Reisebericht USA Westküste 2005

1. Tag
08.06.05

Und wieder ist ein Jahr vergangen, es war gerade wie gestern und schon wieder beginnt eine neue Tour fuer uns. Dieses mal werden wir die Westkueste unsicher machen. Wir flogen mit SAS via Kopenhagen nach Seattle. Das Reisebuero hatte uns einen guten Platz direkt hinter der „Extra Class„ reserviert, hier konnten wir mehr Beinfreiheit als sonst ueblich genießen. Auch das Inflight Entertainment war sehr angenehm, das Essen ebenso, kurzum wir verbrachten einen guten Flug. Seattle empfing uns mit Wolken und leichtem Regen. Die Einreiseprozedur zog sich in die Laenge, wir hatten die falsche Schlange erwischt und waren eine der Letzten die ihre Fingerabdruecke abliefern durften. Der Flughafen begeisterte uns nicht wirklich, wir fanden es etwas unuebersichtlich. Wir erreichten dann doch noch den Bussteig von dem die Shuttles losfuhren und hatten Glueck, das genau in dem Moment der Hotelshuttle vom Radisson vorfuhr. Nach dem Abendessen hatten wir noch eine fantastische Aussicht auf den Mt. Rainier – allerdings zwischen einem Dennys-Werbeschild und Hochhaeusern. Aber der Anblick beeindruckte uns sehr.
IMG_8401.jpg
2. Tag
09.06.05

Gefahrene km: 50
Campground: Fay Bainbridge 16,00 $

Auf das erste amerikanische Fruehstueck freuen wir uns immer sehr, „scrambled eggs, hashbrowns, bacon und toast„. Wir ließen es uns schmecken. Ein freundlicher Angestellter des Hotels rief fuer uns bei Cruise America an, nach dem die Dame am Empfang nicht so entgegenkommend war – wir hatten naemlich noch keinerlei Kleingeld. Wir wurden von einem Taxi abgeholt, bis nach Everett waren es immerhin 35 Meilen. Auf der Fahrt gewannen wir gleich einen Eindruck von Downtown und der Taxifahrer hatte auch einige Storys auf Lager. Die Uebernahme unseres Wohnmobil gestaltete sich sehr einfach. Die Dame am Schalter fragte ob wir schon mal ein RV hatten – die Antwort lautete Ja. Dann wollen Sie das Video bestimmt nicht anschauen – Nein. Das blieb uns also schon mal erspart. Auch die Fahrzeuginspektion interessierte Sie nicht wirklich, drueckte uns einen Zettel in die Hand auf dem wir vermerken sollten wenn Schaeden vorhanden sind. Das Mobil hatte 30.000 Meilen auf dem Buckel und war in Ordnung. Nur die Sauberkeit ließ etwas zu wuenschen uebrig. Die Kuechenausstattung war nicht so ueppig und bestand teils aus aelteren Sachen aber auch nagelneuen. Aber da werden wir Abhilfe verschaffen. Gegen Mittag fuhren wir vom Hof, als naechstes stand der obligatorische Einkauf bei Safeway auf dem Programm. Mit einem randvollen Wagen kamen wir wieder aus dem Supermarkt raus, raeumten ein und los gings.
Wir fuhren nach Downtown Seattle zurueck, hier setzten wir am Faehrterminal ueber nach Bainbridge Island. Vorher wollten wir eigentlich noch auf den Space Needle, aber wegen der vielen Wolken ließen wir das sein. Auf der kurzen Faehrfahrt hatten wir einen schoenen Blick auf die Skyline der Stadt. Wir steuerten den Campingplatz Fay Bainbridge, direkt am Puget Sound gelegen, an. Wir raeumten unsere Siebensachen ein und machten anschließend einen Strandspaziergang. Hier gefiel es uns gut. Ralf wurde von einem Hund adoptiert – er durfte Steine fuer ihn schmeißen. Frueh war der Tag zu Ende, die Zeitverschiebung machte sich bemerkbar.

  • IMG_8409.jpg
  • IMG_8420.jpg
  • IMG_8447.jpg
3. Tag
10.06.05

Gefahrene km: 243
Campground: Sol Duc 12,00 $

Die Nacht war kurz, um 6.00 Uhr gab es schon Fruehstueck. Vom Strand aus hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf den Mt. Rainier, dieses mal aber ohne stoerende Hindernisse. Einfach ein toller Anblick, dieser gewaltige Vulkan. Heute fuhren wir zum Olympic National Park. Im Visitor Center bekamen wir von einer netten Dame erklaert, was es alles zu sehen gibt. Trotz tiefer Wolken fuhren wir zuerst zur Hurricane Ridge hinauf. Die Aussicht war sehr beschraenkt. Am schoenen Lake Crescent legten wir eine Pause ein - eigentlich eher zufaellig, da Ralf einen Truck vorbeilassen wollte. Da saß ein Bald Eagle majestaetisch in einem Baum, das war ein willkommenes Fotomodell fuer uns. Bald flog er davon und wir machten uns wieder startklar. Wir trafen ein Ehepaar aus Conneticut, die Frau war schier aus dem Haeuschen, als sie hoerte das wir aus Deutschland kommen. Aber so sind sie halt, die Amis.
Naechster Punkt auf dem Tagesprogramm war eine kurze Wanderung zu den Marymere Falls. Ein schoener, nicht allzu langer Weg fuehrte durch den Wald – ein empfehlenswerter Spaziergang. Weiter gings zu unserem geplanten Uebernachtungsziel Sol Duc. Kurz vor dem Campground liegen die Sol Duc Hotsprings mit 4 Pools, dort entspannten wir dann einige Zeit im warmen Wasser. Besonders schoen war es dann, als es regnete – von oben die kalten Tropfen spueren und im warmen Wasser liegen, herrlich. Der CG lag im dunklen Wald und war wohl auch wegen dem nicht so tollen Wetter nur spaerlich belegt. Ralf kochte heute unser Abendessen. Aber leider ist er nicht multi-tasking-faehig, die Haehnchenteile waren etwas sehr schwarz. Er stellte fest, das er fuers Kochen nicht geeignet ist - leider hat er ein bisschen recht. Etwas konnten wir noch retten und verhungern mussten wir auch nicht. Der Tag war lang und um 20.30 Uhr lagen wir schon in der Falle.

