Reisebericht West-Kanada 1999


Die Reise nach West-Kanada war die Erste die wir auch im Web veroeffentlicht haben. Da wir zu dieser Zeit noch nicht digital fotografiert haben, gibt es zu dieser Reise leider nur eingescannte Bilder. Aufgrund der schlechten Qualitaet haben wir uns entschlossen auf unserer neuen Seite diese Fotos nicht mehr einzubinden.


1. Tag
18.06.99

Wir hatten einen Flug mit Canada 3000 (mittlerweile leider Konkurs) gebucht und hatten schon dumpfe Vorahnungen was das Einchecken betraf. Wir kamen also in München an und unsere Befürchtungen trafen voll ein. Eine riesige Schlange wartete schon am Schalter – wir übten uns in Geduld und auch diese Zeit ging vorbei, leider bekamen wir keinen Fensterplatz mehr. Mit etwa 50 min. Verspätung hob unser Airbus 330-200 gegen 15.50 Uhr ab.
Nach einem ruhigen Flug, wenn man mal von meinen Problemen mit der Nase (schnief) absieht, landeten wir in Calgary. Nach der sehnsüchtig erwarteten Zigarette stiegen wir ins Taxi und fuhren zu unserem bereits gebuchten Hotel Coast Plaza. Es war sonnig, teils bewölkt aber angenehm warm. Nachdem wir versehentlich ein Nichtraucherzimmer bekommen hatten und wir wieder umgezogen waren ruhten wir uns ein wenig aus. Beim Abendessen im Hotel schrieben wir erst mal einen Einkaufszettel für morgen. Die Bedienung guckte etwas komisch als wir von ihrem Bestellblock einen Zettel wollten. Dann war Zeit fürs Bett (vielleicht helfen die eiskalten Biere ja beim Einschlafen).

2. Tag
19.06.99

Der Wecker klingelte frühmorgens um 07.00 Uhr. Nach einem guten Frühstücksbuffet packten wir unsere Siebensachen und warteten auf die Abholung von Fraserway . Pünktlich um 09.00 Uhr kam ein Van und nahm noch ein Ehepaar aus dem Hotel mit. Der Fahrer hatte gleich die passende Musik parat - Kanadische Deutsche Welle mit bayerischer Musik. Nach einer kurzen Fahrt fuhren wir bei der Wohnmobil-Vermietstation ein. Da sahen wir ihn schon stehen unseren Truck Camper - mit unserem Namen versehen. Neugierig umrundeten wir unser zukünftiges Gefährt - mir kam es riesig vor, obwohl der Camper eher zu den kleineren seiner Art gehört. Nach der Erledigung der Formalitäten und einer sehr gründlichen Einweisung - die Leute waren sehr nett - kam ein Pärchen, dass seinen Urlaub schon beendet hatte und wollte unseren Camper inspizieren weil sie so einen Wagen bei der Buchung nicht mehr bekommen hatten. Bei uns war es genau umgekehrt. Nach dem Austausch einiger Reiseerlebnisse ging's auf zur ersten Fahrt. Den beschriebenen Supermarkt fanden wir gleich und deckten uns bei Safeway erstmal richtig mit Lebensmitteln ein. Mit mindestens 10 Plastiktüten (Einpackservice) kamen wir wieder raus. Was wir nicht bedacht hatten, das Bier war alkoholfrei, da es ja für Alkoholisches einen Liquore Store gibt - aber das holen wir mit Sicherheit noch nach. Unseren anvisierten Campingplatz KOA Calgary West hatten wir bald gefunden. Nach Besichtigung des Platzes und Ausräumen der Koffer/Einkaufstüten und Verstauen all dieser Sachen wollten wir in die Innenstadt fahren.

Denn vom Campingplatz aus sollte an bestimmten Tagen ein Bus fahren - aber heute leider nicht. Na ja, dann besichtigten wir den Canada Olympic Parc der nicht sehr weit weg von CP war. Dieses anlässlich der Olympischen Spiele 1988 erbaute Gelände bietet Sprungschanzen, Bobbahnen, eine Ausstellung zu den Spielen und einiges mehr. Mit einem Sessellift konnte man nach oben zur Sprungschanze gelangen - und einige Mountainbiker nutzten diese Möglichkeit wegen der rasanten Abfahrt. Wir nahmen diesen besagten Lift und ich war froh oben wieder aussteigen zu können, da der Wind recht ordentlich blies und das Ganze eine wacklige Angelegenheit war. Nach einem Eis fuhren wir wieder zurück zum CP und kochten unser erstes "feudales" Abendessen, nämlich Spiegeleier. Uns gefällt es gut in unserem neuen zuhause - jetzt ist es noch nicht mal 20.30 Uhr und Ralf der Oberfaule liegt schon im Bett. Ich werde aber auch gleich folgen - denn die Zeitumstellung merke ich auch.

