeblich wie im „Fluge„. Kurz vor der Landung auf dem Denver Airport startete der Pilot die Maschine noch einmal durch wegen einem Gewitter. Kein sehr angenehmes Gefuehl in so einer riesigen Boeing 747. Der zweite Versuch gelang dann aber und wir waren froh endlich aussteigen zu duerfen. Die Einreise war kein Problem, es wurden uns nur die ueblichen Fragen gestellt. Per Hotel-Shuttlebus fuhren wir dann zu unserem bereits gebuchten Hotel dem Holiday Inn. Nach einem spaeten Abendessen gingen wir gegen 21.30 Uhr zu Bett.

2. Tag
10.06.04
Gefahrene km: 133
Campground: Garden of Gods CG 34$
Wie immer, haben wir die erste Urlaubsnacht ganz gut verbracht. Nach einem leckeren und opulenten amerikanischen Fruehstueck vereinbarten wir mit unserem Wohnmobilvermieter Roadbear die Abholzeit fuer 10.45 Uhr. Nach kurzer Fahrzeit erreichten wir unser Ziel und auf dem Hof erwartete uns schon unser zu Hause fuer die naechsten 3 ½ Wochen, natuerlich aber in zweifacher Ausfuehrung. Die Formalitaeten brachten wir schnell hinter uns und dann gings zur Fahrzeugeinweisung.
Gegenueber dem Truck Camper den wir bisher immer fuhren, war der diesjaehrige RV ein wahres Luxusmodell. Ein nagelneues grosses Ungetuem mit 26 ft, Slideout, Markise, Generator usw. wartete da auf uns. Nachdem wir uns mit dem Gefaehrt etwas vertraut gemacht hatten, gings ans Einkaufen. Bis wir endlich unsere Siebensachen beieinander hatten – unsere Newbies brauchten etwas mehr Zeit – verging geraume Zeit. Im dichten Berufsverkehr fuhren wir dann auf der I25 Richtung Sueden – unser erstes Ziel war Colorado Springs. Den CG Garden of Gods hatte Ralf schon von zu Hause aus gebucht, sicher ist sicher. Nun richteten wir uns erst mal haeuslich ein, assen gemeinsam und fielen dann aber auch bald schon ins Bett.
3. Tag
11.06.04
Gefahrene km: 34
Campground: Garden of Gods CG 34$
Um 06.00 Uhr waren wir schon aus den Federn, ich ging Duschen und Ralf ganz „Hausmann„ machte das Fruehstueck. Nachher setzten wir uns in die warme Sonne und ein putziges Eichhoernchen leistete uns Gesellschaft. Heute hatten wir uns vorgenommen, den Garden of Gods zu besichtigen. Am Parkplatz vor dem Visitorcenter lief uns gleich eine kleine Familie Muledeers ueber den Weg. Wir informierten uns hier ueber den 5,3 km2; grossen Naturpark, der mit rostroten Felsen gespickt ist. Durch den Park fuehrt eine schmale Strasse von der wir schoene Ausblicke auf die Riesen hatten. Wir liefen den kurzen Ridge Trail auf dem wir Felsformationen Sleeping Giant und dem Cathedral Rock etwas naeher kamen. Huebsch anzusehen sind auch die Kissing Camels und der Balanced Rock. Um letzteren zu erreichen, musste Ralf entgegengesetzt der Einbahnstrasse fahren; der richtige Weg fuehrte zwischen Felsen hindurch aber unser Womo war etwas zu breit dafuer. In der Trading Post legten wir eine Pause ein und stoeberten anschliessend durch die Souvenirs.
Fuer den Nachmittag hatten wir eine Fahrt mit der Manitou & Pikes Peak Cog Railway auf eben diesen 4301 m hohen Berg gebucht. Wir hatten Glueck mit dem Wetter, es waren nur wenige Wolken am Himmel. In 1 ½ Stunden zockelte die rote Zahnradbahn auf den Gipfel. Oben angekommen, hatten wir ein tolles Panorama auf die umliegenden Praerien und Berge. Die Hoehe sollte man auf keinen Fall unterschaetzen, beim Aussteigen hatte ich weiche Knie und fuehlte mich etwas groggy, aber das legte sich gleich wieder. Und Dank Jacke und Sweatshirt liess sich auch der kalte Wind aushalten. Wir kauften uns noch einige „Pikes Peak High Altitude Donuts„ und dann war der 45 min. Aufenthalt vorbei und es ging wieder hinunter. An der Bahnhofsstation waren Behaelter mit Honigwasser aufgehaengt an denen sich die Kolibris tummelten – das gefiel uns besonders gut. Das war heute ein schoener Auftakt unseres Urlaubes mit zwei lohnenden Zielen.
4. Tag
12.06.04
Gefahrene km: 282
Campground: Great Sand Dunes Oasis CG&RV 14,98$
Wir erwachten bei strahlendem Sonnenschein. Unser Weg fuehrte wieder auf die I-25 bis Walsenburg, hier zweigte der Hwy. 160 Richtung Westen ab zum Great Sand Dunes Natl. Monument. Wir ueberquerten einen 9413 ft hohen Pass – da roehrte unser Schneckenhaus ganz entsetzlich wg. der Steigungen. Am Fusse der bis zu 4350 m hohen Sangre de Cristo Range liegen die Duenen. Eigentlich ein unglaublicher Anblick – Berge und Sandduenen einfach wunderschoen. Es ist leider Wochenende und der CG im Park war schon voll, ebenso der Parkplatz an den Duenen. Wir fuhren wieder raus und auf den CG Oasis CG & RV Park. Hier gab es nur Plaetze ohne allen Komfort fuer uns und das auch noch im Zeltplatzbereich. Nach einigen abenteuerlichen Einparkversuchen und geknickten Aesten hatten wir endlich ein Plaetzchen bzw. zwei gefunden. Das Wetter hatte sich verschlechtert – es zogen dunkle Wolken auf und ein heftiger Wind blies. Wir beschlossen daher erst mal ein Ruhepaeuschen einzulegen. Am spaeten Nachmittag kam die Sonne wieder zum Vorschein. Von unserem erhoeht liegenden CG hatten wir einen schoenen Blick auf die Sandduenen. Nach dem Abendessen sassen wir draussen und genossen einen wunderschoenen Sonnenuntergang.