  • IMG_8451.jpg
  • IMG_8473.jpg
  • IMG_8465.jpg
4. Tag
11.06.05

Gefahrene km: 339
Campground: Ocean City State Park 22,00 $

Seid gestern Abend hatte es unaufhoerlich geregnet. Und auch auf unserem weiteren Weg regnete es Cats and Dogs. Wir fuhren die 101 bis zum Rialto Beach. Hier oeffnete der Himmel seine Schleusen noch weiter und wir waren im Nu ziemlich nass. Im Womo warteten wir den Schauer ab. Die Wolken zogen weiter und dahinter ließ sich etwas freundlicheres Wetter ausmachen. Das nutzten wir dann auch fuer einen schoenen Strandspaziergang. In Forks fuellten wir Benzin nach und statteten dem Supermarkt einen Besuch ab. Anschließend machten wir einen Abstecher zum Hoh Rain Forest. Der Wald machte seinem Namen alle Ehre, es regnete ununterbrochen. Die Fahrt fuehrte teilweise durch einen dunklen Maerchenwald. Die Baeume waren mit dicken Moosen behangen. Im Hoh Rain Forest ist unbedingt der „Hall of Mosses Trail„ zu empfehlen. Wiederum sahen wir riesige Baeume mit Flechten behangen, viele Farnarten fuehlen sich hier wohl. Ein bisschen gespenstisch wirkte die Gegend, aber wirklich sehenswert. Der Weg hierher fuehrte auf einer Stichstraße, den gleichen Weg mussten wir auch wieder zurueck.
Am Ruby Beach machten wir einen kurzen Stopp, aber schon wieder zog ein Regenschauer auf und wir warfen nur einen Blick auf den Strand. Am Beach 2 schien dann die Sonne und wir liefen einen kurzen Trail hinunter. Wir entschieden uns die heutige Nacht in Strandnaehe zu verbringen – auf dem Ocean City State Park. Auf dem Weg dahin hatten die Holzfaeller in einigen Gebieten ganze Arbeit geleistet, kein schoener Anblick. Wir bekamen den letzten Stellplatz mit Full Hook-up. Der Strand war endlos lang und sogar mit dem Auto befahrbar. Wir machten noch einen schoenen Spaziergang bevor wir das Abendessen zubereiteten.
Heute probierten wir die Dusche im Womo aus, funktionierte einwandfrei. Nur allzu viel Wasser sollte nicht verschwendet werden, der Abwassertank ist begrenzt.

  • IMG_8500.jpg
  • IMG_8530.jpg
  • IMG_8514_r1.jpg
5. Tag
12.06.05

Gefahrene km: 333
Campground: Ohanapecosh (Mt. Rainier NP) 12,00 $

Sonnenschein weckte uns am Morgen. So langsam gewoehnen wir uns wieder ein, jeden Tag wird ein bisschen laenger geschlafen. Heute wollen wir zum Mt. Rainier National Park. Mit nur einem kurzen Zwischenstopp unterwegs beim Wal Mart (Ralf kaufte sich einen Leatherman) kamen wir um die Mittagszeit an. Der 4392 m hohe Vulkan hatte sich leider hinter einer dicken Wolkenschicht versteckt. Kurz darauf zogen die Wolken mal kurz zur Seite und wir konnten die Spitze erkennen. Aus der Naehe gesehen wirkt der schlafende Vulkan jedenfalls nicht so majestaetisch wie wir ihn von Bainbridge aus gesehen hatten. Aber war egal, kurz darauf zog sich der Berg wieder zu und wir sahen nichts mehr und so sollte es auch bleiben.
An den Narada Falls stoppten wir kurz darauf, 50 Meter faellt das Wasser hier in die Tiefe. Dann erreichten wir Paradise. Im Visitor Center wurde erst mal unser Hunger mit einem Burger gestillt und danach sahen wir uns die Ausstellung rund um den Berg an. Nach dem Essen werden wir immer muede, deswegen unternahmen wir einen kurzen Spaziergang am Box Canyon, einer 35 m tiefen Schlucht. Weiter wollten wir nach Sunrise. Die Straße dorthin ist seit gestern wieder befahrbar, aber in einem schlechten Zustand. Mit dem Wohnmobil ist das kein so großer Spaß. Wir kehrten um und quartierten uns auf dem Ohanapecosh Campground im Park ein. Eigentlich ein riesiger CG, aber es war nichts los – sechs Sites waren nur belegt. Wir fanden ein Plaetzchen unter hohen Baeumen, jedenfalls sehr idyllisch gelegen. Heute machten wir endlich wieder ein Lagerfeuer, das ist Urlaub so wie wir ihn uns vorstellen. Kein Laut war zu hoeren außer dem Rauschen des Flusses und dem Knistern des Feuers.

  • IMG_8545.jpg
  • IMG_8546.jpg
  • IMG_8559.jpg
6. Tag
13.06.05

Gefahrene km: 254
Campground: Columbia Riverfront RV 30,00 $

Das Wetter meinte es nicht so gut mit uns. Als wir morgens aufwachten, klopften die Regentropfen auf unser Dach. Heute fuhren wir zum Mt. St. Helens. Durch dichten Wald fuehrte eine kurvige Straße immer bergauf zum ersten Aussichtspunkt Bear Meadow. Mittlerweile hatte es aufgehoert zu regnen, aber dichte Wolken zogen um den Berg herum. Ab und zu pustete der Wind etwas frei, so dass wir etwas vom Vulkan erkennen konnten. Im Park waren kaum Touristen unterwegs, viel Platz also fuer uns. Weiter sahen wir das Miners Car und Berghaenge mit umgefallenen Baumstaemmen, die von der Druckwelle beim Ausbruch 1980 weggepustet worden sind. Es sah aus wie ein riesiges Mikadospiel. Fuer uns unvorstellbare Kraefte sind seinerzeit vor 25 Jahren zum Ausbruch gekommen. Wir waren sehr beeindruckt. Am Spirit Lake liegen massenhaft Holzstaemme im Wasser, muss einmal ein schoener See mit bewaldeten Berghaengen gewesen sein, davon ist jetzt nichts mehr uebrig. Kurz vor Windy Ridge legten wir einen kleinen Stopp ein. Wir kauften uns Hotdogs, der nette Opa verstand uns nicht richtig weil wir aus Deutschland sind außerdem hoerte er schlecht. Der ganze Laden machte irgendwie den Eindruck eines vergessenen Außenpostens, es war nichts los und vier Mann hoch standen hinter der Theke.
Mittlerweile zeigte sich auch Mt. St. Helens gnaedig mit uns, er kam fast aus den Wolken hervor. An der Windy Ridge legten wir unseren letzten Stopp ein. Ein eisiger Wind pfiff uns um die Ohren, es war saukalt hier. Aber es bot ein beeindruckendes Bild. Wundersame Leute sind hier oben auch anzutreffen, eine amerikanische Familie mit zwei Kindern sind auf den Aussichtspunkt hinaufgelaufen. Bemerkenswert war aber, dass das eine Kind barfuss (!) war und das andere in Struempfen. Wie gesagt, ein eisiger Wind blies hier oben. Wir machten uns wieder an den Rueckweg, wir mussten die gleiche Strecke zurueckfahren. Schade war nur, das auf diesem Weg kein Visitorcenter lag. Wir fuhren durch Wald, Wald und nochmals Wald – ich konnten bald keinen mehr sehen. Eine willkommene Abwechslung waren die Lava Tubes, Lavahoehlen von einem frueheren Ausbruch des Mt. St. Helens. Ueber eine Leiter gelangten wir nach unten, bewaffnet mit zwei Taschenlampen. Es war stockfinster und ganz wohl fuehlten wir uns nicht, denn der Orientierungssinn laesst da ganz schoen nach. Kurz nach Woodland lag unser anvisierter CG fuer diese Nacht, der Columbia Riverfront RV, der wie der Name schon sagt, am Columbia River liegt. Ein ruhiger und sauberer Platz. Wir saßen noch lange in der Sonne und ließen uns bescheinen. Abends gingen wir noch eine Runde ueber den Platz, aus der Ferne grueßten Mt. Hood und Mt. St. Helens.