3. Tag
20.06.99

Der kommende Tag weckte mich mit Sonnenschein (gutes Omen) aber es war erst 05.00 Uhr. Ich beschloss zum Duschen zu gehen. Ein paar Leute sind wohl auch Frühaufsteher, ich war nicht ganz allein. Eine Besonderheit auf diesen CP's (sollte sich im Verlauf dieser Reise fortsetzen) war, das in den Waschräumen entweder keine oder solche Steckdosen in die der Adapter nicht reinpasst vorhanden waren (oder nur "Frauen - und keine Ahnung von Technik"??). Also was tun, Ralf aufwecken und im Wohnmobil föhnen. Stromanschluss hatten wir Gott sei Dank. Aus unseren Wohnmobil-Urlauben in Norwegen kannten wir es nicht anders, dort brauchten wir keinen Strom- bzw. Wasseranschluss. Das scheint hier wohl anders zu sein. Nach einem gemütlichen Frühstück, der zweite Kaffee wurde dann an der frischen Luft eingenommen, ging's los zum Banff Nationalpark. Am Eingang des Parks kauften wir uns erst mal einen Golden Eagle Pass der für die meisten der National Parks gültig war.
Zuerst sahen wir uns im Ort Banff selbst um, es war gar nicht viel los auf den Straßen, vielleicht lag es daran das Sonntag war!? Für Touris sind jede Menge Geschäfte vorhanden - wir kauften in einem Outdoor-Shop eine Axt, denn bei Fraserway gab es keine mehr. Anschließend besichtigten wir Banff Springs Hotel - hier konnten wir einen wunderbaren Ausblick auf Berge und Wälder genießen - und immer noch Sonnenschein.

Danach liefen wir einen kleinen Rundkurs zu den Bow Falls. Anschließend fuhren wir weiter zu den Cave and Basin, ein ehemaliges schwefelhaltiges Thermalbad, welches wegen Frostschäden jetzt nicht mehr benutzt wird. Durch den Fund dieser Höhle wurde dieser Park gegründet. Besonders gut hat es hier nicht gerochen, gelinde gesagt eher gestunken - aber soll ja gesund sein. Im Shop haben wir uns eine Bärenglocke gekauft, ob's was hilft? Wer weiß. Auf unserem Spaziergang haben wir die ersten "bärensicheren Abfalleimer" gesehen. Komisch wird mir da schon zu Mute - Bären hier? Das nächste Ziel war Lake Louise.
Wahnsinn diese riesigen Parkplätze, diese Menschen, diese Autos und Busse. Der Anblick war aber dann doch wunderschön - blaues Wasser dahinter Berge, schneebedeckt. Für morgen haben wir hier eine Wanderung ausgekundschaftet - Plain of six Glaciers. Anschließend fuhren wir noch zum Morraine Lake - auch sehr schön und nicht so viele Leute. Das erste Tier das wir sahen, war ein großer Wapiti-Hirsch mitten im Ort Lake Louise.
Unser heutiger Übernachtungsplatz war der Lake Louise Trailer, ganz nett gelegen aber die Bahnstrecke führte in der Nähe vorbei und dementsprechend war der Lärm. Und auch hier die Warnung keine Lebensmittel draussen liegen zu lassen. Ralf ging dann noch Duschen. Die Sanitäranlagen waren gerade erneuert worden zumindest bei den Frauen. Im Männerhaus dagegen fehlten noch ein paar Wände - Plastikplanen schützten - aber nicht gegen Kälte. Ralf kam als Eisblock zurück. Es war ein schöner Tag heute, Wetter hat gepasst, wunderbare Natur - was wollen wir mehr.

4. Tag
21.06.99

Heute war Wandertag. Um 09.45 Uhr liefen wir los vom Lake Louise zum "Plain of six Glaciers". Heute spielte das Wetter leider nicht mit, es nieselte. Am See waren schon genug Leute unterwegs und ein Alphornbläser spielte. Kaum haben wir uns einige Meter von dem ganzen Rummel entfernt - sind wir auch schon fast alleine.
1 ¼ Stunden liefen wir immer bergauf - hier waren kaum Leute unterwegs. Dieser Weg ist auch für Wenigwanderer so wie wir geeignet. Eine Rast im Teahouse und ein heißer Kakao tat uns gut. Leider war die Aussicht auf die Glaciers wegen des Regens und der tiefen Wolken sehr beschränkt. Die letzten 1 ½ km waren verschneit, auf einem schmalen Weg - rechts gings bergab - links nur steil nach oben, trabten wir dahin. Ich bekam die Krise, ich wollte nicht mehr weiter - Ralf war anderer Meinung.

Den Rest schaffte ich dann doch - aber wie gesagt, die Aussicht war nicht so toll. Unten sah man einen grünen Lake Louise und ganz klein das Hotel. Auf dem Weg nach unten kamen uns einige Wanderer entgegen - aber was für welche! Frauen in unvernünftigen Schuhen und Kleidung, Männer ebenso. Das Bergabgehen habe ich ganz schön in den Beinen gespürt, die letzten Meter am See entlang zogen sich wie Kaugummi. Um 14.30 Uhr waren wir wieder zurück am Truck Camper. Puh geschafft, erst mal raus aus den Klamotten - alles feucht. Nach einer Pause fuhren wir weiter, den Icefield Parkway entlang zum Columbia Gletscher. Wenn unterwegs mehrere Autos an der Straße stehen, gibt es was zu sehen. Und tatsächlich, Mamabär und ihr Nachwuchs - zwei schon größere Bären suchten im Gebüsch nach fressbarem.
Ich war doch etwas aufgeregt, als die drei relativ nah kamen. Wir haben alles gefilmt und fotografiert. Nach unserer ersten Bärenbegegnung kamen wir dann auch wohlbehalten auf dem Wilcox CP - ganz in der Nähe des Columbia Icefields an. Das Wetter war jetzt wieder schön aber ziemlich kalt. Die Umgebung war herrlich, Berge und Schnee. Auch schon auf der Fahrt hierher hatten wir wunderschöne Aussichten. Abends machten wir auch zum ersten Mal ein Feuer - freche Hörnchen kamen um ein paar Krümel zu ergattern und so eine kleine Rabenart dachte sich, die Zigarettenstummel wären etwas Essbares. Nach dem Abendessen machten wir einen kleinen Spaziergang um den Platz, danach mussten wir einheizen - hier war es sibirisch. Die Füße sind müde - wir auch. Den Jogginganzug zog ich nicht mehr aus.