5. Tag
13.06.04
Gefahrene km: 370
Campground: Morefield CG 20$
Um 06.30 Uhr sind wir heute schon aufgestanden – der Jetlag steckt uns immer noch in den Knochen. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und so waren wir bereits um 08.30 Uhr am Parkplatz der Great Sand Dunes. So frueh morgens war noch nicht viel los und am Strassenrand sahen wir ein Pronghorn und einige Muledeers. Um zu den Duenen zu gelangen, passierten wir zuerst den Medano Creek, ein erfrischendes Fussbad am Morgen. Der Aufstieg auf die Duenen war anfangs noch einfach aber bald ging uns die Puste aus. Ein Schritt rauf und zwei wieder runter war hier die Devise. Aber es hat sich allemal gelohnt, wir hatten eine tolle Aussicht. Wieder zurueck, stellten wir unsere Campingstuehle im Creek auf und kuehlten die Fuesse. Ein schoener Platz um etwas auszuruhen.
Am fruehen Vormittag fuhren wir dann die landschaftlich sehr schoene Strecke ueber den Wolfs Creek Pass mit 3210 m Hoehe Richtung Mesa Verde Ntl. Park. Hier nahmen wir uns einen Stellplatz auf dem Morefield CG – wieder ohne Strom. Auch diese Gegend hier liegt auf ca. 2500 m Hoehe und als abends die Sonne unterging wurde es sehr schnell frisch. Leider darf im Park keinerlei Feuer angezuendet werden, ab 12.06. wurde das wegen der hohen Brandgefahr verboten. Selbst das Rauchen ist in freier Natur nicht erlaubt. Da unser Womo aber auch eine „smoke-free„ Zone war, rauchte Ralf aber doch draussen. So richtig geniessen konnte er es aber nicht.
6. Tag
14.06.04
Gefahrene km: 78
Campground: Morefield CG 20$
Heute hatten wir den ganzen Tag um Mesa Verde zu besichtigen. Wir waren vor 6 Jahren schon mal hier, aber bis auf so markante Punkte wie z.B. das Cliff Palace ist uns nicht so viel in Erinnerung geblieben. Zuerst besorgten wir uns Tickets fuer die 15.00 Uhr Cliff Palace Tour im Far View Visitor Center, das auch eine Ausstellung mit Schmuck und Bekleidung der Indianer beherbergt. Im Anschluss daran besichtigten wir das Spruce Tree House. Mit 114 Raeumen und 8 Kivas ist das die drittgroesste Felswandsiedlung des Parks und besser erhalten als alle anderen. In eine dieser Kivas – ein kreisrunder unterirdischer Zeremonienraum – konnte man ueber eine Leiter gelangen. Danach machten wir einen Abstecher ins Museum – hier sind zur Zeit Umbauarbeiten im Gange. 2006 wird der Park 100 Jahre alt, bis dahin wird wohl noch einiges renoviert werden.
Mittags gab es und Burger und Fries, das musste mal wieder sein. Weiter ging es zu den Aussichtspunkten Sun Point und Sun Temple, von hier hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf Cliff Palace. Dann wurde es Zeit fuer unsere gefuehrte Tour. Ueber einige Treppen hinab und eine Leiter wieder hinauf erreichten wir den Palace. Es ist die groesste Anlage im Park und hat 217 „Zimmer„. Ueber 3 Leitern verliessen wir nach einer Stunde die ehemalige Wohnstaette der „Anasazi„. Es war sehr heiss heute und wir waren froh wieder in den Schatten zu kommen. Auch nahmen wir uns den Rat des Rangers zu Herzen, der eindringlich zu viel wassertrinken geraten hatte. Zum Abschluss des Tages fuhren wir noch zum Park Point. Vom Feuerwachturm hatten wir ein tolles Rund-um-Panorama. Nach einer erfrischenden Dusche war dann nur noch Relaxen angesagt.
7. Tag
15.06.04
Gefahrene km: 232
Campground: Monument Valley CG 28,34$
Unser Ziel heute war das Monument Valley. Zuerst hielten wir in Cortez beim Wal Mart um unsere Vorraete aufzufuellen. Faszinierend wie schnell sich die Landschaft aendert – schon bald nach Cortez war nur noch eine eintoenige Steppe zu sehen und mittendrin ein neugebautes Spielcasino der Indianer. Ab Bluff fuhren wir zwischen wunderbar roten Felsen hindurch und dann war auch schon in der Ferne das Monument Valley zu sehen. Nochmals muss ich in die Vergangenheit schweifen: Seinerzeit hat uns das M.V. gar nicht so gefallen. Die Bretterbuden der Indianer am Eingang fanden wir nervig, auch die Landschaft wollte uns nicht bezaubern. Deshalb starteten wir nun einen zweiten Versuch. Es war sehr heiss, in der Sonne waren es an die 40°C. Wir sahen uns den Mitten View CG an (ohne alles), stiessen aber damit nicht gerade auf Gegenliebe bei unseren Reisegefaehrten. Also fuhren wir zum Gouldings M.V. CG. Der lag eingebettet zwischen roten Felsen und mit Ausblick auf das Valley. Dieser Platz fand allgemeine Zustimmung und wir hatten Glueck und bekamen zwei Sites. Wir meldeten uns dann auch gleich fuer eine 3 ½ Stunden Tour durch das Tal an. Diesmal wollten wir es ganz genau wissen. Ausgeruestet mit Wasser, Kamera und Fotoapparat ging es dann um 15.45 Uhr los.
Wir stiegen in eine Art Pick-up mit Platz fuer 16 Personen. Vollbesetzt startete das Gefaehrt, gesteuert von Gabriel, einem Einheimischen. Zuerst besichtigten wir einen Hogan, darin sahen wir eine kurze Webdemonstration. Neben dem Visitor Center ging es dann in den Park hinein. Fuer unser Wohnmobil waere der Weg nur bedingt geeignet gewesen fanden wir, weil doch einige Schlagloecher lauerten. Die Landschaft war unglaublich schoen und um dem ganzen dann noch die Krone aufzusetzen stand ein einsamer Reiter (natuerlich bestellt) auf einem Felsen. Zu den Felsformationen folgten Erklaerungen und manchmal war es gar nicht so einfach zu erkennen warum die so hiessen. Wir waren ueberrascht, das der Park auch viele Steinboegen hat, ein bisschen wie im Arches. Besonders schoen waren das Sun Eye und das Wind Ear. Beim ersterem sahen wir auch Felszeichnungen der Indianer. Beeindruckend war auch der Big Hogan, hier legten wir uns auf den Felsen und sahen nach oben durch ein Loch – dazu sang unser Guide ein indianisches Lied. Das war „mystisch„ sagte Ralf, weil ihm kein besserer Ausdruck einfiel. Allein in der Karte sind 24 Felsformationen mit einem Namen eingezeichnet – so gross hatte ich mir das Gebiet nicht vorgestellt. Staubig und durchgeschuettelt kamen wir nach ueber 3 ½ Stunden in Gouldings Trading Post an. Hier goennten wir uns noch ein leckeres Abendessen in Form eines Navajo Tacos. Fazit: Monument Valley hat uns diesmal sehr gut gefallen und dazu hat die Tour sicherlich einen grossen Teil beigetragen – vor allem auch weil keine Menschenmassen zugegen waren. Abends war dann noch eine Dusche faellig, der rote Sand war einfach ueberall. Wir blieben noch so lange auf bis es in Deutschland kurz nach 6 Uhr morgens war, um uns nach dem Ergebnis der Deutschen Fussballmannschaft bei der diesjaehrigen EM zu erkundigen.