  • IMG_8596.jpg
  • IMG_8565.jpg
  • IMG_8594.jpg
7. Tag
14.06.05

Gefahrene km: 266
Campground: Cape Lookout State Park 16,00 $

Um 8.00 Uhr wachten wir erst auf. Immer besser schlafen wir im Wohnmobil. Heute ging es zu Oregons Kueste – ueber Longview und Astoria fuehrte der Weg zum Hwy 101. In Cannon Beach blieben wir gleich haengen, machten einen ausgiebigen Strandspaziergang und hatten zum Lunch Shrimps und Austern. Danach gingen wir nochmals zum Strand – zum Haystack Rock – einem 70 m hohen Felsen. Hier nisten viele Seevoegel und am Fuße des Felsen hatte die Ebbe so genannte Tidepools hinterlassen. Wir erforschten das Meeresgetier das hier lebte. Gruene und rosa Anemonen die sich am Finger festsaugten, wenn sie angefasst werden. Seesterne, die am Felsen klebten und Muscheln und, und, und. Hier hat es uns gut gefallen. Wir fuhren weiter ueber Tillamook, bekannt für Käseherstellung. Die Fuehrung in der Fabrik ließen wir aber aus. Hier zweigte die Straße zum Scenic Loop „Three Capes„ ab. Erster Haltepunkt ist hier das Cape Meares Lighthouse, der kuerzeste Leuchtturm in Orgegon. Als wir ankamen, hatte er gerade geschlossen. Wir hatten einen wunderschoenen Blick auf das Meer und einen vorgelagerten Vogelfelsen.
Jetzt wurde es langsam Zeit zum Cape Lookout State Park, unserem heutigen Tagesziel, zu fahren. Auf Anhieb fanden wir ihn nicht, es war keine Beschilderung vorhanden. Wir sind zu weit gefahren, drehten wieder um und dann sahen wir den Hinweis auf den Park. Ein sehr großer CG, nur durch Duenen vom Meer getrennt. Wir suchten uns ein schoenes Plaetzchen und gingen anschließend an den Strand, den wir fast ganz alleine fuer uns hatten. Das Wasser war ziemlich eisig, bis zu den Waden war ok, aber mehr nicht. Abends machte Ralf ein Feuer und wir waren draußen bis es kalt wurde. Mit dem staendigen Rauschen des Meeres schliefen wir ein.

  • IMG_8622.jpg
  • IMG_8651_r1.jpg
  • IMG_8663.jpg
8. Tag
15.06.05

Gefahrene km: 230
Campground: Umpqua Lighthouse State Park 20,00 $

Strahlender Sonnenschein weckte uns heute morgen. Wir fuhren weiterhin an Oregons Kueste entlang. An einem der zahlreichen Aussichtspunkten machten wir Halt und sahen Wale vorbeiziehen. Wir sahen sie nur wenn sie ihre Wasserfontaenen ausstießen, aber es waren einige – welche Art es war, das konnten wir nicht erkennen. Die „Wal-Hauptreisezeit„ ist nur bis Mai gewesen, aber es gibt wohl auch einige sesshafte Tiere hier vor der Kueste. In Newport sahen wir uns am Hafen um. Die Fischer hatten ihren Fang eingebracht und wir sahen dem emsigen Treiben zu. Wir verbrachten eine geraume Zeit hier bis es dann wieder weiterging. Wir haben jedenfalls schon bemerkt, dass es auf der Kuestenstraße fuer uns kein so schnelles Fortkommen gibt wie gedacht. Staendig locken Straende, Aussichtspunkte und Staedtchen. Nachmittags zog sich der Himmel etwas zu, aber Hauptsache es kam kein Regen. Naechster Stopp war Heceta Head Lighthouse, angeblich der meistfotografierte Leuchtturm. Wir machten einen Spaziergang hinauf, nahmen aber nicht an der Fuehrung teil. Nur einen Aussichtspunkt spaeter hatten wir einen schoenen Blick auf die Seeloewen, die auf einem vorgelagerten Felsen lagen. Somit konnten wir uns die darauf folgende Seelions Cave sparen. Ziel des heutigen Tages war eigentlich bis Coose Bay zu fahren, das war uns aber dann doch zu weit und wir waehlten den Umpqua Lighthouse State Park, der zwar nicht am Meer, dafuer recht ruhig in einem Wald gelegen ist.
  • IMG_8683_r1.jpg
  • IMG_8675.jpg
  • IMG_8692.jpg
9. Tag
16.06.05

Gefahrene km: 453
Campground: KOA Gold Hill 28,18 $

Die Schlechtwetterzone scheint uns zu verfolgen, heute morgen erwachten wir bei Regen. Da hatte unsere Campingplatz-Bekanntschaft von gestern Abend doch recht behalten mit ihrer Vorhersage – leider. Wir fuhren heute wieder von der Kueste weg ins Landesinnere – Ziel war der Crater Lake N.P. Wir hatten die leise Hoffnung, das hier das Wetter besser sein wuerde. Dieser Wunsch erfuellte sich leider nicht. Nach einer langen Fahrt ohne groeßere Vorkommnisse durch Waelder und Minioertchen kamen wir dann endlich an. Die Straße stieg staendig an und ploetzlich waren wir in den Wolken und sahen nichts mehr. Kein einziger Ausblick auf den See und Wizard Island war uns vergoennt. Dafuer hatte es noch einiges an Schnee und dummen Touristen, die im dicken Nebel mitten auf der Straße mit ihrem Fahrzeug stehen blieben um Fahrerwechsel zu machen. Tja das wars dann mit dem Besuch hier, eigentlich war eine Uebernachtung geplant, aber das schenkten wir uns. Bei stroemendem Regen fuhren wir nach Gold Hill um auf einem KOA die Nacht zu verbringen.
  • IMG_8701.jpg
  • IMG_8703.jpg
  • IMG_8707.jpg
10. Tag
17.06.05