5. Tag
22.06.99

Heute schliefen wir etwas länger - bis 08.00 Uhr. Trotzdem sind wir dann gern aufgestanden, denn Hände, Füße und Nasen waren eiseskalt. Nach dem Frühstück (mit voller Heizungspower) fuhren wir zum Visitor Center des Icefields. Dort kauften wir Tickets für die SnoCoach-Tour (wollten wir eigentlich nicht machen weil viel zu touristisch lt. unserem Reiseführer). Aber eine Wanderung auf dem Gletscher wollten wir uns nicht antun - also blieb nur die Bustour. Um 10.15 Uhr ging's per Bus zu diesem Riesengefährt - dann weiter auf den Gletscher. Im Bus saßen sehr viele Amis und Kanadier (die ganzen Japaner stehen wohl erst später auf) und es war sehr amüsant mit anzusehen, wie kindisch selbst die Erwachsenen waren - ein Bus der zurückkam, hielt für einen Moment neben uns, und alle fingen an fürchterliche Grimassen zu schneiden. Oben angekommen - alles aussteigen zum Fotografieren und Filmen. Es war sehr kalt und sehr windig, aber die Sonne kam raus und wir konnten ein paar schöne Aufnahmen machen.

Wieder zurück am Center ging es dort zu wie am Bahnhof (jetzt waren die Japaner wach) und nichts wie weg von hier. Auf dem weiteren Weg nach Jasper besichtigten wir die Sunwapta Falls (weniger spektakulär) und die Athabasca Falls (spektakulärer). Es war in beiden Fällen nicht weit zu laufen - aber etwas Bewegung tut trotzdem gut. Die Tiere des Tages waren heute braune Ziegen und Schneeziegen.
In Jasper kauften wir noch etwas ein und fuhren dann zum auserwählten CP Whistler's. Ein riesiger CP - mit dem Camper sind wir noch zum Duschen "gefahren".

6. Tag
23.06.99

Heute war ein verrückter Tag, der eigentlich ganz normal begann. Um 09.30 Uhr fuhren wir zum Maligne Canyon. Der Weg führte über 6 Brücken und bot schöne Ausblicke in die Tiefe (ca. 50 m). Dort wanderten wir so ca. 2 Stunden im Wald und immer am Wasser entlang. So ganz wohl fühlte ich mich da nicht - was ist, wenn uns ein Bär begegnet? Aber die gehen den Menschen wohl auch lieber aus dem Wege. Nach einer kleinen Brotzeit fuhren wir weiter zum Maligne Lake - unterwegs sahen wir Dickhornschafe und Wapitihirsche, einer mit einem großen Geweih. Diese Sorte Tiere standen heute morgen auch schon auf unserem Campingplatz.
Am See saßen wir draussen und tranken eine Schokolade, Ralf kaufte sich in dem Shop dann noch ein Hemd - gar nicht mal so teuer. Den ganzen Weg wieder zurück und weiter zum Mt. Edith Cavell. Irgendwo hatten wir gelesen, dass diese Straße nur bedingt für Wohnmobile geeignet war, also fragten wir am CP nach - der Typ meinte, das es kein Problem wäre. Die 14,5 km lange Straße war mit Schlaglöchern gepflastert und unser Camper rumpelte nur so dahin. Gut das wir nicht hören konnten wie hinten die ganze Einrichtung geklappert hat. Außerdem hatten wir mit der Befestigung der Wohnkabine schon vor zwei Tagen ein Problem gehabt - wir hatten die Kette verloren. Sie blieb nicht straff gespannt, löste sich immer wieder. Gott sei Dank kamen wir oben gut an. Der See war fast ganz zugefroren und es lag noch einiges an Schnee ringsrum. Am Berg hing ein großes Gletscherstück das immer wieder geknackst hat. Wunderbar ist es hier vor allem bei Sonnenschein.

Nachdem wir einige Fotos geschossen und alles auf der Videokamera festgehalten hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Wieder diese Katastrophenstraße, und dann war es so weit. Nach einem Stück des Weges merkte Ralf das wir die Kette verloren hatten und dadurch war natürlich auch unsere Wohnkabine verrutscht. Ich machte mich auf den Weg zurück, fand aber nichts. Ralf ging dann los und weiter entfernt als ich dachte, fand er dann das verlorene Teil. Wieder befestigt, gings dann vorsichtig den restlichen Weg voran. Ich war heilfroh als wir wieder auf der normalen Straße waren. Zum Campingplatz war es nicht mehr weit, dort stellten wir die Kabine auf die Füße und mit Hilfe eines netten Nachbarn wurde sie wieder in die richtige Stellung gebracht. Für die Weiterfahrt am nächsten Tag waren wir gerüstet, aber es wird uns wohl nichts anderes übrigbleiben als eine Werkstatt aufzusuchen, denn eine Schraube war abgerissen und diese Befestigung wird so nicht mehr lange halten. Nach dieser ganzen Aufregung machte Ralf Feuer, denn wir wollten Steaks grillen. Wahrscheinlich hatte ihn die Sache mit dem Mobil so mitgenommen, das er sich dann am Rost ordentlich die Finger verbrannte. Der Katzenjammer war groß - aber für was haben wir immer einige Dosenbiere in unserem eisigen Kühlschrank - klar, zum Fingerkühlen. Und dann kam der Bär. Die Frau des hilfsbereiten Nachbarn kam zu uns und meinte, ihr Mann hat einen Bären gesehen. Wir guckten in die angegebene Richtung, konnten aber nichts erkennen. Doch dann sahen wir ihn, gemütlich nach Fressbarem suchend, ganz in der Nähe der ersten Wohnmobile. Ein Familienvater hat erstmal seine Kinder ins Auto gesetzt. Aber so friedlich wie der Bär gekommen ist verschwand er auch wieder. Ja, heute war ein ereignisreicher Tag - es ist jetzt schon 23.15 Uhr und ich muss ins Bett. Mein Unglücksrabe liegt schon mit der Bierdose im Alkoven.