8. Tag
16.06.04
Gefahrene km: 307
Campground: Mather CG 15$
Ueber Kayenta ging es heute morgen zum Grand Canyon. Nach Cameron bekamen wir schon mal einen kleinen Vorgeschmack eines Canyons, der Little Colorado River hat im Laufe der Jahrhunderte hier eine Schlucht in das Gestein gegraben. Um einen Blick hinunter zu werfen, mussten wir erst mal die Verkaufsstaende der Indianer passieren. Sehr geschickt gemacht. Einen ersten Eindruck des gewaltigen Grand Canyons gewannen wir am Desert View Point. Den gleichnamigen Campingplatz besichtigten wir dann anschliessend, konnten uns aber nicht so recht dafuer entscheiden. Wir fuhren weiter in den Park hinein bis zur Market Plaza. Am Mather CG (einfache Ausstattung) bekamen wir die letzten zwei Stellplaetze fuer groessere RVs, Schwein gehabt. Das Wetter war nicht mehr ganz so schoen – es zogen Gewitterwolken auf, aus denen es aber nur minimal regnete. Seit April hat es hier nicht mehr geregnet, deshalb durften wir wieder kein Feuer machen, schade. Wir fuhren nach Tusayan und sahen uns dort im IMAX-Kino den Film „The hidden secret„ an. Ist auf alle Faelle zu empfehlen. Abends gab es home made Tacos a’ la Martina + Ralf – auch sehr empfehlenswert.
9. Tag
17.06.04
Gefahrene km: 82
Campground: Mather CG 15$
Der heutige Tag war ganz dem Grand Canyon gewidmet. Morgens probierten wir gleich mal den Shuttle Bus Service, den es mittlerweile fuer fast den gesamten Park gibt, aus. Wir fuhren zum Visitor Center, welches sehr grosszuegig und informativ angelegt ist, schauten uns etwas um und gingen weiter zum Mather Point. Hier war bereits die japanische Invasion eingefallen, wir machten unsere Fotos und liefen dann weiter am Rim Trail entlang. Es ist wie immer – kaum ein Stueck gelaufen – schon sind wir fast allein. Beim Hotel El Tovar setzten wir uns wieder in den Bus und liessen uns zurueckchauffieren. Wir fuhren wieder zum CG um unsere Reservierung fuer heute einzuloesen. Nach einer Mittagspause besuchten wir noch Moran, Lipan und Grand View Point. Am Grand View war gerade ein Hubschrauber unterwegs um nach einem Vermissten zu suchen, er ist von einer Wanderung nicht zurueckgekehrt. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, auch genug zu trinken mitzunehmen und sich nicht zu viel zuzumuten, aber es passiert trotzdem sehr oft etwas. Ralf hat sich darueber ein Buch gekauft „Death in Grand Canyon„. Zurueck zum Aussichtspunkt: Wir sahen einige sehr grosse Voegel und vermuteten, dass es Kondore waren – sicher waren wir uns da aber nicht. Von diesen Aussichtspunkten hatten wir schoene Ausblicke in den Canyon und im Vergleich zum Mather Point war das Besucheraufkommen uebersichtlich.
Am spaeten Nachmittag fuhren wir per Shuttle zu Hermits Rest. Schon wieder truebten viele graue Wolken die praechtige Aussicht, wir fuerchteten schon um den Sonnenuntergang. Wir kauften uns einen Kaffee und sahen den grossen schwarzen Raben zu – die immer auf Beute aus waren. Dann fuhren wir zurueck bis Hopi Point, ein guter Punkt fuer den Sonnenuntergang. Viele Leute waren zunaechst nicht da, was sich etwas spaeter dann aber drastisch aendern sollte. Die Wolken hatten sich fast verzogen, so das die untergehende Sonne sehr schoen die Felsen anleuchtete. Die Fotoapparate liefen heiss und Ralf fotografierte im Minutentakt. So erlebten wir doch noch einen wunderschoenen Sonnenuntergang. Wir erwischten den ersten Shuttle zurueck und gingen noch zum Essen in die Maswik Lodge – nichts spektakulaeres, eher Kantinencharakter. Auf dem Weg zurueck zum Womo sah ich eine Sternschnuppe – habe mir etwas gewuenscht.
10. Tag
18.06.04
Gefahrene km: 245 km
Campground: Lake Powell Resort & Marina 27$
Wiederum bei bestem Wetter starteten wir heute morgen nach Page zum Lake Powell. Aber vorher noch wollten wir den Upper Antelope Canyon besichtigen. Die beste Zeit dafuer ist mittags, die Sonne steht dann am hoechsten und es kommt genug Licht in die Felsspalten. Wie ausgerechnet waren wir um 12.00 Uhr da. Der Canyon liegt auf Navajo-Gebiet und wird auch von ihnen verwaltet. Das heisst, fuer den Parkplatz sind wir 6,00 $ losgeworden und fuer die 1:20 h Tour noch mal pro Nase 15,00 $, das ist gelinde gesagt schon Abzocke. Aber wir wussten, es wird sich lohnen. Nach einer 10 min. Schaukelfahrt im offenen Jeep waren wir da. Das Licht war gut und der erste Eindruck ist wirklich fantastisch.