Gefahrene km: 253
Campground: Lake Patrick Point State Park 20,00 $

Heute morgen regnete es einmal nicht, was Wunder. Es kam leise Hoffnung auf – das sich das Wetter in Kalifornien besserte. Aber weit gefehlt, auf unserem Weg zurueck an die Kueste schuettete es wie aus Kuebeln. Unser erster Stopp war im Redwood Information Center in Hiouchi. Wir besorgten uns Infos und eine Uebersichtskarte der Redwood Parks, die jetzt auf unserem weiteren Weg lagen. Das Gebiet mit den Riesenbaeumen teilt sich in drei Parks, den Jedediah Smith, Del Norte Coast und Prairie Creek Redwood State Park auf. Zuerst liefen wir einen kleinen Rundkurs, den Simpson Reed Trail um einen ersten Eindruck der Riesen zu bekommen. Da es ausnahmsweise einmal nicht regnete, nahmen wir keine Regenjacken mit. Ein Fehler, wie sich dann herausstellte, kurz darauf duschte es was nur runterging und wir waren pitschnass. So langsam nervte uns das Wetter dann doch, nirgends konnten wir hin ohne Regenausruestung.
An den Strand zu fahren machte auch keinen Sinn, weil es außer Wolken nichts zu sehen gab. Im heimeligen Prairie Creek Visitor Center legten wir spaeter noch eine Pause ein, hier konnten wir an der Straße auch den Roosevelt Elks beim Grasen zuschauen. Anschließend spazierten wir noch zum Big Tree, einem sehr hohen Exemplar der Kuestenredwoods, die bis zu 111 Meter hoch und 2000 Jahren alt werden koennen. Als Uebernachtungsplatz wurde der Patricks Point State Park gewaehlt. Ein Weg fuehrte hinunter zum Agate Beach, an dem sich große Wellen brachen. Hier fanden wir schoen geformtes Treibholz das teils wie Steine aussah. Ein paar verrueckte Surfer wagten sich in die stuermische See und warteten auf die „perfekte Welle„. Eine Weile sahen wir zu, wie sie sich abmuehten. Jetzt hatten unsere Regenjacken den Wassertest bestanden, sie hielten dicht. Patschnass liefen wir zurueck zum Womo wo es dann ein leckeres Abendessen gab.

  • IMG_8709.jpg
  • IMG_8711_r1.jpg
  • IMG_8718.jpg
11. Tag
18.06.05

Gefahrene km: 288
Campground: Van Damme State Park 25,00 $

Heute morgen wachten wir von dem bekannten klopfenden Geraeusch auf unserem Dach auf. Welch Ueberraschung – es regnete. Aus der Ferne hoerten wir die Schreie der Sealions, denen ist das Wetter egal. In Trinidad hielten wir kurz an um einen Blick aufs Meer zu werfen, dann gings weiter nach Eureka. Hier stoppten wir um Carson Mansion, eine huebschhaessliche (ich kann mich nicht entscheiden) gruene Villa aus Redwoodholz und ein hübscheres rosafarbenes Exemplar zu fotografieren. Durch Scotia, ein kleines Oertchen, in dem die groeßte Saegemuehle der Welt ansaessig ist, fuhren wir hindurch – Samstags sind leider keine Fuehrungen. Dann fuhren wir im Humbold Redwoods State Park die Avenue of Giants. Ich muss nicht extra betonen, das es immer noch regnete. Wir fanden es aber ganz beeindruckend zwischen den großen Baeumen – Sequoien – hindurchzufahren. Im Visitor Center, das sehr informativ ueber die Flut von 1964 (Erdbeben in Alaska und dem darauffolgende Tsunami) und anderes berichtete, legten wir eine Kaffeepause ein. Wir nahmen einige Samen der Riesenbaeume mit und hoffen, das daraus mal ein großer Baum in Bayern wird.
Unser Weg fuehrte nun auf den Hwy Nr. 1, der schlaengelte sich bergauf, bergab durch die Berge. Nichts fuer vorsichtige Wohnmobilfahrer, aber davon habe ich ja keinen – Ralf kurvte mich forsch durch die Gegend. Zuerst versuchten wir im Russian Gulch S.P. einen Platz zu bekommen, der sagte uns aber nicht zu. Zweiter Versuch im van Damme S.P., hier hatten wir Glueck. Viele Plaetze waren nicht mehr frei. Die Kalifornier trauen sich immerhin fuer eine Site ohne alles 25 $ zu nehmen, das ist ganz schoen happig. Abends kochte ich ausnahmsweise groß auf und jetzt sind wir beide pappsatt. Mittlerweile regnet es nicht mehr und die Wettervorhersage fuer die naechsten Tage sagt auf alle Faelle Besserung voraus.

  • IMG_8733_r1.jpg
  • IMG_8738.jpg
  • IMG_8746.jpg
12. Tag
19.06.05

Gefahrene km: 168
Campground: Sonoma Coast State Park (Bodega Dunes) 25,00 $

Welch lang ersehnter Anblick heute morgen, die Sonne zeigte sich. Nach dem Fruehstueck fuhren wir ein Stueckchen zurueck nach Mendocino. Erst genossen wir die Sonnenstrahlen am Meer, auf den Klippen hatten wir einen schoenen Platz gefunden. Dann spazierten wir durch den huebschen Ort mit seinen adretten Holzhaeusern. Weit kamen wir nicht, da lockte ein zweites Fruehstueck in einem netten Lokal auf der Terrasse. Mittlerweile war wirklich nur noch blauer Himmel zu sehen, wie wir das vermisst haben. Nachdem wir noch etwas herumgelaufen sind, fuhren wir dann weiter auf dem Hwy 101 an der Kueste entlang. Vorbei an putzigen oertchen und seltsam grauen Ferienhaeusern, aber das ist wohl der moderne Architekturstil. Im Salt Point State Beach saßen wir auf den Felsen und beobachteten die Robben, die faul auf den Felsen lagen. Die Wellen platschten herein, Sonnenschein, so koennten wir es ewig aushalten. Nur ein Stueckchen weiter des Weges liegt das Fort Ross. Wir erkundeten die 1812 von den Russen errichtete Handelsstation. Ausfuehrlich bekamen wir erklaert wie eine Kanonenkugel abzufeuern ist – war ganz amuesant. Nach Fort Ross hatten wir wunderschoene Ausblicke auf die Kueste und die Straende. Die Strasse ist stellenweise wirklich abenteuerlich gebaut und mit dem Womo ist es nicht immer spaßig sie zu befahren. Abends gelangten wir in den Sonoma Coast S.P in dem wir einen Stellplatz fuer die Nacht fanden. Den Tag beendeten wir mit einem Lagerfeuer.
  • IMG_8768.jpg
  • IMG_8789.jpg
  • IMG_8818.jpg
13. Tag
20.06.05