7. Tag
24.06.99

Früh aufgestanden sind wir heute nicht, es war schon 09.00 Uhr. Nachdem wir neues Wasser getankt hatten und das alte losgeworden sind machten wir uns auf den Weg zum Wells Grey Park. Wir kamen am Mount Robson, dem höchsten Punkte der kanadischen Rockies mit 3954 m vorbei - ganz schneebedeckt und wolkenfrei.
In der Touristeninformation holten wir uns ein paar Infos. Das Wetter wurde zunehmend schlechter und dann regnete es sich so richtig ein. So mieses Wetter drückt schon ein bisschen auf die Stimmung. Von der Umgebung sahen wir nichts, denn die Wolken hingen tief. An einer Tankstelle bei der Ortschaft Blue River (O-Ton mein Mann: "Kuhdorf") fragten wir nach einer Werkstatt. Diese war dann auch nicht weit entfernt, da aber gerade Mittagspause in dem Einmann-Betrieb war, mussten wir etwas warten. Trostlos wirkte die Gegend, ein paar Häuser sonst nichts - ich würde verrückt wenn ich hier wohnen würde. Der Reparateur begutachtete das Problem und schweißte dann die Halterung an. Das ganze machte 30 Can$. Der Schaden war behoben und wir konnten beruhigt weiterfahren. Gegen 17.00 Uhr kamen wir im Wells Gray Provincial Park an. Als Übernachtungsplatz wählten wir den Pyramid CP - mit ohne nichts, doch ein Plumpsklo gab es. Als wir in die Straße zum CP einbogen stand da ein Schwarzbär friedlich am Straßenrand - Bremse rein und Videokamera raus. Wir waren ganz allein mit ihm - ich finde es einfach erstaunlich das sich die Tiere scheinbar durch nichts beeindrucken lassen.

Er trollte sich dann wieder in den Wald. Nachdem wir uns einen Platz ausgesucht hatten ging Ralf noch die Platzgebühr entrichten. Ein komischer Engländer begegnete ihm, er sagte das auf unserem Platz gerade ein Bär war. Hm??!! Dieses Fleckchen Erde war sehr einsam aber abends gesellte sich dann doch noch ein Wohnmobil zu uns. Und es regnete und regnete. Ach ja, jetzt sind wir in British Columbia und haben eine Stunde dazugewonnen.

8. Tag
25.06.99

Unsere zweite Tasse Kaffee konnten wir morgens draussen trinken - der Wettergott hatte ein Einsehen mit uns, es regnet mal nicht. Und ich habe meinen ersten Mückenstich abbekommen - wo ist das OFF!? Das kanadische Mückabwehr-Wundermittel haben wir bisher nicht gebraucht, wer weiß was für giftiges Zeug da drin enthalten ist, es riecht aber gut. Gegen 09.30 Uhr waren wir an den Helmcken Falls - ein wunderbarer Ausblick bot sich uns. Das Wasser donnerte herunter, ca. 140 m, und die Gischt sah aus wie Milch, wie in Teufels Waschküche. Die Sonne kam heraus und wir waren fast ganz allein.

Anschließend machten wir noch einen Spaziergang zu den Dawson Falls, die zwar nicht hoch aber 90 m breit sind. Da kaum Leute unterwegs waren und gestern nicht allzu weit von hier der Bär stand, haben wir heute unser Bärenglöckchen an den Rucksack gehängt. Bei einem Gemisch aus Regen und Sonnenschein verliessen wir den Park. Unser weiterer Weg führte über Kamloops, Cache Creek, Lilleot nach Pemberton. Über Berg und Tal und Tal und Berg - dazwischen Niemandsland, Ranches, Weiden, Berge, Wälder, wir waren froh als wir an unserem Ziel angekommen sind. Nairns Fall CP, tief unter uns rauscht ein wilder Fluss entlang mit großem Lärm. Aber das hört man bald nicht mehr - wir stehen unter Bäumen, der Regen tropft aufs Dach - irgendwie idyllisch. Diese CP's sind wunderschön aber ich bräuchte so langsam wiedermal eine Dusche. In unserem Wohnmobil möchte ich das nicht versuchen, denn mit Haarewaschen ist der Abwassertank wahrscheinlich im Nu voll. Morgen wird's schon klappen. Beim Abendessen kam jemand zum Kassieren der Platzgebühr - das wird überall unterschiedlich gehandhabt. Nach einer guten Mahlzeit und einem Bier lesen und spielen wir noch ein bisschen. PS: Mein Mann betätigt sich gerade als Hausmann und putzt das Bad. Auch so was soll es geben - es ist ja Urlaub.