Es waren zum Glueck nicht so viele Leute und Stativfotografen unterwegs, so dass wir ueberall ungehindert stehen bleiben konnten. Ralf schoss viele, viele Fotos und nach einer Stunde fuhren wir zufrieden wieder zurueck. Diesmal sassen wir vorne im Auto und hatten dann noch eine nette Unterhaltung mit unserem Guide, der natuerlich auch schon mal in Deutschland war. Wir fuhren dann weiter ueber den Glen Canyon Dam nach Wahweap. Hier bekamen wir auf dem Lake Powell Resorts & Marina CG zwei schoene Sites. Es ist um einige Grad heisser als am Grand Canyon, da waren wir schon froh um die Klimaanlage im Wohnmobil. Am spaeten Nachmittag fuhren wir noch mal nach Page – kauften etwas ein und holten unseren reservierten Jeep fuer die morgige Wave-Tour bei
Buggy Rent a Car ab. Selbst zum Feuermachen war es uns abends noch zu warm, hier waere es erlaubt gewesen. Die Sonne ging unter, und es war ein farbenpraechtiger Himmel zu sehen. Wir sassen noch lange unter einem klaren Sternenhimmel.
11. Tag
19.06.04
Gefahrene km: 157 (Jeep)
Campground: Lake Powell Resort & Marina 27$
Heute hatten wir etwas Spezielles vor – ein Wanderung zur Wave. Schon vor laengerer Zeit sind auf Karstens Homepage (
www.karsten-rau.de ) mit seinen supertollen Fotos gestossen, darunter auch die Wave. Da wollten wir auch mal hin!! Bereits im Dezember 2003 haben wir die Permits beim Bureau of Landmanagement uebers Internet beantragt (genaue Vorgehensweise ist auf Karstens HP beschrieben). Ja, nur mit Genehmigung ist das Wandern im Gebiet der Coyote Buttes North erlaubt. Um 06.00 Uhr schmiss uns der Wecker aus den Federn und nach dem Fruehstueck gings dann auch gleich los. Wir fuhren ca. 45 min. Richtung Kanab und bogen dann auf eine sog. Dirt Road in das House Rock Valley ein. Zwei, drei kritische Stellen sind auf der Strasse zu passieren, (Washes) deshalb haben wir den Jeep gemietet. Nach 20 Minuten waren wir am Parkplatz des Wire Head Trailpasses. Wir schulterten unsere Rucksaecke (voll mit Wasser und Proviant) und marschierten los. Einige Autos standen am Parkplatz aber bis auf eine Frau ganz zu Anfang sahen wir den ganzen Tage keine Menschenseele mehr. Dank Karstens Wegbeschreibung, die man gegen die Reservierungsbestaetigung fuer das Permit bei ihm bekommt, war der Weg kein Problem fuer uns. Es war ehrlich gesagt schweineheiss, null Schatten und zum Schluss dachte ich mir, ich pack das letzte Stueck nicht mehr. Wir sahen schon das Gebiet in dem die Wave liegt, aber vorher galt es noch einen kraeftigen Anstieg zu meistern. Aber auch das schafften wir und dann waren wir da - endlich.
Unglaublich!! Ich setzte mich erst mal in den Schatten und staunte ueber die wunderbaren Wellenformationen die der Wind ueber lange, lange Zeit in den Sandstein geschliffen hat. Auch die Farben waren einfach gigantisch. Wir ruhten uns aus, assen und tranken und schauten. Nach ca. 1 ½ Stunden, hatten wir die Gegend um die Wave erkundet und machten uns auf den Rueckweg. Angesichts der schweisstreibenden Temperaturen verzichteten wir auf die 2nd Wave und alles weitere – vielleicht kommen wir ja noch mal hierher. Fuer den Hinweg hatten wir eine gute Beschreibung – auf dem Rueckweg sah auf einmal alles anders aus. Aber Ralf ist ja ein guter Pfadfinder und wir kamen nach ca. 1 ½ Stunden wieder am Parkplatz an. Es hat sich wirklich gelohnt, aber die Hitze sollte niemand unterschaetzen. Und Trinken, trinken ohne Ende – das ist sehr wichtig. Nach kurzer Ralleyfahrt (Ralf ist ein rasanter Fahrer) erreichten wir wieder die Strasse. Wir fuhren zurueck und bildeten uns ein, noch zum Horseshoe Bend – einem Aussichtspunkt auf den Colorado River – zu fahren. Den sandigen Anstieg schafften wir gerade noch, aber als wir sahen das der Weg wieder abwaerts fuehrte und es noch ein Stueck zu laufen ist – streikten wir und kehrten stante pede wieder um. Keine Hikes fuer heute mehr – auch keine kurzen. Wir brachten unser Auto zurueck, frisch gewaschen natuerlich. Abends goennten wir uns in der Dam Bar & Grille ein gutes Steak mit Shrimps, das hatten wir uns heute redlich verdient. Vor 6 Jahren waren wir auch hier zum Abendessen, das fiel uns aber erst wieder ein als wir vor dem Lokal standen.
12. Tag
20.06.04
Gefahrene km: 538
Campground: Oasis RV Resort LV 25$
Gut ausgeruht von unserer gestrigen Wanderung fuhren wir weiter ueber den Valley of Fire State Park nach Las Vegas. Als wir die I-15 erreicht hatten ging es dann etwas schneller vorwaerts, als zuvor auf dem Hwy. Wir fuhren immer bergab durch einen wuchtigen Canyon des Virgin River (allerdings muessen wir da in ein paar Tagen auch wieder hinauf). Bei Mesquite sahen wir einen Waldbrand in den Bergen, eine riesige Rauchwolke stieg in den Himmel hinauf. Dann bogen wir ab zum Valley of Fire S.P. Wir hatten vor hier zu uebernachten, aber angesichts tropischer Temperaturen um die 40°C wollten wir uns das ohne Stromanschluss nicht antun. Schade, denn auf einen schoenen Sonnenuntergang hier im Park hatten wir uns schon gefreut. Wir besuchten kurz das gut gekuehlte Visitorcenter und fuhren dann noch die Scenic Route zu den White Domes. Die rote Farbe der Sandsteinfelsen war schon ein toller Anblick. Nach einigen Fotostopps verliessen wir die schoene Gegend wieder Richtung I-15 um die letzten Meilen bis LV in Angriff zu nehmen. Wir hatten bereits vorgestern auf dem Oasis RV Resort zwei Plaetze fuer morgen und uebermorgen reserviert. Es machte aber nichts aus, das wir bereits einen Tag frueher da waren. Einen riesigen Platz mit 500 Plaetzen, einem Golfplatz und zwei Pools fanden wir vor – hier laesst es sich ganz gut aushalten. Abends gingen wir noch eine Runde schwimmen und entspannten im Whirlpool.