Gefahrene km: 206
Campground: Candlestick RV Park 52,00 $

Wieder weckte uns die Sonne. Heute morgen mussten wir zuerst mal unser Gefaehrt auftanken, dazu stoppten wir in Bodega Bay. Gegenueber der Tankstelle lag ein Fishmarket, der sich aber als reinster Delikatessenladen herausstellte. Sehr leckere Sachen gab es da. Auf der Veranda beobachteten wir dann noch geraume Zeit einen Seeloewen, wie er sich im Wasser tummelte. Naechster Stopp war in Bodega, hier hielten wir Ausschau nach dem Schulhaus aus dem Film „Die Voegel„ von Hitchcock. Bisschen enttaeuscht war ich, hatte ich mir anders vorgestellt. Vielleicht sollte ich mir den Film noch mal anschauen. Dann fuehrte die 101 ins Hinterland, hauptsaechlich vorbei an landwirtschaftlich genutztem Gebiet. Ab jetzt befinden wir uns genau auf dem San Andreas Graben, der die nordamerikanische Kontinentalplatte von der Pazifischen trennt. Im Bear Valley Visitorcenter des Point Reyes National Sea Shore hielten wir als naechstes. Es gibt es eine kleine Ausstellung bezueglich Fauna und Flora des Gebietes sowie den nahen Earthquake Trail. Hier lag das Epizentrum des Bebens von 1906. Auf dem kurzen Trail konnten wir einen Zaun sehen, den es damals um mehrere Meter verschoben hat. Dann machten wir uns auf den Weg zum Lighthouse. Die raue Straße fuehrte uns direkt in den Nebel. Wir waren schon etwas enttaeuscht, fuhren aber bis zum Parkplatz. Alles lag wie in Watte verpackt – null Aussicht. Aber wir hatten gelernt, das sich das Wetter hier stuendlich aendern kann. So war es dann auch, die Sonne kam heraus und der Nebel verschwand.
Ueber 300 Stufen fuehren zum Leuchtturm hinab, und nicht zu vergessen – nachher auch wieder hinauf. Einen tollen Ausblick hatten wir hier – einfach wunderbar. Im Wasser konnten wir Robben erkennen, ein Frau sah sogar einen Wal. Der Weg hatte sich doch gelohnt. Wir rumpelten die Strecke wieder zurueck und weiter ging es Richtung San Francisco. Die Straße legte an Ruppigkeit noch mal zu und so erreichten wir Stinson Beach – einem beliebten Badestrand der Einwohner San Franciscos. Wir machten einen Spaziergang und hielten mal kurz die Fueße ins Wasser, brrr. Nach einem endlosen Rumgekurve, hatte der Hwy endlich wieder normale Straßenverhaeltnisse zu bieten und wir erreichten die Golden Gate Bridge. Kurz zuvor bogen wir jedoch ab und erreichten einen wunderbaren Aussichtspunkt. Hier hatten wir einen fantastischen Blick auf die Bruecke und die Bucht, absolut nebelfrei. Anschließend fuhren wir im dichten Feierabendverkehr zum vorgebuchten Candlestick RV. Die naechsten zwei Tage werden wir uns in San Francisco herumtreiben.
  • IMG_8822.jpg
  • IMG_8836.jpg
  • IMG_8847.jpg
  • IMG_8852_r1.jpg
  • IMG_8870.jpg
  • IMG_8883_r1.jpg
14. Tag
21.06.05

Gefahrene km: 0
Campground: Candlestick RV Park 52,00 $

Nach dem Fruehstueck nahmen wir heute morgen den Shuttle-Bus vom Campingplatz. Hin- und zurueck kostet es 10,00 $ pro Person, One-way 7,00 $. Naehe Chinatown war Endstation. Weiter zu Fishermans Wharf wollten wir mit der Cable Car. Doch alle die in unsere gewuenschte Richtung fuhren, waren rappelvoll. Wir nahmen dann einfach eine Cable Car in die andere Richtung bis zur Endstation. Hier standen die Leute schon in einer Schlange an, um mitzukommen. Wir taten das auch, und es dauerte dann gar nicht so lange bis wir einsteigen konnten. In Fishermans Wharf bummelten wir durch die Buden mit Fisch, Muscheln, Krabben und Co. Weiter gings zu den See Lions, die wie immer den Tag am Pier verschliefen. Am Pier 39 wurden wir im Hard Rock Cafe fuendig und erstanden jeder ein T-Shirt. Zum Mittagessen gingen wir ins Bubba Gump – benannt nach dem Film Forrest Gump. Erst mal kamen wir auf die Warteliste, das machte aber nichts aus. Dafuer vertrieben wir uns die Zeit mit fernsehgucken – die Deutschen spielten gerade gegen Argentinien. Es gab dann leckere Shrimps mit scharfem Pfeffer fuer mich und fuer Ralf eine Art Vorspeisenteller – mit allerlei Meeresgetier. Ist ein netter Laden, touristisch zwar, aber den koennen wir gerne weiterempfehlen.
Nach dem Mittagessen kauften wir Tickets fuer eine Bay Cruise. Die Schiff-Fahrt dauerte 1 Stunde und ging unter der Golden Gate Bridge hindurch, vorbei an Alcatraz und Angel Island. Schlusspunkt war eine schoene Aussicht auf die doppelstoeckige Oakland Bay-Bridge. Anschließend reihten wir uns wieder in die Schlange all derer ein, die mit der Cable Car fahren wollten. Wir bummelten noch etwas durch Chinatown und gingen anschließend dort auch noch etwas essen. Um 20.00 Uhr holte uns das Shuttle wieder am Ausgangspunkt ab. Das war ein schoener Tag, vor allem mit diesem tollen Wetter. Mal sehen, was der morgige Tag bringt.

  • IMG_8923.jpg
  • IMG_8912_r1.jpg
  • IMG_8979_r1.jpg
15. Tag
22.06.05

Gefahrene km: 0
Campground: Candlestick RV Park 52,00 $

Auch unser zweiter Tag in San Francisco begann mit strahlendem Sonnenschein. Wir ließen uns wieder mit dem Shuttle, das heute randvoll mit Leuten im Gegensatz zu gestern war, in die Stadt bringen. Die Ansteherei an der Cable Car machten wir heute morgen nicht mit, sondern wir nahmen die Buslinie 15. Der Preis ist 1,25 $ pro Person/Weg und es geht problemlos und schnell. Heute mieteten wir uns Fahrraeder bei Blazing Saddle – wir zwei auf dem Rad, das ist schon eine Seltenheit. Wir cruisten gemuetlich am Wasser entlang und erklommen dann die Steigung zur Golden Gate Bridge. Mit dem Fahrrad darueber zu fahren ist schon toll. Wir kamen ueberhaupt nicht schnell voran, staendig wurde angehalten um zu fotografieren. Dann ging es bergab nach Sausalito. Hier aßen wir eine Kleinigkeit in einem netten Restaurant, mit schoenem Ausblick ueber die Bucht,. Nur unsere lieben Landsleute am Nebentisch verdarben mir etwas den Appetit – solche Spruecheklopfer. Gut das die bald weg waren.
Dann kam auch schon die Faehre die uns wieder zurueckbringen sollte nach San Francisco. Die Tour ist locker leicht auch fuer wenig Radfahrer so wie wir zu bewaeltigen. Wir bummelten noch etwas im Pier 39 und erstanden auch noch einige Kleinigkeiten. Zum Abschluss unseres Besuchs stellten wir uns doch noch einmal bei der Cable Car an. Die Warterei zog sich ganz schoen in die Laenge. Aber der Kassierer auf unserer Fahrt war schon eine Schau, es hatte sich allemal rentiert so lange zu warten. Ein kleiner Imbiss bei Burger King und ein Bummel durch die feinen Straßen Downtowns beschlossen den heutigen Tag. Das Shuttle kam puenktlich um 20.00 Uhr um uns zurueckzubringen.