9. Tag
26.06.99

Nach einer guten Nacht, trotz rauschendem Fluss fuhren wir zur Fähre am Horseshoe Bay. 1,35 Std. dauerte die Überfahrt nach Nanaimo (Vancouver Island). Es standen jede Menge Autos und Wohnmobile an (Wochenende) aber wir hatten Glück und kamen noch auf die Fähre. Auch hier in Nanaimo war das Wetter nicht viel besser, dunkle Wolken überall. Wir hatten uns einen CP in Parksville ausgesucht, aber der war schon besetzt. Wir fanden einen anderen - Paradise CP - miniklein. Wohnmobil an Wohnmobil, wohl meistens Dauercamper. Dafür waren nebenan zwei Neun-Loch Minigolfplätze - die haben wir gleich ausprobiert. Da muss ich immer an die Beschreibung eines USA-Reiseführers denken: "schrille Minigolfplätze". So schrill sind die aber nicht und es machte Spaß zur Abwechslung mal eine Runde zu spielen. Die Sonne kam raus und es wurde richtig warm - wir leisteten uns noch ein Eis und genossen die warmen Strahlen. Die Umgebung hier bot einige Lokale und Fast Food Buden aber wir zogen es vor, zu kochen und noch an der frischen Luft zu sitzen bis der nächste Regen kam. Abends kam ich auch zu meiner verdienten Dusche - leider mit Münzapparat der nicht so wollte wie ich. Aber ich schaffte es dann doch noch. Heute stehen wir längst nicht so schön wie sonst, aber man kann eben nicht alles haben. Ich vergaß zu erwähnen das wir heute Morgen auch durch Whistler, diesen berühmten Wintersportort, durchkamen. Den Ort selbst fanden wir nicht so prickelnd. Wir bummelten etwas herum und fanden einen Liquor Store - damit war die Bierversorgung wieder sichergestellt - unsere Daheimgebliebenen haben wir auch angerufen.

10. Tag
27.06.99

Unser Weg führte uns heute morgen als erstes zum Strand. Wir machten einen schönen Sonntagsmorgenspaziergang - denn bei Ebbe kann man sehr weit hinauslaufen. Muscheln sammeln und Krebse "retten" - Beachcombing nennen die Kanadier dies.
Nächste Station war Chemainus, ein kleiner Ort mit vielen Galerien, Kunsthandwerk und riesigen Wandbildern, die aber durchaus schön anzusehen sind.
Nachdem hier Anfang der 80er ein riesiges Sägewerk seine Pforten schloss, mussten sich die Leute etwas einfallen lassen um zu überleben. Nach einer kleinen Besichtigungstour durch den Ort brachen wir auf nach Duncan. Dort besuchten wir das B.C Forest Museum, hier dreht sich alles ums Holz. Nachden wir alles besichtigt hatten incl. einer Fahrt mit der Eisenbahn fuhren wir zu unserem Nächtigungsplatz Goldstream. Heute stehen wir wieder unter Bäumen und fühlen uns hier gleich wohl. Ein Parkranger meinte es gut mit uns und brachte Holznachschub. Nach einem Päuschen fuhren wir nach Victoria.
Viel Verkehr und eine anstrengende Parkplatzsuche zehrte an unseren Nerven. Aber es hat sich gelohnt, wir bummelten bei strahlendem Sonnenschein am Hafen entlang - heute war "Folkfest". Wir schauten den Gauklern zu und genossen die Wärme. Wir buchten auch gleich eine Walsafari für morgen - aber nicht so ein Schlauchboot in dem die Leute mit Wärmeanzügen sitzen sondern ein etwas Größeres. Am Hafen aßen wir noch zu Abend um später nicht hungrig durch die Geschäfte zu bummeln. Wir erstanden einen Elch und Ofenhandschuhe mit Elchmotiv. Dann fuhren wir zurück in unseren Wald - zum abendlichen "Rumschrauben" am Wohnmobil. Ralf befand, die Kabine sei immer noch nicht ganz gerade, also war noch rumwerkeln angesagt.

11. Tag
28.06.99

Heute schliefen wir bis um 09.00 Uhr, dann aber nichts wie raus aus den Federn. In der Nacht hat es geregnet, viele Wolken sind am Himmel - hoffentlich kein böses Omen für die Walsafari. Wir fuhren in die Stadt und Ralf kaufte sich ruck-zuck eine Jeans. Bei Männern geht das immer schnell. Dann riefen wir bei dem Walsafari-Veranstalter an - ob die Tour wie geplant um 13.00 Uhr losgehen würde.
Ja, alles okay. Wir machten uns auf den Weg gingen an Bord und pünktlich legte das Schiff ab. Wir saßen oben auf dem Deck und der Wind war eiskalt bei der rasanten Fahrt. Wir fuhren eine ¾ Stunde und dann waren die ersten Orcas zu sehen. Auch einige andere Boote waren da. Keiner wollte etwas verpassen und so gings einmal nach links und einmal nach rechts. Mit dem Fotografieren und Filmen war es nicht so einfach, denn die Wale tauchten dann wieder auf, wenn man bestimmt nicht mit ihnen gerechnet hätte. Aber Ralf hat dann doch einige Bilder hinbekommen.

Die Zeit verging wie im Flug vor lauter schauen, beobachten usw. - die Begleiter erklärten auch vieles über die Orcas. Auf dem Rückweg wurde unter Deck noch eine Film gezeigt und einen heißen Kakao gab's auch. Konnten wir jetzt jedenfalls gut gebrauchen. Es ist schon etwas Besonderes die Tiere in freier Wildbahn zu beobachten - ein besonders schönes Erlebnis. Ralf wollte nicht nochmal auf den Platz von letzter Nacht also ging es weiter nach Swartz Bay um mit der Fähre nach Tsawwassen wieder aufs Festland überzusetzen. Auf dem Schiff aßen wir zu Abend. Unterwegs sahen wir dann noch mal Wale. Wieder auf dem Festland fuhren wir noch ca. 30 km bis wir zu unserem wahnsinnig "idyllisch" unter der Lions Gate Bridge - die an die Golden Gate Bridge in San Francisco erinnert - gelegenen Campingplatz Capilano RV, ankamen. Wir wollten diesmal zentrumsnah wohnen - aber dafür müssen auch einige Abstriche in Kauf genommen werden.