13. Tag
21.06.04
Gefahrene km: 24
Campground: Oasis RV Resort LV 25$
Heute morgen standen wir etwas spaeter auf – wir hatten es nicht eilig. Dann war shoppen angesagt im nahegelegenen Outlet Center. Wir wurden auch tatsaechlich fuendig und liessen die Kreditkarten gluehen. Vor allem die Jeans sind ja im Vergleich zu Deutschland gnadenlos guenstig. Und auch ich - sonst als eher waehlerisch bekannt - fand einige Stuecke. Zwischendurch goennten wir uns eine Pause und liessen uns ein leckeres chinesisches Mahl schmecken. Danach fuhren wir mit dem Womo einmal den „Strip„ rauf und runter, so gewannen Ralfs Eltern schon mal einen ersten Eindruck von dem was sie da heute Abend erwartet. Nachmittags habe ich Ralf an den Pool geschickt und ich hole endlich mal die Tagebucheintragungen ab Freitag nach. Der CG bietet einen freien Shuttlebus-Service zum Strip, genauer gesagt bis zum Tropicana Hotel. Das ist eine gute Sache, denn mit dem Mobil nach LV reinzufahren, das wollten wir uns nicht unbedingt antun.
Um 18.00 Uhr brachte uns der Bus zum Tropicana – von dort aus erkundeten wir das MGM und anschliessend das New York. Hier wagten wir eine Fahrt mit der Achterbahn, ein arg rumpeliges Vergnuegen fuer 10,00 $. Zum Abendessen liessen wir uns im Monte Carlo nieder. Das war eher Zufall, aber das Buffet mit Shrimps, Austern, Sushi und einigen asiatischen Auswahlmoeglichkeiten war sehr gut. Als naechstes sahen wir die Wasserspiele vor dem Bellagio – sehr beeindruckend. Auch im Inneren des Hotels gefiel es uns sehr gut – vor allem auch die duftenden Blumenbeete, deren Unterhalt im Monat 1 Mio. $ kostet (angeblich). Ralf blieb beim Black Jack haengen, gewonnen hat er nichts aber auch nichts verloren. Im Paris fuhren wir auf den Eiffelturm – von oben hatten wir einen schoenen Ueberblick auf die funkelnde Stadt und die Wasserspiele. Fuer heute war es nun wirklich genug, wir schnappten uns ein Taxi zurueck zum Campingplatz.
14. Tag
22.06.04
Gefahrene km: 0
Campground: Oasis RV Resort LV 25$
Relaxen stand heute auf dem Programm – ausschlafen und dann an den Pool. Abends nahmen wir wieder den Shuttlebus in die Stadt. Mit der „Tram„ einer Art Hochbahn die das Excalibur, Luxor und Mandalay Bay verbindet, fuhren wir zu letzterem Hotel. Muss man nicht unbedingt hin, fanden wir. Schon ein schoenes Hotel aber es bot nichts besonderes. Faul wie wir sind, liessen wir uns per Taxi zum Paris chauffieren. Hier leisteten wir uns das Buffet – mit 25,00 $ nicht gerade billig, aber lecker. Vor allem die Riesenshrimps und Krabbenbeine. Vollgefuellt verliessen wir den Ort der Voellerei und gingen Richtung Venetian. Hier gefiel es uns sehr gut – Markus Platz, Rialtobruecke – schoene Innenausstattung und natuerlich die Gondoliere mit ihren Booten. Im Mirage kam Ralf nicht an den Black Jack Tischen vorbei und es hat sich auch noch gelohnt. Den Abend mit den Ausgaben wie Essen, Taxi und verlorenes Geld an den „Einarmigen„ hat er wieder eingespielt.
15. Tag
23.06.04
Gefahrene km: 291
Campground: South CG 16$
Heute geht es wieder in die Natur, ade Las Vegas. Als wir vor zwei Wochen unsere Womos abholten waren die Nummernschilder noch nicht da. Deshalb fuhren wir vormittags bei Road Bear LV vorbei, um diese anbringen zu lassen. Ausserdem hatte sich im anderen RV eine Wand geloest, das Problem konnte da auch gleich behoben werden. Hier hatten wir mal die Gelegenheit einen sog. Trailer oder 5th Wheeler zu besichtigen. Das sind schon tolle Teile – die Innenausstattung nobler als bei manchem zu Hause und fuer die Hausfrau ist auch gleich die Waschmaschine inklusive. Es war schon Mittag vorbei als wir dann endlich weiterkamen. Wir wollten in den Zion NP, daher ging es den gleichen Weg auf der I-15 zurueck wie vor 3 Tagen, nur dieses mal kam es uns kuerzer vor. Am Parkeingang vom Zion wurden wir auch gleich die faellige Tunnelgebuehr fuer groessere Gefaehrte von 10,00 $ los – wenn man wie wir vorhat den Park in die oestliche Richtung zu verlassen. Der Tunnel ist fuer die Wohnmobile nur in der Mitte zu befahren und muss daher fuer den anderen Verkehr zeitweise gesperrt werden.
Am South CG – first come first served – fanden wir noch 2 schoene Plaetze. Wir hatten gerade eingeparkt, da schlaengelte eine Klapperschlange neben unserem Platz ueber die Strasse und ringelte sich an einem Baum zusammen. Ralfs Mutter war „hellauf begeistert„ (hier gehe ich abends nicht mehr raus, usw.) und auch das nebenan zeltende Paar war nicht so recht gluecklich mit dem unerwuenschten Gast. Jedenfalls dauerte es nicht lange und schon kam ein Ranger mit einem Greifer und einem Eimer und befoerderte das Tierchen von dannen. Das Thema Schlange war erledigt. Allerdings haetten wir hier kein solches Exemplar erwartet. Nun konnten wir wieder zur Tagesordnung uebergehen. Abends gab es endlich das erste Lagerfeuer des Urlaubs. Hier ist es immer noch sehr, sehr warm, so dass wir spaeter kurz den Generator anwarfen um wenigstens die groesste Hitze aus unserem zu Hause raus zu bekommen.
16. Tag
24.06.04
Gefahrene km: 0
Campground: South CG 16$
Dank eines heftigen Windes der durch unser Womo zog, konnten wir heute Nacht ganz gut schlafen. Auch im Zion NP gibt es seit einiger Zeit einen Shuttle-Service der den ganzen Park bedient. Allerdings muessen alle Besucher den Bus benutzen, was dem Park nur zu Gute kommt. Wir fuhren bis zur Zion Lodge, von hier aus fuehrt ein schoener Wanderweg zu den Emerald Pools. Ralf versuchte allerlei Getier wie Libellen und Schmetterlinge zu fotografieren, was ihm aber nur mit viel Geduld gelang. Mittags gab es in der Lodge einen Burger. Wir sassen draussen und beobachteten die laestigen Eichhoernchen, die sich am Abfalleimer zu schaffen machten und halbe Brezen abtransportierten. In der Lodge gab es freien Internet-Zugang und so erfuhren wieder mal was sich bei uns zu Hause so ereignet hatte.