  • IMG_9037.jpg
  • IMG_9049_r1.jpg
  • IMG_9076.jpg
16. Tag
23.06.05

Gefahrene km: 238
Campground: Marina Dunes RV 54,45 $

Abschied von San Francisco, zwei schoene Tage hatten wir hier verbracht. Aber nun ging es wieder weiter. Auf dem Hwy 101 immer Richtung Sueden, steuerten wir nach ca. 40 Meilen Gilroy an. Hier ist ein großes Outlet Center mit 145 Shops ansaessig. Wir wurden natuerlich in dem ein oder anderen Geschaeft fuendig und waren nach der Einkaufstour total erledigt. Durch große Anbaugebiete fuer Knoblauch und Artischocken fuehrte unser Weg weiter nach Monterey. Zuerst informierten wir uns im Visitorcenter ueber Campingplaetze, wir hatten vorher nichts brauchbares finden koennen. Es kam nur ein einziger Platz fuer uns in Frage, denn fuer den anderen CG am Ort war unser Camper zu groß. Wir fuhren dahin und waren gelinde gesagt entsetzt. Sechs Stellplaetze dicht an dicht in einem Hotelhof – einfach schauderhaft. Das kam fuer uns nicht in Frage. Wir fuhren erst mal zum Einkaufen, dieses mal aber Lebensmittel.
Dann ueberlegten wir, was es noch fuer Alternativen gab. Es gab noch einen Platz in Marina, aber fuer den mussten wir ein paar Meilen wieder zurueckfahren. Wir versuchten, telefonisch einen Platz zu reservieren, es hob aber niemand ab. Da blieb uns nichts anderes uebrig als hinzufahren. Das taten wir dann auch und es klappte, es gab noch ein Plaetzchen fuer uns. Da waren wir schon froh. Wesentlich entspannter fuhren wir dann noch mal nach Monterey hinein. Wir bummelten am Yachthafen entlang zu Fishermens Wharf und erreichten schließlich die Cannery Row – die Straße der Oelsardinen. Frueher wurde hier der Fisch dosenfertig gemacht, heute ist es eine Touristenmeile. Wir hielten uns aber nicht lange auf sondern gingen noch lecker Abendessen – Shrimps standen heute auf der Speisekarte. Das war ein langer Tag heute, zum Abschluss gab es noch ein Bier und dann fielen wir ins Bett.

  • IMG_9086.jpg
  • IMG_9088.jpg
  • IMG_9087.jpg
17. Tag
24.06.05

Gefahrene km: 80
Campground: Marina Dunes RV 54,45 $

Gestern schon hatten wir uns ueberlegt, dass wir ja noch eine Nacht laenger hier bleiben koennten. Da der CG aber fuer heute schon ausgebucht war, fiel die Entscheidung erst heute morgen. Und wieder hatten wir Glueck, es war ein Platz frei geworden. Zuerst besichtigten wir das Monterey Bay Aquarium, welches zu den groessten der USA zaehlt. Die Unterwasserwelt wird einem hier sehr anschaulich in verschiedenen Sektionen praesentiert, was uns sehr gut gefallen hat. Ca. 3 Stunden kann fuer einen Besuch veranschlagt werden. Irgendwie fuehlten wir uns heute etwas kaputt, vielleicht war der anstrengende Einkaufsbummel von gestern schuld?? Die Fahrt fuehrte weiter in Richtung Pinos Lighthouse, hier kuehlten wir die Fueße im Wasser und saßen eine Weile am Strand. Weiter gings zum 17-Mile Drive. 8,50 Dollar kostet das Vergnuegen eine Ansammlung schoen gelegener Golfplaetze, tolle Villen und wunderbare Aussichten aufs Meer zu genießen. An der Lone Cypress, dem beruehmtesten Baum in der Gegend sahen wir Seeottern im Meer spielen und die Aussicht war auch superschoen. Man kann darueber geteilter Meinung sein, ob der 17-Mile Drive nun sein Geld wert ist oder nicht. Wir fuhren zum CG zurueck, packten die Strandtuecher ein und legten uns noch ein Stuendchen an den Beach. Aber am fruehen Abend wird es dann schon frisch und ein kuehler Wind vertrieb uns. Leider hatten wir unseren Stellplatz von gestern nicht behalten koennen und stehen jetzt nahe an der Strasse.
  • IMG_9114.jpg
  • IMG_9136.jpg
  • IMG_9131.jpg
18. Tag
25.06.05

Gefahrene km: 293
Campground: Pacific Dunes Ranch RV 30,00 $

Trotz der Naehe zum Hwy haben wir heute Nacht gut geschlafen. Morgens ist es meist bewoelkt und bis Mittag ist dann Sonne und blauer Himmel zu sehen. So war es heute auch. Zuerst fuhren wir nach Carmel, hier war Clint Eastwood schon mal Buergermeister gewesen. Auffallend war eine ploetzliche Zunahme der BMW- und Mercedesdichte. Uns war das alles aber zu eng mit dem Womo, es war kein ausreichender Parkplatz vorhanden, also machten wir noch einen kleinen Abstecher zur Missionskirche. Wir machten aber nur Fotos von außen, rein wollten wir nicht. Nach einem kurzen Aufenthalt beim Safeway, ein paar Kleinigkeiten fehlen immer, gings aber dann endlich los. Immer am Meer entlang fuehrte die kurvige Straße mit schoenen Ausblicken. Wie gesagt, gegen Mittag schien die Sonne vom blauen Himmel, da war es gleich noch mal so schoen. Nach diversen Fotostopps, gelangten wir dann nach San Simeon – vorher war auch kein nennenswerter Ort zu bemerken. Vor 12 Jahren haben wir hier Hearst Castle besichtigt, das Schloss des Zeitungszaren oben auf dem Berg. Das sparten wir uns aber dieses Mal. Nicht weit weg von hier haben wir die See-Elefanten am Strand beobachten koennen. Die Maennchen uebten staendig Machtkaempfe aus – alles nur wegen den Weibern, sagte Ralf. So ist das Leben.
Heute wollten wir in Pismo Beach uebernachten, einem beliebten Badeort. Es war Wochenende und das bedeutet Schwierigkeiten einen Stellplatz zu bekommen. So war es dann auch – No vacancy hieß es ueberall. Direkt vor dem Waschhaus waere noch etwas frei gewesen, aber nein Danke, das wollte ich nicht. Der Adrenalinspiegel steigt in solchen Situationen merklich an. Im naechsten Oertchen Oceano fanden wir dann doch noch einen CG, in den Sandduenen gelegen und mit 10,00 $ Discount. Das war zwar nicht 100%ig das was wir wollten, aber Hauptsache wir haben einen Platz. Wir liefen die Duenen hinauf, die auch – in einem eingeschraenkten Areal - ein beliebter Ort fuer die ATVs und Motorraeder sind. Das war eine kleine Entschaedigung fuer die Oregon Sand Dunes, von denen wir nicht viel gesehen hatten. Zum Meer war es aber sehr weit zu laufen. Wir fuhren noch mal nach Pismo Beach, machten einen kleinen Rundgang und sahen den Surfern zu. Hier ist es Autos auch erlaubt auf dem Strand zu fahren, es ging zu wie auf der Autobahn. Abends gingen wir noch mal in die Duenen, hier erlebten wir einen wunderbaren Sonnenuntergang. Sonst wurde es Abends immer bewoelkt, heute war klarer Himmel. Das war ein schoener Abschluss dieses Tages.
  • IMG_9155.jpg
  • IMG_9219.jpg
  • IMG_9182.jpg
19. Tag
26.06.05