12. Tag
29.06.99

Unser Stadttag in Vancouver fing mit Regen an. Wegen des vielen Verkehrs, entschlossen wir uns, heute einmal Bus zu fahren - die Bushaltestelle war nicht weit entfernt. Wir sahen Gas Town, das Kneipenviertel mit der Steamclock - die gerade um 13.00 Uhr zu pfeifen anfing.
Mittags nahmen wir in so einer "Fressmeile" ein gutes chinesisches Essen zu uns um gut gestärkt die weitere Tour anzugehen. Bis China-Town haben wir es nicht geschafft, denn kurz davor kamen wir durch eine nicht gerade vertrauenserweckende Gegend - schade. Im Visitorcenter informierten wir uns noch über den Stanley Park - der morgen auf dem Programm stand und welche Buslinie uns wieder nach Hause bringen würde. Letzte Station war Canada Place; leider regnete es immer noch und langsam machten wir uns auf den Rückweg. Bevor wir zum CP zurückgingen, machten wir noch eine Einkaufstour durch die dortigen Geschäfte. Das schwierigste - wo ist der Laden mit dem Bier? Der befand sich dann etwas versteckt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Schwerbepackt mit unseren Sachen machten wir uns auf den Rückweg. Die Beine wollten nicht mehr, deswegen gönnten wir uns eine heiße Dusche, eine heiße Suppe und Erdbeeren.

13. Tag
30.06.99

Nach dem ganzen Betrieb hier in Vancouver waren wir froh, heute wieder in die Natur zu fahren. Aber vorher stand der Stanley Park auf dem Programm. Wir liefen einen Rundkurs über die Totempfähle, das Girl im wet Suit weiter am königlichen Yachthafen entlang. Nachdem endlich mal wieder die Sonne herausgekommen war ist so ein Spaziergang natürlich gleich viel angenehmer. Frage des Tages war: "Wie kommen die großen Wohnmobile zum Parkplatz wenn sie doch eine Brücke passieren mussten, die viel zu niedrig war"? Wir konnten das Rätsel nicht lösen. Nächster Halt war die Capilano Suspension Brücke; hier war es etwas schwierig einen Parkplatz für unser Gefährt zu finden. Die 136 m lange Hängebrücke führt über den Fluss Capilano. Ob dieses nette Schaukelvergnügen allerdings den Preis von 10 Can$ wert ist?
Aber nichts desto trotz haben wir hier eine Mittagspause eingelegt - Hot Dogs und Nachos. Endlich verließen wir den Großstadtdschungel und fuhren Richtung Harrison Hot Springs, ein verpennter kleiner Kurort mit heißen Quellen. Nach einem kleinen Einkauf fuhren wir zum CP -Sasquatch Provincial Park. Die ersten zwei Plätze waren schon voll belegt, aber der dritte war noch aufnahmefähig. Das muss wohl an dem morgigen Canada Day liegen. Wir stehen wie im Regenwald - bemooste Bäume und Farne wachsen hier. Bei Regen ist das eine richtig düstere Angelegenheit - aber schön ist's trotzdem. Kleiner Spaziergang zum Deer Lake war noch angesagt bevor es wieder zu schütten anfing. Heißt British Columbia etwa so, weil es wie in England immer regnet?

14. Tag
01.07.99

Des Nachts schüttete es weiter, ganz laut trommelte es auf unser Wohnmobildach. Nichts wie weg hier aus diesem Regenwald. Nächste Anlaufstation war Hope, dort sahen wir uns die Othello Tunnels an, dies war 1981 der Drehort für "Rambo". Danach wollten wir den Hope Slide - einen Bergrutsch der 1965 nach einem kleinen Erdbeben entstanden war - sehen. Doch Nebel und tiefhängende Wolken ließen das leider nicht zu. Das Wetter besserte sich als wir Richtung Manning Park fuhren. Dort fanden wir ein Plätzchen auf dem Lightning Lake CP. Gut das wir schon früh dran waren, denn bald war der Platz voll belegt. Am Picknick-Platz legten wir uns in die Sonne und beobachteten die Erdhörnchen, die sich manchmal vorsichtig aus ihren Erdlöchern wagten.
Hier, umrahmt von schneegezuckerten Bergen und endlich mal etwas wärmenden Sonnenstrahlen, ließ es sich gut aushalten. Es fanden hier auch Vorträge und Gesang anlässlich des Canada Days statt. Anschließend machten wir Feuer und Brotzeit. Jetzt ist es 19.00 Uhr und ich bin richtig durchgefroren, Ralf ist immer noch beim Feuer und trocknet die nassen Holzscheite. Da müssen wir doch nochmal die Heizung anschmeissen - brrr kalt. Anmerkung von Ralf: "Meine Frau ist der totale Kühlschrank".