Wir fuhren dann weiter zu den Weeping Rocks und anschliessend zu den Narrows. Die sind wohl das beliebteste Ziel hier, denn ganze Heerscharen von Leuten kamen uns entgegen. Der Fluss fuehrte auch tatsaechlich nicht sehr viel Wasser – allenfalls bis Kniehoehe an den tieferen Stellen. Wir planschten auch etwas herum, mittlerweile war es spaeter Nachmittag und jetzt waren nicht mehr so viele Besucher hier. Die Hoernchen waren so aufdringlich, das wir aufpassen mussten nicht spaeter einen unliebsamen Gast im Rucksack mitzunehmen. Durch den von hohen Felswaenden umrahmten Park shuttelten wir wieder zurueck zum Campingplatz. Wir machten uns frisch und nahmen den anderen Bus Richtung Springdale. Chinesisch stand heute auf dem Speiseplan. Spaeter genossen wir mit gut gefuellten Maegen und einer Flasche Bier noch den lauen Abend.
17. Tag
25.06.04
Gefahrene km: 162
Campground: Sunset CG 10$
Wieder haben wir gut geschlafen, Dank des Windes der fuer Durchzug sorgte. Durch den schon vorgestern beschriebenen Tunnel, der 1930 erbaut wurde, verliessen wir den Park. Vorher hielten wir an der Checkerboard Mesa, einer versteinerten Sandduene. Unser Ziel heute war der Bryce Canyon. Vom Zion aus ist es ja nicht weit zu fahren und so erreichten wir schon gegen Mittag unser Ziel. Vorher legten wir einen Stop am wunderschoenen Red Canyon ein. Allerdings meinte es das Wetter mit uns heute nicht so gut. Als wir ankamen gewitterte und regnete es. Deutlich kuehler als die letzten Tage ist es auch geworden, was auch an der Hoehe von ueber 2000 m liegt. Jetzt warten wir auf besseres Wetter und nutzen die Zeit zum Schreiben und zum Schlafen (Ralf). Wir stehen uebrigens auf dem Sunset CG im Park ohne Komfort.
Am spaeten Nachmittag kam wieder die Sonne heraus und wir nutzten die Zeit um auf Erkundungstour zu gehen. Hier gibt es auch den Bus-Service, ist aber kein Muss. Wir fuhren mit dem Womo die Aussichtspunkte Sunrise, Sunset, Inspiration und Bryce an und genossen die wunderbare Aussicht auf das Amphitheater mit seinen roten und weissen Hoodoos. Es war ueberall genuegend Parkplatz vorhanden und es war auch insgesamt nicht so viel los wie wir befuerchtet hatten. Auch auf unserem Campground waren nicht alle Plaetze belegt. Nach einem Abstecher zum Visitorcenter war dann Duschen angesagt. Abends blieben wir nicht lange draussen sitzen, da es ganz schoen frisch wurde.
18. Tag
26.06.04
Gefahrene km: 216
Campground: Fruita CG 10$
Nachdem Ralf gestern Abend schon beschlossen hatte, das heute morgen kein schoener Sonnenaufgang stattfinden wuerde (er wollte nur das fruehe Aufstehen verhindern) schliefen wir bis kurz vor 08.00 Uhr. Die Sonne schien bei blauem Himmel, das nutzen wir um noch eine kleine Wanderung zu starten. Wir liefen den Navajo Loop, der die Wall Street hinunter fuehrte. Ein wunderschoener Weg, der noch schoener gewesen waere, wenn nicht die Kinder einiger amerikanischer Familien jede Felsspalte mit grossem Getoese erklettert haetten. Unten sahen wir einen Fuchs der es auf einen Vogel abgesehen hatte, ihn aber nicht erwischte. Dann ging es serpentinenartig wieder zurueck zum Sunset Point. Am Bryce Point machten wir noch mal Fotos ohne Wolken, aber sie waren schon wieder im Anmarsch – dunkle Gewitterwolken zogen auf.
Wir verliessen den Park auf dem Hwy 12 der uns durch ein paar Miniortschaften fuehrte und ansonsten eine abwechslungsreiche Aussicht auf unterschiedlich weiss und rot gefaerbte Berge und Huegel bot. Leider hatten wir die Wolken mitgenommen, auf dem ganzen Weg blitzte und donnerte es und einmal gerieten wir in einen heftigen Regenschauer. Das letzte Stueck fuehrte uns ueber den Boulder Mountain. Auf 3000 m Hoehe blies ein eisiger Wind und es regnete. Endlich ging es dann wieder ins Tal und in der Ferne sahen wir schon den Capitol Reef NP. Hier angekommen, suchten wir uns auf dem Fruita CG ein Plaetzchen aus. Hier hatte es auch stark geregnet, Wiesen und Wege standen unter Wasser. Anschliessend erkundeten wir die Fruita Obstgaerten, die im fruehen 20. Jahrhundert von Mormonensiedlern angelegt wurden. Je nach Jahreszeit ist es Besuchern erlaubt Obst gegen eine geringe Gebuehr zu pfluecken. Jetzt werden gerade die Aprikosen reif. Mit Leiter und Pfluecker bewaffnet ging Ralf zu Werke und holte fuer uns das schoenste Obst vom Baum. Auch zwei Mule Deers beobachteten unser Treiben interessiert. Nach einem Abstecher zum Visitor Center kochten wir Abendessen und anschliessend brachte ich mal wieder das Tagebuch auf Stand.
19. Tag
27.06.04
Gefahrene km: 278
Campground: Canyonlands CG Moab 26$
Das Wetter sah heute morgen gleich viel freundlicher aus. Im Capitol Reef sahen wir uns noch die Felszeichnungen der Indianer an und hielten am Aussichtspunkt vom Capitol Dome. Leider kam der Park etwas zu kurz – schon ging es weiter durch unbewohnte Gegend ueber Hanksville zum Goblin Valley State Park. Im Tal der „Zwerge„ haben Wind und Wasser im Laufe der Zeit wundersame Figuren geformt. Wir liefen zwischen den Maennchen herum und liessen unsere Fantasie spielen. Ueberdachte Picknick-Tische luden noch zum Verweilen ein. Auf alle Faelle ein empfehlenswerter Zwischenstopp. Auf der Strassenkarte war eine Abkuerzung zur I-70 eingezeichnet und wir dachten, wir kaemen auf diesem Wege schneller nach Moab. Aber Irrtum, nach kurzer Zeit war Schluss, nur noch Schotter und Waschbrettrillen und wir mussten die Strecke wieder zurueckfahren. Auf dem Rueckweg begegnet uns ein einsames Pronghorn. Dann nahmen wir den Rest des Weges zum Arches Ntl. Park in Angriff.