Gefahrene km: 229
Campground: Carpinteria St. Beach 34,00 $

Nach dem Fruehstueck hat Ralf heute morgen einen CG in San Diego fuer unsere „fast“ letzten Naechte reserviert. Sicher ist sicher. Durch Farmland, hauptsaechlich Gemueseanbau fuehrte die Straße die ersten Meilen, bis dann das Meer bei Gaviota wieder sichtbar wurde. Wir fuhren in den State Beach Carpinteria, ca. 11 Meilen hinter Santa Barbara, um uns nach den gestrigen Erfahrungen zuerst einen Campingplatz zu sichern. Es war frueher Nachmittag und es klappte gerade noch so. Es sind hier wohl doch schon Ferien. Wir haben erst den Platz besichtigt und sind dann noch mal zurueck nach Santa Barbara gefahren. Sonntagnachmittag und tausend Leute hatten die gleiche Idee. Es war zum Verruecktwerden, aber einen Parkplatz, der nicht gerade einige Kilometer vom Leben entfernt lag, fanden wir nicht. Das ist der Nachteil eines Wohnmobils. Um wenigstens etwas zu sehen, fuhren wir zur Old Mission Santa Barbara und machten eine self-guided Tour durch die ehrwuerdigen Mauern der 1786 erbauten Kirche. Ist durchaus zu empfehlen. Zurueck am CG, legten wir uns noch ein Stuendchen an den Strand bis es dann Abendessen gab. Spaeter planten wir noch den morgigen Tag, dessen Ablauf noch nicht so ganz sicher ist. Was uns erst gar nicht so aufgefallen ist, ein paar Meter weiter gehen Bahngleise am CG vorbei. Vorher dachte ich jedenfalls, ein Zug faehrt durchs Wohnmobil. Hoffentlich ist es heute Nacht ruhig, sonst stehen wir senkrecht im Bett.
  • IMG_9287.jpg
  • IMG_9275_r1.jpg
  • IMG_9289.jpg
20. Tag
27.06.05

Gefahrene km: 259
Campground: San Clemente State Park 34,00 $

Alles halb so wild, nur ein Zug kam heute Nacht durch. Ganz langsam kommen schon die Gedanken an die Heimreise, aber nur gaaaanz langsam. Wieder durch Gemueselandwirtschaft ging die Straße und als unverkennbarer Zwiebelgeruch durch unser Womo wehte, wussten wir endlich auch was hier angebaut wird. Malibu und alles was dazu gehoert erstreckte sich kilometerweit am Meer entlang. Und ploetzlich waren wir schon in Santa Monica. Hier zahlten wir den absoluten Rekordpreis fuer einen Parkplatz am Pier, ich traue mich nicht den Betrag zu schreiben, absolut rekordverdaechtig. Wir spazierten einmal ueber das Pier mit seinem dazugehoerigen Rummelplatz und legten dann Mittagspause bei Mc D ein. Ganz in der Naehe befand sich eine groeßere Einkaufsmall, da fielen dann noch ein paar Schuhe fuer mich ab, die aber weniger als unser Parkplatz gekostet haben.
Dann versuchten wir ueber die Main Street nach Venice Beach zu fahren, wir fanden hin aber nicht mehr zurueck zum Hwy 1. Hat ein bisschen gedauert, bis wir wieder drauf waren. Der Hwy 1 schlaengelt sich auch durch ganz LA mitsamt seinen Vororten. Wir kamen nicht sehr schnell vorwaerts, da wir nur von einer roten Ampel zur naechsten fuhren. Also haben wir unseren Plan geaendert und sind abgebogen auf den Hwy 450 Richtung Sueden. Es war zwar dichter Verkehr, aber wir kamen ohne Stau durch. Ziel war der San Clemente State Park. Dann war wieder Strand angesagt, das tat gut, sich etwas auf die faule Haut zu legen. Abendessen konnte heute auch draußen stattfinden, es war warm genug, der Wind blies nicht mehr so kalt. Dann verfeuerten wir noch das letzte Holz, denn wer weiß, ob es in San Diego noch Gelegenheit dazu gibt.
  • IMG_9291.jpg
  • IMG_9301.jpg
  • IMG_9308.jpg
21. Tag
28.06.05

Gefahrene km: 83
Campground: Campland on the Bay 66,00 $

Heute morgen fuhren wir spaeter los, es waren nur ca. 50 Meilen nach San Diego, das letzte Ziel dieses Urlaubs. Wiederum herrschte dichter Verkehr, aber Mittags hatten wir den Campland on the Bay CG ohne groeßere Probleme erreicht. Wir hatten ja schon einen Platz vorreserviert, aber so 100%ig gefiel uns der nicht – kaum etwas Gruenes und irgendwie etwas fad. Ralf fragte nach einem Upgrade, das hat er bekommen sogar ohne Aufpreis. Wir zogen um auf einen schoeneren Platz unter Baeumen mit Feuerring und Wiese davor. Hier gefiel es uns schon viel besser. Sogar ein Shuttlebus gibt es hier – pro Person 1 Dollar. Das Angebot nahmen wir an und ließen uns nach Old Town San Diego chauffieren. Dort drehten wir eine Runde und sahen uns die alten Laeden und Museen an. Dann machte sich aber der Hunger spuerbar bemerkbar und wir gingen ins Coyote Cafe fuer ein fruehes mexikanisches Abendessen. Die Margheritas waren gut bemessen, sehr lecker und das Essen ebenfalls. Vollgefuellt und vom Alkohol leicht benebelt, machten wir noch ein Spaziergang bis uns der Shuttle um kurz nach 18.00 Uhr wieder auflas. Ralf habe ich dann zum Pool geschickt und ich schreibe unseren Tagesbericht. Abends saßen wir am Strand und haben das Feuerwerk von Sea World angeschaut.
  • IMG_9316.jpg
  • IMG_9322.jpg
  • IMG_9459.jpg
22. Tag
29.06.05