15. Tag
02.07.99

Nach einer bitterkalten Nacht (Füße und Hände wurden bei mir gar nicht mehr richtig warm) gings über Princeton, Penticton und Kelown nach Vernon weiter. An einem der zahlreichen Obststände deckten wir uns mit Kirschen, Marmelade, Honig und Fruchtleder (getrocknetes Obstmark) ein. Hier muss irgendwann einmal schönes Wetter gewesen sein oder wo kommt das ganze Obst her? Aber laut den Berichten von anderen Reisenden muss es vor 2 - 3 Wochen hier schön warm gewesen sein. In Kelowna gingen wir an der Strandpromenade spazieren und Ralf sinnierte darüber, dass er sich hier ein Häuschen für den Altersruhesitz kaufen könnte. 12,5 Km nordwestlich von Vernon besichtigten wir die historische O'Keefe Ranch, die vor ca. 120 Jahren erbaut wurde.
Nach einer netten Führung und der Besichtigung des umliegenden Geländes fuhren wir zum erwählten CP, dieser aber war ausgebucht und ein System in der Platzvergabe hatten die auch nicht. Na dann nicht - es gibt ja noch mehrere Plätze. Wir bekamen einen schönen Platz am See - auf dem Silver Star CP. Nach Pizza und Kirschen, die wir uns noch in freier Natur zu Gemüte führen konnten und einer gründlichen Dusche hat es jetzt wieder angefangen zu regnen. Nun ist Würfelzeit - mein Mann will ein Spiel verlieren.

16. Tag
03.07.99

Das Wetter ist der reinste Mix aus: Bewölkung am Morgen, zwischendurch Regen, nachmittags Sonnenschein und gegen Abend wieder Regen. Aber heute war's egal, denn ein Fahrtag war angesagt. Unser Weg führte über Nakusp, Kaslo Richtung Nelson - mit einer kleinen Fährfahrt dazwischen. Zu sehen gab es heute nichts besonderes, außer verfallenen Häusern und alten Stolleneingängen - denn früher wurde hier Silber abgebaut. Und die einzigen Tiere die uns begegnet sind waren ein paar Rehe.
Spätnachmittags erreichten wir den Kokanee Provincial Park - schön am See gelegen mit Badestrand. Dorthin spazierten wir dann auch, es war keine Menschenseele unterwegs, bei schönerem und wärmeren Wetter wäre das wohl anders gewesen. Unser Abendessen bestand heute aus Steaks und Pommes frites, Karotten, Weintrauben und M+M's. Wir lassen es uns schon nicht schlecht gehen.

17. Tag
04.07.99

Ziemlich früh sind wir heute aus den Betten gekrochen - 07.30 Uhr, gähn. Aber um 09.20 Uhr ging die Fähre über den Kootenay Lake. Dauer: 40 Minuten und kostenlos!! -reichlich Zeit für eine zweite Tasse Kaffee. In Boswell besichtigten wir ein Haus das ganz aus Glasflaschen erbaut ist. Der Besitzer arbeitete in einem Beerdigungsinstitut. Er sammelte die leeren Flaschen in denen das Einbalsamierungsöl aufbewahrt wurde - und aus eben diesen baute er dann "Boswell Glas House".
Weiter gings über Creston und Cranbrook wo wir aßen, tankten und Geldnachschub besorgten. Im Visitor Center waren zwei ältere Herrschaften, die sehr freundlich Auskunft gaben. Von ihnen erfuhren wir, das es gestern in Banff geschneit hätte und das dieser Sommer außergewöhnlich verregnet wäre. Na so ein Pech für uns. Eine Ansammlung älterer Häuser haben wir in Fort Steele besichtigt. Das Fort entstand aus einer Fährenstation Ende letzten Jahrhunderts. Bevor es wieder einmal zu regnen anfing waren wir mit unserer Tour fertig. Ach ja, ich vergaß: Im dortigen Gericht wurde Ralf wegen unerlaubtem Besitz von Schießpulver zu vier Monaten Gefängnis verurteilt; auch seine Beteuerungen nicht schuldig zu sein, halfen nichts. So schnell kann es gehen. Bis wir zu unserem Campingplatz kamen, musste noch ein Stück des Weges zurückgelegt werden. Forrest Road bei Regen - und so sieht unser Wohnmobil jetzt auch aus - dreckig von oben bis unten.
Alces (Moose) Lake heißt unser heutiger Übernachtungsplatz. Ein Stück vor dem CP liegen die Lussier Hot Springs - allerdings waren die schon voll belegt und ein bischen kalt zum Baden war es auch.

18. Tag
05.07.99

Oh Wunder, in der Früh sind wir bei Sonnenschein aufgewacht. Es war heute nicht weit zu fahren - wir wollten zum Kootenay Park. Schon um 11.30 Uhr haben wir den CP Redstreak erreicht. Nachdem wir unseren Platz und die Duschgelegenheiten inspiziert hatten, machten wir uns wieder auf die Socken. Zuerst kamen wir zu den Radium Hot Springs - sieht aus wie ein Freibad nur ohne Wiese. Hier legten wir eine kleine Hot Dog Pause ein bevor wir zu den Paint Pots fuhren. Hier hat man früher so ein braunes Farbzeugs abgebaut mit dem schon die Indianer ihre Tipis bemalt haben. Ich habe auch gleich eine "frühindianische Bemalung" auf die Backe bekommen. Letzter Stop war der Marble Canyon, dort liefen wir bis zu einem Wasserfall.
Dann gings den ganzen Weg wieder zurück, unterwegs hielten wir nochmal um die wunderschöne Aussicht auf die Berge zu fotografieren. Das Wetter war immer noch schön und so konnten wir draußen Abendessen. Es gab die restlichen Pommes und so komische Hähnchenteile (irgendwie ein künstlicher Geschmack). So langsam geht unser Urlaub zu Ende - wo doch morgen der Sommer kommen soll.