In Moab entschieden wir uns fuer den zentral gelegenen Canyonland CG. Wir wollten uns schon immer mal einen Jeep ausleihen und damit abseits der geteerten Strassen rumduesen – der nahegelegene Canyonlands NP. ist dafuer wie geschaffen. Der Plan wurde auch prompt in die Tat umgesetzt. Wir haben einen Verleiher aufgesucht
(Farabees) , bei dem ueppigen Preis etwas gezuckt, mieteten dann aber doch fuer morgen so ein Gefaehrt. Gut war, dass wir das Auto schon heute Abend abholen konnten. Mittlerweile zog ein Gewitter auf, das dritte fuer uns seit Freitag, aber es hat hier seit Jahren nicht mehr nennenswert geregnet. Zu Abend assen wir heute auswaerts, lecker Steaks + Ribs. Anschliessend holten wir den Jeep ab und unternahmen auch gleich noch einen Abstecher in den Arches. Die untergehende Sonne vergoennte uns dann doch noch ein paar schoene Bilder zum Abschluss des Tages.
20. Tag
28.06.04
Gefahrene km: 195 (Jeep)
Campground: Canyonlands CG Moab 26$
Gegen 08.30 Uhr starteten wir heute morgen zu unserer Jeep-Tour. Zuerst fuhren wir noch auf einer geteerten Strasse bis nach Potash, ab hier nun ging es ins Gelaende. Rauf und runter ueber Berg und Tal, Stock und Stein rumpelten wir mit unserem Leihgefaehrt – nichts fuer schwache und laedierte Ruecken. Vorbei an einer Salz-Gewinnungsanlage (mit herrlich blau schimmerndem Wasser) sahen wir als ersten markanten Punkt den Dead Horse Point Overlook hoch ueber uns. Eine unwirkliche und heisse Landschaft und keinerlei Lebewesen. Tief unten sahen wir den Colorado River und am Ufer lagen einige Boote. Dann hatten wir den Musselman Arch erreicht. Der einzige Arch „auf dem man auch gehen kann„ so die Aussage unseres Vermieters. Breit genug war er schon, aber es ging auch tief nach unten – nix fuer schwache Nerven. Hier trafen wir auch wieder auf Menschen, ein amerikanisches und ein englische Paar. Der maennliche Teil des letzteren hatte keine Bedenken und lief ueber den Arch – ich konnte gar nicht hinschauen. Mittags waren wir an der Abfahrt zum Lathrop Canyon, hier kommt man bis ans Ufer des Colorados. Aber angesichts eines aufziehenden schlechten Wetters verzichteten wir auf die Abfahrt (bloed war, das es nicht schlechter wurde, aber das wussten wir jetzt noch nicht – wir aergerten uns spaeter immer noch das wir nicht unten waren).
Nun holperten wir den Weg zurueck zum Gooseneck Overlook. Teilweise fuhren wir ziemlich nah am Canyonrand entlang – da wurde es mir etwas pluemerant zumute. Aber ich hatte ja einen sicheren Fahrer an meiner Seite. Kurze Zeit spaeter begann der Shafer Trail – ein alter Viehweg. In steilen Serpentinen wand sich der Pfad nach oben und wir hatten einen grandiosen Ueberblick auf den Canyon. Wir legten eine kurze Pause am Visitor Center des Parks ein und nahmen dann das letzte Off Road Stueck in Angriff. Diesmal gings serpentinenartig nach unten in den Long Canyon. Ein grosser Felsen bildete einen natuerlichen Tunnel – von oben sah es aus, als wuerden wir nicht hindurchpassen, aber so war es nicht. Nun war unser „Abseits der Wege Abenteuer„ zu Ende. Da wir noch Zeit hatten fuhren wir noch mal in den Arches, sahen uns den Delicate Arch von unten an und wanderten noch ein bisschen in Devils Garden. Eigentlich wollten wir abends zum Delicate Arch hoch wandern, aber wir waren viel zu kaputt dafuer. Stattdessen liessen wir uns ein Abendessen in der Brewery schmecken. Als die ersten Regentropfen runterprasselten erreichten.
21. Tag
29.06.04
Gefahrene km: 330
Campground: South Rim CG 15$
Heute morgen zeigte sich die Sonne ueberhaupt nicht – viele Wolken waren am Himmel. Wir verliessen Moab und folgten eine Zeit lang dem Colorado River. Mittags erreichten wir dann auch wieder Colorado – so langsam neigt sich unsere Zeit hier wieder dem Ende entgegen. In einem Welcome Center mit sehr auskunftsfreudigen aelteren Herrschaften, informierten wir uns ueber unsere letzten Ziele. Dann ging es von der Interstate runter ueber Delta und Montrose zum Black Canyon of the Gunnison NP. Hier quartierten wir uns auf dem South Rim CG ein, sogar mit Strom dafuer gaenzlich ohne Wasser. Passend zum Namen des Canyons zogen ebenso schwarze Wolken auf, die aber dichthielten. Am Tomichi Point gewannen wir einen ersten Eindruck von der Schlucht. Steil fallen die bis zu 700 m hohen Felswaende nach unten in den an manchen Stellen nur 12 m breiten Canyon, ein ganz toller Anblick. Im Visitor Center sahen wir einen Film, der ueber die Erforschung des Canyons bis zur Ernennung zum NP erzaehlte. Einen schoenen Ausblick hatten wir auch am Aussichtspunkt „Painted Wall„ einer 700 m durchgehenden Felswand die mit weissen Streifen durchzogen ist. Der Park ist auf alle Faelle ein lohnenswerter Abstecher und auch noch nicht so ueberlaufen, weil er noch nicht so bekannt ist. Am CG bekamen wir abends Besuch von Muledeers, die durchs Gebuesch streiften. Wir zuendeten mal wieder ein Feuer an und verbrachten einen gemuetlichen Abend.