Gefahrene km: 0
Campground: Campland on the Bay 66,00 $

Heute war Sea World Tag. Wir nahmen nochmals das Shuttle in Anspruch, ist wirklich praktisch und spart gleich mal die Parkplatzgebuehren von 10 Dollar. Es fuhr wieder der nette Chauffeur von gestern Nachmittag, bei dem ist es wirklich spaßig mitzufahren. Angenehm ueberschaubar ist das Leuteaufkommen kurz nach Oeffnung des Parks, auch beim Ticketkauf mussten wir uns nicht anstellen. Ralf wollte ja schon immer mal mit Shamu dem Killerwal fruehstuecken. Also gingen wir mal gucken und fragten das nette Maedel ob denn noch ein Platz frei waere. Zum besseren Verstaendnis: Es gibt ein Fruehstuecksbuffet (normal, nichts außergewoehnliches) und rund um den Pool sind Tische und Stuehle aufgestellt. Im Wasser schwammen zwei große Orcas und ein Baby. Es war noch ein Platz fuer uns frei und wir hielten uns guetlich am Buffet. Bezahlen sollten wir spaeter, hieß es. Die Amis sind ein ungemuetliches Volk, Teller aufgeladen, die Haelfte wird stehen gelassen und weiter zum naechsten Programmpunkt. So waren wir bald fast ganz alleine, haben noch einige Fotos geschossen, mindestens 3 Tassen Kaffee getrunken weil es der irische Ober so gut mit uns meinte. Vor allem gefiel ihm Ralfs Kamera so gut. Und das beste war, fuer uns kostete es heute nichts. Wir mussten tatsaechlich nichts bezahlen, normalerweise ist so ein Fruehstueck vorzubuchen oder schon am Eingang zu reservieren. Das war ein guter Auftakt.
Mittlerweile brannte nun auch die Sonne vom Himmel und wir starteten unser Programm. Zuerst zur Delfinshow, dann Zirkus, Seeloewen und nachmittags Shamu. Dazwischen sind wir die Wasserachterbahn gefahren und waren anschließend patschnass, haben gefroestelt bei den Eisbaeren und Pinguinen (nur ich). Und ganz wichtig: Manatees gucken. Seit wir sie mal in Florida in freier Wildbahn gesehen haben, haben wir die dicken Seekuehe ins Herz geschlossen. Zum Abschluss des Tages gab es noch Baby Ribs und ein Bier. Auf alle Faelle ist Sea World immer ein Erlebnis. Wir hatten einen superschoenen Tag verbracht.


  • IMG_9426.jpg
  • IMG_9368.jpg
  • IMG_9387.jpg
23. Tag
30.06.05

Gefahrene km: 0
Campground: Campland on the Bay 66,00 $

Heute fuhr kein Shuttlebus vom CG aus in die Stadt. Also nahmen wir ein Taxi bis zum Hafen, ist kein ganz billiges Vergnuegen – machte 25 Dollar. Der Taxifahrer kratzte sich die ganze Fahrt lang am Kopf. Ich war froh als wir da waren – bei mir fings auch schon bald zu jucken an. Wir besichtigten heute Vormittag die USS Midway, einen amerikanischen Flugzeugtraeger von 1945, der nach vielen Umbaumaßnahmen 1984 außer Dienst gestellt wurde. Wir machten eine Audiotour durch das Riesendings. Fuer Ralf war das alles wohl viel interessanter als fuer mich. Als ich nicht so recht zog um mich fuer die Brueckenbesichtigung in die Schlange einzureihen, war unser Besuch etwas vorzeitig zu Ende. Wir bummelten dann noch bis zur Horton Plaza, ein großes Einkaufszentrum. Bei Panda Express gab es jeweils Nudeln mit 2 Items und danach waren wir wirklich mehr als ausreichend abgefuellt. Aber uns schmeckt das immer richtig gut. Wir liefen noch eine Zeit lang durch die Laeden, aber eingekauft haben wir nichts mehr. Wir schnappten uns wieder ein Taxi zurueck zum CG. Hier war noch Pool und Strandstunde angesagt, bevor mir Ralf heute das Abendessen kochte.
  • IMG_9458.jpg
  • IMG_9457.jpg
  • IMG_9456_r1.jpg
24. Tag
01.07.05

Gefahrene km: 179
Campground: Golden Shore RV Resort 59,00 $

Der letzte Tag unseres Urlaubs ist angebrochen. Heute morgen schliefen wir etwas laenger, wir hatten ja keine Eile. Wir fuhren den schon bekannten Weg auf dem Hwy 5 und 405 wieder Richtung Los Angeles zurueck. Wieder herrschte dicker Verkehr, aber wir kamen auch wieder gut durch. Long Beach war unsere letzte Station bevor es morgen endgueltig nach Hause geht. Das Golden Shore RV Resort haben wir schon von zu Hause aus reserviert. Fuer den letzten Tag und vor allem am langen Wochenende der Amis, die ja ihren Unabhaengigkeitstag am Montag feiern waren wir somit auf der sicheren Seite. Nach dem wir den richtigen Abzweig auf dem Hwy zum CG verfehlt hatten, landeten wir auf dem Besucherparkplatz der Queen Mary. Die haben wir schon vor 12 Jahren besichtigt, also drehten wir wieder um. Dann erwischten wir die richtige Straße und fanden den Campingplatz.
Wir machten noch einen Spaziergang zum Hafen, der ca. 20 min. entfernt ist. Auf dem Weg kehrten wir nochmals bei Bubba Gump ein, dort hatte es uns in San Francisco schon gut geschmeckt. Auch dieses mal gab es Seafood und Margherita, es hat uns sehr gut gemundet. Dann liefen wir noch ins Harbor Village, aber da gab es nichts sehenswertes, nur Restaurants. Also drehten wir wieder um, legten uns noch etwas an den Pool bevor es ans unvermeidliche Zusammenpacken und sauber machen ging. Ob die Reisetaschen wirklich zugehen, wird sich erst morgen rausstellen. Ralf hat schon arge Bedenken – haette er nur nicht so viel eingekauft :-)

  • IMG_9462.jpg
  • IMG_9466.jpg
  • IMG_9477.jpg
25. Tag
02.07.05

Gefahrene km: 11

Mit vereinten Kraeften wurden die Reisetaschen geschlossen, wir haben doch noch alles verstauen koennen. Der Weg zur Cruise America Verleihstation war nur ein Katzensprung, vielleicht 10 Minuten Fahrt und schon waren wir da. So unproblematisch wie wir das Womo uebernommen haben so gestaltete sich auch die Abgabe. Es wurde ein kurzer Blick ins Innere geworfen, aber das wichtigste waren die Toepfe, denn die wurden offenbar sofort wieder gebraucht. Wir bekamen ein schickes Privattaxi mit verdunkelten Scheiben und wurden zum Airport chauffiert.
Die Prozedur beim Einchecken war etwas ungewoehnlich. Der Check-In Schalter war eigentlich leer und wir freuten uns schon dass alles so schnell geht. Koffer auf die Waage, Tickets vorzeigen, Bordkarte entgegenehmen. Nur dann muss man seinen Koffer wieder mitnehmen und zur Kontrolle bringen. Und da war die Schlange dann etwas groesser. Aber auch das haben wir dann nach 45 Minuten ueberstanden. Der Flughafen selbst hat uns etwas enttaeuscht. Kaum Geschaefte und auch begrenzte Moeglichkeiten zum Essen. Wir haben unseren Magen natuerlich trotzdem noch mit Essen versorgt.
Puenktlich flogen wir ab und wir sind auch zeitig in Muenchen wieder gelandet. Damit ging ein fuer uns wieder mal schoener und erlebnisreicher Urlaub zu Ende.

See you again USA !!! (die Planungen laufen schon)
IMG_9484_r1.jpg