19. Tag
06.07.99

Der Sommer war wie versprochen da - blauer Himmel und nur ein paar Wolken. Nach dem Frühstück gings über Golden in den Yoho Park. Zuerst fuhren wir an den Emerald Lake - sehr schöner See - schöne Berge und einige Busladungen voller Japaner. Etwas abseits setzten wir uns in die Sonne und genossen die schöne Umgebung. Anschließend fuhren wir zur Natural Bridge unter der der Fluss Kicking Horse schäumte und dann zum CP Kicking Horse - der uns ein schönes Bergpanorama bot. Die Stellplätze waren zwar nicht ganz so toll wie sonst - wir standen auf einer Wiese neben einigen Zelten - aber was soll's. Unser Nachmittagsausflug führte zu den Takkakaw Falls die wir über eine steile Straße, die für große Wohnmobile nicht ganz geeignet ist, erreichten. Wir kletterten ein ganzes Stück den Berg hoch, denn von dort gab es eine schöne Aussicht auf die umliegenden Berge zu bewundern. Wir hielten uns hier noch eine ganze Zeit auf, Ralf testete die Wassertemperatur des Flusses indem er ein Fußbad nahm - aber lange hat er's nicht ausgehalten sonst wären aus den Zehen Eisklötze geworden. Abends saßen wir noch einige Zeit draußen, aber als die Sonne hinter den Bergen verschwand wurde es schrubbig kalt. Ich erhielt dann noch eine Lehrstunde in Kanadischem Münzgeld - leider wusste ich nur die Hälfte.

20. Tag
07.07.99

Morgens waren wir schon um 09.00 Uhr abreisefertig. Erster Anfahrpunkt waren die Spiraltunnels der Eisenbahn. Wie das dann auch so ist, kam prompt in ewig langer Zug (muss ja auch wenn ein Haufen Japaner dastehen). Er fuhr oben aus dem Tunnel heraus, verschwand in dem nächsten Tunnel und oben war immer noch kein Ende der Waggons abzusehen. Die Japaner waren hingerissen - wir fanden's auch toll. Als nächstes fuhren wir zum Parkplatz des Lake O'Hara. Als sich dann aber rausstellte, dass es bis dahin 13 Km zu laufen sind, machten wir wieder kehrt. An der Ausfahrt wartete dann der 6. Bär auf uns. Er verschwand aber sehr schnell wieder im Gebüsch, so dass wir nicht einmal ein Foto machen konnten. In Lake Louise kauften wir noch ein und telefonierten mit zu Hause. Es ging wieder zurück nach Calgary - dort fuhren wir erstmal auf den Mountain View CP. Wir hatten reserviert, aber Strom bekamen wir keinen mehr. Diese stadtnahen CP's sind hübsch-hässlich, aber was soll's. Wir fuhren in die Stadt und die Down-Town-Parkplatzsuche gestaltete sich sehr schwierig. Aber irgendwann klappts immer.Bei Mc Donalds nahmen wir ein spätes Mittagessen zu uns, ansonsten konnten wir der Stadt nicht viel abgewinnen. Nach einigen Irrwegen fanden wir auch den Saddle Dom im Victoria/Stampede Park. Der war aber leider geschlossen. Hier wurden heute jede Menge Buden für die morgen beginnende Stampede aufgebaut. Auf unserem CP war Remmidemmi mit BBQ, Musik und Tanz - und lauter älteren Herrschaften. Irgendwie waren wir schon sehr traurig, das wir morgen unseren Camper zurückgeben müssen und der Urlaub vorbei ist. Wir packten unseren Krempel zusammen und genossen unseren letzten Abend.

21. Tag
08.07.99

Durch Regen und Sturm wurden wir schon früh geweckt - unser Wohnmobil schaukelte. Das Wetter machte uns den Abschied leichter. Nach den letzten Aufräum- und Säuberungsarbeiten fuhren wir zur Vermietstation. Bei Fraserway bekamen wir 50 Can$ gutgeschrieben für die angeschweißte Halterung - trotz Delle am Alkovenfenster. Wie das passiert ist, ist uns heute noch ein Rätsel. Ansonsten beschränkte sich die Inspektion nur auf das Äußere des Fahrzeuges. Für die mehr gefahrenen Kilometer haben wir noch 270 Can$ bezahlt. Als alles abgewickelt war, wurden wir zum Flughafen gefahren. Dort haben wir unser Gepäck erst mal bei der Aufbewahrung untergestellt. Und nun? Was tun wir jetzt, denn unser Flug ging erst spät abends. Da wir zu faul waren, noch mal in die Stadt zu fahren, verbrachten wir die lange Zeit im Airport. Nach einem chinesischen Essen, Rauchraum aufsuchen, Lesestunden und Geschenkekaufen holten wir das Gepäck wieder ab und stellten uns in die Schlange vor dem Canada 3000-Schalter, die schon eine Stunde vor Öffnung des Schalters bestand. Diesmal wurde das Anstehen aber dann doch mit einem Fensterplatz belohnt. Im Duty Free Shop haben wir noch Zigaretten erstanden und uns dann noch zu einem Bier in der Bar niedergelassen. Einigermaßen pünktlich startete unsere Maschine um 20.30 Uhr nach München. Der Flug war diesmal nicht so ruhig - einige Turbulenzen schaukelten uns durch. Nachdem der Ton für die Filme ausfiel, versuchten wir etwas zu schlafen. Landung dann um 13.45 Uhr bei mistigem Wetter in Deutschland.

Ein wunderschöner Urlaub ist zu Ende gegangen - wir kommen mit Sicherheit wieder.