22. Tag
30.06.04
Gefahrene km: 317
Campground: Sugar Loaf CG 29,32$
Unseren urspruenglichen Plan heute bis nach Aspen zu fahren, gaben wir heute morgen wieder auf. Auf unserer Strecke kam keine Tankstelle und auf der geplanten Route waren nur Winzlingsortschaften verzeichnet – da ist das auch nicht so sicher mit dem Benzinnachschub. Also fuhren wir ueber Gunnison nach Leadville. Vorbei an der Cureccanti Ntl. Recreation Area – hier wurde der Gunnison River aufgestaut und ein riesiger See entstand. Es ging vorbei an Farmland bis die Strasse dann hoch auf 11312 ft. fuehrte zum Monarch Pass. Gegen Nachmittag erreichten wir dann den Sugar Loaf CG kurz vor Leadville. Spaeter machten wir noch einen Spaziergang durch den Ort, der uebrigens mit 3100 m der hoechstgelegene der USA ist. Wir suchten ein Internetcafe auf um Neues aus der Heimat zu erfahren. Abends mussten wir einheizen weil es sehr kalt wurde.

23. Tag
01.07.04
Gefahrene km: 304
Campground: Mary Lakes CG 40$
Sonnenschein weckte uns heute und erst jetzt konnten wir das Bergpanorama um uns herum so richtig bewundern. Nachts hatte es heftig geregnet, aber auf den Gipfeln mit ueber 4000 m war alles leicht gezuckert. Vier Paesse galt es heute zu ueberwinden bis zum letzten Ziel unseres Urlaubes: Estes Park vor den Toren des Rocky Mountain National Park. Vor allem der Loveland Pass bot einen tollen Ausblick auf die umliegenden Berge, aber es war bitterkalt. In Georgetown legten wir eine Pause ein – das nette Staedtchen hatten wir urspruenglich auch mal als Uebernachtungsstation ins Auge gefasst. Dann durchquerten wir noch einige Skiorte bis wir den Eingang zum Rocky Mountain NP erreichten. Bis gestern galt unser Nationalparkpass vom letzten Jahr, heute mussten wir 15 $ Eintritt bezahlen.
Es dauerte nicht lange bis wir viele geparkte Autos sahen, wir waren gespannt was es wohl zu sehen gab. Eine Elchmutter mit Kind zupfte die Blaetter von den Bueschen. Ein Stueck weiter des Weges sahen wir noch mal einen Elch. Das war ja gleich ein guter Auftakt. Eigentlich wollten wir heute nur durchfahren und den Park morgen anschauen. Am Milner Pass konnten wir Bighorn Sheeps sehen, aber leider nicht anhalten. Dann fuhren wir zum Marys Lake CG, den wir gestern fuer unsere letzten zwei Naechte reserviert hatten. Das Personal war sehr freundlich und hilfsbereit aber der Platz und die sanitaeren Anlagen war den bisher hoechsten Preis von 40 $/Nacht nicht wert. Aber was solls. Am spaeten Nachmittag erkundeten wir noch den Ort, der zwar nett anzusehen ist, aber hauptsaechlich Souvenirlaeden zu bieten hat. So, das war unser vorletzter Tag, der Countdown laeuft.
24. Tag
02.07.04
Gefahrene km: 147
Campground: Mary Lakes CG 40$
Ein Sprichwort lautet: Wenn dir das Wetter in den Rockies nicht gefaellt, dann warte 5 Minuten. Heute morgen war aber zunaechst strahlend blauer Himmel und das nutzten wir um noch mal in den Park zu fahren. Zuerst hielten wir am Sheeplake, hierher kommen die Bighorn Sheeps um die fuer sie noetigen Mineralien aufzunehmen. Es waren welche da, aber zu weit weg um sie genauer beobachten zu koennen. Ploetzlich verschwanden sie eiligst und heraus kam eine Coyoten Mama mit ihrem herumtollenden Nachwuchs. Am Aussichtspunkt Rock Cut off genossen wir das schoene Panorama und versuchten ein eiliges Murmeltier zu filmen.
Am Alpine Visitor Center begann es dann tatsaechlich zu schneien, hier in den Bergen ist eben mit allen moeglichen Wetterlagen zu rechnen. Wir machten Pause und es dauerte nicht lang, dann wurde das Wetter wieder besser und die Sonne kam raus. Da wo gestern die vielen Bighorns anzutreffen waren, waren heute natuerlich keine und Elche liessen sich auch nicht blicken. Dafuer sahen wir noch eine grosse Herde Elks und ein Bighorn Sheep erwischten wir doch noch als es ueber die Strasse lief. Alles haben wir nicht vom Park sehen koennen und auch zum Wandern sind wir nicht gekommen, aber vielleicht verschlaegt es uns irgendwann mal wieder hierher. Wir sassen noch etwas in der Sonne bevor wir uns an die allseits beliebten Taetigkeiten ran machten, Koffer packen und Womo saeubern. Abends liessen wir den Urlaub noch mal Revue passieren, wir haben viel gesehen in den drei Wochen und wenn ich nicht alles aufschreiben wuerde – koennte manches Erlebnis bald wieder in Vergessenheit geraten. Ja morgen geht es nun definitiv nach Hause.
25. Tag
03.07.04
Gefahrene km: 109
Gerade das in die Koffer noch alles reinging, beim Zumachen mussten wir uns schon etwas anstrengen. Aber alles war paletti und so konnten wir uns auf die letzte Fahrt begeben. Es waren noch etwas ueber 100 km bis nach Denver zu bewaeltigen. Puenktlich wie immer kamen wir bei Road Bear an wo die Wohnmobiluebergabe unproblematisch verlief. Alles war soweit in Ordnung, allerdings mussten wir noch warten bis uns das Shuttle zum Flughafen brachte, da noch ein Rueckreisender erwartet wurde. Nach 1 1/2 Stunden Wartezeit kam er aber dann doch nicht und so wurden wir alleine zum Flugplatz gefahren. Wir waren mit die Ersten die am Check-in Schalter standen, haben aber trotzdem nicht die erhofften Plaetze im Flieger bekommen. Nach einem leichten "Mittagessen" konnten wir dann endlich einsteigen und es ging puenktlich los. Mit einer Zwischenlandung in Frankfurt kamen wir am Nachmittag dann wieder in Muenchen an.
Tja, so schnell ist wieder ein schoener Urlaub vorbei. Der Suedwesten ist immer eine Reise wert und wuerde sich sicherlich noch fuer weitere Jahre als Reiseziel lohnen. Mal sehen ob es uns noch einmal dorthin verschlaegt.
See you again!!!
